Berliner Debatte Initial 21 (2010), 1

Titel
Berliner Debatte Initial 21 (2010), 1.
Weitere Titelangaben
Klimapolitik in Lateinamerika


Hrsg. v.
GSFP – Gesellschaft für sozialwissenschaftliche Forschung und Publizistik mbH. Im Auftrag des Vereins Berliner Debatte INITIAL e.V.
Heft(e)
1
Erschienen
Berlin 2010: Selbstverlag
Umfang
144 S.
Preis
15 €
Herausgeber d. Zeitschrift
Berliner Debatte Initial e.V.
Erscheinungsweise
4 Ausgaben jährlich
Kontakt
Berliner Debatte Initial, PF 580254, 10412 Berlin, Tel.: (+49-331) 977 4540, Fax: (+49-331) 977 4696, E-Mail: redaktion@berlinerdebatte.de; Redaktion: Ulrich Busch, Erhard Crome, Wolf-Dietrich Junghanns, Raj Kollmorgen, Thomas Möbius, Thomas Müller (verantwortlicher Redakteur), Gregor Ritschel, Robert Stock, Matthias Weinhold, Johanna Wischner. Redaktionelle Mitarbeit: Adrian Klein, Benjamin Sonntag.

Die allgemeine Medienberichterstattung über das Scheitern der Kopenhagener Klimakonferenz im Dezember 2009 hat die Konflikte zwischen der Europäischen Union, China und anderen Schwellenländern sowie den USA ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Die potentiellen Folgen des Klimawandels für weniger prominente Länder, aber auch deren klimapolitisches Potenzial finden in der allgemeinen Debatte eher selten Beachtung.

Hugo M. Calderón und Udo Tietz haben für dieses Heft einen thematischen Schwerpunkt zusammengestellt, der von Autorinnen und Autoren bestritten wird, die in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern – Wissenschaft, Politikberatung und Weiterbildung – mit dem Klimawandel befasst sind und sich den Problemen Lateinamerikas zuwenden. Der Heftschwerpunkt ist ein erster Schritt, um aus diesem bislang nur lose verbundenen Expertennetzwerk einen institutionalisierten Arbeitszusammenhang entstehen zu lassen. Zugleich bietet er der nichtprofessionellen Leserschaft einen instruktiven Einblick in die komplexen Zusammenhänge von Welthandel, Entwicklungszusammenarbeit, Technologietransfer und Klimapolitik. Zudem zeigt er für lateinamerikanische Schwellenländer Möglichkeiten auf, klimaverträgliche Investitionen zur Modernisierung ihrer Exportstruktur und damit zur mittelfristigen Stärkung ihrer Wettbewerbspositionen auf dem Weltmarkt zu nutzen.

Eine zweite Gruppe von Beiträgen knüpft an den Schwerpunkt „Wege aus der Krise“ (Heft 2/2009) an und diskutiert, welche Konsequenzen und Folgen die Finanz- und Wirtschaftskrise hat. In der Debatte darüber werden die Ursachen der Krise vor allem in falsch regulierten Finanzmärkten und im Fehlverhalten von Managern gesehen. Simon Sturn, Till van Treeck und Klara Zwickl zeigen dagegen, dass solche Erklärungen zu kurz greifen. Sie sehen die zentrale Ursache der Krise in der zunehmenden ökonomischen Ungleichheit, welche in einigen Ländern zur Überschuldung privater Haushalte und zu hohen Leistungsbilanzdefiziten geführt hat, in anderen Ländern aber zu einer dauerhaften Schwäche der Konsumnachfrage und extremer Exportabhängigkeit. Ulrich Busch untersucht Deflations- und Inflationstendenzen in Deutschland und gelangt zu dem Ergebnis, dass eine kontrollierte moderate Inflation hilfreich sein könnte. Ulrich Büchler zeigt, dass die Regierungspolitik, auch wenn sie jegliche Verantwortung für die Systemkrise leugnet, durch ihre Unterwerfung unter das Regime der Ökonomie und die Interessen des Kapitals sehr wohl für die Krise mitverantwortlich ist. Weitere Aufsätze sind dem Verhältnis von Geschichts- und Sozialwissenschaften, der Kritik der globalen Marktgesellschaft und der Wohnungspolitik in Deutschland gewidmet. Mit einem Text von Sven Papcke eröffnen wir die neue Rubrik „Kontrovers“, die in den folgenden Heften fortgesetzt wird.

