Das Archiv. Zeitung für Wolfsburger Stadtgeschichte 4 (2019), 15

Titel
Das Archiv. Zeitung für Wolfsburger Stadtgeschichte 4 (2019), 15.
Weitere Titelangaben
Offenes Heft


Hrsg. v.
Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation der Stadt Wolfsburg (Redaktion: Anita Placenti-Grau, Alexander Kraus, Aleksandar Nedelkovski)
Heft(e)
15
Erschienen
Wolfsburg 2019: Selbstverlag
Umfang
16 S.
Preis
kostenlos
Herausgeber d. Zeitschrift
Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation der Stadt Wolfsburg (Redaktion: Anita Placenti-Grau, Alexander Kraus, Aleksandar Nedelkovski)
Erscheinungsweise
einmal im Quartal (Mai, August, November, Februar)
Kontakt
Stadt Wolfsburg, Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation, Goethestraße 10a, 38440 Wolfsburg, E-Mail: <izs-stadtarchiv@stadt.wolfsburg.de> / <alexander.kraus@stadt.wolfsburg.de>

Ist im Frühjahr dieses Jahres mit Marcel Brüntrups „Verbrechen und Erinnerung“ der erste Band unserer Buchreihe „Stadt Zeit Geschichte“ erschienen, so bringt das Jahresende mit den Bänden zwei und drei unserer Reihe neuen Lektürestoff. Mit dem bundesrepublikanischen Jugendparlamentarismus richtet der Münsteraner Historiker Alexander Buerstedde sein Augenmerk dabei auf ein Themenfeld, das in der zeithistorischen Forschung bislang kaum Beachtung gefunden hat. In seinem Buch „Aufbruch aus der Retorte? Der bundesrepublikanische Jugendparlamentarismus der ‚langen‘ 1960er Jahre zwischen Reform und Revolte“ beleuchtet er den Zusammenhang zwischen kommunaler Jugendpolitik und jugendlicher Revolte im Zuge von ‚1968‘ in Form einer Fallstudie zum Wolfsburger Jugendparlament. Ursprünglich als Ort demokratischer Trockenübungen gegründet, etablierte sich dieses „Sprachrohr der Wolfsburger Jugend“ durch das überlegte Agieren seiner Nachwuchsparlamentarierinnen und -parlamentarier rasch zum Repräsentationsorgan einer als politische Avantgarde auftretenden Jugend. Wir sprachen mit Alexander Buerstedde über Entstehung und Entwicklung des Wolfsburger Jugendparlaments, dessen Besonderheiten und sein krachendes Ende als Wolfsburger Jugendforum, das sich ebenso als politische Krise lesen lässt.

Um Krisen ganz anderer Natur dreht es sich dagegen in Jörn Eibens Buch über „Industriestädte und ihre Krisen. Wilhelmshaven und Wolfsburg in den 1970er und 1980er Jahren“. Darin fragt er danach, wie diese sowohl in der Forschung, als auch in den Deutungen verschiedener Zeitgenossinnen und Zeitgenossen als intensive Krisenphase geltenden Jahrzehnte in den beiden Städten wahrgenommen wurden und welche Umgangsweisen die Stadtverantwortlichen daraus ableiteten. Dabei konnten die Städte unterschiedlicher nicht sein: Hier die Stadt an der Küste, die angesichts hoher Arbeitslosigkeit und leerer kommunaler Kassen lange Zeit als „Notstandsgebiet“ galt. Dort die „Autostadt“, die vor allem dank des erfolgreichen Volkswagenwerks zumeist über prall gefüllte Kassen und einen stabilen Arbeitsmarkt verfügte. Im Gespräch mit Jörn Eiben rücken einerseits die teils gravierenden Unterschiede zur nationalen Krisenwahrnehmung in den Fokus, andererseits die lokalen Bedingungen, auf die die unterschiedlichen Wahrnehmungen zurückzuführen sind.

Und schließlich zeigt Isabel Heinemann, Professorin für Neueste Geschichte an der Universität Münster, anschaulich auf, an welche fünf zentralen Forschungskontexte Marcel Brüntrups eingangs erwähntes Buch anzudocken vermag und lenkt den Blick auf ein NS-Verbrechen, das in der Mitte der Gesellschaft geschah.

INHALTSVERZEICHNIS

Das Wolfsburger Jugendparlament. Oder: wie '1968' aus und nach Wolfsburg kam
Alexander Buerstedde im Interview
S. 1–2

Aleksandar Nedelkovski
"Fake-News" - Angriff auf die Demokratie?
S. 2

Der Beitrag stadthistorischer Analysen zur zeithistorischen Forschung. Krisenwahrnehmungen in Wolfsburg und Wilhelmshaven
Jörn Eiben im Interview
S. 3–5

Isabel Heinemann
Die Ermordung der Kinder osteuropäischer Zwangsarbeiterinnen. Zu Marcel Brüntrups Buch "Verbrechen und Erinnerung"
S. 5–6

Alexander Kraus
Ein Schülerverzeichnis aus der "Stadt des KdF-Wagens" als Quelle der Zuwanderungsgeschichte (AdM 2/2019)
S. 7

Alexander Kraus
Wolfsburger Pfadfinder als Integrationsakteure (AdM 3/2019)
S. 8

Marcel Glaser
"Organische Stadtplanung". Hans Bernhard Reichows Generalbebauungsplan für Wolfsburg 1948 (AdM 4/2019)
S. 9

Werner Strauß
Badefreuden im neuen VW-Bad (AdM 5/2019)
S. 10

Werner Strauß
Die kommunale Erstausstattung (AdM 6/2019)
S. 11

Alexander Kraus
Einblicke in Wolfsburger Denkweisen. Standardisierte soziologische Forscherinterviews aus der Sammlung Hilterscheid (AdM 7/2019)
S. 12

Maik Ullmann
"Bei Regen läuft Wasser in Betten". Ein Antrag auf Eintragung in die Liste der Wohnungssuchenden (AdM 8/2019)
S. 13

Werner Strauß
Der Anschluss Wolfsburgs an das ICE-Hochgeschwindigkeitsnetz (AdM 9/2019)
S. 14

Marie Rauschenberger/Lennart Jahr
Der Wolfs fährt durch die Stadt (AdM 10/2019)
S. 15

Lukas Wagner
Leerstellen in Wolfsburgs Stadtbild. Preisträgerin und Nominierte des Ideenwettbewerbs Kunst im Stadtbild Wolfsburgs (KiS), Ideenwettbewerb für den künstlerischen Nachwuchs 2019
S. 16

Zitation
Das Archiv. Zeitung für Wolfsburger Stadtgeschichte 4 (2019), 15. in: H-Soz-Kult, 06.12.2019, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-12095>.
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