Blätter für deutsche und internationale Politik 59 (2014), 7

Titel
Blätter für deutsche und internationale Politik 59 (2014), 7.


Hrsg. v.
Blätter Verlagsgesellschaft mbH Herausgeberkreis: Katajun Amirpur, Seyla Benhabib, Norman Birnbaum, Peter Bofinger, Ulrich Brand, Micha Brumlik, Dan Diner, Jürgen Habermas, Detlef Hensche, Rudolf Hickel, Claus Leggewie, Ingeborg Maus, Klaus Naumann, Jens G. Reich, Rainer Rilling, Irene Runge, Saskia Sassen, Karen Schönwälder, Friedrich Schorlemmer, Gerhard Stuby, Hans-Jürgen Urban und Rosemarie Will
Heft(e)
07
Erschienen
Berlin 2014: Blätter Verlag
Umfang
128 S.
Preis
€ 10,00 Einzelheft, € 84,60 im Abo (€ 67,20 erm.)
Herausgeber d. Zeitschrift
Blätter Verlagsgesellschaft mbH Herausgeberkreis: Katajun Amirpur, Seyla Benhabib, Norman Birnbaum, Peter Bofinger, Ulrich Brand, Micha Brumlik, Dan Diner, Jürgen Habermas, Detlef Hensche, Rudolf Hickel, Claus Leggewie, Ingeborg Maus, Klaus Naumann, Jens G. Reich, Rainer Rilling, Irene Runge, Saskia Sassen, Karen Schönwälder, Friedrich Schorlemmer, Gerhard Stuby, Hans-Jürgen Urban und Rosemarie Will
Erscheinungsweise
monatlich
Kontakt
Blätter-Redaktion Berlin Albrecht von Lucke, Annett Mängel, Dr. Albert Scharenberg Torstraße 178 10115 Berlin Tel. 030/3088 3640 Fax 030/3088 3645

Liebe Leserinnen und Leser,

die Juli-Ausgabe der „Blätter für deutsche und internationale Politik“ erscheint am 27. Juni 2014.

mit Beiträgen von: Vandana Shiva, Naomi Klein, Peter Schaar, Herfried Münkler, Rudolf Hickel, Micha Brumlik, Hans-Jürgen Urban, Wibke Hansen, Dilek Zaptcioglu, Bob Dreyfuss, René El Saman, Heike Kleffner, Albrecht von Lucke u.a.

zu folgenden Themen: Öko-Apartheid: Krieg gegen die Erde, Privatsphäre als Menschenrecht, ISIS: Irakisch-syrische Zwillingskrise, Erdogans gescheitertes Experiment, EU: Tage der Entscheidung, Der lange Marsch der Flüchtlinge, NSU: Quellenschutz statt Strafverfolgung, Wo bleibt die Mosaik-Linke?, 1914: Die Eskalation des Schreckens u.v.m.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre „Blätter“-Redaktion

www.blaetter.de/aktuelle-ausgabe

Vandana Shiva:
Öko-Apartheid: Der Krieg gegen die Erde, S. 45–53

In vielen Köpfen, vor allem in den mächtigen, sind Ökonomie und Ökologie noch immer fundamental getrennt. Diese Trennung führt zu einem Krieg gegen die Erde und ihre Bewohner, letztendlich also gegen uns selbst. Vandana Shiva, indische Umweltaktivistin und Feministin, nennt diesen Zustand die „Öko-Apartheid“. Um sie zu überwinden, müssen wir den wirtschaftlichen Reduktionismus ersetzen, und zwar durch eine ganzheitliche und plurale Denkkultur und Lebensweise.

Naomi Klein:
Machen wir Halt: Der Kampf unseres Lebens, S. 55–60

Der globale Klimawandel nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an. Dennoch scheinen wir völlig unfähig, diesem Menschheitsproblem wirksam zu begegnen. Die kanadische Journalistin und Autorin Naomi Klein sucht nach den tieferen Wurzeln unseres Versagens – in unseren Verhaltensmustern und den herrschenden Anschauungen unserer Kultur, in unserem Innersten selbst. Ihre Forderung: Machen wir endlich Halt und dem ständigen Verlangen nach Mehr ein Ende.

Peter Schaar:
Privatsphäre als Menschenrecht. Edward Snowden und die Kontrolle der Macht, S. 61–72

Die Privatsphäre ist ein Menschenrecht, doch sie findet in der Debatte um internationalen Datenschutz kaum Beachtung. Speziell das Internet wird weiterhin als extranationaler Raum und somit als rechtliche Grauzone behandelt. Der ehemalige Bundesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Peter Schaar, appelliert daher an die EU, dem Recht auf Privatheit endlich die ihm angemessene Priorität einzuräumen – allem internationalen Druck, insbesondere der USA, zum Trotz.

Hans-Jürgen Urban:
Stillstand in Merkelland: Wo bleibt die Mosaik- Linke? S. 73–82

Die Große Koalition unter Führung von Angela Merkel zeichnet sich durch politischen Stillstand und das schiere Verwalten der großen gesellschaftlichen Themen aus. Doch auch die Opposition scheint anhaltend konzeptionslos zu sein. „Blätter“-Mitherausgeber Hans-Jürgen Urban kritisiert das Fehlen einer linken Strategie, um Handlungsfähigkeit zurückzuerobern, und skizziert Akteure und Bausteine einer künftigen linken Politikagenda.

