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Blätter für deutsche und internationale Politik 62 (2017), 6

Titel
Blätter für deutsche und internationale Politik 62 (2017), 6.


Hrsg. v.
Blätter Verlagsgesellschaft mbH Herausgeberkreis: Katajun Amirpur, Seyla Benhabib, Norman Birnbaum, Peter Bofinger, Ulrich Brand, Micha Brumlik, Dan Diner, Jürgen Habermas, Detlef Hensche, Rudolf Hickel, Claus Leggewie, Ingeborg Maus, Klaus Naumann, Jens G. Reich, Rainer Rilling, Irene Runge, Saskia Sassen, Karen Schönwälder, Friedrich Schorlemmer, Gerhard Stuby, Hans-Jürgen Urban und Rosemarie Will
Heft(e)
6
Erschienen
Berlin 2017: Blätter Verlag
Umfang
128 S.
Preis
Jahresabo 84,60 Euro, ermäßigt 67,20 Euro, Auslandszuschläge auf Anfrage, Einzelheft 10 Euro.
Herausgeber d. Zeitschrift
Blätter Verlagsgesellschaft mbH Herausgeberkreis: Katajun Amirpur, Seyla Benhabib, Norman Birnbaum, Peter Bofinger, Ulrich Brand, Micha Brumlik, Dan Diner, Jürgen Habermas, Detlef Hensche, Rudolf Hickel, Claus Leggewie, Ingeborg Maus, Klaus Naumann, Jens G. Reich, Rainer Rilling, Irene Runge, Saskia Sassen, Karen Schönwälder, Friedrich Schorlemmer, Gerhard Stuby, Hans-Jürgen Urban und Rosemarie Will
Erscheinungsweise
monatlich
Kontakt
Blätter-Redaktion Berlin Albrecht von Lucke, Annett Mängel, Dr. Albert Scharenberg Torstraße 178 10115 Berlin Tel. 030/3088 3640 Fax 030/3088 3645

Liebe Leserinnen und Leser,

die Juni-Ausgabe der „Blätter für deutsche und internationale Politik“ erscheint am 26. Mai 2017.

In der druckfrischen Juni-Ausgabe warnt der Publizist Oliver Fahrni vor dem Entstehen einer autoritär-neoliberalen »Vierten Rechten« in Frankreich – trotz des Wahlsieges von Emmanuel Macron über Marine le Pen. Die Politikwissenschaftlerin Antonia Grunenberg zeigt, wie die systematische Verbreitung von Fake News und „alternativen Fakten“ die Grundlagen der Demokratie untergräbt. „Blätter“-Mitherausgeber Rudolf Hickel seziert die „Trumponomics“ und beleuchtet deren möglicherweise zerstörerische Folgen für die amerikanische Gesellschaft wie für die Weltwirtschaft. Und „Blätter“-Redakteur Steffen Vogel fragt nach dem Vermächtnis von 1968 für den heutigen Aktivismus von Podemos bis Black Lives Matter.

Weitere Themen im Juni: 50 Jahre Sechstagekrieg, Das neue deutsche Wir, Ein Wiedersehen mit dem Kleinbürger, Der Mehrwert von Marx, Martin Schulz und das Ende der Illusionen, Corbyns Versagen, Mays Kalkül, Rechtsradikale in Uniform, Venezuela auf den Barrikaden, Facebook und der lange Kampf gegen den Hass u.v.m.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre „Blätter“-Redaktion

http://www.blaetter.de/aktuelle-ausgabe

Kurzgefasst

Oliver Fahrni: Frankreich: Die Geburt der »Vierten Rechten«?, S. 45–53
Nach dem deutlichen Wahlsieg von Emmanuel Macron über Marine Le Pen macht sich nicht nur in Frankreich, sondern in ganz Europa Erleichterung breit. Aber ist die rechte Gefahr damit gebannt? Ganz im Gegenteil, meint der Journalist Oliver Fahrni. Vielmehr entsteht in Frankreich eine weit über den Front National hinausreichende, autoritär-neoliberale „Vierte Rechte“, die das Zeitalter der bürgerlichen Demokratie zu beenden droht.

