Blätter für dt. und internationale Politik 49 (2004), 10

Titel
Blätter für dt. und internationale Politik 49 (2004), 10.


Hrsg. v.
Blätter Verlagsgesellschaft Herausgeberkreis: Norman Birnbaum, Micha Brumlik, Dan Diner, Jürgen Habermas, Detlef Hensche, Rudolf Hickel, Jörg Huffschmid, Walter Jens, Reinhard Kühnl, Claus Leggewie, Ingeborg Maus, Klaus Naumann, Jens G. Reich, Rainer Rilling, Irene Runge, Karen Schönwälder, Friedrich Schorlemmer, Gerhard Stuby und Rosemarie Will
Heft(e)
10
Erschienen
Umfang
128
Preis
8,50 Euro, im Abo 5,55
Herausgeber d. Zeitschrift
Blätter Verlagsgesellschaft mbH Herausgeberkreis: Katajun Amirpur, Seyla Benhabib, Norman Birnbaum, Peter Bofinger, Ulrich Brand, Micha Brumlik, Dan Diner, Jürgen Habermas, Detlef Hensche, Rudolf Hickel, Claus Leggewie, Ingeborg Maus, Klaus Naumann, Jens G. Reich, Rainer Rilling, Irene Runge, Saskia Sassen, Karen Schönwälder, Friedrich Schorlemmer, Gerhard Stuby, Hans-Jürgen Urban und Rosemarie Will
Erscheinungsweise
monatlich
Kontakt
Blätter-Redaktion Berlin Albrecht von Lucke, Annett Mängel, Dr. Albert Scharenberg Torstraße 178 10115 Berlin Tel. 030/3088 3640 Fax 030/3088 3645

Heute erscheint die Oktober-Ausgabe der Blätter für deutsche und internationale Politik mit Schwerpunkten zur Krisenregion Naher und Mittlerer Osten (Beiträge zu Saudi-Arabien, Afghanistan vor den Wahlen, Iran und Israel), zur Diskussion um Manager- und Mindestlöhne und schließlich zur Menschenwürde-Debatte im Kontext der Gentechnik.

Die Beiträge stammen u.a. von Frank UNGER, Bahman NIRUMAND, Matin BARAKI, Rudolf HICKEL, Detlef HENSCHE, Ernst-Wolfgang BÖCKENFÖRDE, Rosemarie WILL und Karen SCHÖNWÄLDER.

Das Einzelheft kostet 8,50 Euro, im Abonnenment nur 5,55 euro. Ihre BEstellung - auch für ein kostenloses älteres Probeheft - können Sie per e-mail an abo@blaetter.de richten.

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Frank UNGER
Freihandels-Imperialismus
Von der Pax Britannica zur Pax Americana

Im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen starrt ganz „Alt-Europa“ wie gebannt auf das Duell Bush vs. Kerry. Frank UNGER, Professor an der University of British Columbia in Vancouver/Kanada, richtet dagegen den Blick auf die lagerübergreifenden langen Linien der US-Außenpolitik und diagnostiziert einen seit Woodrow Wilson dominierenden Free-Trade-Imperialismus.

Armin PFAHL-TRAUGHBER
Antisemitismus in der islamischen Welt

Über den politischen Stellenwert des Antisemitismus in der islamischen Welt wird derzeit heftig gestritten. Während ihn einige Beobachter primär als Übernahme europäischer Ideen deuten, sehen andere ihn als originär arabisches Produkt. Armin PFAHL-TRAUGHBER, Professor an der Fachhochschule des Bundes in Brühl, diskutiert die externen wie internen Ursachen des islamischen Antisemitismus in historischer Perspektive.

Michael HEIM
Der tote Scheich im Hause Saud

Saudi-Arabien galt einst als Hort der Stabilität im Nahen Osten. Doch mittlerweile gehört es zum Alltag, dass sich Terroristen und Sicherheitskräfte auf den Straßen blutige Gefechte liefern. Michael HEIM, Islamwissenschaftler aus Hamburg, zeigt in seinem Essay auf, wie der radikale Wahhabismus den Herrschern Saudi-Arabiens immer mehr zum Verhängnis wird.

Bahman NIRUMAND
Iranisches Katz-und-Maus-Spiel

Der Konflikt um das iranische Atomprogramm spitzt sich immer mehr zu; die USA drängen zunehmend darauf, dass der Atomstreit an den UN-Sicherheitsrat weitergeleitet wird. Der Publizist Bahman NIRUMAND analysiert die Situation und weist auf die Gefahren hin, die aus Sanktionen gegen den Iran resultieren könnten, nämlich die Wiederholung eines ähnlichen Szenarios wie seinerzeit im Irak.

Rudolf HICKEL
Sind die Manager ihr Geld wert?

Nicht erst seit dem Mannesmann-Prozess wird über die Entwicklung der Managerge-hälter eine heftige Kontroverse geführt. Rudolf HICKEL, Professor für Finanzwissenschaften in Bremen, geht der Frage nach, was Manager und wieso sie es verdienen, sprich: wie ihr Gehalt letztlich zustande kommt.

Detlef HENSCHE
Hunger-, Niedrig-, Mindestlohn

Seit Jahren sinkt die Zahl jener Beschäftigten, die noch unter dem Schutz von Tarifverträgen arbeiten. Gleichzeitig weitet sich der Niedriglohnsektor immer weiter aus; Hungerlöhne von 3,50 Euro die Stunde sind keine Seltenheit mehr. Detlef HENSCHE, langjähriger Vorsitzender der IG Medien, analysiert die Entwicklung und begründet gegen die herrschende Tendenz zum Ein-Euro-Job die ökonomische Notwendigkeit geregelter Mindestlöhne.

