Religion und Gesellschaft in Ost und West (2012), 5

Titel
Religion und Gesellschaft in Ost und West (2012), 5.
Weitere Titelangaben
Judentum in Osteuropa


Hrsg. v.
Institut G2W. Ökumenisches Forum für Glauben, Religion und Gesellschaft in Ost und West
Heft(e)
05
Erschienen
Zürich 2012: Medienpark
Preis
Jahresabonnement CHF 80.– / EUR 62.–; Abo für Studierende CHF 40.– / EUR 30.–; Einzelheft CHF 10.– / EUR 7.–
Herausgeber d. Zeitschrift
Institut G2W. Ökumenisches Forum für Glauben, Religion und Gesellschaft in Ost und West
Erscheinungsweise
monatlich
Kontakt
Institut G2W Birmensdorferstr. 52 Postfach 9329 CH-8036 Zürich

Maiheft der Zeitschrift „Religion & Gesellschaft in Ost und West“ zum Thema „Judentum in Osteuropa“

Inhalt

Im Fokus: Von den „verborgenen Juden“ in Polen
von Stefan Schreiner

Monica Rüthers: Juden in Osteuropa und „Ostjuden“ in den Köpfen

Seit dem Spätmittelalter ließen sich zahlreiche Juden in Polen-Litauen nieder, da die polnischen Könige ihnen dort Freiräume gewährten. Das Gemeindeleben war durch eine enge Verwobenheit von Religion und Alltag geprägt. Die jüdische Aufklärung im 19. Jahrhundert erschütterte die herkömmliche Lebensweise und führte zu neuen vielfältigen Identitätsentwürfen. im 20. Jahrhundert wurde der „Ostjude“ mehrfach neu „entdeckt“ und unterschiedlich bewertet.

Jan Arend: Weshalb die „jüdische Frage“ in der Sowjetunion ungelöst blieb

Offiziell galt die „jüdische Frage“ in der Sowjetunion als gelöst und wurde zugleich immer wieder als offenes Problem dargestellt. Die Politik schwankte zwischen der Gewährung von kulturellen und religiösen Freiräumen und repressiven Maßnahmen. In den letzten Jahren Stalins wurde der Antisemitismus sogar zu einem Bestandteil der offiziellen Parteilinie. Unter dessen Nachfolgern breitete sich ein „alltäglicher Antisemitismus“ aus. Erst die Perestrojka eröffnete den Juden neue Freiräume.

Ruth Ellen Gruber: Erfindung und Wiedererfindung jüdischer Kultur

Die Entstehung einer neuen „virtuellen jüdischen Welt“ ohne Juden in Ostmittel- und Osteuropa wurde in den 1990er Jahren von manchen mit Unbehagen beobachtet: Kritisiert wurde der Kitsch für Touristen und die Rekonstruktion einer stereotypen jüdischen Kultur, wie sie nie existiert hatte. In den vergangenen zehn Jahren nehmen aber vermehrt auch jüdische Akteure und Gemeinschaften aktiv und kreativ Einfluss auf die Gestaltung des neuen, realen „jüdischen Raums“.

Olena Bagno: Die russischsprachige Diaspora in Israel

Nach 1989 wurde Israel zu einer der beliebtesten Destinationen russischsprachiger, jüdischer Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion. Obwohl die Mehrheit von ihnen Wert darauf legt, die russische Sprache und Kultur auch für nächste Generationen zu bewahren, belegen empirische Studien, dass sie heute einen politisch und sozioökonomisch gut integrierten Bestandteil der israelischen Gesellschaft darstellen.

Dominic Rubin: Jüdische Studierende in Moskau heute

In Moskau ist sowohl ein säkulares als auch ein stark in der religiösen Gemeinschaft verwurzeltes Judentum anzutreffen. Der Autor hat vier jüdische Studierende befragt, wie sie ihren Glauben leben. Westlichen Reformideen stehen sie zumeist ablehnend gegenüber, während die jüdischen Traditionen nicht allzu streng und eher praxistauglich umgesetzt werden. Mit Antisemitismus sehen sich die jüdischen Studierenden, die ihre Zukunft in Moskau planen, kaum konfrontiert.

Angel Chorapchiev: Die jüdische Gemeinschaft in Bulgarien nach der Wende

Nach der politischen Wende in Bulgarien hat die jüdische Gemeinschaft die neue Organisation „Shalom“ gegründet, die sich vor allem im Bildungsbereich und bei der Betreuung älterer Menschen engagiert. Das Verhältnis zwischen der jüdischen Gemeinschaft und dem Staat ist insgesamt positiv, in jüngster Zeit ist jedoch ein Anstieg antisemitischer Einstellungen in der bulgarischen Gesellschaft zu verzeichnen.

Anna Pokorná: Jüdische Jugend in Tschechien

Der Holocaust und die sozialistische Zeit haben zu einem Bruch bei der Weitergabe der jüdischen Tradition geführt. Viele jüdische Jugendliche in Tschechien sind heute auf der Suche nach ihrer jüdischen Identität. Die Autorin hat eine Reihe von ihnen interviewt und sie auf von der „Jewish agency“ organisierten Reisen nach Israel begleitet. Eine Auswanderung nach Israel kommt dennoch für die wenigsten in Frage.

Peter Maser: Die ehemaligen Breslauer Juden in Israel

Seit 1961 haben die ehemaligen Breslauer Juden in Israel ihr eigenes Mitteilungsblatt herausgegeben und so die Erinnerung an das schlesische Judentum bewahrt. 2011 wurde das Erscheinen der „Mitteilungen des Verbandes ehemaliger Breslauer in Israel e. V.“ eingestellt. Durch Digitalisierung der „Mitteilungen“ sind diese aber nun leicht im Internet abrufbar, so dass eine Zukunft der Erinnerung gesichert zu sein scheint.

Zitation
Religion und Gesellschaft in Ost und West (2012), 5. in: H-Soz-Kult, 07.05.2012, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-6809>.
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Redaktion
Veröffentlicht am
07.05.2012
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