Am Ende dieser Ausgabe findet sich ein Call for Papers. Die Zeitschrift Berliner Debatte Initial lädt unter dem Titel „Mit Linksreformismus aus der Krise?“ zu einer Diskussion über eine neue Reformperspektive ein. Dabei geht es uns um einen intellektuellen Diskurs, der neue Gestaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten für moderne Gesellschaften entdeckt – gegen das bloße Gerede über Zukunft und Chancen. Im Herbst 2010 ist ein Workshop mit all denen geplant, die ein Papier einreichen. Weiterführende Informationen und Diskussionen finden sich im Internet: www.linksreformismus.de.

INHALTSVERZEICHNIS

Editorial (S. 3)

SCHWERPUNKT: Klimawandel und Schwellenländer – ökonomische, ökologische und soziale Herausforderungen für Lateinamerika

Hugo M. Calderón: Klimaverhandlungen und Herausforderungen für Schwellenländer. Vorbemerkungen zum Heftschwerpunkt (S. 4-5)

Claudia Detsch: Lateinamerika in den internationalen Klimaverhandlungen (S. 6-12)

„Die altbekannten Engpässe und neuen Herausforderungen müssen zusammengedacht werden.“ Dirk Messner im Interview mit Gitte Cullmann (S. 13-22)

Alexander Ebert: Der Clean Development Mechanism – Ein Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung? (S. 23-27)

Imme Scholz: Umwelt und Entwicklung (S. 28-34)

Claudia Vogel: Das Potenzial erneuerbarer Energien erfahrbar machen (S. 35-37)

Technologietransfer zwischen entwicklungs- und umweltpolitischen Zielen. Mit Rüdiger Haum sprach Gitte Cullmann (S. 38-41)

Hugo M. Calderón: Chile vor den Herausforderungen des Klimawandels (S. 42-46)

Gitte Cullmann: Neue Wege für Chile – Modernisierung in Zeiten des Klimawandels (S. 47-51)

Alicia Frohmann: Umwelt und Exporte – eine Herausforderung für Chiles Unternehmen (S. 52-54)

Susanne Friedrich: Chancen zur Umsetzung einer effektiven Klimapolitik in Mexiko (S. 55-59)

Dirk Volkmann: Förderung und Finanzierung von erneuerbaren Energien. Ist das deutsche Erfolgsmodell auf Schwellenländer übertragbar? (S. 60-65)

NEBENSCHWERPUNKT: Nach der Krise

Simon Sturn, Till van Treeck, Klara Zwickl: Welches Wirtschaftsmodell nach der Krise? (S. 66-72)

Ulrich Busch: Inflation als Rettungsanker. Warum eine moderate Inflation nützlich ist (S. 73-88)

Ulrich Büchler: Das ökonomistische Machtkonzept im Spiegel der Systemkrise. Eine Analyse, Kritik und Polemik zur politischen Rollenidentität (S. 89-96)

KONTROVERS

Sven Papcke: Warum gehorchen wir? (S. 97-100)

Hans-Ulrich Wehler: Geschichtswissenschaft und Sozialwissenschaften (S. 101-105)

Volker Heins: Globale Marktgesellschaft oder zivilisatorische Differenz? (S. 106-113)

Wilhelm Hinrichs: Wohneigentum privater Haushalte – EU-Schlusslicht Deutschland (S. 114-127)

BESPRECHUNGEN UND REZENSIONEN

Jürgen Leibiger: Animal Spirits des Homo Oeconomicus (S. 128-134)

Daniel Schulz: Neue Wege der Demokratietheorie (S. 135-138)

Robert Gellately: Lenin, Stalin und Hitler. Drei Diktatoren, die Europa in den Abgrund führten. Rezensiert von Wladislaw Hedeler (S. 139-140)

Call for Papers: Mit Linksreformismus aus der Krise? (S. 141-144)

Zitation
Berliner Debatte Initial 21 (2010), 1. in: H-Soz-Kult, 03.01.2011, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-5957>.
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Veröffentlicht am
03.01.2011
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