Blätter für deutsche und internationale Politik 55 (2010), 7

Titel
Blätter für deutsche und internationale Politik 55 (2010), 7.


Hrsg. v.
Blätter Verlagsgesellschaft mbH Herausgeberkreis: Norman Birnbaum, Micha Brumlik, Dan Diner, Jürgen Habermas, Detlef Hensche, Rudolf Hickel, Walter Jens, Reinhard Kühnl, Claus Leggewie, Ingeborg Maus, Klaus Naumann, Jens G. Reich, Rainer Rilling, Irene Runge, Karen Schönwälder, Friedrich Schorlemmer, Gerhard Stuby und Rosemarie Will
Heft(e)
07
Erschienen
Berlin 2010: Blätter Verlag
Umfang
128 Seiten
Preis
9 Euro Einzelheft, 75,60 Abo (58,20 erm.)
Herausgeber d. Zeitschrift
Blätter Verlagsgesellschaft mbH Herausgeberkreis: Katajun Amirpur, Seyla Benhabib, Norman Birnbaum, Peter Bofinger, Ulrich Brand, Micha Brumlik, Dan Diner, Jürgen Habermas, Detlef Hensche, Rudolf Hickel, Claus Leggewie, Ingeborg Maus, Klaus Naumann, Jens G. Reich, Rainer Rilling, Irene Runge, Saskia Sassen, Karen Schönwälder, Friedrich Schorlemmer, Gerhard Stuby, Hans-Jürgen Urban und Rosemarie Will
Erscheinungsweise
monatlich
Kontakt
Blätter-Redaktion Berlin Albrecht von Lucke, Annett Mängel, Dr. Albert Scharenberg Torstraße 178 10115 Berlin Tel. 030/3088 3640 Fax 030/3088 3645

Liebe Leserinnen und Leser,

am 25. Juni erscheint die Juli-Ausgabe der "Blätter" mit Beiträgen von: Richard Wilkinson und Kate Pickett, Michael Hardt und Antonio Negri, Dierk Hirschel, Karin Priester, Jürgen Leibiger, Walther Müller-Jentsch, Heiko Flottau, Norman Paech und Gerhard Stuby, Ekkehart Krippendorff, Albrecht von Lucke, Annett Mängel u.v.a. zu folgenden Themen: Die verlorene Gleichheit, Israel – der eingemauerte Staat, Irrwege der Sparpolitik, Hamburger Bildungskampf, Demokratie ohne Volk, Deutscher Pazifismus, Gewerkschaften im Rheinischen Kapitalismus a.D., Politik und Authentizität u.v.m.

Richard Wilkinson und Kate Pickett
Die verlorene Gleichheit
Wie Ungleichheit Vertrauen zerstört und die Demokratie gefährdet

Vor 175 Jahren bewunderte Alexis de Tocqueville die große Bedeutung, die Gleichheit für die US-amerikanische Gesellschaft besaß. Heute ist diese Gleichheit nicht nur in den USA verloren gegangen. Die beiden englischen Professoren für Epidemiologie Richard Wilkinson und Kate Pickett analysieren die negativen Auswirkungen der wachsenden Ungleichheit in westlichen Gesellschaften. Ihre These: Weniger Gleichheit bedeutet weniger Vertrauen, weniger gesellschaftlichen Zusammenhalt und weniger Gerechtigkeit.

Jürgen Leibiger
Von der Schuldenspirale zur Schuldenbremse
Irrwege der Haushaltspolitik

In der Folge von Bankenrettung und Konjunkturprogrammen explodieren Staatsdefizit und -verschuldung. Doch wer wird die Zeche bezahlen? Um die sozialen Folgekosten der Konsolidierung zu verringern, regt der Volkswirt Jürgen Leibiger eine ausgewogene Lösung zwischen Einnahmenerhöhung und Ausgabenreduzierung des Staates an. Andernfalls werden sich, wie das einseitige Sparpaket der Bundesregierung belegt, die sozialen Spannungen im Lande weiter verschärfen.

Walther Müller-Jentsch
Vom Klassenkampf zum Korporatismus
Gewerkschaften im Rheinischen Kapitalismus a.D.

Auf dem DGB-Kongress im Mai standen die Folgen des neoliberal entfesselten Kapitalismus im Mittelpunkt. Walther Müller-Jentsch, Professor em. für Soziologie an der Universität Bochum, fragt nach dem Beitrag der Gewerkschaften zur Einhegung kapitalistischen Wildwuchses in der Vergangenheit – und was sich daraus für die Zukunft lernen lässt.

Heiko Flottau
Zu Lande, zu Wasser und in der Luft
Israel - der eingemauerte Staat

Am 31. Mai erstürmten Soldaten der israelischen Marine die sogenannte Free-Gaza-Flotte, wodurch die Blockade des Gazastreifens wieder in den Fokus der internationalen Öffentlichkeit geriet. Der langjährige Nahost-Korrespondent der „Süddeutschen Zeitung“ Heiko Flottau kritisiert die „eiserne Mauer“, mit der sich Israel umgeben hat, als Ausdruck fehlgeleiteter Politik. Sein Fazit: Nur wenn die israelische Siedlungspolitik auf palästinensischem Territorium beendet wird, gibt es noch Hoffnung auf Frieden.

