Blätter für deutsche und internationale Politik 60 (2015), 12

Titel
Blätter für deutsche und internationale Politik 60 (2015), 12.


Hrsg. v.
Blätter Verlagsgesellschaft mbH Herausgeberkreis: Katajun Amirpur, Seyla Benhabib, Norman Birnbaum, Peter Bofinger, Ulrich Brand, Micha Brumlik, Dan Diner, Jürgen Habermas, Detlef Hensche, Rudolf Hickel, Claus Leggewie, Ingeborg Maus, Klaus Naumann, Jens G. Reich, Rainer Rilling, Irene Runge, Saskia Sassen, Karen Schönwälder, Friedrich Schorlemmer, Gerhard Stuby, Hans-Jürgen Urban und Rosemarie Will
Heft(e)
12
Erschienen
Berlin 2015: Blätter Verlag
Umfang
128 S.
Preis
ahresabo 84,60 Euro, ermäßigt 67,20 Euro, Auslandszuschläge auf Anfrage, Einzelheft 10 Euro
Herausgeber d. Zeitschrift
Blätter Verlagsgesellschaft mbH Herausgeberkreis: Katajun Amirpur, Seyla Benhabib, Norman Birnbaum, Peter Bofinger, Ulrich Brand, Micha Brumlik, Dan Diner, Jürgen Habermas, Detlef Hensche, Rudolf Hickel, Claus Leggewie, Ingeborg Maus, Klaus Naumann, Jens G. Reich, Rainer Rilling, Irene Runge, Saskia Sassen, Karen Schönwälder, Friedrich Schorlemmer, Gerhard Stuby, Hans-Jürgen Urban und Rosemarie Will
Erscheinungsweise
monatlich
Kontakt
Blätter-Redaktion Berlin Albrecht von Lucke, Annett Mängel, Dr. Albert Scharenberg Torstraße 178 10115 Berlin Tel. 030/3088 3640 Fax 030/3088 3645

Liebe Leserinnen und Leser,

die Dezember-Ausgabe der „Blätter für deutsche und internationale Politik“ erscheint am 27. November 2015.

Mit Beiträgen u.a. von: Wendy Brown, Serge Latouche, Michael T. Klare, Patrick Cockburn, Thomas Schmid, Albrecht von Lucke, Carsten Lenz und Nicole Ruchlak, Reinhard Blomert, Heike Moldenhauer, Tsafrir Cohen, Benjamin von Brackel und Christian Mihatsch.

Zu folgenden Themen: Nach den Terroranschlägen in Paris: Die Welt im Krieg?, Der UN-Klimagipfel als Friedenskonferenz, Postwachstum und gutes Leben, Ökonomisierung des menschlichen Lebens, Charter Cities, Die Flüchtlingsdebatte in Deutschland und Europa, Honneths Sozialismus-Begriff, Erdogan: Mit Terror zur Allmacht, Israel im Zangengriff der Angst, Glyphosat u.v.m.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre „Blätter“-Redaktion

<http://www.blaetter.de/aktuelle-ausgabe>

Michael T. Klare:
Klima und Krieg. Der Pariser Gipfel als Friedenskonferenz, S. 45–50
Seit der epochalen Kyoto-Konferenz vor knapp 20 Jahren sind alle Verhandlungen über ein Nachfolgeabkommen kläglich gescheitert. Umso mehr blickt die Welt nun auf den UN-Klimagipfel in Paris. Der US-amerikanische Friedensforscher Michael T. Klare plädiert entschieden dafür, das vereinbarte Zwei-Grad-Ziel doch noch zu erreichen – allen Prognosen zum Trotz. Denn schon heute sind Ressourcenkriege im Nahen Osten und in Afrika bittere Realität. Daher ist die Tagung in Paris nicht nur ein Klimagipfel, sondern die wahrscheinlich wichtigste Friedenskonferenz der Geschichte.

Patrick Cockburn:
Syrien: Das mörderische Patt, S. 51–58
Syrien versinkt im Krieg. Doch während bei den US-Luftangriffen gegen den „Islamischen Staat“ der Durchbruch ausbleibt, stärken die russischen Luftschläge den Machthaber Baschar al-Assad. Der irische Journalist Patrick Cockburn analysiert die Veränderung der militärischen Kräfteverhältnisse in der Levante und die Ursachen des „ewigen Krieges“: den regionalen Großkonflikt zwischen Schiiten und Sunniten sowie die Rivalität der Großmächte USA und Russland. Cockburns fatales Fazit: Alle Konfliktparteien sind zu stark, um besiegt zu werden, und zu schwach, um zu siegen.

