Blätter für deutsche und internationale Politik 65 (2020), 5

Titel
Blätter für deutsche und internationale Politik 65 (2020), 5.


Hrsg. v.
Blätter Verlagsgesellschaft mbH Herausgeberkreis: Katajun Amirpur, Seyla Benhabib, Norman Birnbaum, Peter Bofinger, Ulrich Brand, Micha Brumlik, Dan Diner, Jürgen Habermas, Detlef Hensche, Rudolf Hickel, Claus Leggewie, Ingeborg Maus, Klaus Naumann, Jens G. Reich, Rainer Rilling, Irene Runge, Saskia Sassen, Karen Schönwälder, Friedrich Schorlemmer, Gerhard Stuby, Hans-Jürgen Urban und Rosemarie Will
Heft(e)
5
Erschienen
Berlin 2020: Blätter Verlag
Umfang
128 S.
Preis
Jahresabo 84,60 Euro, ermäßigt 67,20 Euro, Auslandszuschläge auf Anfrage, Einzelheft 10 Euro (zzgl. Versand)
Herausgeber d. Zeitschrift
Blätter Verlagsgesellschaft mbH Herausgeberkreis: Katajun Amirpur, Seyla Benhabib, Norman Birnbaum, Peter Bofinger, Ulrich Brand, Micha Brumlik, Dan Diner, Jürgen Habermas, Detlef Hensche, Rudolf Hickel, Claus Leggewie, Ingeborg Maus, Klaus Naumann, Jens G. Reich, Rainer Rilling, Irene Runge, Saskia Sassen, Karen Schönwälder, Friedrich Schorlemmer, Gerhard Stuby, Hans-Jürgen Urban und Rosemarie Will
Erscheinungsweise
monatlich
Kontakt
Blätter-Redaktion Berlin Albrecht von Lucke, Annett Mängel, Dr. Albert Scharenberg Torstraße 178 10115 Berlin Tel. 030/3088 3640 Fax 030/3088 3645

Liebe Leserinnen und Leser,

Die Mai-Ausgabe der „Blätter für deutsche und internationale Politik“ erscheint am 29. April 2020.

In ihr analysiert der Historiker Adam Tooze das radikal Neuartige der Coronakrise und stellt fest: Ihre wirtschaftlichen Folgen werden uns noch auf Jahrzehnte beschäftigen. Die Politikwissenschaftler Kurt M. Campbell und Rush Doshi zeigen, wie sich China im Kampf gegen die Pandemie als neue globale Führungsmacht positioniert und dabei die USA weit in den Schatten stellt. Der Historiker Yuval Noah Harari argumentiert, nicht Isolationismus schützt uns langfristig vor Seuchen wie Covid-19, sondern Kooperation. »Blätter«-Redakteur Albrecht von Lucke diskutiert, wie sich die Demokratie gegen den Ausnahmezustand bewähren kann. Und Simone Schlindwein, Ellen Ehmke, Jessé Souza sowie Franziska Fluhr widmen sich den Folgen der Coronakrise für den globalen Süden.

Weitere Themen im Mai: Der Corona-Crash als zweite Eurokrise?, Großbritannien: Planlos in die Katastrophe, Polen und Ungarn: Der Putsch gegen die Demokratie, Flüchtlinge an Europas Grenzen: Die Vergessenen der Coronakrise, Corona und die Klimakrise, Corona und die Grundrechte, Die neue Rechte: Corona als Tag X, Alter in der Pandemie, Triage: Leben oder Sterben, u.v.m.

Mit herzlichen Grüßen
Ihre „Blätter“-Redaktion

www.blaetter.de/aktuelle-ausgabe

Kurzgefasst

Adam Tooze: Unsere Normalität kehrt nicht zurück, S. 47–52
Die Coronakrise drängt zu Vergleichen mit anderen historischen Einschnitten wie dem Kriegsbeginn 1914. Doch diese Analogien verstellen den Blick auf das radikal Neuartige dieser Situation, so der Historiker Adam Tooze. Noch nie zuvor hat es in Friedenszeiten einen derartigen Einbruch der Wirtschaft gegeben. Die Folgen werden uns auf Jahrzehnte beschäftigen.

