Berliner Blätter 47 (2008), Sonderheft

Titel
Berliner Blätter 47 (2008), Sonderheft.
Weitere Titelangaben
FrauenAlltag im östlichsten deutschen Osten: Eisenhüttenstadt


Hrsg. v.
Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin und Gesellschaft für Ethnographie e.V. (GfE)
Heft(e)
47
Erschienen
Münster 2008: LIT Verlag
Umfang
180
Preis
19,80 €
Herausgeber d. Zeitschrift
Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin und Gesellschaft für Ethnographie e.V. (GfE)
Erscheinungsweise
unregelmäßig, mindestens 2 Ausgaben pro Jahr
Kontakt
Kontaktadresse Redaktion: Geschäftsstelle der Gesellschaft für Ethnographie (GfE) am Institut füt Europäische Ethnologie z.Hd. Geschäftsführerin Beate Binder Mohrenstraße 41 10117 Berlin E-Mail: <beate.binder@rz.hu-berlin.de> Kontaktadresse Verlag: Panama Verlag Stargarder Str. 13 10437 Berlin E-Mail: <info@panama-verlag.de>

FrauenAlltag im östlichsten deutschen Osten: Eisenhüttenstadt

herausgegeben von Ute Mohrmann, Leonore Scholze-Irrlitz, Sigrid Jacobeit

Eisenhüttenstadt – postsozialistische Tristesse mit Stahlwerk oder moderne Neubaustadt am Rande des reizvollen Schlaubetals mit der dynamischen Ausstrahlung eines industriellen „Leuchtturms“? Beide Lesarten sind möglich, denn im östlichsten deutschen Osten prallen die Gegensätze aufeinander. Da gibt es Bevölkerungsrückgang und Arbeitslosigkeit, Abriss und Stadtumbau, die das Bild der zu Beginn der 1950er Jahre errichteten „Ersten sozialistischen Stadt Deutschlands“ seit längerem prägen. Das Ende des industriellen Gründungsmythos der Stadt korreliert mit den tiefgreifenden Veränderungen in den Arbeits- und Lebensbedingungen der Einwohner. Die „Wende“ von 1989/90 war schmerzvoller Bruch mit den althergebrachten Gewohnheiten und hoffnungsvoller Neubeginn zugleich.
Wesentlicher Teil des mit Wucht auf das Alltagsleben durchschlagenden Transformationsprozesses in Eisenhüttenstadt sind die Frauen. Sie vertreten sowohl die älteste Aufbaugeneration von Hüttenwerk und „Planstadt“ als auch die neueste Generation. Zu Wort kommen in diesem Band Arbeiterinnen aus dem Stahlwerk, Unternehmerinnen, Pendlerinnen, Hartz IV-Empfängerinnen, Ein-Euro-Jobberinnen sowie Schülerinnen und Schüler. Großartig ist die Moral der „Alten“, die ihre Ideale nicht verleugnen wollen, mutig ist das berufliche und soziale Engagement der „Jungen“. Von sozialer Ausgrenzung oder Desorientierung gekennzeichnete Alltagsumstände sowie Lebensverläufe werden nicht ausgespart, wenn sich der Blick auf neue soziale und kulturelle Milieus richtet, die zwischen Stahlwerk und neoklassizistischem Zentrum mit umgebauten Plattenquartieren Netzwerke einer vielleicht neuen Lebensweise bilden.

Rainer Barcikowski
Geleitwort

Ute Mohrmann, Leonore Scholze-Irrlitz, Sigrid Jacobeit
Einleitung

Arbeit und Frauen

Markus Ulrich
Eine Frau „steht ihren Mann“! – Zur Konstruktion von Weiblichkeit „auf dem Bau“

Kristine Wolf
„Meine Arbeit macht kein Mann besser!“ – Frauen im Kaltwalzwerk des Stahlgiganten

Ramona Thiele, Johanna Wittzell
„Froh sein kann, wer Arbeit hat!“ – Pendlerinnen und Pendler

Franziska Gutsche
„Die Frau ist die bessere Geschäftsführerin.“ – Gründerinnengeist am Stahlstandort

Prekärer Alltag – Leben mit Hartz IV

Philine Erfurt
Die Hartz-Gesetze – Leitbild und Lebensrealitäten

Jutta Seidler
Frauen leben Hartz IV: Drei Porträts

Alternde Stadt und Neue Visionen

Thomas Gottschalk
Eisenhüttenstadt. Ein Phänomen schrumpft

Simone Scheffler
Bürger- und Bürgerinnenbeteiligung an einer Vision – Eisenhüttenstadt 2030

Berit Becker, Anett Löffler
„Wenn ich in Hüttenstadt nichts mit mir anzufangen weiß, weiß ich
es auch in Berlin nicht.“ Kulturelle Eigeninitiative von Jugendlichen

Johanna Ickert
„Hüttenstadt“ – Menschen zwischen Aufbau und Abriss. Bemerkungen zum Film

Anlage
Film „Hüttenstadt - Menschen zwischen Aufbau und Abriss“ von Johanna Ickert als DVD

Zitation
Berliner Blätter 47 (2008), Sonderheft. in: H-Soz-Kult, 16.01.2009, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-4504>.
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