Religion und Gesellschaft in Ost und West (2014), 8

Titel
Religion und Gesellschaft in Ost und West (2014), 8.
Weitere Titelangaben
Kasachstan


Hrsg. v.
Institut G2W. Ökumenisches Forum für Glauben, Religion und Gesellschaft in Ost und West
Heft(e)
08
Erschienen
Zürich 2014: Selbstverlag
Umfang
32 S.
Preis
CHF 10,00 / € 8,00 (zzgl. Versandkosten)
Herausgeber d. Zeitschrift
Institut G2W. Ökumenisches Forum für Glauben, Religion und Gesellschaft in Ost und West
Erscheinungsweise
monatlich
Kontakt
Institut G2W Birmensdorferstr. 52 Postfach 9329 CH-8036 Zürich

Angesichts des Konflikts in der Ukraine schweift unser Blick im vorliegenden Heft nach Kasachstan. Wie sieht man in Kasachstan heute den übermächtigen Nachbarn im Norden, mit dem man im Mai zusammen mit Weißrussland die „Eurasische Wirtschaftsunion“ eingegangen ist, der sich die Ukraine verweigert hat? Und was lösen die Ereignisse in der Ukraine in Kasachstan aus?

IM FOKUS: UKRAINE

Olga Stieger: In memoriam Metropolit Volodymyr (Sabodan) von Kiew

Olga Stieger: Neues Oberhaupt der UOK–MP

Metropolit Onufrij von Czernovitz und der Bukovina ist neues Oberhaupt der Ukrainischen Orthodoxen Kirche–Moskauer Patriarchat. Auf den neuen Kiewer Metropoliten wartet eine Reihe großer Herausforderungen.

KASACHSTAN

Beate Eschment: 2014 – Ein untypisches Jahr für Kasachstans Beziehungen zu Russland?

Von den Entwicklungen in der Ukraine sind auch Kasachstan und dessen Verhältnis zu Russland betroffen. Auf der einen Seite gilt es, eine eigene unabhängige Außenpolitik zu verteidigen, auf der anderen Seite will die politische Führung Russland nicht vor den Kopf stoßen. Kasachstan ist in vielerlei Hinsicht von der Russischen Föderation abhängig, dennoch stieß die Eurasische Union keineswegs überall im Land auf Zustimmung. Ein Unsicherheitsfaktor stellt zudem die ungeklärte Nachfolge von Präsident Nursultan Nasarbajew dar, der das Land seit 24 Jahren ununterbrochen regiert.

Irina Morozova: Die Perestrojka in Zentralasien

Die Erforschung der spätsozialistischen Gesellschaften Zentralasiens hat sich bisher vor allem auf das Aufflammen ethnischer Konflikte konzentriert. Ein Forschungsprojekt über die Umsetzung der Perestrojka-Reformen in den Sowjetrepubliken Kasachstan, Kirgistan und der Mongolei zeichnet ein differenzierteres Bild dieser vor allem nach sozialen und wirtschaftlichen Kriterien gespaltenen Gesellschaften, und zeigt, dass die zentralasiatischen Eliten die sowjetische Politik stärker beeinflusst haben als bisher angenommen.

Tolganaj Umbetalieva: Der „Schneesturm“ in Alma-Ata vom Dezember 1986

Die 1986 blutig niedergeschlagenen Proteste in der Hauptstadt der Kasachischen Sowjetrepublik sind von der Sowjetführung als Aufflammen von kasachischem Nationalismus dargestellt worden. Neuere Forschungsergebnisse hingegen verorten deren Ursachen in der schwierigen sozioökonomischen Situation der vom Land zugezogenen kasachischen Studierenden und in den Spannungen innerhalb der lokalen Machteliten.

Lene Wetteland: Religions- und Glaubensfreiheit in Kasachstan

Kasachstan stellt sich nach außen als Musterbeispiel interethnischer und interreligiöser Toleranz dar. Das Norwegische Helsinki-Komitee war an einem Programm zur Religions- und Glaubensfreiheit in Kasachstan und Kirgistan beteiligt, welches die Grundlage für diesen Artikel darstellt. Dabei kam es zu einem ambivalenteren Fazit: Vor allem sog. nicht-traditionelle Religionsgemeinschaften haben mit Hindernissen bei der staatlichen Registrierung zu kämpfen und werden häufig als terroristische Bedrohung und gefährliche Sekten dargestellt.

Anna Oldfield: Nauryz – die Spiritualität der Steppen

Die zu Sowjetzeiten verdrängten Nauryz-Feiern im März werden in Kasachstan heute wieder offiziell gefeiert. In dieser Überlebensfeier nach dem harten Winter werden viele Bräuche des kasachischen Steppen- und Nomadenvolks tradiert, die den Neubeginn, die natürlichen Lebenszyklen und einen starken Gemeinschaftssinn symbolisieren. In Südkasachstan erfreuen sich vor allem die traditionellen Reiterwettkämpfe großer Beliebtheit, die den kasachischen Kampfgeist zum Ausdruck bringen.

BUCHANZEIGEN

Michail Chodorkowski Religionsgesetz: Meine Mitgefangenen. Köln 2014

Mathijs Pelkmans (ed.): Conversion after Socialism. New York 2009

Nordost-Archiv: Deportationen in Stalins Sowjetunion. 2012

Stephan Rindlisbacher: Leben für die Sache. Wiesbaden 2014

Zitation
Religion und Gesellschaft in Ost und West (2014), 8. in: H-Soz-Kult, 05.09.2014, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-8443>.
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