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Physische Gewalt in der griechisch-römischen Antike – Ein Forschungsbericht

Physische Gewalt ist ein ubiquitäres Phänomen und wurde in den letzten 20 Jahren auch als Forschungsgegenstand in den Altertumswissenschaften entdeckt. Im Zuge dieser Entwicklung wurde das primäre Interesse der Forschung auf den kulturspezifischen Umgang mit der Gewalt gelenkt. Der Forschungsbericht stellt neuere Studien zu Gewalt in den verschiedenen Teilbereichen der antiken Gesellschaften vor. Als Ergebnis muss man allerdings feststellen, dass Gewaltphänomene in einem Bereich meist isoliert von anderen betrachtet werden und zahlreiche Desiderate bestehen, etwa im Bereich der Alltagsgewalt. Diese Defizite sind auch auf die schwierige Quellenlage zurückzuführen, die es häufig nicht erlaubt, die Ausmaße der Gewalthandlungen zu erfassen. Bisher wurde aber auch nur vereinzelt versucht, die Zusammenhänge zwischen Gewaltdarstellungen, -diskursen und -praktiken systematisch zu erforschen. Die große Zahl neuer Arbeiten und die Vielfalt der methodischen Zugänge lassen nichtsdestoweniger erkennen, dass Gewalt als ein neues Forschungsfeld in den Altertumswissenschaften im Entstehen begriffen ist.

Abstract
Physical violence is a ubiquitous phenomenon, and in the last 20 years it has turned up as an object of research in Classical Studies. In the course of this development, current research has focused primarily on the culturally specific dealings with violence. The essay presents recent studies on violence in the various fields of the ancient societies. Thus, it must be noted that violence is normally treated in an individual field isolated from others and that large gaps in knowledge exist, for example in the field of violence in everyday life. These deficiencies are partly due to the availability of sources based on which the extents of violence often cannot be grasped. To date it has seldom been tried to explore the relationships between the depictions, discourses, and practices of violence. Nevertheless, the plethora of new studies and the diversity of the methods employed indicate that violence is emerging as new area of research in the study of the Ancient World.

Von
Lennart Gilhaus, Institut für Geschichtswissenschaft, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Das wissenschaftliche Interesse an physischer Gewalt hat in den letzten 20 Jahren stark zugenommen, so auch in den Altertumswissenschaften.[1] Zwar haben Gewaltphänomene in der griechisch-römischen Antike auch in der älteren Forschung vielfach Betrachtung gefunden, aber erst in neueren Arbeiten wird Gewalt in verstärktem Maße als eigenes Analyseobjekt behandelt.[2] Der jeweils kulturspezifische Umgang mit Gewalt ist dabei in den Fokus der Forschung getreten. Der folgende Forschungsbericht konzentriert sich daher auf die althistorischen Publikationen zum Thema Gewalt in der Antike, die seit der Jahrtausendwende erschienen sind, und berücksichtigt ältere Arbeiten nur, insoweit sie für aktuelle Diskussionen relevant sind.[3]

Nach einer Vorstellung der antiken Perspektiven auf Gewalt sowie der modernen Auseinandersetzung mit Gewaltdarstellungen und -narrationen in der Antike sollen die wesentlichen Forschungsergebnisse der letzten Jahre anhand der verschiedenen gesellschaftlichen Teilbereiche diskutiert werden. Dabei werden zunächst organisierte Gewalt im Krieg, dann Gewalt und politische Ordnung, religiöse Gewalt und schließlich Gewalt im Alltag behandelt. Im abschließenden Kapitel wird eine universalgeschichtliche Perspektive eröffnet und werden die Spezifika der Erforschung antiker Gewalt erörtert. Im Forschungsbericht wird dabei insbesondere die Frage aufgeworfen, inwiefern zwischen den einzelnen Teilbereichen Verbindungen gezogen werden, also eine Vernetzung der Untersuchungen zur Gewalt stattfindet und man mittlerweile von einem eigenständigen Feld der Gewaltforschung innerhalb der alten Geschichte sprechen kann.

