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Blätter für deutsche und internationale Politik 62 (2017), 2

Titel
Blätter für deutsche und internationale Politik 62 (2017), 2.


Hrsg. v.
Blätter Verlagsgesellschaft mbH Herausgeberkreis: Katajun Amirpur, Seyla Benhabib, Norman Birnbaum, Peter Bofinger, Ulrich Brand, Micha Brumlik, Dan Diner, Jürgen Habermas, Detlef Hensche, Rudolf Hickel, Claus Leggewie, Ingeborg Maus, Klaus Naumann, Jens G. Reich, Rainer Rilling, Irene Runge, Saskia Sassen, Karen Schönwälder, Friedrich Schorlemmer, Gerhard Stuby, Hans-Jürgen Urban und Rosemarie Will
Heft(e)
2
Erschienen
Berlin 2017: Blätter Verlag
Umfang
128 S.
Preis
Jahresabo 84,60 Euro, ermäßigt 67,20 Euro, Auslandszuschläge auf Anfrage, Einzelheft 10 Euro.
Herausgeber d. Zeitschrift
Blätter Verlagsgesellschaft mbH Herausgeberkreis: Katajun Amirpur, Seyla Benhabib, Norman Birnbaum, Peter Bofinger, Ulrich Brand, Micha Brumlik, Dan Diner, Jürgen Habermas, Detlef Hensche, Rudolf Hickel, Claus Leggewie, Ingeborg Maus, Klaus Naumann, Jens G. Reich, Rainer Rilling, Irene Runge, Saskia Sassen, Karen Schönwälder, Friedrich Schorlemmer, Gerhard Stuby, Hans-Jürgen Urban und Rosemarie Will
Erscheinungsweise
monatlich
Kontakt
Blätter-Redaktion Berlin Albrecht von Lucke, Annett Mängel, Dr. Albert Scharenberg Torstraße 178 10115 Berlin Tel. 030/3088 3640 Fax 030/3088 3645

Liebe Leserinnen und Leser,

die Februar-Ausgabe der „Blätter für deutsche und internationale Politik“ erscheint am 27. Januar 2017.

In der druckfrischen Februar-Ausgabe wagen mehrere Autoren einen Blick auf die kommenden Jahre unter Donald Trump: Der Friedensforscher Michael T. Klare analysiert die interessengeleitete Außenpolitik des neuen US-Präsidenten, der auf Konkurrenz statt auf Kooperation setzen wird. Der investigative Journalist James S. Henry beleuchtet Trumps Verbindungen nach Russland, zu denen auch Mafiaverdächtige zählen. Und die Soziologin Nancy Fraser diagnostiziert das Ende des progressiven Neoliberalismus, dem eine Neuorientierung der US-Linken folgen müsse.

Darüber hinaus analysiert der kürzlich verstorbene große Soziologe Zygmunt Bauman in seinem letzten Text die Sehnsucht nach dem Feind, die hinter dem Aufstieg der Populisten steht. Und „Blätter“-Mitherausgeberin Seyla Benhabib beschreibt die Erinnerungskultur in der Türkei und widmet sich besonders dem Umgang mit Juden und Armeniern.

Weitere Themen im Februar: Der Fall Amri, Armut in Deutschland, Soziale Bewegungen in Lateinamerika, Schocktherapie in Indien, Auf der Suche nach den aufgeklärten Eliten, Österreich: neutral und rechts?, Israel vor Trump u.v.m.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre „Blätter“-Redaktion

www.blaetter.de/aktuelle-ausgabe

Kurzgefasst

Michael T. Klare
Die Welt, wie Trump sie sieht
S.41–46
Donald Trumps außenpolitische Vorstellungen gelten vielen Beobachtern als unklar oder inkohärent. Das sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der neue Präsident durchaus über ein klares Bild der US-amerikanischen Rolle in der Welt verfügt. Dieses allerdings, so der Friedensforscher Michael T. Klare, sprengt das bekannte Bündnisdenken: Trump sieht die USA in einem ständigen Konkurrenzkampf mit anderen Mächten. Dabei gelte die Devise: US-Interessen zuerst!

James S. Henry
Wie Donald Trump lernte, Russland zu lieben. Deals und Seilschaften aus den Zeiten der Schocktherapie
S. 47–69
Während die Welt darüber rätselt, wie sich die russisch-amerikanischen Beziehungen unter Donald Trump zukünftig entwickeln, nimmt der Investigativjournalist James S. Henry dessen Geschäftsbeziehungen in die Länder der ehemaligen Sowjetunion unter die Lupe. Seine Erkenntnis: Trump verfügt über ein weit verzweigtes Netzwerk, das aus der Privatisierungswelle der 1990er hervorging – und auch Mafiaverdächtige umfasst.

Nancy Fraser
Für eine neue Linke oder: Das Ende des progressiven Neoliberalismus
S. 71–76
Mit Hillary Clinton hat auch der progressive Neoliberalismus verloren. Er war ein Bündnis zweier scheinbar unvereinbarer Subjekte: den sozialen Bewegungen und dem finanzialisierten Kapitalismus. Der progressive Neoliberalismus habe zwar die gesellschaftliche Vielfalt gestärkt, dabei aber die ökonomischen Nöte vieler Amerikaner ignoriert, so die Politikwissenschaftlerin Nancy Fraser. Daher bedarf es einer neuen Linken, die an die Kampagne von Bernie Sanders anschließt.