Norman Paech und Gerhard Stuby
Unser Krieg am Hindukusch
Afghanistan und die Aufweichung des Völkerrechts

Durch den tödlichen Angriff der Bundeswehr auf zwei Tanklastzüge bei Kundus ist die juristische Diskussion über den deutschen Afghanistaneinsatz neu entbrannt. Die Professoren für Völkerrecht Gerhard Stuby und Norman Paech zeigen, wie das humanitäre Völkerrecht im Krieg zunehmend aufgeweicht und ins Abseits gedrängt wird. Ihre Schlussfolgerung: Die Legitimationsgrundlage der „Selbstverteidigung“ Deutschlands am Hindukusch hat sich mit dem Massaker von Kundus erledigt.

Ekkehart Krippendorff
Für einen deutschen Pazifismus

Im kulturellen Gedächtnis der Deutschen gibt es eine Konstante: die Kriegs- und Militärmüdigkeit. Deshalb sind die politischen Chefetagen – wie jüngst Horst Köhler – stets bemüht, den Bürgern ihren Mangel an „realpolitischer“ Bildung mit Verweis auf die staatspolitische Notwendigkeit kriegerischer Politik auszutreiben. Ekkehart Krippendorff, Professor em. für Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin, sieht dagegen in diesem mentalen Erbe eine Chance, nämlich dass Deutschland sich künftig strikt auf friedenspolitisches Engagement beschränkt.

Karin Priester
Köhler, Koch und Käßmann - Politik und Authentizität

Die Reaktionen auf die Rücktritte von Horst Köhler und Margot Käßmann haben deutlich gemacht, dass „Authentizität“ in der Wertschätzung der Bevölkerung weit oben rangiert. Karin Priester, Professorin em. für Soziologie an der Universität Münster, deutet Authentizität als Modus zur Erlangung individueller Wertigkeiten. Somit steht der Begriff nicht im Gegensatz zur (unaufrichtigen) Inszenierung, sondern ist selbst Teil davon.

Michael Hardt und Antonio Negri
Multitude und Metropole

Was die Fabrik für die industrielle Arbeiterklasse war, ist die Metropole für die Multitude: Mit dieser These untersuchen die Autoren von „Empire“, Michael Hardt und Antonio Negri, die Rolle der Metropolen für eine Politik der Befreiung. Im Mittelpunkt ihrer Analyse steht dabei die Produktion des heterogenen Gemeinsamen – in den Slums wie in den Zitadellen der Macht.

INHALTSVERZEICHNIS

KOMMENTARE UND BERICHT

Demokratie ohne Volk - Albrecht von Lucke S. 5

Schwarz-gelbe Geisterfahrt - Dierk Hirschel S. 9

Hamburger Bildungskampf - Annett Mängel S. 13

Auf dem Weg zu einem „Polizeistrafrecht“? - Michael Wagner-Kern S. 16

Soldatentrauma Afghanistan - Marion Schneider S. 20

Obamas Klima-GAU - Jens Kendzia und Arne Jungjohann S. 23

Südkoreas Arroganz, Nordkoreas Rache - Siegfried Knittel S. 26

Kleptokratie in Kirgistan - Alexander Warkotsch S. 30

DEBATTE

Yes, we Gauck!? - Karl D. Bredthauer S. 33

MEDIENKRITIK

Adel verpflichtet - Uli Gellermann S. 36

Die verlorene Gleichheit. Wie Ungleichheit Vertrauen zerstört und die Demokratie gefährdet - Richard Wilkinson und Kate Pickett S. 39

Von der Schuldenspirale zur. Schuldenbremse Irrwege der Haushaltspolitik - Jürgen Leibiger S. 49

Vom Klassenkampf zum Korporatismus. Gewerkschaften im Rheinischen Kapitalismus a.D. - Walther Muüller-Jentsch S. 61

Zu Lande, zu Wasser und in der Luft: Israel – der eingemauerte Staat - Heiko Flottau S. 71

Unser Krieg am Hindukusch. Afghanistan und die Aufweichung des Völkerrechts von Norman Paech und Gerhard Stuby S. 81
Für einen deutschen Pazifismus - Ekkehart Krippendorff S. 91

Köhler, Koch und Käßmann: Politik und Authentizität - Karin Priester S. 98

Multitude und Metropole - Michael Hardt und Antonio Negri S. 109

BUCH DES MONATS

Kapitalismus mit menschlichem Antlitz? - Achim Engelberg S. 120

DOKUMENT

„Ich erkläre hiermit meinen Rücktritt – mit sofortiger Wirkung“
Erklärung des Bundespräsidenten Horst Köhler vom 31. Mai 2010

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Zitation
Blätter für deutsche und internationale Politik 55 (2010), 7. in: H-Soz-Kult, 29.06.2010, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-5628>.
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Veröffentlicht am
29.06.2010
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