Gewalt: Definitionen, Darstellungen und Narrationen
Mit den antiken Vorstellungen von Gewalt hat man sich erst seit den 1990er-Jahren vertieft auseinandergesetzt.[4] So wurde der für die griechische Welt zentrale hybris-Begriff lange vor allem aus rechtsgeschichtlicher Perspektive betrachtet. Die ethische Dimension von hybris, die häufig, aber nicht ausschließlich mit Gewalt verbunden war, auf jeden Fall aber auf Entehrung und Schande für das Opfer abzielte, haben vor allem David Cairns, Nick Fisher und David Cohen herausgearbeitet und hybris auch in Zusammenhang mit anderen Wertvorstellungen wie aidos (Sittsamkeit; Respekt) gebracht.[5] Auch das Verhältnis zwischen der reinen Gewalt (bia) und den entehrenden, oft gewalttätigen Handlungen (hybris) wurde herausgestellt.[6]

Was die römischen Vorstellungen angeht, zeigen die Belege von vis eine weite Bandbreite an negativen und positiven Konnotationen und der Begriff wurde häufig mit Männlichkeitsidealen verbunden.[7] Selbst crudelitas (Grausamkeit) konnte im Bereich der Kriegsführung als selbstverständlicher Umgang mit den Feinden benutzt werden, hat aber ansonsten meist eine negative Bedeutung, wenn sie von Außenstehenden und Gewaltherrschern ausgeht.[8] Dabei fungierte der Vorwurf von Grausamkeit weniger als moralisches Kriterium, sondern war in erster Linie eine Frage der Zugehörigkeit zur sozialen Gruppe. Gewalt überschritt dann Grenzen, wenn sie im Widerspruch zum sozialen Status des Opfers stand. Nur angerissen wird in diesen Untersuchungen die Rolle des Schmerzes und Leidens. An umfangreicheren Arbeiten, die diese Aspekte untersuchen, mangelt es bisher.

Dass illegitime Gewaltanwendung und Grausamkeit einen zentralen Bestandteil in der Definition des Anderen bildete, hat in den letzten Jahren vor allem Valeria Andò deutlich gemacht:[9] Extreme Gewalt wurde von den Griechen als inhuman konzeptualisiert und die Täter als Bestien außerhalb der menschlichen Gesellschaft dargestellt. Andò kann dabei herausstellen, dass gerade auch der Gewaltdiskurs dazu diente, die Normen dessen aufzuzeigen, was für die Griechen das Menschsein ausmachte.

Den Gewaltdarstellungen und -narrationen hat man sich im Zuge einer allgemeinen kulturwissenschaftlichen Wende in den deutschen Altertumswissenschaften in den 2000er-Jahren zugewandt. Innerhalb weniger Jahre erschienen mehrere in erster Linie deutschsprachige Sammelbände und Monographien, die sich dem Thema gewidmet haben.[10] Einen profunden Überblick über die Funktionen der künstlerischen und literarischen Gewaltbilder bietet mittlerweile die Monographie von Martin Zimmermann zu „Gewalt. Die dunkle Seite der Antike“ von 2013.[11] Ansonsten kreisen die Diskussionen bisher vor allem um zwei Themenkreise: Die Ästhetisierung von Gewalt in der griechischen Tragödie und den Wandel der Gewaltdarstellungen in der attischen Vasenmalerei des 6. und 5. Jhs. v. Chr. Daneben hat man sich insbesondere für extreme Formen der Gewalt interessiert.

Die zeitliche Entwicklung der Gewaltbilder in der Vasenmalerei ist zwar teilweise umstritten, aber Einigkeit besteht dahingehend, dass im späten 6. Jh. v. Chr. die Darstellungen von expliziter Gewalt und einem Hang zu Pathos und Dramatik dominiert sind, während ab dem frühen 5. Jh. v. Chr. Gewalt meist nur noch angedeutet wird. Verschiedentlich wurde nun vermutet, dass die Darstellungen zunächst den Blick vor allem auf die Opfer der Gewalt lenken würden, um eine kritische Reflexion über die Grenzen legitimer Gewaltanwendung anzuregen. Die Bilder des beginnenden 5. Jhs. v. Chr. würden hingegen Bezug auf die neuen Normen der athenischen Demokratie nehmen. Daher würden auch gewalthaltige Bilder mehr und mehr verschwinden und stattdessen gewaltfreie Formen der Konfliktlösung im zunehmenden Maße thematisiert.[12] Susanne Muth lehnt hingegen diese enge Bindung der Ikonographie an die Entwicklung Athens ab und argumentiert, dass die Gewalt zu keiner Zeit grundsätzlich in Frage gestellt wurde.[13] Daher sei es ein von modernen Sehgewohnheiten herrührender Fehlschluss, anzunehmen, die Perspektive würde auf das Opfer gelenkt. Im Vordergrund stehe vielmehr immer das Kräfteverhältnis und damit letztlich der Sieger, der in den älteren Darstellungen durch Kraft, in den jüngeren hingegen durch innere Überlegenheit die Oberhand behält. Die Entwicklungen der Darstellungen würden also grundsätzlich einer Eigenlogik folgen: Die Pathetisierung des Kampfes im späten 6. Jh. v. Chr., die eigentlich die Tapferkeit des Täters unterstreichen sollte, hätte nämlich zunehmend den Blick vom Sieger abgelenkt und als Gegenbewegung wäre dann die Gewalt implizit dargestellt worden, um den Sieger wieder ins Zentrum zu rücken.

