Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 68 (2020), 1

Titel
Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 68 (2020), 1.
Weitere Titelangaben
Die ökonomischen Folgen der Westverschiebung Polens nach dem Zweiten Weltkrieg


Hrsg. v.
Herausgegeben im Auftrag des Leibniz-Instituts für Ost- und Südosteuropaforschung Regensburg von Martin Schulze Wessel (München) und Dietmar Neutatz (Freiburg i. Br.) in Verbindung mit Jörg Baberowski (Berlin), Nada Boškovska Zürich), Victoria Frede (Berkeley), Jan Hennings (Budapest), Hubertus Jahn (Cambridge), Kerstin S. Jobst (Wien), Yvonne Kleinmann (Halle/Wittenberg), Jan Kusber (Mainz), Svetlana Ju. Malyševa (Kazan‘), Gertrud Pickhan (Berlin), Stefan Plaggenborg (Bochum), Elena Zubkova (Moskau)
Heft(e)
1
Erschienen
Stuttgart 2020: Franz Steiner Verlag
Umfang
167 S.
Preis
http://www.steiner-verlag.de/programm/zeitschriften/jahrbuecher-fuer-geschichte-osteuropas/bezugsinformationen.html
Herausgeber d. Zeitschrift
Herausgegeben im Auftrag des Leibniz-Instituts für Ost- und Südosteuropaforschung Regensburg von Martin Schulze Wessel (München) und Dietmar Neutatz (Freiburg i. Br.) in Verbindung mit Jörg Baberowski (Berlin), Nada Boškovska Zürich), Victoria Frede (Berkeley), Jan Hennings (Budapest), Hubertus Jahn (Cambridge), Kerstin S. Jobst (Wien), Yvonne Kleinmann (Halle/Wittenberg), Jan Kusber (Mainz), Svetlana Ju. Malyševa (Kazan‘), Gertrud Pickhan (Berlin), Stefan Plaggenborg (Bochum), Elena Zubkova (Moskau)
Erscheinungsweise
vierteljährlich
Kontakt
Redaktion: PD Dr. Katharina Kucher; Redaktion der Jahrbücher für Geschichte Osteuropas, Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung Landshuterstr. 4 D-93047 Regensburg

Das erste Heft des 68. Jahrgangs der „Jahrbücher für Geschichte Osteuropas“ ist ein Themenheft und befasst sich mit den ökonomischen Folgen der Westverschiebung Polens nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Vier Abhandlungen beleuchten auf der mikro- und makroökonomischen Ebene den damit verbundenen ökonomischen Strukturwandel sowie die entsprechenden Integrations- und Desintegrationsprozesse. Gastherausgeber sind Uwe Müller (Leipzig) und Yaman Kouli (Düsseldorf), die zunächst in die Thematik einführen. Daran anschließend unterbreitet Yaman Kouli in seinem Beitrag einen „Vorschlag für eine makroökonomische Berechnung der wirtschaftlichen Folgen der Westverschiebung Polens“. Der Artikel strebt eine plausible Berechnung der wirtschaftlichen Produktivität in den verlorenen polnischen Ostgebieten (Kresy) sowie in den ehemaligen deutschen Ostgebieten an. Patrick Starczewski (Wrocław) widmet sich der turbulenten Geschichte des größten Eisenbahnfahrzeugbauers in Niederschlesien. Er leistet mit seiner Untersuchung „Aller Anfang ist schwer. Von den Linke-Hofmann-Werken zu PAFAWAG“ einen Beitrag zur Breslauer Wirtschaftsgeschichte. Tadeusz Janicki (Poznań) setzt sich mit den „Veränderungen der Agrarstruktur Pommerns“ nach 1945 auseinander und lenkt die Aufmerksamkeit auf die Auswirkungen der – weitgehend politisch motivierten – Veränderungen der agrarischen Betriebsgrößenstrukturen auf die Entwicklung der Landwirtschaft. Falk Flade (Frankfurt/Oder) thematisiert abschließend die „Pfadabhängigkeiten in der Stromnetzinfrastruktur“ und stellt den „Einfluss der Westverschiebung Polens auf das polnische und das osteuropäische Elektrizitätsnetz“ dar. Das erst Mitte der 1950er Jahre ins polnische Stromnetz integrierte Niederschlesien wurde zu einer Art Drehscheibe für einen grenzüberschreitenden Elektrizitätsaustausch, aus der sich ein internationales Verbundnetz entwickelte, das seit Mitte der 1960er Jahre den gesamten Ostblock umfasste.

