Blätter für deutsche und internationale Politik 59 (2014), 11

Titel
Blätter für deutsche und internationale Politik 59 (2014), 11.


Hrsg. v.
Blätter Verlagsgesellschaft mbH Herausgeberkreis: Katajun Amirpur, Seyla Benhabib, Norman Birnbaum, Peter Bofinger, Ulrich Brand, Micha Brumlik, Dan Diner, Jürgen Habermas, Detlef Hensche, Rudolf Hickel, Claus Leggewie, Ingeborg Maus, Klaus Naumann, Jens G. Reich, Rainer Rilling, Irene Runge, Saskia Sassen, Karen Schönwälder, Friedrich Schorlemmer, Gerhard Stuby, Hans-Jürgen Urban und Rosemarie Will
Heft(e)
11
Erschienen
Berlin 2014: Blätter Verlag
Umfang
128. S.
Preis
€ 10,00 Einzelheft, € 84,60 im Abo (€ 67,20 erm.)
Herausgeber d. Zeitschrift
Blätter Verlagsgesellschaft mbH Herausgeberkreis: Katajun Amirpur, Seyla Benhabib, Norman Birnbaum, Peter Bofinger, Ulrich Brand, Micha Brumlik, Dan Diner, Jürgen Habermas, Detlef Hensche, Rudolf Hickel, Claus Leggewie, Ingeborg Maus, Klaus Naumann, Jens G. Reich, Rainer Rilling, Irene Runge, Saskia Sassen, Karen Schönwälder, Friedrich Schorlemmer, Gerhard Stuby, Hans-Jürgen Urban und Rosemarie Will
Erscheinungsweise
monatlich
Kontakt
Blätter-Redaktion Berlin Albrecht von Lucke, Annett Mängel, Dr. Albert Scharenberg Torstraße 178 10115 Berlin Tel. 030/3088 3640 Fax 030/3088 3645

Liebe Leserinnen und Leser,

die November-Ausgabe der „Blätter für deutsche und internationale Politik“ erscheint am 31.10.2014.

mit Beiträgen von: Jaron Lanier, John Nichols, Stefan Kühl, Daniela Dahn, Hans-Jürgen Urban, Michael Brie, Rainer Rilling, Ferhad Ibrahim, Tine Hanrieder, Stine Klapper, Kirsten Schönefeld, Andreas Keller und Albrecht von Lucke u.a.

zu folgenden Themen: Wider die digitale Entrechtung: Für einen neuen Humanismus, Frieden muss gestiftet werden, IS: Die Implosion des Mittleren Ostens, Ebola: Das Scheitern der Weltgemeinschaft, 25 Jahre ’89: Demokratur schlägt Demokratie, Flexibel im Alter: Der Rentner als Retter?, Thomas Piketty und das Märchen vom Gleichheitskapitalismus, Holocaust: Die Organisation des Terrors, Die Tragödie des Parteikommunismus, Traumjob Wissenschaft?

Mit freundlichen Grüßen
Ihre „Blätter“-Redaktion

www.blaetter.de/aktuelle-ausgabe

Jaron Lanier:
Für einen neuen Humanismus. Wie wir der digitalen Entrechtung entkommen, S. 43–58

Die Menschen geben ihre Souveränität zunehmend an Maschinen ab, Computer verwandeln sich dadurch immer mehr zu religiösen Objekten – die totale Überwachung wird bei all dem in Kauf genommen. Jaron Lanier, Pionier und Kritiker der digitalen Revolution, plädiert in seiner großen Dankesrede zum Erhalt des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels für einen neuen Humanismus. Es gelte, den Glauben an die menschliche Besonderheit zu verteidigen – gegen alle totalitären Tendenzen im Zeitalter des Internets.

Daniela Dahn:
Frieden muss gestiftet werden. Exempel Kosovokrieg oder: das Völkerrecht als Gegner, S. 59–71

Ob in der Ukraine, in Gaza oder durch den Islamischen Staat: Der Krieg ist in diesem Jahr mit aller Brutalität zurückgekehrt. Die Publizistin Daniela Dahn warnt angesichts der barbarischen Taten jedoch vor westlicher Selbstvergessenheit und erinnert an das Kantsche Postulat „Der Frieden muss gestiftet werden“. Vor diesem Hintergrund analysiert sie das Versagen des Westens im Kosovokonflikt vor 15 Jahren, als ganz gezielte Lügen eingesetzt wurden, um einen Angriffskrieg ohne UN-Mandat zu rechtfertigen.

Hans-Jürgen Urban:
Flexibel im Alter: Der Rentner als Retter?, S. 73–80

Ein neuer Stern ist aufgegangen am schwarz-roten Firmament der Rentenpolitik: der Flexi-Rentner. Der rentenarme Alte soll den nichtakademischen Fachkräftemangel kompensieren. „Blätter“-Mitherausgeber Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall, nimmt das neue Projekt der Großen Koalition unter die Lupe: Kann es der Not am Arbeitsmarkt tatsächlich Abhilfe schaffen oder handelt es sich dabei schlicht um eine staatliche Sparmaßnahme in pseudosozialem Gewand?

