Religion und Gesellschaft in Ost und West (2015), 9

Titel
Religion und Gesellschaft in Ost und West (2015), 9.


Hrsg. v.
Institut G2W. Ökumenisches Forum für Glauben, Religion und Gesellschaft in Ost und West
Heft(e)
9
Erschienen
Zürich 2015: Selbstverlag
Umfang
32 S.
Preis
Einzelheft zu CHF 10.- / € 8.- (zzgl. Versandkosten)
Herausgeber d. Zeitschrift
Institut G2W. Ökumenisches Forum für Glauben, Religion und Gesellschaft in Ost und West
Erscheinungsweise
monatlich
Kontakt
Institut G2W Birmensdorferstr. 52 Postfach 9329 CH-8036 Zürich

Der Westbalkan steht heute aufgrund der Flüchtlingsströme aus Syrien und dem Irak wieder schlaglichtartig im Mittelpunkt der internationalen Aufmerksamkeit. Wie schon vor zwei Jahrzehnten beim blutigen Zerfall Jugoslawiens geht es auch heute um eine europaweite Aufgabe und Herausforderung, bei der man die Balkanländer nicht sich selbst überlassen darf. In dieser Ausgabe spannen wir den Bogen von den jugoslawischen Zerfallskriegen der 1990er-Jahre bis hin zur aktuellen Flüchtlingskrise. Im Mittelpunkt stehen dabei die Frage nach dem Charakter der Kriege im früheren Jugoslawien und die gegenwärtige politische Situation der jugoslawischen Nachfolgestaaten.

INHALT

Im Fokus:
Griechenland: Wird aus seinem Drama noch eine Tragödie?
von Jens Sebastian

Marie-Janine Calic: Der Sukzessionskrieg im ehemaligen Jugoslawien
Der Zerfall Jugoslawiens in den 1990er Jahren war der erste Krieg auf europäischem Boden seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Ursachen des Auseinanderbrechens des Vielvölkerstaats waren vielfältig und lassen sich vor allem auf die Desintegration des politischen Systems zurückführen. Die Vertreibung ganzer Bevölkerungsgruppen während des Krieges diente vor allem dem Ziel, ethnisch homogene Nationalstaaten zu schaffen.

Heike Karge: Virulente Vergangenheit. 20 Jahre nach dem Völkermord von Srebrenica
In Srebrenica ereignete sich im Juli 1995 das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Bei dem Massaker nach der Einnahme der UN-Schutzzone kamen über 8 000 muslimische Jungen und Männer ums Leben. 20 Jahre nach dem Verbrechen, das UN-Gerichte als Völkermord klassifiziert haben, sind weiterhin viele Fragen offen. Noch immer konnten nicht alle Hinterbliebenen die sterblichen Überreste ihrer Angehörigen würdig bestatten, noch immer wird das Geschehen verdrängt und verleugnet, und noch immer sind nicht alle Verantwortlichkeiten beim Fall der Schutzzone geklärt.

Vedran Džihić: Der Westbalkan zwischen Krisen und einer europäischen Zukunft
Zwei Jahrzehnte nach den jugoslawischen Zerfallskriegen stehen die Länder des Westbalkans wieder im Mittelpunkt der internationalen Aufmerksamkeit. Grund dafür sind die schlechte wirtschaftliche und politische Lage der Region, die immer mehr Menschen zur Abwanderung in die reicheren EU-Länder veranlasst, sowie die zahlreichen Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak, die vor allem auf der sog. Westbalkanroute in die EU zu gelangen versuchen. Damit der Westbalkan nicht erneut zu einem Krisenherd wird, darf die EU die Region nicht sich selbst überlassen.

Stefan Kube: In Geschichte verstrickt. Ökumenische Neuanfänge und Probleme
Die Beziehungen zwischen der Serbischen Orthodoxen Kirche und der katholischen Kirche in Kroatien haben sich in den letzten Jahren merklich entspannt. Dazu beigetragen hat eine Reihe von Begegnungen auf Ebene der Kirchenleitungen. Es gibt jedoch noch zahlreiche Konfliktfelder, welche die ökumenischen Beziehungen belasten. An erster Stelle sind dabei die unterschiedlichen Wahrnehmungen der jugoslawischen Zerfallskriege und der Weltkriegsvergangenheit zu nennen.

Tanja Zimmermann: „Permanente Revolution“: Das Gespenst des Kommunismus heute
Kommunistische Symbole und Bildformeln bestehen auch nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Regime fort. Entweder dienen sie wie im Fall der wiedererwachten Stalin-Verehrung nationalistischen oder neo-imperialistischen Zwecken, oder sie werden zur subversiven Kritik am gegenwärtigen Zustand der postkommunistischen Gesellschaften verwendet. Vor allem im Bereich der bildenden Kunst und des Films wird der subversive Umgang mit der kommunistischen Bildsprache gepflegt.

Buchanzeigen:

Angela Ilić: Churches in the Face of Political and Social Transition. German-Serbian Ecumenical Consultations 1999–2009, Leipzig 2014

Frano Prcela OP: Bogozaborav (Gottesvergessenheit). Razmišljanja o aktualnim izazovima Crkve, Zagreb-Sarajevo 2014

Ina Merdjanova: Rediscovering the Umma Muslims in the Balkans between Nationalism and Transnationalism, New York 2013

Moritz Florin: Kirgistan und die sowjetische Moderne. 1941–1991, Göttingen 2015

Zitation
Religion und Gesellschaft in Ost und West (2015), 9. in: H-Soz-Kult, 25.09.2015, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-9191>.
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