Rudolf Hickel: Der Präsident als Unternehmer. Donald Trump und der America-First-Imperialismus, S. 54–62
Noch sorgt die Wirtschaftspolitik Donald Trumps für positive Effekte – an der Wall Street, bei Banken und bei US-Unternehmen. Doch dass Trumps nationalistisch-protektionistischer Kurs den USA tatsächlich zu neuer Größe verhilft, ist mehr als zweifelhaft, so die Einschätzung des Ökonomen und „Blätter“-Mitherausgebers Rudolf Hickel. Vielmehr werden die „Trumponomics“ die Spaltung der US-Gesellschaft vertiefen und massive Risiken für die Weltwirtschaft heraufbeschwören.

Antonia Grunenberg: Die Lüge als System. Hannah Arendt und die Krise der Demokratie, S. 63–72
Fake News sind seit der Wahl von Donald Trump in aller Munde. Doch dient die Lüge heute nicht mehr allein der politischen Taktik, sondern präsentiert sich als alternative Wahrheit. Das aber leistet dem Entstehen populistischer Bewegungen Vorschub, so die Politikwissenschaftlerin Antonia Grunenberg unter Bezug auf Hannah Arendt. Nur wenn die europäischen Gesellschaften ihre Pluralität anerkennen und sich ihrer Fähigkeit zum Neuanfang besinnen, können sie die zerstörerische Kraft der Populisten aufhalten.

Heiko Flottau: Frieden als Schimpfwort: 50 Jahre Sechstagekrieg, S. 73–81
Dieser Tage jährt sich der Sechstagekrieg zum fünfzigsten Mal. Seine Folgen wirken bis heute nach – ob in stetig wiederkehrenden Kriegen oder dem noch immer andauernden Siedlungsbau in den eroberten palästinensischen Gebieten. Daher, so der Journalist Heiko Flottau, begünstigte die arabische Niederlage von 1967 nicht nur den Aufschwung des politischen Islam. Sondern mit der Siedlungspolitik erfolgt letztlich die Fortsetzung des Krieges von einst. Sein trauriges Fazit: Von einem Frieden ist die Region heute weiter entfernt denn je.

Lamya Kaddor: Das neue deutsche Wir. Wie wir die Leitkultur-Debatte richtig führen, S. 83–88
Oft verbergen sich hinter der Forderung nach einer deutschen Leitkultur lediglich rassistische Ressentiments, die es offenzulegen gilt. Dennoch ist eine solche Debatte prinzipiell richtig und wichtig, so die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor. Gerade eine Gesellschaft, die immer bunter wird, muss Wege finden, sich ihrer selbst und der eigenen Werte zu vergewissern.

Berthold Franke: Aus Angst wird Wut wird Hass. Ein Wiedersehen mit dem Kleinbürger, S. 89–99
Ob mit Donald Trump oder Viktor Orbán – in West wie Ost bedroht ein autoritär-nationalistischer Populismus die Demokratie. Im Kern wird dieser getragen von einer kleinbürgerlichen Bewegung, diagnostiziert der Leiter des Prager Goethe-Instituts Berthold Franke. Ihr Treibstoff ist die Angst vor der Deklassierung. Besonders groß ist diese in Mittelosteuropa, wo auf das Freiheits- und Wohlstandsversprechen der 1990er Jahre schon bald Ernüchterung und die Furcht vor dem Abstieg folgten.