Axel Troost und Rainald Ötsch:
Bail-in statt Bail-out: Bankenunion ohne Biss, S. 83–91

Zwei Jahre lang befand sich die EU-Bankenunion in der Planungsphase; nun wurden die Ergebnisse präsentiert. Axel Troost, MdB der Linkspartei, und sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Rainald Ötsch nehmen sie unter die Lupe. Ihr Befund: viel Schatten, wenig Licht. Ohne eine grundlegende Reform des Bankensektors werden die Steuerzahler auch in Zukunft für marode Banken haften müssen – allen beschlossenen Maßnahmen zum Trotz.

Wibke Hansen:
Der unsichtbare Gegner. Organisierte Kriminalität in fragilen Staaten, S. 93–101

Die Zahl internationaler Friedenseinsätze zur Stabilisierung zerbrechlicher oder bereits zerbrochener Staaten nimmt beständig zu, doch ein entscheidender Faktor wird dabei ebenso beständig ausgeblendet: die organisierte Kriminalität. Die Politikwissenschaftlerin Wibke Hansen untersucht deren Einfluss auf Politik und Gesellschaft fragiler Staaten – und damit auf die Erfolgschancen von Friedenseinsätzen. Ihr Fazit: Um sich nachhaltig für Frieden zu engagieren, ist ein entschiedenes Umdenken nötig.

Herfried Münkler:
Die Eskalation des Schreckens. Von der Julikrise 1914 zur Politik der „revolutionären Infizierung“, S. 102–112

Der Erste Weltkrieg gilt als die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“. Diese wurzelt aber weniger in den Ursachen des Kriegsausbruchs, als vielmehr in den politisch-strategischen Entscheidungen, die in dessen Verlauf getroffen wurden. Herfried Münkler, Professor für Politikwissenschaften an der Humboldt Universität in Berlin, beleuchtet diese Entschlüsse und liefert so eine neue Erklärung für die ungeheuren Folgen und Verheerungen des Ersten Weltkriegs.

Micha Brumlik:
War Marx Antisemit? Judenfeind der Gesinnung, nicht der Tat, S. 113–120

Gibt es linken Antisemitismus? Diese Frage ist Gegenstand oft hitziger Debatten. „Blätter“-Mitherausgeber Micha Brumlik geht einen Schritt weiter und fragt nach dem Antisemitismus bei Karl Marx. Er beleuchtet den historisch-politischen Kontext der Marxschen Frühschriften und identifiziert Marx als systematischen Feind des Judentums.

INHALTSVERZEICHNIS

Kommentare und Berichte

EU: Tage der Entscheidung von Albrecht von Lucke S. 5

Lückenbüßer EZB von Rudolf Hickel S. 9

Bayern, Berlin Brüssel: Der lange Marsch der Flüchtlinge von Martina Mauer S. 13

Minenfeld Bosnien-Herzegowina von Heiko Flottau S. 17

Türkei: Erdogans gescheitertes Experiment von Dilek Zaptcioglu S. 21

Kolumbien: Frieden für den Freihandel? Von Aaron Tauss S. 25

China: der neue Seehegemon von Siegfried Knittel S.29

Debatte

NSU: Quellenschutz statt Strafverfolgung von Heike Kleffner S. 33

Aufgespießt

Diplomatie mit Waffen von René El Saman S. 41

Kolumne

ISIS: Irakisch-syrische Zwillingskrise von Bob Dreyfuss S. 37

Analysen und Alternativen

Kurzgefasst, S. 41

Öko Apartheid: Der Krieg gegen die Erde von Vandana Shiva S. 45

Machen wir Halt: Der Kampf unseres Lebens von Naomi Klein S. 55

Privatsphäre als Menschenrecht. Edward Snowden und die Kontrolle der Macht von Peter Schaar S. 61

Stillstand in Merkelland: Wo bleibt die Mosaik-Linke? Von Hans-Jürgen Urban S. 73

Bail-in statt Bail-out: Bankenunion ohne Biss von Axel Troost und Rainald Ötsch S. 83

Der unsichtbare Gegner. Organisierte Kriminalität in fragilen Staaten von Wibke Hanse S. 93

Die Eskalation des Schreckens. Von der Julikrise 1914 zur Politik der „revolutionären Infizierung“ von Herfried Münkler S. 102

War Marx Antisemit? Judenfeind der Gesinnung, nicht der Tat von Micha Brumlik S. 113

Buch des Monats

Nationaler Sozialismus von Kurt Lenk S. 121

Extras

Dokumente zum Zeitgeschehen, S. 124

Chronik des Monats Mai 2014, S. 125

Zitation
Blätter für deutsche und internationale Politik 59 (2014), 7. in: H-Soz-Kult, 19.06.2014, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-8346>.
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Veröffentlicht am
19.06.2014
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