Ein Nachruf würdigt den im Februar 2020 verstorbenen Historiker Dietmar Wulff.

Ergänzt werden die Artikel von 30 Rezensionen neuer Forschungsliteratur zur Geschichte Osteuropas. 60 weitere Besprechungen sind parallel zum Heft online in den „jgo.e-reviews“-Ausgaben 9 (2019), 3 und 9 (2019), 4 auf recensio.net erschienen.

Einleitung

Yaman Kouli / Uwe Müller: Einleitung. Die ökonomischen Folgen der Westverschiebung Polens nach dem Zweiten Weltkrieg / Introduction. The Economic Effects of Poland’s Westward Shift after World War II – 4

Abhandlungen

Yaman Kouli: Ein guter Deal? Vorschlag für eine makroökonomische Berechnung der wirtschaftlichen Folgen der Westverschiebung Polens / A Good Deal? A Proposal for a Macroeconomic Calculation of the Economic Consequences of the Westward Shift of Poland – 27

Patrick Starczewski: Aller Anfang ist schwer. Von den Linke-Hofmann-Werken zu PAFAWAG. Ein Beitrag zur Breslauer Wirtschaftsgeschichte / Every Beginning is Difficult. From Linke-Hofmann-Werke to PAFAWAG. A Contribution to the Economic History of Wrocław – 43

Tadeusz Janicki: Veränderungen der Agrarstruktur Pommerns nach 1945. Pläne und Realität / Changes in the Agricultural Structure of Pomerania after 1945. Plans and Reality – 56

Falk Flade: Pfadabhängigkeiten in der Stromnetzinfrastruktur. Der Einfluss der Westverschiebung Polens auf das polnische und das osteuropäische Elektrizitätsnetz / Path Dependencies in Power Supply Infrastructure. The Effect of the Westward Shift of Poland on the Polish as well as the Eastern European Power Grid – 78

Chronik

Martin Aust: Nachruf auf Dietmar Wulff (1955–2020) – 166

Rezensionen

Andreas Kappeler: Ungleiche Brüder. Russen und Ukrainer vom Mittelalter bis zur Gegenwart (rezensiert von Martin Aust) – 95

Charles Steinwedel: Threads of Empire. Loyalty and Tsarist Authority in Bashkiria, 1552–1917 (rezensiert von Christian Noack) – 97

Marie-Janine Calic: Südosteuropa. Weltgeschichte einer Region (rezensiert von Ludwig Steindorff) – 99

Maria Todorova: Scaling the Balkans. Essays on Eastern European Entanglements (rezensiert von Karl Kaser) – 102

Friedrich Wilhelm Schembor: Galizien im ausgehenden 18. Jahrhundert. Aufbau der österreichischen Verwaltung im Spiegel der Quellen (rezensiert von Oleksandra Krušins’ka) – 106

György Dalos: Der letzte Zar. Der Untergang des Hauses Romanow (rezensiert von Matthias Bürgel) – 108

Elena N. Marasinova: „Zakon“ i „graždanin“ v Rossii vtoroj poloviny XVIII veka. Očerki istorii obščestvennogo soznanija (rezensiert von Michael Schippan) – 110

Stefan Wiese: Pogrome im Zarenreich. Dynamiken kollektiver Gewalt (rezensiert von Frank Golczewski) – 112

Ekaterina Egorova: Das Bildungswesen in Russland unter dem Gesichtspunkt der Individualisierung (rezensiert von Robert Maier) – 114

Patrick Lally Michelson: Beyond the Monastery Walls. The Ascetic Revolution in Russian Orthodox Thought, 1814–1914 (rezensiert von Erich Bryner) – 116

Peter Brüne: Johann Gotthilf Vockerodt und sein Einfluss auf das Russlandbild Friedrichs des Grossen und Voltaires (rezensiert von Claus Scharf) – 119

Miloš Řezník: Neuorientierung einer Elite. Aristokratie, Ständewesen und Loyalität in Galizien (1772–1795) (rezensiert von Kerstin S. Jobst) – 121

