Archiv für Sozialgeschichte 50 (2010)

Titel
Archiv für Sozialgeschichte 50 (2010).
Weitere Titelangaben
Verwissenschaftlichung von Politik nach 1945


Hrsg. v.
Das Archiv für Sozialgeschichte wird von der Friedrich-Ebert-Stiftung herausgegeben. Die Redaktion bilden: Friedhelm Boll, Beatrix Bouvier, Dieter Dowe, Anja Kruke, Patrik von zur Mühlen, Michael Schneider, Meik Woyke (Schriftleitung), Rüdiger Zimmermann.
Erschienen
Umfang
744 S.
Preis
68,00
Herausgeber d. Zeitschrift
Das Archiv für Sozialgeschichte wird für die Friedrich-Ebert-Stiftung herausgegeben von: Kirsten Heinsohn, Thomas Kroll, Anja Kruke, Philipp Kufferath (geschäftsführend), Friedrich Lenger, Ute Planert, Dietmar Süß, Meik Woyke
Erscheinungsweise
Das Archiv für Sozialgeschichte erscheint einmal pro Jahr (jeweils im Herbst) in einem Band.
Kontakt
Friedrich-Ebert-Stiftung, Archiv für Sozialgeschichte, Godesberger Allee 149, D-53175 Bonn; Geschäftsführender Herausgeber: Philipp Kufferath, Sekretariat: Eva Váry, Tel. +49 (0) 228 883-9033, Fax +49 (0) 228 883-9209

Seit dem späten 19. Jahrhundert haben wissenschaftliche Erkenntnisse auf alle Dimensionen von Politik eingewirkt und sie im Wechselspiel mit den Medien zunehmend verändert. Vor allem nach 1945 etablierten sich Wissenschaftsdisziplinen mit Expertinnen und Experten, die ihre Kenntnisse immer stärker in Politikfelder und damit in den gesellschaftlichen Alltag hineintrugen, sie prägten und umformten. Die Sozialwissenschaften avancierten international zu einer Leitwissenschaft für staatliche Institutionen, Parteien und Interessenverbände. Gleichzeitig war eine Politisierung von Wissenschaft und ihren Empfehlungen zu beobachten. Das Archiv für Sozialgeschichte greift diese Entwicklungen in seinem soeben erschienenen Band 50 (2010) auf, analysiert – einer theoriegeleiteten Sozial- und politischen Zeitgeschichte verpflichtet – die institutionelle Verankerung, Handlungsmuster und Strategien von maßgeblichen Akteuren in Wissenschaft und Politik und richtet den Blick nicht zuletzt auf die krisenhaften 1970er Jahre, als die Widersprüchlichkeit wissenschaftlichen Wissens vermehrt Skepsis hervorrief und die Politik angesichts wenig erfolgreicher Projekte in eine Legitimationskrise brachte respektive diese verstärkte.

Inhalt
VERWISSENSCHAFTLICHUNG VON POLITIK NACH 1945

Anja Kruke/Meik Woyke, Editorial
3

Mitchell G. Ash, Wissenschaft und Politik. Eine Beziehungsgeschichte im 20. Jahrhundert
11

Martin Lengwiler, Konjunkturen und Krisen in der Verwissenschaftlichung der Sozialpolitik im 20. Jahrhundert
47

Ariane Leendertz, Vom Anfang und Ende einer wissenschaftlich-administrativen Mission. Nationalstaatliche Raumordnungspolitik in Deutschland 1935 bis 1975
69

Elke Seefried, Experten für die Planung? „Zukunftsforscher“ als Berater der Bundesregierung 1966–1972/73
109

Tim Schanetzky, Aporien der Verwissenschaftlichung: Sachverständigenrat und wirtschaftlicher Strukturwandel in der Bundesrepublik 1974–1988
153

Wilfried Rudloff, Expertenkommissionen, Masterpläne und Modellprogramme. Die bundesdeutsche Psychiatriereform als Paradefall „verwissenschaftlichter“ Politik?
169

Roderich von Detten, Umweltpolitik und Unsicherheit. Zum Zusammenspiel von Wissenschaft und Umweltpolitik in der Debatte um das Waldsterben der 1980er Jahre
217

Johannes Platz, „Die White Collars in den Griff bekommen“. Industrieangestellte im Spannungsfeld sozialwissenschaftlicher Expertise und gewerkschaftlicher Politik
271

Egle Rindzeviciute, Purification and Hybridisation of Soviet Cybernetics. The Politics of Scientific Governance in an Authoritarian Regime
289

Christiane Reinecke, Fragen an die sozialistische Lebensweise. Empirische Sozialforschung und soziales Wissen in der SED-„Fürsorgediktatur“
311

Heinrich Hartmann, Verwissenschaftlichte Moderne? Bevölkerungspolitische Handlungsfelder in der Türkei als Zonen komplexen Wissenstransfers von den 1940er bis zu den 1970er Jahren. Eine Skizze
335

Kerstin Brückweh, Ein Akt planerischer Notwendigkeit oder „an exercise in applied racism“? Die Produktion von Wissen über ethnische Herkunft in britischen Volkszählungen
353

Torben Lütjen, Vom „Gospel of Efficiency“ zum „War of Ideas“. Zum Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Ideologien in den Vereinigten Staaten
373

FORSCHUNGSBERICHTE UND SAMMELREZENSIONEN

Fabian Lemmes, „Ausländereinsatz“ und Zwangsarbeit im Ersten und Zweiten Weltkrieg: neuere Forschungen und Ansätze
395

Björn Hofmeister, Kultur- und Sozialgeschichte der Politik in der Weimarer Republik 1918 bis 1933
445

Teresa Dapp, Kommunistische Milieus in der Weimarer Republik. Ein Forschungsbericht
503

Michael Schneider, Dramatik aus Sachlichkeit. Zu Richard J. Evans’ Geschichte des „Dritten Reichs“
545

Gottfried Niedhart, Der Ost-West-Konflikt. Konfrontation im Kalten Krieg und Stufen der Deeskalation
557

Kiran Klaus Patel, Europäische Integrationsgeschichte auf dem Weg zur doppelten Neuorientierung. Ein Forschungsbericht
595

Martin H. Geyer, Auf der Suche nach der Gegenwart. Neue Arbeiten zur Geschichte der 1970er und 1980er Jahre
643

Kerstin Brückweh/Martina Steber, Aufregende Zeiten. Ein Forschungsbericht zu Neuansätzen der britischen Zeitgeschichte des Politischen
671

Summaries
703

Résumés
709

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bandes
715

Rahmenthemen der nächsten Bände des „Archivs für Sozialgeschichte“
719

Einzelrezensionen des „Archivs für Sozialgeschichte“ finden sich unter <http://www.fes.de/afs>

Zitation
Archiv für Sozialgeschichte 50 (2010). in: H-Soz-Kult, 29.10.2010, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-5831>.
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