Kurt M. Campbell und Rush Doshi: China versus USA: Corona und die neue Weltordnung, S. 53–59
Die geopolitischen Folgen der Corona-Pandemie könnten gewaltig sein, insbesondere mit Blick auf die Rolle der USA, so die Politikwissenschaftler Kurt M. Campbell und Rush Doshi. Denn während Washington im Kampf gegen die Pandemie versagt, positioniert sich Peking als neue globale Führungsmacht. Würden beide Länder hingegen miteinander kooperieren, könnte dies auch bei der Bewältigung anderer globaler Probleme helfen.

Yuval Noah Harari: Mehr Kooperation wagen: Das Heilmittel gegen Corona, S. 60–64
Wenn wir die Welt deglobalisieren, werden wir damit nicht verhindern, dass künftig ähnlich verheerende Epidemien wie Covid–19 auftreten, mahnt der Historiker Yuval Noah Harari. Denn das echte Antidot gegen Epidemien heißt nicht etwa Segregation, sondern vielmehr Kooperation.

Günther Bachmann: Exit ist nicht genug: Warum Nach-Corona nicht Vor-Corona sein darf, S. 65–70
Die Coronakrise verweist im Kern auch auf das fatale Mensch-Natur-Verhältnis im Anthropozän. Doch während Gesundheit nun im Fokus der Politik steht, droht die Klimathematik ins Hintertreffen zu geraten. Der Nachhaltigkeitsexperte Günther Bachmann plädiert dagegen für einen neuen Umgang mit globalen Risiken und einen starken Vorsorgestaat.

Simone Schlindwein, Ellen Ehmke, Jessé Souza und Franziska Fluhr: Die globale Seuche: Afrika, Indien, Brasilien und Iran, S. 71–87
Bislang wütet das Coronavirus vorwiegend im globalen Norden. Doch schon bald könnte sich das Epizentrum der Seuche von Europa und den USA in den globalen Süden verlagern. Wie aber gehen die dortigen, hoch gefährdeten Gesellschaften mit der Pandemie um? Dem widmen sich die Journalistin Simone Schlindwein, die Politikwissenschaftlerin Ellen Ehmke, der Soziologe Jessé Souza und die Philosophiestudentin Franziska Fluhr.

Albrecht von Lucke: Demokratie in der Bewährung. Weltkrieg versus Corona, Politik im Ausnahmezustand, S. 89–96
75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs ist weltweit wieder von einem Krieg die Rede, allerdings gegen das Virus. »Blätter«-Redakteur Albrecht von Lucke analysiert, wie mit der Kriegssemantik Politik gemacht wird. Mit Hilfe des Ausnahmezustands werden vormals offene Gesellschaften zu Autokratien umgebaut; dagegen gilt es, die Demokratie global zu verteidigen.

Helmut Fehr: Der Putsch gegen die Demokratie. Wie sich die Autokraten in Polen und Ungarn der Corona-Angst bedienen, S. 97–104
Die Angst vor dem Virus ist auch eine Chance für autokratische Politiker bei ihrem Kampf gegen die Demokratie. Der Soziologe Helmut Fehr zeigt auf, wie die starken Männer in Ungarn und Polen aus der Stunde der Exekutive einen Putsch der Exekutive machen, um im Zeichen der Virus-Bekämpfung Gewaltenteilung und Rechtsstaat zu schleifen.