Allerdings hat Susanne Muth in erster Linie Kampfszenen untersucht, in denen Gewalt schwerlich kritisiert werden konnte und eher Rollenmodelle vorgestellt wurden. Für andere Bildmotive wurde verschiedentlich sehr deutlich hervorgehoben, dass die Handlungen einiger Personen als durchaus fragwürdig dargestellt wurden und man dabei offenbar verschiedene Muster der Gewaltdeutung durchspielte.[14] Die Intention und Perzeption von Gewaltbildern konnte also durchaus ambivalent sein, spiegelte aber auf jeden Fall nur in sehr indirekter Weise die historischen Entwicklungen wider. Insbesondere bleibt umstritten, welchen Einfluss das Ende der Tyrannis, die Etablierung der athenischen Demokratie, die Perserkriege und der anschließende Aufstieg Athens zur Vormacht in der Ägäis auf die Ikonographie und Vorliebe für bestimmte Motive hatte.

Dass man sich von modernen Rezeptions- und Sehgewohnheiten lösen muss, hat auch Martin Zimmermann in mehreren Beiträgen deutlich gemacht.[15] Im Gegensatz zur typischen Form der Präsentation von Gewalt in der Moderne, die Selbstverteidigung betont und bei der das Töten von Feinden nicht explizit dargestellt wird, dominieren in der griechischen, vor allem aber der römischen Welt teils sehr brutale Gewaltszenen, mit denen die Sieger gefeiert wurden. Insbesondere Paul Zanker hat herausgestellt, dass römische Staatsreliefs, aber auch Sarkophage und andere Monumente die Gewalt der überlegenen römischen Soldaten gegenüber Barbaren geradezu feiern.[16] Griechische Kriegsbilder sind teilweise zurückhaltender, aber auch in den Kampfreliefs der Klassik und des Hellenismus werden martialische Tugenden gepriesen.[17] Zuletzt hat Felix Pirson in seiner Untersuchung dieser Reliefs gefordert, gerade bei den Kriegerdarstellungen von der immer noch vorherrschenden Dichotomie zwischen griechischer und römischer Welt Abstand zu nehmen.[18]

Von philologischer Seite hat man die Darstellung und Funktion von Gewalt in der griechischen Tragödie in den Blick genommen. Dort wurden Gewalthandlungen zweifelsohne auch problematisiert und menschliche Handlungen im Rahmen mythischer Erzählungen reflektiert, wie insbesondere Jacqueline de Romily herausgestellt hat.[19] Aufgrund von Konventionen, deren Ursprünge nicht sicher zu klären sind, wurden bei Tragödienaufführungen Gewalthandlungen nicht direkt gezeigt. Welche Techniken der Gewaltdarstellungen die Tragödiendichter vor diesem Hintergrund entwickelten, hat Bernd Seidensticker eingehend diskutiert.[20] Daneben hat man vor allem besondere Szenen, bestimmte Einzelaspekte sowie einzelne Stücke hinsichtlich ihrer Darstellung von Gewalt untersucht, an übergeordneten Studien mangelt es abgesehen von einigen zusammenfassenden Aufsätzen allerdings.[21]

Auch die Gewaltdarstellungen in anderen Gattungen der griechischen und römischen Literatur wurden teilweise in den Blick genommen, aber meist nur in einzelnen Aufsätzen zu bestimmten Autoren.[22] Intensiv hat Antje Wessels die verschiedenen Darstellungsmodalitäten von Gewalt bei Seneca untersucht.[23] In seinen Tragödien ästhetisiere Seneca die Gewalt, indem er sinnliche und kognitive Erfahrung miteinander kombiniert und so zur Reflexion einlädt. Ob Seneca Szenen exzessiver Gewalt so sehr ausgestaltete, weil es den zeitgenössischen Sehgewohnheiten entsprach und Seneca zudem mit seinen Tragödien auf die Inanspruchnahme des Theaters durch die kaiserliche Repräsentation reagierte, bleibt in dem Buch aber unklar.

