Archiv für Sozialgeschichte 55 (2015)

Titel
Archiv für Sozialgeschichte 55 (2015).
Weitere Titelangaben
Sozialgeschichte des Todes


Hrsg. v.
Das Archiv für Sozialgeschichte wird für die Friedrich-Ebert-Stiftung herausgegeben von: Beatrix Bouvier, Anja Kruke, Philipp Kufferath (geschäftsführend), Friedrich Lenger, Ute Planert, Dietmar Süß, Meik Woyke, Benjamin Ziemann
Erschienen
Umfang
526 S.
Preis
68,00
Herausgeber d. Zeitschrift
Das Archiv für Sozialgeschichte wird für die Friedrich-Ebert-Stiftung herausgegeben von: Kirsten Heinsohn, Thomas Kroll, Anja Kruke, Philipp Kufferath (geschäftsführend), Friedrich Lenger, Ute Planert, Dietmar Süß, Meik Woyke
Erscheinungsweise
Das Archiv für Sozialgeschichte erscheint einmal pro Jahr (jeweils im Herbst) in einem Band.
Kontakt
Friedrich-Ebert-Stiftung, Archiv für Sozialgeschichte, Godesberger Allee 149, D-53175 Bonn; Geschäftsführender Herausgeber: Philipp Kufferath, Sekretariat: Eva Váry, Tel. +49 (0) 228 883-9033, Fax +49 (0) 228 883-9209

»Gestorben wird immer« heißt es in der vielfach ausgezeichneten Fernsehserie »Six Feet Under« über ein Bestattungsunternehmen in Los Angeles, deren Folgen nie allein vom Sterben, sondern immer auch über die Trauer, den Verlust und die Bewältigungsstrategien der Lebenden erzählen. Auch Historiker und Kulturwissenschaftler haben die umfassende Bedeutung des Themas entdeckt. So wird intensiv über die Frage diskutiert, ob moderne Gesellschaften den Tod verdrängen oder sich vielmehr eine Enttabuisierung des Sterbens feststellen lässt.

Der neue Band des »Archivs für Sozialgeschichte« beleuchtet diese Debatten in historischer Perspektive. Im Mittelpunkt des Interesses stehen der schicht- und klassenspezifische Umgang mit Tod und Trauer, die Orte des Todes (Krankenhäuser, private Wohnungen, Schlachtfelder, Friedhöfe) sowie gesellschaftlich relevante Bewegungen und Verbände wie die Kriegsgräberfürsorge oder die Hospizbewegung. Zudem erhalten der Massentod und die Versuche seiner Bewältigung als Kennzeichen der Geschichte des 20. Jahrhunderts besondere Aufmerksamkeit. Der Tod wurde in seinen verschiedenen Ausprägungen zum Gegenstand medizinischer und juristischer Expertise und verband sich mit widerstreitenden Prozessen der Ökonomisierung, Politisierung und Sakralisierung. Nicht zuletzt führen seine unterschiedlichen Formen der Repräsentation vor Augen, dass selbst in Sterben und Tod soziale Ungleichheit zum Ausdruck kommt.

BEITRÄGE ZUM RAHMENTHEMA »SOZIALGESCHICHTE DES TODES«

Ute Planert/Dietmar Süß
Nichts ist umsonst. Anmerkungen zu einer Sozialgeschichte des Todes
S. 3–18
<http://library.fes.de/afs-online/55/04-AfS-55-Einleitung.pdf>

Anna-Maria Götz
Zwischen Status, Prestige und Distinktion. Das bürgerliche Familiengrab und der Wandel des Bestattungswesens im 19. Jahrhundert
S. 19–37

Henning Türk
Bürgerliche Stiftungen als Memoria und soziale Harmonisierung ›von oben‹ nach der Revolution 1848 / 49. Die Schenkungen und Stiftungen der Familie Jordan in Deidesheim
S. 39–53

Moritz Buchner
Zivilisierte Trauer? Emotionen als Differenzkriterium im bürgerlichen Italien (1870–1910)
S. 54–76

Norman Aselmeyer
Cholera und Tod. Epidemieerfahrungen und Todesanschauungen in autobiografischen Texten von Arbeiterinnen und Arbeitern
S. 77–106

Sebastian Weinert
Der »Tod« als Argument. Strategien der hygienischen Volksbelehrung vom späten Kaiserreich bis zum Anfang der 1960er-Jahre
S. 107–131

Michael Becker/Dennis Bock
»Muselmänner« und Häftlingsgesellschaften. Ein Beitrag zur Sozialgeschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager
S. 133–175

Nina Janz
Von Toten und Helden. Die gefallenen Soldaten der Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs
S. 177–203

Lu Seegers
Der tote Vater im Familiengedächtnis. Deutschland und Polen nach 1945
S. 205–233

Ann Katrin Düben
»So daß dann diese gesamte Grabstätte in Bockhorst verschwindet«. Die Friedhöfe für die Toten der Emslandlager im Spiegel der bundesrepublikanischen Erinnerungspolitik (1945 bis 1970)
S. 235–250

René Schlott
Die Todesopfer an der Berliner Mauer. Ereignis und Erinnerung
S. 251–273

Florian Greiner
»Richtig sterben«. Populäres Wissen zum Thema »Tod« seit den 1970er-Jahren
S. 275–296

DOKUMENTATION – ANALYSE – KRITIK

Rainer Behring
Hermann Müller und Polen. Zum Problem des außenpolitischen Revisionismus der deutschen Sozialdemokratie in der Weimarer Republik
S. 299–320

Alexander Wierzock
Nähe und Distanz eines Intellektuellen zur Sozialdemokratie. Ein vergessenes Gutachten des Soziologen Ferdinand Tönnies zur Revision des Erfurter Programms
S. 321–342

Dieter K. Gessner
Avantgarde und Kunstmarkt. Der Zeichner George Grosz in der Weimarer Republik
S. 343–372

Veit Damm
Zusammenarbeit der Gewerkschaften und Internationalisierung der Wirtschaft in Westeuropa in den 1970er-Jahren. Das Beispiel grenzübergreifender Gewerkschaftsräte
S. 373–392

FORSCHUNGSBERICHTE UND SAMMELREZENSIONEN

Roger Chickering
Deutschland im Ersten Weltkrieg. Betrachtungen zur Historiografie des Gedenkjahres
S. 395–444

Knud Andresen
West- und ostdeutsche Jugendszenen in den 1980er-Jahren – ein Individualisierungsschub?
S. 445–475

Daniel Gerster
Bildung, soziale Ungleichheit – und Pierre Bourdieu. Ein Literaturbericht
S. 477–494

Zitation
Archiv für Sozialgeschichte 55 (2015). in: H-Soz-Kult, 22.02.2017, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-10212>.
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