Kampf um Artikel 1 GG

Aufgrund der neuen Gen- und Reproduktionstechnologien, aber auch im Zuge der De-batte über Folter wird in jüngster Zeit heftig über Art. 1 GG diskutiert. Im Kern kreist der Streit um die Frage: Verbietet die Menschenwürde als humanistisches Fundament unserer Verfassung jegliche Abwägung oder ist auch sie einer solchen zugänglich?

Ernst-Wolfgang BÖCKENFÖRDE
Bleibt die Menschenwürde unantastbar?

Der ehemalige Bundesverfassungsrichter Ernst-Wolfgang BÖCKENFÖRDE sieht in den neueren Rechtsauffassungen zur Genforschung, die eine Abwägung für möglich halten, einen „Traditionsbruch“ sowie das „Rütteln am Fundament“ und eine epochale Veränderung des Verständnisses der Menschenwürdegarantie.

Rosemarie WILL
Christus oder Kant
Der Glaubenskrieg um die Menschenwürde

Die Richterin des Brandenburgischen Verfassungsgerichts Rosemarie WILL geht in Auseinandersetzung mit der Position Böckenfördes der entscheidenden Frage nach, ob der Menschenwürde des Grundgesetzes tatsächlich die christliche Mitgifttheorie zugrunde liegt oder aber die aufklärerische Tradition Immanuel Kants.

Karen SCHÖNWÄLDER
Zuwanderungsgesetz und Migrationspolitik

Nach jahrelangem Streit wurde im Sommer das neue Zuwanderungsgesetz verabschiedet. Erleben wir damit tatsächlich eine „historische Zäsur“ der Migrationspolitik, wie Innenminister Schily behauptet? Karen SCHÖNWÄLDER, Leiterin der Arbeitsstelle Interkulturelle Konflikte und gesellschaftliche Integration am Wissenschaftszentrum Berlin, analysiert verpasste Gelegenheiten wie kleine Schritte in die richtige Richtung – und prognostiziert das Aufkommen neuer Konflikte in der Integrationsfrage.

Tobias REINBACHER
Das Recht zur Raubkopie

Drohend verkünden es Vorfilme im Kino ebenso wie Plakate in den Züge der Deut-schen Bahn: „Raubkopierer sind Verbrecher“. Jeder, der eine MP3 herunterlädt oder kopiert, mache sich strafbar, behaupten Musik- und Filmindustrie in ihrer groß angelegten Kampagne. Tobias REINBACHER zeigt dagegen, dass diese Behauptungen auch durch das novellierte Urheberrecht nicht gedeckt sind. Raubkopieren bleibt legal.

In den Dokumenten lesen Sie erstmalig in deutscher Übersetzung die Zusammenfassung des Human-Right-Watch-Berichts zu den Ausschreitungen der Kosovo-Albaner und dem Versagen der internationalen Schutztruppen im Frühjahr dieses Jahres.

Inhaltsverzeichnis

Chronik des Monats August 2004 S. 1156

Kommentare und Berichte

Annett Mängel
Grundverunsicherung S. 1159

Detlef Hensche
Hunger-, Niedrig-, Mindestlohn S. 1163

Matin Baraki
Wahlfarce in Afghanistan S. 1167

Bahman Nirumand
Iranisches Katz- und Maus-Spiel S. 1171

Pedi D. Lehmann
Stolperstein Siedlungen S. 1175

Wolf Oschlies
Milošević in Den Haag S. 1178

Otfried Nassauer
Afrika – Objekt der Begierde S. 1181

William Pfaffs Kolumne
Hilflose Giganten S. 1184

Analysen und Alternativen

Frank Unger
Freihandels-Imperialismus
Von der Pax Britannica zur Pax Americana S. 1186

Rudolf Hickel
Sind die Manager ihr Geld wert? S. 1197

Karen Schönwälder
Kleine Schritte, verpasste Gelegenheiten, neue Konflikte
Zuwanderungsgesetz und Migrationspolitik S. 1205

Kampf um Artikel 1 GG

Ernst-Wolfgang Böckenförde
Bleibt die Menschenwürde unantastbar? S. 1216

Rosemarie Will
Christus oder Kant
Der Glaubenskrieg um die Menschenwürde S. 1228

Tobias Reinbacher
Das Recht zur Raubkopie
Über MP3 und Urheberstrafrecht S. 1243

Armin Pfahl-Traughber
Antisemitismus in der islamischen Welt
Externe und interne Ursachen in historischer Perspektive S. 1251

Michael Heim
Der tote Scheich im Hause Saud
Die verhängnisvolle Geschichte des Wahhabismus S. 1262

Medienkritik
Günter Giesenfeld
Der (all)tägliche Skandal S. 1270

Wirtschaftsinformation
Wolfgang Kühn
Korruption aus ökonomischer Sicht S. 1271

Dokumente zum Zeitgeschehen

Failure to protect – versagter Schutz
Gewalt gegen Minderheiten im Kosovo, März 2004
Ein Bericht von Human Rights Watch (Auszüge) S. 1274

60 Jahre Warschauer Aufstand
Rede von Bundeskanzler Gerhard Schröder in der
polnischen Hauptstadt am 1. August 2004 (Wortlaut) S. 1279

Zitation
Blätter für dt. und internationale Politik 49 (2004), 10. in: H-Soz-Kult, 28.09.2004, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-1651>.
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Veröffentlicht am
28.09.2004
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