Detaillierte Überlegungen zum Zusammenhang zwischen Gewalt in der Literatur und den politischen Bedingungen der frühen Kaiserzeit hat Dirk Rohmann angestellt.[24] Ausgehend von dem Befund, dass Darstellungen exzessiver Gewalt im 1. Jh. n. Chr. besonders häufig anzutreffen sind, analysiert er Tendenz und Realismus der Erzählungen über den Tod von Kaisern, deren Grausamkeit sowie die Ausgestaltung von Gewaltszenen gegenüber Sklaven, Barbaren und senatorischen Opfern. Dabei stellt er heraus, dass die Szenen hochgradig stilisiert waren. Rohman sieht darin politische Kritik der senatorischen Autoren, die sich gegen den Kaiser richteten, und insgesamt den Hauptgrund für die reiche Ausgestaltung der Erzählungen über Gewalt; andere Erklärungen wie eine verstärkte Strafpraxis, die Gladiatorenspiele oder die Alltagskriminalität weist er entschieden zurück. Dass die Häufung von Szenen exzessiver Gewalt in jedem Fall mit den von Rohmann unterstellten Ängsten und dem angeblich verstärkten Sicherheitsbedürfnis der Senatoren zu erklären ist, kann er aber nicht sicher beweisen.

An umfangreicheren Untersuchungen in monographischer Form fehlt es ansonsten. Zahlreiche Einzelbetrachtungen von unterschiedlicher Qualität finden sich in mehreren Sammelbänden. Insbesondere die Tagungsbände von Jean-Marie Bertrand zu „La violence dans les mondes grec et romain“ von 2005 und von Harold A. Drake zu „Violence in Late Antiquity. Perceptions and Practices“ von 2006 versammeln ganz verschiedene Beiträge, die zum Teil nur sehr lose mit dem Phänomen „Gewalt“ verbunden sind und häufig die verwendeten Begriffe von Gewalt, Grausamkeit und Exzess nicht genauer definieren oder operationalisieren.[25] Die Autoren der Aufsätze, die sich explizit mit Gewaltdarstellungen auseinandersetzen, betonen aber auch deren bewusste stilistische Ausgestaltung. So hebt etwa Walter Pohl hervor, dass die Quellen der Spätantike zwar häufig von grausamer Gewalt der Barbaren sprechen, sich daraus aber eben keine direkten Rückschlüsse auf die realen Ausmaße der Gewalt ergeben. Barbarische Gewalt diente daher nach Ralph Mathisens Ansicht vor allem der Konstruktion und Bestätigung des römischen Barbarenbildes. Hingegen geht Wolf Liebeschuetz von einem wesentlich höheren Gewaltniveau in den germanischen Reichen der Völkerwanderungszeit als im spätantiken Imperium Romanum aus.[26] Das Verhältnis zwischen Gewalttätigkeit im Fremdbild und der realen Rolle in den Nachfolgereichen kann dabei nicht geklärt werden.[27]

Die verschiedenen Diskussionen um Gewaltdarstellungen und -erzählungen in den altertumswissenschaftlichen Teildisziplinen hat Martin Zimmermann in seiner umfangreichen Monographie zu „Gewalt. Die dunkle Seite der Antike“ von 2013 aufgenommen; er macht darin die verschiedenen Funktionalisierungen in der Kommunikation über Gewalt deutlich.[28] Die Gewaltpraxis blendet er dabei weitgehend aus. Während also hinsichtlich der Funktionalität von Gewaltdarstellungen weitgehende Einigkeit besteht, zeigen die verschiedenen Untersuchungen von der griechischen Vasenmalerei über die Tyrannentopik bei Griechen und Römern[29] bis zur Gewalt der germanischen Kriegergruppen, dass unmittelbare Rückschlüsse auf die historische Realität nur sehr schwer möglich sind, die aber auch nur selten eigens thematisiert wird. Gerade die häufig zu betrachtende ästhetische Formung verunklart die Zusammenhänge. Diese Ergebnisse sind für die Erforschung realer Gewaltbedingungen, -praktiken und -strukturen zweifelsohne von grundlegender Bedeutung, allerdings sollte man auch umgekehrt die Auswirkungen von realer Gewalterfahrung auf die Darstellungen stärker analysieren und nicht nur ablehnen oder einfach behaupten.