Zygmunt Bauman
Der neue Hass aufs Establishment und die Sehnsucht nach dem Feind
S. 77–82
Der klassische Liberalismus stützte sich auf die Wertetriade von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Im Neoliberalismus hingegen führte der zunehmende Verlust des Egalitätsgedankens zur Spaltung der Gesellschaft. Daraus erwuchs ein geballter Hass auf das Establishment, so der Soziologe Zygmunt Bauman. Das machen sich Politiker wie Donald Trump zunutze. Er verkörpert den Willen zur Feindschaft und die Sehnsucht nach einem dezisionistischen Führer, ganz in der Tradition Carl Schmitts.

Dieter Klein
Wo sind die aufgeklärten Eliten? Plädoyer für einen globalen New Deal des 21. Jahrhunderts
S. 83–92
Nach der Weltwirtschaftskrise und der globalen Klimakrise folgt nun die Krise der liberalen Demokratie. Doch Krisen eröffnen immer Räume potentieller Veränderungen. Progressive Transformationen, so der Politikwissenschafter Dieter Klein, erfordern jedoch eine gewisse Zustimmung der Machteliten. Das historische Beispiel des New Deal könnte als Inspirationsquelle linker Strategien dienen, um sozioökonomische Interventionen in eine neue gesellschaftliche Erzählung einzubinden.

Ulrich Brand, Kristina Dietz und Miriam Lang
Weniger Staat wagen. Lateinamerikas Linke vor dem Neubeginn
S. 93–98
Lateinamerika ist in den letzten Jahren deutlich nach rechts gerückt. Selbst vor den Linksregierungen macht dieser Trend nicht halt. Diese bedienen sich zunehmend autoritärer Methoden und schreiben soziale und koloniale Ungleichheiten fort, so der „Blätter“-Mitherausgeber Ulrich Brand und die Politik- und Sozialwissenschaftlerinnen Kristina Dietz und Miriam Lang. Die emanzipatorischen Bewegungen müssen sich neu orientieren – und jenseits des Staates für gesellschaftlichen Wandel kämpfen.

Thomas Stauber
Safranfarbene Schocktherapie. Wie der Hindunationalismus die indische Gesellschaft spaltet
S. 99–108
Gerne lässt sich der indische Premier Narendra Modi für seine Pläne zur wirtschaftlichen Modernisierung feiern. Doch gleichzeitig steht seine Partei für einen aggressiven Hindunationalismus. Das aber ist kein Widerspruch, so der Soziologe Thomas Stauber. Vielmehr enthalten beide Ideologien – Hindunationalismus und Neoliberalismus – einen autoritären Kern, der sich in Modis Politik verbindet.

Seyla Benhabib
Von Türken, Juden und Armeniern: Der Kampf um die Erinnerung
S. 109–120
Derweil Erdogan die Türkei zu einer Präsidialdiktatur ausbaut, verspricht er Millionen geflohenen Syrern die Staatsbürgerschaft. Schon immer zeichnete sich die Türkei sowohl durch Grausamkeit als auch durch Großzügigkeit aus, erinnert die Philosophin und „Blätter“-Mitherausgeberin Seyla Benhabib. Heute, in Zeiten der Wiederkehr unterdrückter islamischer Vergangenheiten, tobt in der Türkei ein Kampf um die Erinnerung, geführt von Türken, Juden und Armeniern – mit teils unerwarteten politischen Folgen.

INHALTSVERZEICHNIS

KOMMENTARE UND BERICHTE

Der Fall Amri: Anschlag ohne Aufklärung?, von Daniel Leisegang
S. 5

Von Kindesbeinen an: Im Teufelskreis der Armut, von Annett Mängel
S. 9

Atomausstieg: Der mediale GAU, von Jochen Stay
S. 13

Österreich: Neutral und rechts?, von Claus Heinrich
S. 17

Netanjahu in Angst: Israel vor Trump, von Michael Brenner
S. 21

Ein Kontinent in Unruhe: Asien vor Trump, von Siegfried Knittel
S. 25

Guatemala: Das Ende der Straflosigkeit, von Knut Henkel
S. 29

DEBATTE

Wer bellt, muss auch beißen wollen, von Christopher Hörster
S. 33

MEDIENKRITIK

Fake News made in Germany, von Albrecht von Lucke
S. 37

ANALYSEN UND ALTERNATIVEN

Die Welt, wie Trump sie sieht, von Michael T. Klare
S. 44

Wie Donald Trump lernte, Russland zu lieben. Deals und Seilschaften aus den Zeiten der Schocktherapie, von James S. Henry
S. 47

Für eine neue Linke oder: Das Ende des progressiven Neoliberalismus, von Nancy Fraser
S. 71

Der neue Hass aufs Establishment und die Sehnsucht nach dem Feind, von Zygmunt Bauman
S. 77

Wo sind die aufgeklärten Eliten? Plädoyer für einen globalen New Deal des 21. Jahrhunderts, von Dieter Klein
S 83

Weniger Staat wagen. Lateinamerikas Linke vor dem Neubeginn, von Ulrich Brand, Kristina Dietz und Miriam Lang
S. 93

Safranfarbene Schocktherapie. Wie der Hindunationalismus die indische Gesellschaft spaltet, von Thomas Stauber
S. 99

Von Türken, Juden und Armeniern: Der Kampf um die Erinnerung, von Seyla Benhabib
S. 109

BUCH DES MONATS

Die Tragödie der Sinti, von Wieland Elfferding
S. 121

EXTRAS

Kurzgefasst
S. 39

Dokumente
S. 124

Chronik des Monats Dezember 2016
S. 125

Zurückgeblättert
S. 128

Impressum und Autoren
S. 128

Zitation
Blätter für deutsche und internationale Politik 62 (2017), 2. in: H-Soz-Kult, 05.02.2017, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-10194>.
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Veröffentlicht am
05.02.2017
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