Religion und Gesellschaft in Ost und West (2012), 6

Titel
Religion und Gesellschaft in Ost und West (2012), 6.
Weitere Titelangaben
Kirchen im Kalten Krieg


Hrsg. v.
Institut G2W. Ökumenisches Forum für Glauben, Religion und Gesellschaft in Ost und West
Heft(e)
06
Erschienen
Zürich 2012: Medienpark
Preis
Jahresabonnement CHF 80.– / EUR 62.–; Abo für Studierende CHF 40.– / EUR 30.–; Einzelheft CHF 10.– / EUR 7.–
Herausgeber d. Zeitschrift
Institut G2W. Ökumenisches Forum für Glauben, Religion und Gesellschaft in Ost und West
Erscheinungsweise
monatlich
Kontakt
Institut G2W Birmensdorferstr. 52 Postfach 9329 CH-8036 Zürich

Das Juni-Heft von Religion & Gesellschaft in Ost und West ist dem Thema „Kirchen im Kalten Krieg“ gewidmet.

Inhalt

Katharina Kunter: Der Ökumenische Rat der Kirchen und der Kalte Krieg

Das Agieren des Ökumenischen Rates der Kirchen während des Kalten Kriegs wird bis heute widersprüchlich beurteilt: Auf der einen Seite stehen diejenigen, die ihm ein zu laxes Auftreten gegenüber den sozialistischen Regimen in Osteuropa vorwerfen, auf der anderen Seite diejenigen, die auf dessen weltweites Eintreten für Menschenrechte hinweisen. Die Autorin führt in die Forschungskontroverse ein und weist darauf hin, dass die Ökumene und der Kalte Krieg stärker im globalen Kontext erforscht werden müssen.

Alexander Agadjanian: Religiöse Praxis in der Sowjetunion

In Moskau hat vor kurzem erstmals eine internationale Konferenz stattgefunden, die sich mit den Auswirkungen des staatlich verordneten Atheismus auf die religiösen Praktiken in der sowjetischen Gesellschaft beschäftigte. Das Thema entfaltet ein enormes Spektrum an Fragen und Problemen, von der Auswahl der Quellen und Methoden bis zur Interpretation und Darstellung der Ergebnisse. Sicher ist, dass das «atheistische Experiment» misslungen und im Gegenteil eine Vielfalt von neuen religiösen Formen hervorgebracht hat.

Ulrike Huhn: Beten für Stalin? Die Russische Orthodoxe Kirche im Jahr 1953

Die Verehrung Stalins unter gewissen orthodoxen Gläubigen liegt – damals wie heute – in der von ihm initiierten teilweisen Wiederherstellung der Kirchenstrukturen in den Kriegsjahren begründet. Die Hoffnungen der Kirche auf noch mehr religiöse Freiheiten nach seinem Tod wurden allerdings enttäuscht, als Chruschtschow die Entstalinisierung mit einer erneuten Verstärkung der antireligiösen Propaganda verband.

Roland Cerny-Werner: Neue Vatikanische Ostpolitik – Versuch einer Einordnung

Im Umgang mit den kommunistisch regierten Staaten stand der Vatikan vor dem Dilemma, sich auf der einen Seite von ihnen als ideologischem Gegner abzugrenzen, aber auf der anderen Seite einen Dialog mit ihnen zum Wohle der eigenen Gläubigen zu pflegen. Der Autor geht auf die wesentlich von Papst Paul VI. forcierte Neue Vatikanische Ostpolitik ein und beschreibt deren Zielsetzungen und Strategien.

Katharina Kunter: Kirche im Kalten Krieg – eine Männergeschichte?

Die Geschichte des Kalten Krieges wird bis heute vornehmlich als Männergeschichte geschrieben – dies gilt nicht zuletzt für die Geschichte der Kirchen im Ost-West-Konflikt. Anhand von kirchlich engagierten Frauen in Ost und West macht die Autorin auf die Einseitigkeiten dieser männerzentrierten Geschichtsschreibung aufmerksam und formuliert Fragen für zukünftige Forschungen.

Buchanzeigen:

Detlef Bald, Wolfram Wette (Hg.): Friedensinitiativen in der Frühzeit des Kalten Krieges 1945-1955 (Stefan Kube)

Michel Caillat u.a. (Hg.): Geschichte(n) des Antikommunismus in der Schweiz (Eva Keller)

György Dalos: Gorbatschow (Regula Zwahlen)

Eva Maeder: Altgläubige zwischen Aufbruch und Apokalypse (Gerd Stricker)

Zitation
Religion und Gesellschaft in Ost und West (2012), 6. in: H-Soz-Kult, 31.05.2012, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-6866>.
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Redaktion
Veröffentlicht am
31.05.2012
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