Gewalt im Krieg
Physische Gewalt ist das konstituierende Element von Kriegen. Daher verwundert es zunächst, dass die Altertumswissenschaften die Kriegsgewalt lange Zeit nicht eigens thematisiert haben.[30] Die Militärhistoriker des beginnenden 20. Jahrhunderts behandelten Kriege und Schlachten in erster Linie im Hinblick auf die politische Geschichte und analysierten dabei Taktik und Strategie der Kriegsführung. Antike Kriege wurden also in erster Linie aus der Perspektive der Feldherren behandelt.[31] Gegen diese einseitige Sicht wandten sich nach dem Zweiten Weltkrieg insbesondere Wissenschaftler der französischen Annales-Schule und thematisierten Krieg und Militär als Teil der Gesellschaftsgeschichte. Die eigentlichen Kampfhandlungen wurden in dieser Betrachtungsweise aber mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt und als Epiphänomen angesehen.[32]

In den 1980er-Jahren forderten insbesondere anglophone Forscher eine erneute Konzentration auf das Schlachtgeschehen, allerdings im Gegensatz zur älteren Forschung nicht mehr aus der Sicht der Feldherren, sondern mit Konzentration auf den kämpfenden Soldaten selbst. Damit kamen nun auch die konkreten Gewalthandlungen in den Blick. Entscheidenden Anstoß für diesen Perspektivwechsel hatte John Keegans Studie „The Face of Battle“ von 1976 gegeben.[33] Anhand ausgewählter Schlachten vom Spätmittelalter bis zum Ersten Weltkrieg hatte Keegan detailliert die praktischen Mechanismen der Kämpfe offengelegt. Die Soldaten sollten in dieser Perspektive nicht einfach nur als taktische Einheiten oder Produkt sozialer Institutionen erscheinen, sondern als Gruppen von Männern, die ihre Feinde töten sollten und selbst überleben wollten.

Victor Davis Hanson wandte Keegans Ansatz für die griechische Hoplitenphalanx in seiner Studie „The Western Way of War. Infantry Battle in Ancient Greece“ von 1989 konsequent an und präzisierte seine Thesen zur griechischen Kriegsführung danach weiter.[34] Mit dem „Face of Battle“-Ansatz wurde dann auch die römische Kriegsführung der Republik und Kaiserzeit analysiert und er bildet die Grundlage für mehrere allgemeine Monographien zur Militärgeschichte der Antike.[35]

Bei der Übertragung von Keegans Modell ergeben sich aber auch mehrere Probleme, und Kritik an Hansons Übertragung blieb nicht aus. So fehlen im Gegensatz zu der von Keegan behandelten Zeit für die Antike über weite Strecken ausführliche Schlachtenbeschreibungen, die eine präzise Rekonstruktion der Erfahrungen der Soldaten erlauben würden. Hanson und andere entwerfen daher einen „Idealtyp“ aus einer Vielzahl von Quellen. Die geordnete Hoplitenschlacht erscheint dabei als das Ideal griechischer Kriegsführung und Hanson entwickelte die Hoplitenschlacht sogar zum Prototyp der „Entscheidungsschlacht“, die zum Ursprung westlicher Kriegsführung überhaupt stilisiert wird.[36]

Damit verbunden war auch die Vorstellung, die schon von der französischen Annales-Schule vertreten wurde, dass Krieg von den Griechen in erster Linie als Wettkampf verstanden wurde. Josiah Ober arbeitete diesen Ansatz in einem einflussreichen Aufsatz weiter aus. Er ging von einer grundlegenden, über die einzelne Stadt hinausgehenden Gemeinschaftssinn der „Hoplitenklasse“ aus und meinte daher, die Griechen seien darum bemüht gewesen, die Gewalt und Brutalität des Kriegs durch „Rules of War“ einzudämmen.[37] Kriege würden in einer kurzen und geordneten Feldschlacht entschieden, die Gefallenenzahlen so minimiert. Auf größere Zerstörungen, Massaker und Plünderungen hätte man ebenso verzichtet wie auf Hinterhalte und Überraschungsangriffe. Erst im 5. Jh. v. Chr. seien diese Regeln insbesondere durch das erstarkende Athen und den Peloponnesischen Krieg immer weiter erodiert und die Brutalität der Kriege hätte immer mehr zugenommen.