Thomas Schmid:
Offenheit statt Abschließung. Ein Plädoyer für Europas großen Anspruch, S. 59–68
Die Ankunft Tausender von Bürgerkriegsflüchtlingen steht für den Einbruch der „einen Welt“ in die Europäische Union. Gleichzeitig stoßen die Neuankömmlinge immer häufiger auf Stacheldraht. Der Publizist und ehemalige „Welt“-Herausgeber Thomas Schmid beleuchtet die Existenzkrise der EU, deren krisenuntaugliches Regelsystem vor einer historischen Bewährungsprobe stehe. Es komme darauf an, endlich die nötigen Hauskräche zwischen West- und Osteuropa auszutragen, um eine kontrollierte Migration mit der großen Idee eines offenen Europas zu vereinen.

Wendy Brown:
Der totale Homo oeconomicus. Wie der Neoliberalismus den Souverän abschafft, S. 69–82
Der Neoliberalismus ist das zentrale ökonomische Paradigma der letzten Jahrzehnte. Doch sein Grundprinzip der Behauptung freier Märkte führte nicht zu mehr gesellschaftlichem Wohlstand, sondern zu massiver Ungleichheit und zur schleichenden Abschaffung des Staates. Die US-amerikanische Politikwissenschaftlerin Wendy Brown geht noch darüber hinaus und analysiert die totale Ökonomisierung des menschlichen Lebens: Was geschieht mit der Demokratie, wenn der Neoliberalismus den Staat, aber auch die Seele, restlos durchdringt?

Serge Latouche:
Vom Glück zum BIP – und die Alternative des guten Lebens, S. 83–97
Am Beginn der westlichen Moderne stand das individuelle Glücksversprechen durch wachsenden Wohlstand. Heute allerdings geht das scheinbar grenzenlose Wachstum der materiellen Güter längst nicht mehr mit steigender Lebensqualität einher. Der französische Ökonom Serge Latouche fordert dazu auf, der Religion ewigen Wachstums endlich abzuschwören. Es komme darauf an, das eigene Denken vom „BIP pro Kopf“ zu befreien, um Platz zu machen für das wahre „gute Leben“.

Carsten Lenz und Nicole Ruchlak:
Charter Cities. Honduras als Experimentierfeld neoliberaler Utopien, S. 98–104
Was hilft Entwicklungsländern aus der Armut? Weniger Staat, lautet die Antwort von Verfechtern der sogenannten Charter Cities. Sie plädieren für Zonen, aus denen sich der Staat komplett zurückzieht und die Kräfte des Marktes frei walten lässt. Dort sollen Idealstädte entstehen, die wirtschaftlich prosperieren würden, schildern IT-Berater Carsten Lenz und BR-Redakteurin Nicole Ruchlak. Ein erstes Experiment dieser Art läuft derzeit in Honduras an – und hat schon jetzt mit Korruption und verschärfter Ungleichheit zu kämpfen.

Inhaltsverzeichnis

Kommentare und Berichte

Freitag der Dreizehnte: Die Welt im Krieg?, von Albrecht von Lucke, S. 5

Paris 2015: Die Schicksalskonferenz, von Benjamin von Brackel und Christian Mihatsch, S. 9

Flüchtlinge nach Ostdeutschland?, von Frank Eckardt, S. 13

Erdogan: Mit Terror zur Allmacht, von Jürgen Gottschlich, S. 17

Israel im Zangengriff der Angst, von Tsafrir Cohen, S. 21

Trudeau zum Zweiten: Kanada vor dem Wandel, von Oliver Schmidtke, S. 25

Glyphosat: Unser täglich Gift, von Heike Moldenhauer, S. 29

Sexarbeit: Der verfehlte Schutz, von Ulrike Lembke, S. 33

Debatte

Zivilgesellschaft statt Sozialismus, von Reinhard Blomert, S. 37

Kolumne

Kaczyński total: Polen nach der Wahl, von Sławomir Sierakowski, S. 41

Analysen und Alternativen

Kurzgefasst, S. 43

Klima und Krieg. Der Pariser Gipfel als Friedenskonferenz, von Michael T. Klare, S. 45

Syrien: Das mörderische Patt, von Patrick Cockburn, S. 51

Offenheit statt Abschließung. Ein Plädoyer für Europas großen Anspruch, von Thomas Schmid, S. 59

Der totale Homo oeconomicus. Wie der Neoliberalismus den Souverän abschafft, von Wendy Brown, S. 69

Vom Glück zum BIP – und die Alternative des guten Lebens, von Serge Latouche, S. 83

Charter Cities. Honduras als Experimentierfeld neoliberaler Utopien, von Carsten Lenz und Nicole Ruchlak, S. 98

Buch des Monats

Pluralismus unter Beschuss, von Hanno Pahl, S. 105

Extras

Dokumente, S. 108

Chronik des Monats Oktober 2015, S. 109

Zurückgeblättert und Impressum, S. 112

Autoren, S. 128

Register 2015

Verzeichnis der Autorinnen und Autoren 2015, S. I

Sachregister 2015, S. VII

Zitation
Blätter für deutsche und internationale Politik 60 (2015), 12. in: H-Soz-Kult, 03.12.2015, <www.hsozkult.de/journal/id/zeitschriftenausgaben-9305>.
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Veröffentlicht am
03.12.2015
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