vorgänge 51 (2012), 3

Titel
vorgänge 51 (2012), 3.
Weitere Titelangaben
Ambivalenzen der Parizipation


Heft(e)
03
Umfang
137 S.
Preis
€ 14,00
Erscheinungsweise
4 Ausgaben pro Jahr
Kontakt
Redaktion vorgänge Dieter Rulff (verantwortlicher Redakteur) Haus der Demokratie und Menschenrechte Greifswalder Str. 4 10405 Berlin Tel.: 030/2175 0858 Fax.: 030/2363 8206

Die neue Ausgabe der vorgänge widmet sich den Ambivalenzen der Partizipation. Kaum ein politischer Begriff hat in den letzten Jahrzehnten eine vergleichbare Karriere zu verzeichnen, wie die Partizipation. Einst von den Neuen Sozialen Bewegungen gegen einen Politikbetrieb erstritten, der dergleichen noch als ungebetene Einmischung in seine inneren Angelegenheiten begriff, wird sie mittlerweile von links bis rechts allseits begrüßt als Fortentwicklung der demokratischen Gesellschaft und als probates Mittel gegen die Sklerose des repräsentativen Systems.

Doch in dem Maße, wie sich die Partizipation etabliert, rücken auch ihre Ambivalenzen in den Blick. So verdeckt das „Mehr Demokratie“, mit dem für direkte Formen der Volksbeteiligung geworben wird, dass sie in einem legitimatorisch nicht unproblematischen Verhältnis zur repräsentativen Willensbildung stehen. Auch wird deutlich, dass die Erfolgschancen der Partizipation durchaus von dem sozialen Kapital des Engagierten abhängen. Und dieses ist nicht gleich verteilt. Offen ist auch, inwieweit das „Mehr Demokratie“ die Defizite der etablierten Repräsentation tatsächlich abbaut, die den Ruf danach einst haben laut werden lassen. Mit Blick auf die supranationalen Ebenen ließe sich eher von einer Kompensation sprechen und das Krankheitsbild „Postdemokratie“, das seit einigen Jahren diagnostiziert wird, zeugt zumindest von einer gewissen Resistenz des repräsentativen Systems gegen direktdemokratische Kuren. Dies soll nun kein Plädoyer gegen Partizipation sein, sondern die Analyse dieser Ambivalenzen soll den Blick öffnen für gangbare Pfade einer Demokratisierung der Demokratie.

INHALTSVERZEICHNIS

Editorial (1)

Thomas Zittel
Wie viel und welche Partizipation braucht die Demokratie? (4)

Hans Meyer
Direktdemokratische Elemente auf Bundesebene sind machbar und sinnvoll (15)

Frank Decker
Die fehlgeleitete Debatte um den Volksentscheid auf Bundesebene (26)

Manfred Güllner
Plebiszite – eine Diktatur von Minderheiten? (35)

Sebastian Bödeker
Das uneingelöste Versprechen der Demokratie
Zum Verhältnis von sozialer Ungleichheit und politischer Partizipation in der repräsentativen Demokratie (43)

Michael Th. Greven
Die Mitwirkung der Bürger an der europäischen Integration (53)

Beate Kohler-Koch
Perspektiven zivilgesellschaftlicher Partizipation in der EU (60)

Rudolf Steinberg
Die Mitwirkung der Bürger an der Fortentwicklung der europäischen Integration (74)

Thomas Wagner
Einbinden – legitimieren – dialogisieren
Politische Mediation als soft-bonapartistische Befriedungsstrategie (84)

Essay

Michael Th. Greven
War die Demokratie jemals modern? (92)

Markus Linden
Kein Ende der Demokratie
Eine Einordnung und Kritik der Erosionsthese Michael Th. Grevens (101)

Kurt Lenk
Audiatur et altera pars
Zur Grundintention des Politikwissenschaftlers Michael Th. Greven (115)

Armin Pfahl-Traughber
Beschneidung zwischen Religionsfreiheit und körperlicher Unversehrtheit
Ein Plädoyer für die individuelle Entscheidung der Betroffenen (124)

Autorinnen und Autoren (136)

Zitation
vorgänge 51 (2012), 3. in: H-Soz-Kult, 13.11.2012, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-7247>.
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Redaktion
Veröffentlicht am
13.11.2012
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