Wolfram Grams: Die Nazis hüben und drüben. Wie braun waren beide deutsche Staaten?, S. 105–112
Anders als in der Bundesrepublik fand in den Institutionen der DDR nach 1945 ein umfassender Austausch des nationalsozialistischen Personals statt. Dennoch kam es gegen Ende der DDR zu erheblichen neonazistischen Bewegungen. Der Politikwissenschaftler Wolfram Grams analysiert die Gründe dafür, wie auch die braunen Kontinuitäten in Westdeutschland.

Thomas Piketty: Eigentum auf Zeit. Elemente eines partizipativen Sozialismus für das 21. Jahrhundert, Teil II, S. 113–120
Nie war der gesellschaftliche Reichtum größer als gegenwärtig, nie aber auch die Einkommens- und Vermögenskonzentration an der Spitze. Gegen die außer Kontrolle geratenen digitalkapitalistischen Verhältnisse skizziert der Wirtschaftswissenschaftler Thomas Piketty einen Sozialismus für das 21. Jahrhundert – durch Eigentumsstreuung, allgemeine Kapitalausstattung und neue Machtverhältnisse in den Unternehmen.

Inhaltsverzeichnis

KOMMENTARE

Der Corona-Crash: Die zweite Eurokrise? von Steffen Vogel, S. 5

Großbritannien: Planlos in die Katastrophe von Michael R. Krätke, S. 9

Die Vergessenen der Coronakrise: Flüchtlinge an Europas Grenzen von Ramona Lenz und Anita Starosta, S. 13

Lieferketten unter Corona: Den Letzten beißen die Hunde von Armin Paasch und Miriam Saage-Maaß S. 17

Flatten the Curves: Corona und die Klimakrise von Rudolf Hickel, S. 21

Corona und die Grundrechte: Einsicht in die Notwendigkeit von Daniel Leisegang, S. 25

Für eine nachhaltige Risikokultur: Corona als Chance von Wolfram Geier, S. 29

Das Überleben der »Anderen«: Alter in der Pandemie von Silke van Dyk, Stefanie Graefe, Tine Haubner, S. 33

Triage: Leben oder sterben von Ulrike Baureithel, S. 37

DEBATTE

Die neue Rechte: Corona als Tag X von Martina Renner und Sebastian Wehrhahn, S. 41

ANALYSEN UND ALTERNATIVEN

Unsere Normalität kehrt nicht zurück von Adam Tooze, S. 47

China versus USA: Corona und die neue Weltordnung von Kurt M. Campbell und Rush Doshi, S. 53

Mehr Kooperation wagen: Das Heilmittel gegen Corona von Yuval Noah Harari, S. 60

Exit ist nicht genug: Warum Nach-Corona nicht Vor-Corona sein darf von Günther Bachmann, S. 65

Die globale Seuche: Afrika, Indien, Brasilien und Iran von Simone Schlindwein, Ellen Ehmke, Jessé Souza und Franziska Fluhr, S. 71

Demokratie in der Bewährung. Weltkrieg versus Corona, Politik im Ausnahmezustand von Albrecht von Lucke, S. 89

Der Putsch gegen die Demokratie. Wie sich die Autokraten in Polen und Ungarn der Corona-Angst bedienen von Helmut Fehr, S. 97

Die Nazis hüben und drüben. Wie braun waren beide deutsche Staaten? Von Wolfram Grams, S. 105

Eigentum auf Zeit. Elemente eines partizipativen Sozialismus für das 21. Jahrhundert, Teil II von Thomas Piketty, S. 113

AUFGESPIESST

Mit »Bild« in die Kirche von Jan Kursko, S. 88

BUCH DES MONATS

Der Hunger nach Helden von Jens Balzer, S. 121

EXTRAS

Kurzgefasst, S. 45

Dokumente, S. 124

Chronik des Monats März 2020, S. 125

Zurückgeblättert, S. 128

Impressum und Autoren, S. 128

Zitation
Blätter für deutsche und internationale Politik 65 (2020), 5. in: H-Soz-Kult, 03.05.2020, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-12374>.
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Veröffentlicht am
03.05.2020
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