Steffen Vogel: Die post-utopische Revolte. Die Erben von ‘68 und der neue Marsch durch die Institutionen, S. 101–108
50 Jahre nach dem geschichtsträchtigen 2. Juni 1967 scheint es so, als ob die Ideen der 68er mittlerweile den Mainstream bilden. Erledigt hat sich der libertäre Impuls von einst jedoch keineswegs, so „Blätter“-Redakteur Steffen Vogel. Vielmehr wird dieser heute von neuen Bewegungen aufgegriffen. Angesichts von Krise und Prekarität erweisen sich die Aktivisten allerdings zugleich als post-utopisch und treten den Marsch durch die Institutionen deutlich früher an als ihre Vorgänger.

Mathias Greffrath: Der Mehrwert von Marx. Zur anhaltenden Aktualität des »Kapitals«, S. 109–120
Karl Marx’ Annahme, das kapitalistische Wirtschaftssystem würde irgendwann zwangsläufig zusammenbrechen, hat sich bald 150 Jahre später nicht bewahrheitet. Welchen Mehrwert hat es dann heute, in Zeiten eines digitalisierten Kapitalismus, Marx’ berühmtes Werk „Das Kapital“ noch einmal zu lesen, fragt der Publizist Mathias Greffrath. Seine Antwort: Die „Kapital“-Lektüre hilft, unseren Geist für Ausbeutungs- und Herrschaftsverhältnisse zu schärfen. Will man die Gesellschaft verändern, reicht es allerdings nicht aus, bei Marx zu verharren.

Inhaltsverzeichnis

KOMMENTARE UND BERICHTE

Martin Schulz und das Ende der Illusionen
von Albrecht von Lucke
S. 5

Corbyns Versagen, Mays Kalkül
von Michael R. Krätke
S. 9

Im Geiste der Freikorps: Rechtsradikale in Uniform
von Wolfram Wette
S. 13

Facebook und der lange Kampf gegen den Hass
von Daniel Leisegang
S. 17

Die falschen Verheißungen der E-Mobilität
von Achim Brunnengräber und Tobias Haas
S. 21

Lateinamerika: Der Fall Odebrecht oder Korruption ohne Grenzen
von Victoria Eglau
S. 25

Venezuela auf den Barrikaden
von Michael Langer
S. 29

Nordkorea: Im Teufelskreis der Abschreckung
von Andreas Henneka
S. 33

DEBATTE

Von Holland lernen: Eine neue Sprache für eine moderne Linke
von Sven Giegold
S. 37

KOLUMNE

Klima: Katastrophe ohne Versicherung
von Bill McKibben
S. 41

ANALYSEN UND ALTERNATIVEN

Frankreich: Die Geburt der »Vierten Rechten«?
von Oliver Fahrni
S. 45

Der Präsident als Unternehmer. Donald Trump und der America-First-Imperialismus
von Rudolf Hickel
S. 54

Die Lüge als System. Hannah Arendt und die Krise der Demokratie
von Antonia Grunenberg
S. 63

Frieden als Schimpfwort: 50 Jahre Sechstagekrieg
von Heiko Flottau
S. 73

Das neue deutsche Wir. Wie wir die Leitkultur-Debatte richtig führen
von Lamya Kaddor
S. 83

Aus Angst wird Wut wird Hass. Ein Wiedersehen mit dem Kleinbürger
von Berthold Franke
S.89

Die post-utopische Revolte. Die Erben von ́68 und der neue Marsch durch die Institutionen
von Steffen Vogel
S. 101

Der Mehrwert von Marx. Zur anhaltenden Aktualität des »Kapitals«
von Mathias Greffrath
S. 109

AUFGESPIEßT

Faktenflexible Souveränität
von Jan Kursko
S. 82

BUCH DES MONATS

Den Schmerz der Freiheit aushalten
von Tamara Tischendorf
S. 121

EXTRAS

Kurzgefasst, S. 43

Dokumente, S. 124

Chronik des Monats April 2017, S. 125

Zurückgeblättert, S. 128

Impressum und Autoren, S. 128

Zitation
Blätter für deutsche und internationale Politik 62 (2017), 6. in: H-Soz-Kult, 22.05.2017, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-10388>.
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Veröffentlicht am
22.05.2017
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