Blätter für deutsche und internationale Politik 62 (2017), 10

Titel
Blätter für deutsche und internationale Politik 62 (2017), 10.


Hrsg. v.
Blätter Verlagsgesellschaft mbH Herausgeberkreis: Katajun Amirpur, Seyla Benhabib, Norman Birnbaum, Peter Bofinger, Ulrich Brand, Micha Brumlik, Dan Diner, Jürgen Habermas, Detlef Hensche, Rudolf Hickel, Claus Leggewie, Ingeborg Maus, Klaus Naumann, Jens G. Reich, Rainer Rilling, Irene Runge, Saskia Sassen, Karen Schönwälder, Friedrich Schorlemmer, Gerhard Stuby, Hans-Jürgen Urban und Rosemarie Will
Heft(e)
10
Erschienen
Berlin 2017: Blätter Verlag
Umfang
128 S.
Preis
Jahresabo 84,60 Euro, ermäßigt 67,20 Euro, Auslandszuschläge auf Anfrage, Einzelheft 10 Euro.
Herausgeber d. Zeitschrift
Blätter Verlagsgesellschaft mbH Herausgeberkreis: Katajun Amirpur, Seyla Benhabib, Norman Birnbaum, Peter Bofinger, Ulrich Brand, Micha Brumlik, Dan Diner, Jürgen Habermas, Detlef Hensche, Rudolf Hickel, Claus Leggewie, Ingeborg Maus, Klaus Naumann, Jens G. Reich, Rainer Rilling, Irene Runge, Saskia Sassen, Karen Schönwälder, Friedrich Schorlemmer, Gerhard Stuby, Hans-Jürgen Urban und Rosemarie Will
Erscheinungsweise
monatlich
Kontakt
Blätter-Redaktion Berlin Albrecht von Lucke, Annett Mängel, Dr. Albert Scharenberg Torstraße 178 10115 Berlin Tel. 030/3088 3640 Fax 030/3088 3645

Liebe Leserinnen und Leser,

die Oktober-Ausgabe der „Blätter für deutsche und internationale Politik“ erscheint am 6. Oktober 2017.

Darin beleuchten Albrecht von Lucke, Anne Ulrich und Steffen Vogel den Rechtsruck bei der Bundestagswahl mit Blick auf Deutschland und Europa. Johannes Hillje analysiert die mediale Erfolgsstrategie der AfD. Gerd Koenen widmet sich dem roten Jahrhundert von der Oktoberrevolution bis zum heutigen China. Erik Olin Wright zeigt, wie innerhalb des Kapitalismus nicht-kapitalistische Alternativen entwickelt werden können. Arlie Russell Hochschild wirft einen Blick auf den Südstaaten-Rassismus hinter Donald Trump. Und Uwe Höring beschreibt Chinas Neue Seidenstraße als nicht zuletzt imperiales Projekt.

Weitere Themen im Oktober: Industrie 4.0: Die Automatisierung der Ausbeutung, Der Journalist als Gefährder, Der hohe Preis des billigen Fliegens, Die Renaissance von Kohle und Atom?, Österreich: Das Ende der Zweiten Republik, Hurrikan Irma und der Klimakrieg u.v.m.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre „Blätter“-Redaktion

www.blaetter.de/aktuelle-ausgabe

Kurzgefasst

Johannes Hillje: Propaganda 4.0 – Die Erfolgsstrategie der AfD, S. 49–54
Mit der AfD ist zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik eine in weiten Teilen rechtsextreme Partei ins Parlament eingezogen. Ihre mediale Selbstinszenierung als Opfer der sogenannten Lügenpresse hat wesentlich zu diesem dramatischen Ergebnis beigetragen, so der Politikberater Johannes Hillje. Umso dringlicher stellt sich nun die Frage, wie ein kritischer Umgang mit Vertretern der AfD in den Medien aussehen kann, der der Partei nicht weiter Auftrieb verschafft.

Arlie Russell Hochschild: Weiß und stolz und abgehängt. Donald Trump und der Südstaaten-Rassismus, S. 55–67
Der US-Rassismus, das haben zuletzt die Ereignisse von Charlottesville gezeigt, ist im Süden des Landes ganz besonders stark verankert. Die Ursache dafür sieht die Soziologin Arlie Russell Hochschild in der Tiefengeschichte: der historischen Erfahrung armer Weißer aus den Südstaaten, in der Warteschlange zum amerikanischen Traum ganz hinten zu stehen. Indem sie Donald Trump unterstützen, streben sie nach der Befreiung von einer seit Generationen empfundenen Benachteiligung und Bevormundung durch den liberalen Norden.

Erik Olin Wright: Untergraben wir den Kapitalismus! Wie die Linke utopisch und realistisch zugleich sein kann, S. 68–78
Der globalisierte Kapitalismus lässt sich kaum noch durch Reformen bändigen. Auch seine revolutionäre Überwindung ist nicht in Sicht. Dennoch bleibt eine ökonomische Alternative möglich, argumentiert der Soziologe Erik Olin Wright. Eine reale Utopie wie die Kombination aus nichtkapitalistischen Produktionsformen, staatlich gesicherter Infrastruktur und bedingungslosem Grundeinkommen könnte den Kapitalismus nach und nach untergraben – und wäre damit eine Alternative zum Kapitalismus im Kapitalismus.

