Religion und Gesellschaft in Ost und West (2013), 5

Titel
Religion und Gesellschaft in Ost und West (2013), 5.
Weitere Titelangaben
Herausforderung Migration


Hrsg. v.
Institut G2W. Ökumenisches Forum für Glauben, Religion und Gesellschaft in Ost und West
Heft(e)
05
Erschienen
Zürich 2013: Medienpark
Preis
Jahresabonnement CHF 80.– / EUR 62.–; Abo für Studierende CHF 40.– / EUR 30.–; Einzelheft CHF 10.– / EUR 7.–
Herausgeber d. Zeitschrift
Institut G2W. Ökumenisches Forum für Glauben, Religion und Gesellschaft in Ost und West
Erscheinungsweise
monatlich
Kontakt
Institut G2W Birmensdorferstr. 52 Postfach 9329 CH-8036 Zürich

Das vorliegende Heft geht am Beispiel der Ost-West-Migration in Europa auf die „Herausforderung Migration“ ein; im Mittelpunkt stehen dabei vor allem Formen der Arbeitsmigration und deren Auswirkungen auf die Familienstrukturen von Migrantinnen und Migranten. Arbeitsmigration erfolgt zwar nicht wie Flucht, Vertreibung oder Deportation aus Zwang, doch auch bei dieser gilt es in jedem Einzelfall zu beachten, dass sie aus unterschiedlichen Motiven (z.B. bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, ökonomische Not, soziale Zwänge, kulturelle Werthaltungen) erfolgen kann – man also keineswegs immer von „freiwilliger“ Migration sprechen kann. Auch mit Blick auf die möglichen Auswirkungen von Arbeitsmigration lässt sich kein pauschales Urteil fällen: Alle Beiträge machen deutlich, dass Arbeitsmigration sowohl für die Migranten und deren Familien als auch für die jeweiligen Herkunfts- und Ankunftsgesellschaften Risiken wie Chancen, negative wie positive Folgen bergen kann. Patentrezepte werden daher nicht geliefert, wohl aber laden die Beiträge ein, sich mit dem Thema Migration als globalem Zukunftsthema vertieft auseinanderzusetzen.

INHALT

Im Fokus: Von Gastarbeiter-Missionen zu Diaspora- Kirchen: Katholische Migranten als innerkirchliche Herausforderung
von Samuel Behloul

Jochen Oltmer: Von Ost nach West: Migration in Europa seit 1989/90
Nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Regime 1989/90 hat die zuvor stark eingeschränkte Ost-West-Migration wieder erheblich an Bedeutung gewonnen. Drei Typen von Migration lassen sich dabei unterscheiden: Arbeitsmigration, Fluchtbewegungen und konnationale Migrationen. Die west- und mitteleuropäischen Länder haben auf das Anwachsen der Migration mit einer Vielzahl politischer Bemühungen reagiert, um diese zu kontrollieren, zu begrenzen und zu steuern.

Jadwiga Plewko: Arbeitsmigration aus Polen als seelsorgerliche Herausforderung
Seit dem Beitritt Polens zur Europäischen Union 2004 hat die Arbeitsmigration aus Polen stark zugenommen. Für die Familien bedeutet die Migration eines ihrer Mitglieder eine besondere Herausforderung. Die katholische Kirche in Polen hat für die Migranten besondere Seelsorgeeinrichtungen im Ausland geschaffen, zudem unterstützt sie die Familien von Migranten im Inland.

Yevgeniya Wirz: Auf die Familie kommt es an: Unterstützung in der Migration
Arbeitsmigration ist zu einem Massenphänomen in der ukrainischen Gesellschaft geworden. Die meisten Arbeitsmigranten und -migrantinnen wandern dabei ohne ihre Familienangehörigen aus, so dass sich ihr Arbeits- und Familienleben transnational auf Herkunfts- und Ankunftsland verteilt. Unterstützung erfahren die Migranten durch unterschiedliche soziale Netzwerke, in die die Autorin anhand von drei Fallbeispielen Einblick gewährt. Zumeist sind die Familienangehörigen der Arbeitsmigrantinnen die wichtigsten Bezugspersonen, die sie während der Migration unterstützen und ihnen Halt geben.

Jenni Winterhagen: Transnationale Zivilgesellschaft und Entwicklungszusammenarbeit
Migration ist oftmals eine Reaktion auf gesellschaftliche Probleme im Herkunftsland, dennoch bleiben viele Migranten ihrer alten Heimat auf vielfältige Weise verbunden. Der Entwicklungszusammenarbeit stellt sich daher die Frage, wie sich das Potential der Ausgewanderten für die Entwicklung der Herkunftsregionen nutzen lässt. Die Autorin geht dieser Frage am Beispiel einer strukturschwachen Region in Montenegro nach.

Radu Preda: Die Folgen der Migration am Beispiel Rumäniens
Nach dem politischen Umbruch in Rumänien sind zahlreiche Rumänen ins westliche Ausland migriert. Durch Rücküberweisungen hat die rumänische Diaspora in den letzten Jahren zur Ankurbelung der einheimischen Wirtschaft beigetragen. Leidtragende der Migrationsentscheidung von Familien sind jedoch häufig deren Kinder, die der Obhut älterer Verwandter anvertraut werden. Die Rumänische Orthodoxe Kirche hat im Ausland eine Reihe seelsorgerlicher Institutionen eingerichtet. Die Zusammenarbeit mit dem Staat zur Betreuung der Migranten ist allerdings stark verbesserungsbedürftig.

Diana Cheianu-Andrei: Negative Auswirkungen der Arbeitsmigration auf das Familienleben
Am Beispiel der Republik Moldau geht die Autorin auf die ambivalenten Auswirkungen und Folgen von Arbeitsmigration ein: Einerseits tragen die Rücküberweisungen von Migranten zu einer Verbesserungen des Lebensstandards bei. Andererseits führt die Migration zu einer negativen Bevölkerungsentwicklung und belastet bei Fehlen eines oder beider Elternteile das Familienleben, worunter besonders die zurückgelassenen Kinder zu leiden haben. Das Risiko dieser Kinder, Opfer von Krankheit, Verwahrlosung oder Missbrauch zu werden, ist besonders hoch.

Buchanzeigen:
Jochen Oltmer: Globale Migration (2012)

Christian Voß (Hg.): Gesellschaften in Bewegung (2011)

Andrea Hitzemann, Nausikaa Schirilla,
Anna Waldhausen (Hg.): Pflege und Migration in Europa (2012)

Robert O. Crummey: Old Believers in a Changing World (2011)

Zitation
Religion und Gesellschaft in Ost und West (2013), 5. in: H-Soz-Kult, 03.06.2013, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-7653>.
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Veröffentlicht am
03.06.2013
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