Rex Rexheuser: Juden im öffentlichen Raum einer christlichen Stadt. Posen im 16.–18. Jahrhundert (Cornelia Aust) – 123

Kadri-Rutt Hahn: Revaler Testamente im 15. und 16. Jahrhundert (rezensiert von Oana Sorescu-Iudean) – 125

Arvo Tering / Jürgen Beyer (Hg.): Lexikon der Studenten aus Estland, Livland und Kurland an europäischen Universitäten 1561–1800 (Tilman Plath) – 127

Karsten Brüggemann: Licht und Luft des Imperiums. Legitimations- und Repräsentationsstrategien russischer Herrschaft in den Ostseeprovinzen im 19. und frühen 20. Jahrhundert (rezensiert von Michael Garleff) – 129

Nenad Stefanov: Die Erfindung der Grenzen auf dem Balkan. Von einer spätosmanischen Region zu nationalstaatlichen Peripherien. Pirot und Caribrod 1858–1989 (Heiner Grunert) – 131

Evgeny Finkel: Ordinary Jews. Choice and Survival during the Holocaust (rezensiert von Jens Hoppe) – 133

Gleb Tsipursky: Socialist Fun. Youth Consumption, and State-Sponsored Popu- lar Culture in the Soviet Union 1945–1970 (rezensiert von Kirsten Bönker) – 136

Gleb J. Albert: Das Charisma der Weltrevolution. Revolutionärer Internationalismus in der frühen Sowjetgesellschaft 1917–1927. (rezensiert von Andreas Oberender) – 139

Marina Schmieder: „Fremdkörper im Sowjet-Organismus“. Deutsche Agrarkonzessionen in der Sowjetunion 1922–1934 (rezensiert von Stephan Merl) – 141

Jörn Happel: Der Ost-Experte. Gustav Hilger – Diplomat im Zeitalter der Extreme (rezensiert von Winfried Baumgart) – 144

Winfried Baumgart (Hg.): Botschafter Rudolf Nadolny. Rußlandkenner oder Rußlandversteher? Aufzeichnungen, Briefwechsel, Reden 1917–1953 (rezensiert von Hiroaki Kuromiya) – 146

Mark D. Steinberg: The Russian Revolution, 1905–1921 (rezensiert von Dietrich Beyrau) – 148

Peter Ruggenthaler: The Concept of Neutrality in Stalin’s Foreign Policy, 1945–1953 (rezensiert von Gerhard Wettig) – 150

Christoph Kienemann: Der koloniale Blick gen Osten. Osteuropa im Diskurs des Deutschen Kaiserreiches von 1871 (rezensiert von Ulrike Jureit) – 152

Philipp Bürger: Geschichte im Dienst für das Vaterland. Traditionen und Ziele der russländischen Geschichtspolitik seit 2000 (rezensiert von Andreas Hilger) – 154

Monika Heinemann: Krieg und Kriegserinnerung im Museum. Der Zweite Weltkrieg in polnischen historischen Ausstellungen seit den 1980er-Jahren (rezensiert von Klaus-Peter Friedrich) – 156

Ekaterina Makhotina: Erinnerungen an den Krieg – Krieg der Erinnerungen. Litauen und der Zweite Weltkrieg (rezensiert von Christophe von Werdt) – 158

Meike Wulf: Shadowlands. Memory and History in Post-Soviet Estonia (rezensiert von Olaf Mertelsmann) – 160

Gegendarstellung zur Rezension von Piotr Szlanta: Keya Thakur-Smolarek: Der Erste Weltkrieg und die polnische Frage. Die Interpretationen des Kriegsgeschehens durch die zeitgenössischen polnischen Wortführer (Keya Thakur-Smolarek) – 162

Rezensionen der „Jahrbücher für Geschichte Osteuropas“ und vollständige Ausgaben der jgo.e-reviews sind unter https://www.recensio.net/rezensionen/zeitschriften/jahrbucher-fur-geschichte-osteuropas/index_html abrufbar. abrufbar.

Zitation
Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 68 (2020), 1. in: H-Soz-Kult, 18.02.2021, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-12894>.
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Veröffentlicht am
18.02.2021