Rainer Rilling:
Thomas Piketty und das Märchen vom Gleichheitskapitalismus, S. 81–91

Der gesellschaftliche Reichtum konzentriert sich immer stärker in den Händen der Kapitalbesitzer. Ungleichheit ist im Kapitalismus somit nicht die Ausnahme, sondern die Regel – so die Erkenntnis von Thomas Piketty in seinem weltweit erfolgreichen Buch „Das Kapital im 21. Jahrhundert“. Worin aber besteht dessen gesellschaftskritischer Kern? Für Rainer Rilling, Soziologe und „Blätter“-Mitherausgeber, ist das Werk vor allem eines: öffentliche Wissenschaft und damit ein Paradebeispiel gesellschaftlicher Selbstaufklärung.

Stefan Kühl:
Ganz normale Organisationen. Warum sich Hunderttausende am Holocaust beteiligten, S. 93–100

Kein Genozid hat die Menschheit bis heute mit so vielen Fragen zurück- gelassen wie der Holocaust. Der Soziologe Stefan Kühl analysiert die Funktionsmechanismen des Massenmords an den europäischen Juden. Sein erschreckender Befund: Nicht primär ganz normale Deutsche, nicht primär ganz normale Männer, sondern in erster Linie „ganz normale Organisationen“ sorgten für das reibungslose Funktionieren des Genozids.

Michael Brie:
Vom „Unrechtsstaat“ und der Tragödie des Parteikommunismus,
S. 101–109

Das verheerende 20. Jahrhundert holt die linke Politik in Deutschland immer wieder ein. Derzeit zeigt sich dies in der Debatte um die DDR als „Unrechtsstaat“, die im Zuge der Thüringer Koalitionsverhandlungen neu entbrannt ist. Michael Brie, langjähriger Leiter des Instituts für Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung, sieht die Aufgabe glaubwürdiger sozialistischer Politik vor allem in der Auseinandersetzung mit dem Parteikommunismus. Deshalb komme es darauf an, nicht nur den „Stalinismus als System“ aufzuarbeiten, sondern endlich auch den „Leninismus als System“.

Hans-Dieter Schütt:
Die zementierte Teilung. Literatur und Kritik 25 Jahre nach dem Mauerfall, S. 110–120

Es gab keine Kunst in der DDR. Diese Aussage müssen sich Künstler und Schriftsteller aus dem „Osten“ auch heute, 25 Jahre nach der Vereinigung, immer wieder anhören. Die „Arroganz des Siegers der Geschichte“ nennt dies der Publizist Hans-Dieter Schütt. Er plädiert für eine kritische Selbstreflexion von Kulturschaffenden und deren Kritikern, in Ost und West, und erinnert daran, dass es 1989 weit mehr politische und künstlerische Formen des Widerstands gab als die offene Rebellion.

INHALTSVERZEICHNIS

Kommentare und Berichte

25 Jahre ’89: Demokratur schlägt Demokratie von Albrecht von Lucke, S. 5

IS: Die Implosion des Mittleren Ostens von Ferhad Ibrahim, S. 9

Ebola: Das Scheitern der Weltgemeinschaft von Tine Hanrieder, S. 13

Crash 2.0: Europa vor der nächsten Krise von Klaus Busch, S. 17

Mehr Demokratie wagen: Von Schottland nach Katalonien von Steffen Vogel, S. 21

Mazedonien oder die Legende vom sicheren Herkunftsstaat von Stine Klapper und Kirsten Schönefeld, S. 25

Traumjob Wissenschaft? von Andreas Keller. S. 29

Debatte

Ein deutscher Sonderweg – und ob! von Detlef Hensche, S. 33

Aufgespießt

Nobel und radikal: Kailash Satyarthi und Malala von John Nichols, S. 37

Analysen und Alternativen

Kurzgefasst, S. 41

Für einen neuen Humanismus von Jaron Lanier, S. 43

Frieden muss gestiftet werden von Daniela Dahn, S.59

Flexibel im Alter: Der Rentner als Retter? von Hans-Jürgen Urban, S. 73

Thomas Piketty und das Märchen vom Gleichheitskapitalismus Rainer Rilling, S. 81

Ganz normale Organisationen von Stefan Kühl, S. 93

Vom „Unrechtsstaat“ und der Tragödie des Parteikommunismus von Michael Brie, S. 101

Die zementierte Teilung. Literatur und Kritik 25 Jahre nach dem Mauerfall von Hans-Dieter Schütt, S. 110

Buch des Monats

Demokratie – eine unendliche Geschichte von Gerhard Schildt, S. 121

Extras

Dokumente zum Zeitgeschehen, S. 124

Chronik des Monats September 2014, S.125

Zurückgeblättert, S. 128

Zitation
Blätter für deutsche und internationale Politik 59 (2014), 11. in: H-Soz-Kult, 10.11.2014, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-8559>.
Weitere Hefte ⇓
Redaktion
Veröffentlicht am
10.11.2014
Beiträger
Klassifikation
Epoche
Thema
Weitere Informationen
Sprache Beitrag
Land Publikation
Bestandsnachweise