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Blätter für deutsche und internationale Politik 59 (2014), 6

Titel
Blätter für deutsche und internationale Politik 59 (2014), 6.


Hrsg. v.
Blätter Verlagsgesellschaft mbH Herausgeberkreis: Katajun Amirpur, Seyla Benhabib, Norman Birnbaum, Peter Bofinger, Ulrich Brand, Micha Brumlik, Dan Diner, Jürgen Habermas, Detlef Hensche, Rudolf Hickel, Claus Leggewie, Ingeborg Maus, Klaus Naumann, Jens G. Reich, Rainer Rilling, Irene Runge, Saskia Sassen, Karen Schönwälder, Friedrich Schorlemmer, Gerhard Stuby, Hans-Jürgen Urban und Rosemarie Will
Heft(e)
06
Erschienen
Berlin 2014: Blätter Verlag
Umfang
128 S.
Preis
€ 10,00 Einzelheft, € 84,60 im Abo (€ 67,20 erm.)
Herausgeber d. Zeitschrift
Blätter Verlagsgesellschaft mbH Herausgeberkreis: Katajun Amirpur, Seyla Benhabib, Norman Birnbaum, Peter Bofinger, Ulrich Brand, Micha Brumlik, Dan Diner, Jürgen Habermas, Detlef Hensche, Rudolf Hickel, Claus Leggewie, Ingeborg Maus, Klaus Naumann, Jens G. Reich, Rainer Rilling, Irene Runge, Saskia Sassen, Karen Schönwälder, Friedrich Schorlemmer, Gerhard Stuby, Hans-Jürgen Urban und Rosemarie Will
Erscheinungsweise
monatlich
Kontakt
Blätter-Redaktion Berlin Albrecht von Lucke, Annett Mängel, Dr. Albert Scharenberg Torstraße 178 10115 Berlin Tel. 030/3088 3640 Fax 030/3088 3645

Liebe Leserinnen und Leser,

die Juni-Ausgabe der „Blätter für deutsche und internationale Politik“ erscheint am 30. Mai 2014.

mit Beiträgen von: Glenn Greenwald, Paul Krugman, Susan George, Rami G. Khouri, James Jennings, Detlev Claussen, Klaus Naumann, Michael R. Krätke, Andreas Heinemann-Grüder, Niels Kadritzke, Thomas Fritz, Daniel Leisegang, Albrecht von Lucke, Anne Britt Arps u.a.

zu folgenden Themen: NSA: Die Schere im Kopf; Thomas Piketty: Die Vermessung der Ungleichheit; Neue Renten, ohne Niveau; Ukraine: Revolution und Revanche; Brasilien oder Die WM der Widersprüche; Der globale Lobbyismus; Geheimwaffe TTIP; Obamas post-rassistisches Amerika?; 1914: Schuld oder Verantwortung; Die Idee des Westens: Vision und Realität; Boko Haram: Nigerias entfesseltes Monster u.v.m.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre „Blätter“-Redaktion

www.blaetter.de/aktuelle-ausgabe

Andreas Heinemann-Grüder:
Ukraine: Revolution und Revanche, S. 37–46

Die Krise in der Ukraine wird klassischerweise „bloß“ als Konflikt zwischen Russland und dem Westen gelesen. Der Friedensforscher Andreas Heinemann-Grüder kommt in seiner Analyse der Konfliktgenese hingegen zu einer etwas anderen Sicht – nämlich der, dass die Eskalation einem Reizreaktionsschema von Revolution und Revanche folge. Erst setzte die Revolution auf dem Maidan bestehendes Verfassungsrecht außer Kraft, dann reagierte Putin mit dem gezielten Bruch des Völkerrechts.

Glenn Greenwald:
NSA: Die Schere im Kopf. Wie Massenüberwachung jeden Protest im Keim erstickt, S. 47–58

Die Enthüllungen Edward Snowdens förderten die vielleicht größte Geheimdienstaffäre der Geschichte zu Tage – und schlugen im medialen Diskurs ein wie eine Bombe. Nun gibt sein engster Mitarbeiter Glenn Greenwald einen Einblick in die geheimen Akten. Diese machen deutlich, wie total die Überwachung ist, und dass die Vorstellung, davon selbst nicht betroffen zu sein, eine bloße Illusion darstellt.

James Jennings:
Barack Obama und der Mythos vom post-rassistischen Amerika, S. 59–70

Amerika ist post-rassistisch, hieß es vielerorts bereits nach ersten Wahl Barack Obamas, des ersten schwarzen Präsidenten der USA. Der Stadt- und Umweltforscher James Jennings hält diese Position nicht nur für absurd, sondern auch für gefährlich. Denn sie diene vor allem Konservativen, um Minderheitenrechte zu diskreditieren. Ihm zufolge bestehen auch 50 Jahre nach der Bürgerrechtsbewegung massive Ungleichheiten zwischen Afroamerikanern und Weißen in fast allen Bereichen des sozialen Lebens fort.