Gerd Koenen: Das rote Jahrhundert. Von der Oktoberrevolution zum Weltkommunismus, S. 79–90
Nach der russischen Revolution von 1917 gab sich die Kommunistische Internationale einen weltweiten Geltungsanspruch. Der rote Stern sollte von Moskau als Hoffnungszeichen für die Proletarier aller Länder gelten. Die beiden Garantiemächte des globalen Kommunismus – die Sowjetunion und später China – trugen diese Bewegung über einen Großteil des 20. Jahrhunderts. Diese ist inzwischen erlahmt, prägt aber, so der Historiker Gerd Koenen, bis heute die chinesische Politik: In Peking verbinden sich maoistische Kontrolltechniken mühelos mit kapitalistischer Unternehmensführung – zu einem späten Triumph des Kommunismus im realexistierenden Kapitalismus.

Uwe Hoering: Auf dem Weg zum Wirtschaftsimperium: Chinas neue Seidenstraße, S. 91–100
Mit großer Energie arbeitet China an der Wiedergeburt der legendären Seidenstraße. Das Mammutprojekt soll dem Handel zwischen Asien, Afrika und Europa neuen Schwung verleihen. Doch steht die neue Seidenstraße nicht nur für wirtschaftliche Zusammenarbeit, so der Journalist Uwe Hoering. Vielmehr will Peking der Volksrepublik zu alter Größe verhelfen und strebt erkennbar nach geopolitischer Dominanz.

Matthias Becker: Industrie 4.0: Die Automatisierung der Ausbeutung, S. 101–107
Das Schlagwort „Industrie 4.0“ ist derzeit in aller Munde. Diese neue Form der Hightech-Produktion prägt bereits den Arbeitsalltag in jeder Lidl-Filiale: Vernetzte Maschinen übernehmen mehr und mehr Managementaufgaben und steigern so die Ausbeutung der Mitarbeiter. Doch obwohl gerade geringqualifizierte Beschäftigte dadurch zunehmend austauschbar werden, handelt es sich keineswegs um eine neue industrielle Revolution, so der Journalist Matthias Becker. Vielmehr treibt die „späte Digitalisierung“ die computergestützte Rationalisierung nur weiter auf die Spitze.

Marvin Oppong: Der Journalist als Gefährder. Wie der deutsche Staat die Pressefreiheit aufweicht, S. 109–116
Der rechtswidrige Ausschluss von 32 Journalisten vom Pressezentrum des G20-Gipfels in Hamburg hat hierzulande zu Recht für Aufsehen gesorgt. Doch der Druck auf die Pressefreiheit wächst in Deutschland seit Jahren, so der Journalist Marvin Oppong. So wurde nicht nur der Zugang der Presse zu Behördeninformationen erschwert, sondern es wurden auch Redaktionsräume durchsucht und Journalisten überwacht. Das aber hat fatale Folgen für die Demokratie – eine Kehrtwende ist daher dringend geboten.

Inhaltsverzeichnis

KOMMENTARE UND BERICHTE

Merkel zum Vierten: Die Republik am Scheideweg, von Albrecht von Lucke, S. 5

Merkels Schwäche, Macrons Niederlage?, von Steffen Vogel, S. 9

Mehr Demokratie kommt nicht von rechts, von Anne Ulrich, S. 13

Berlin ohne Grund und Boden, von Heribert Prantl, S. 17

Ryanair: Der hohe Preis des billigen Fliegens, von Anne Britt Arps, S. 21

Kohle und Atom: Volle Kraft voraus, von Wolfgang Ehmke, S. 25

Österreich: Das Ende der Zweiten Republik, von Miguel de la Riva, S. 29

Tschechien: Die Stunde der Populisten?, von Alena Wagnerová, S. 33

China: Auf dem Sprung zum Global Player, von Falk Hartig, S. 37

DEBATTE

EU: Rüstung ohne Rechtsgrundlage, von Sabine Lösing und Jürgen Wagner, S.41

KOLUMNE

Hurrikan »Irma« und der Klimakrieg, von Bill McKibben, S. 45

ANALYSEN UND ALTERNATIVEN

Propaganda 4.0 – Die Erfolgsstrategie der AfD, von Johannes Hillje, S. 49

Weiß und stolz und abgehängt. Donald Trump und der Südstaaten-Rassismus, von Arlie Russell Hochschild, S. 55

Untergraben wir den Kapitalismus! Wie die Linke utopisch und realistisch zugleich sein kann, von Erik Olin Wright, S. 68

Das rote Jahrhundert. Von der Oktoberrevolution zum Weltkommunismus, von Gerd Koenen, S.79

Auf dem Weg zum Wirtschaftsimperium: Chinas neue Seidenstraße, von Uwe Hoering, S. 91

Industrie 4.0: Die Automatisierung der Ausbeutung, von Matthias Becker, S. 101

Der Journalist als Gefährder: Wie der Staat die Pressefreiheit aufweicht, von Marvin Oppong, S. 109

BUCH DES MONATS

Agitatorische Totenmesse, von Tamara Tischendorf, S. 121

EXTRAS

Kurzgefasst, S. 47

Dokumente, S. 124

Chronik des Monats August 2017, S. 125

Zurückgeblättert, S. 128

Impressum und Autoren, S. 128

Zitation
Blätter für deutsche und internationale Politik 62 (2017), 10. in: H-Soz-Kult, 04.10.2017, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-10644>.
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Veröffentlicht am
04.10.2017
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