Das „Historische Jahrbuch“ steht in einer langen Tradition; es ist aufs engste mit der Sektion für Geschichte der Görres-Gesellschaft verbunden. Gleichzeitig ist es eine der wenigen allgemeinen historischen Zeitschriften und hebt sich daher ab von der Vielzahl der geschichtswissenschaftlichen Spezialzeitschriften. Epochenübergreifende Themenvielfalt bestimmt das Profil des „Historischen Jahrbuchs“.
Die Verteidigung der Katholizität unter den spezifischen Voraussetzungen des Kulturkampfes und in Frontstellung zur liberalen Historiographie war der Gründungsimpuls für das „Historische Jahrbuch“ im ausgehenden 19. Jahrhundert gewesen; dies kann heute kein Motiv mehr sein. Gleichwohl besitzt der interdisziplinäre Brückenschlag zur Theologie und zur Kirchengeschichte weiterhin einen besonderen Stellenwert. Die traditionellen Schwerpunkte unserer Zeitschrift – die politische Geschichte, die Geschichte des Christentums von der Antike bis zur Zeitgeschichte, die Religions- und Kirchengeschichte – werden auch in Zukunft gepflegt. Regelmäßig dokumentiert werden die Veranstaltungen der historischen Sektion der Görres-Gesellschaft zu gegenwartsrelevanten Rahmenthemen in meist diachroner Perspektive. Eine eigene Rubrik „Debatte und Kritik“ bietet Raum für die kritische Begleitung von Methodendiskussionen und für ausführliche Sammelrezensionen zu aktuell diskutierten historischen Themen. Über einen Einzelrezensionsteil verfügt das „Historische Jahrbuch“ hingegen nicht mehr.
Von den inhaltlichen Schwerpunkten des „Historischen Jahrbuchs“ ausgehend fällt der Blick auf Fragen, die mit den Formen des Religiösen auch jenseits des Christentums und mit der Rolle der Religion als gesellschaftlicher Gestaltungskraft verknüpft sind. Fernab nationaler Verengung und bereit, außereuropäische Perspektiven einzubeziehen, rücken übergreifende Fragestellungen, wissenschaftliche Kontroversen und die Diskussion von Grundfragen in den Mittelpunkt.
Oktober 2021, im Namen aller Herausgeberinnen und Herausgeber
Thomas Brechenmacher und Christoph Kampmann