Paul Krugman:
Thomas Piketty oder Die Vermessung der Ungleichheit, S. 71–81

Eine neue Ungleichheitsdebatte beherrscht derzeit nicht nur die US-amerikanischen Feuilletons. Angestoßen wurde sie durch Thomas Pikettys brisantes Buch „Das Kapital im 21. Jahrhundert“. Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman würdigt dessen Versuch, den Kapitalbegriff unter dem Gesichtspunkt der Ungleichheit wieder aufzugreifen, als einen ganz großen Wurf. Dieser könne nicht nur unsere politischen Auffassungen, sondern auch die Politik insgesamt revolutionieren.

Susan George:
Macht ohne Rechenschaft: Der globale Lobbyismus, S. 83–92

Die aktuellen Verhandlungen über das Handelsabkommen TTIP zeigen wie in einem Brennglas den globalen Machtzuwachs multinationaler Konzerne. Susan George, Politikwissenschaftlerin und Aktivistin, nimmt vor allem den „illegitimen“ Charakter dieser neuen Großmächte ins Visier. Ihr Fazit: Wenn das Handeln der Konzerne weiterhin keinerlei demokratischer Rechenschaftspflicht unterliegt, wird die Selbstbestimmung der Völker abgelöst durch die Selbstbestimmung der Konzerne.

Thomas Fritz:
Geheimwaffe TTIP: Der Ausverkauf der öffentlichen Güter, S. 93–100

Was unter dem Kürzel TTIP alles firmiert, ist bis heute der Bevölkerung nur in Ansätzen bekannt. Dabei drohen öffentliche Güter und Dienstleistungen erst durch das geplante Freihandelsabkommen zwischen EU und USA – und nun auch durch TISA – auf ewig zu privaten Gütern zu werden. Der Publizist Thomas Fritz zielt in seiner Analyse auf den Kern des Skandals – nämlich auf die Unmöglichkeit der Rekommunalisierung einmal privatisierter Güter.

Detlev Claussen:
Jogo bonito, das schöne Spiel: Fußball als Utopie, S. 101–112

Der ahnungslose Bildungsbürger mag Fußball für bloße Zeitverschwendung halten – oder für reinen Kommerz. Nach Ansicht des Soziologen Detlev Claussen wird damit das utopische Potential des schönen Spiels jedoch völlig verkannt. Von den heroischen Anfängen bis zur kommenden WM in Brasilien zeichnet Claussen das Bild einer Sportart, die, entgegen mancher Vorstellung, maßgeblich zu Frieden und Demokratie beiträgt.

Klaus Naumann:
Historische Schuld und politische Verantwortung. Die Gegenwart der Vergangenheit des Großen Krieges, S. 113–119

Pünktlich zum 100jährigen Jubiläum des Ersten Weltkrieges ist in den deutschen Feuilletons eine hitzige Debatte entbrannt – über Ursache und Wirkung, Schuld und Verantwortung am Kriege. „Blätter“-Mitherausgeber Klaus Naumann analysiert die beiden Lager und plädiert dafür, den Schulddiskurs zu verlassen und sich stattdessen der Frage nach der politischen Verantwortung zu stellen.

INHALTSVERZEICHNIS

Kommentare und Berichte

Ein Jahr Snowden: Die sabotierte Aufklärung von Daniel Leisegang S. 5

Die Idee des Westens: Vision und Realität von Albrecht von Lucke S. 9

Neue Renten, ohne Niveau von Matthias W. Birkwald S. 13

Die britische Blase und Labour ohne Biss von Michael R. Krätke S. 17

Boko Haram: Nigerias entfesseltes Monster von Marc Engelhardt S. 21

Brasilien oder Die WM der Widersprüche von Andreas Behn S. 25

Debatte

Die Legende vom griechischen Schummeln von Niels Kadritzke S. 29

Aufgespießt

Um die Wurst von Anne Britt Arps S. 32

Kolumne

Palästina: Frieden durch Recht von Rami G. Khouri S. 33

Analysen und Alternativen

Kurzgefasst, S. 35

Ukraine: Revolution und Revanche von Andreas Heinemann-Grüder S. 37

NSA: Die Schere im Kopf. Wie Massenüberwachung jeden Protest im Keim erstickt von Glenn Greenwald S. 47

Barack Obama und der Mythos vom post-rassistischen Amerika von James Jennings S. 59

Thomas Piketty oder Die Vermessung der Ungleichheit von Paul Krugman S. 71

Macht ohne Rechenschaft: Der globale Lobbyismus von Susan George S. 83

Geheimwaffe TTIP: Der Ausverkauf der öffentlichen Güter von Thomas Fritz S. 93

Jogo bonito, das schöne Spiel: Fußball als Utopie von Detlev Claussen S. 101

Historische Schuld und politische Verantwortung. Die Gegenwart der Vergangenheit des Großen Krieges von Klaus Naumann S. 113

Buch des Monats

1914 und die Spaltung der Linken von Jens Becker S. 121

Extras

Dokumente zum Zeitgeschehen, S. 124

Chronik des Monats Februar 2014, S.125

Zitation
Blätter für deutsche und internationale Politik 59 (2014), 6. in: H-Soz-Kult, 23.05.2014, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-8280>.
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Veröffentlicht am
23.05.2014
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