Das Modell der „agonalen Kriegsführung“ ist aber in den 2000er-Jahren immer mehr in Kritik geraten. Insbesondere Peter Krentz und Hans van Wees haben betont, dass die von Ober postulierten Regeln erst ein Konstrukt des 5. Jhs. v. Chr. gewesen seien und die Hoplitenschlacht von den Griechen selbst idealisiert wurde.[38] Die Kriegsführung der Griechen sei seit jeder von einer Vielfalt von Gewalthandlungen geprägt und die Auslöschung der Feinde immer eine Option gewesen. André Bernand meinte sogar zeigen zu können, dass Krieg in Griechenland immer mit großer Brutalität geführt wurde.[39] Dieselbe Ansicht vertritt auch John C. Dayton, der daneben auch die Diskussionen um die Gewalt im Krieg nachgezeichnet hat. Diese würden seines Erachtens kaum reale Auswirkungen haben, sondern der Vorwurf der Transgression diente in erster Linie der Diffamierung des Feindes.[40] Hans van Wees argumentiert hingegen, dass im Angesicht der großen Kriege des 5. Jhs. v. Chr. ethischen Diskussionen über die Eindämmung von Kriegsgewalt tatsächlich größere Bedeutung zukam und diese zum Teil auch reale Konsequenzen zeitigten. So sei die bei Homer durchaus übliche Verstümmlung von Feinden nun als großes Unrecht angesehen und vermieden worden.[41] Bernard Eck hat zudem das Problem der Befleckung durch Mord, aber auch Tötung im Krieg eingehend diskutiert.[42]

Die Ausmaße und Entwicklungen der Gewalt im Krieg in der griechischen Welt sind nach wie vor umstritten. In dem von Donald Kagan und Gregory Viggiano herausgegebenen Sammelband „Men of Bronze. Hoplite Warfare in Ancient Greece“ von 2013 haben einige der Hauptakteure dieser Debatte ihre jeweilige Position noch einmal deutlich zu Papier gebracht.[43] Der Band zeigt aber deutlich, dass die Positionen eines „agonalen“ oder „totalen“ Krieges unvermittelt nebeneinanderstehen und sich die Forschungsdiskussion offenbar in einer Sackgasse befindet.

Einen Ausweg aus diesem Dilemma könnten neuere kulturwissenschaftliche und sozialpsychologische Ansätze bieten, die Kriegsgewalt weder als unabhängiges Phänomen noch ausschließlich als Ausdrucksform sozialer Institutionen betrachten. So ist seit der Jahrtausendwende eine ganze Reihe von Studien erschienen, die die Auswirkungen von Gewalterfahrungen im Krieg auf die Gesellschaft untersuchen. Einen wichtigen Impuls boten zweifelsohne die Arbeiten des amerikanischen Psychiaters Jonathan Shay, der ausgehend von seinen Erfahrungen in der Betreuung von Veteranen in Homers Ilias und Odyssee Parallelen zu modernen Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTSD) zu erkennen meinte.[44] Weiter ausgebaut wurde dieser Ansatz von Lawrence A. Tritle, der in seiner Monographie „From Melos to My Lai. War and Survival“ von 2000 auch seine eigenen Kriegserfahrungen in Vietnam verarbeitete.[45] Tritle legt darin wichtige Einzelbeobachtungen zur Dynamik und Eigenlogik der Gewalt vor. Er thematisiert dabei vor allem die Rückwirkungen der Kriegsgewalt auf die Kämpfenden, Überlebenden und die Gesellschaft selbst und legt dabei einen besonderen Fokus auf den gesellschaftlichen Umgang mit diesen Erfahrungen. Diese Perspektive hat Tritle auch in seiner „New History of the Peloponnesian War“ von 2010 eingenommen und ihm gelingt es zu zeigen, dass ein Krieg mehr als nur eine Aneinanderreihung von Schlachten und Gefechten ist, sondern auch große Auswirkungen auf die beteiligten Individuen und Gesellschaften selbst hat.[46]

Zwar wurde Shays und Tritles Suche nach Analogien für PTSD in der Antike kritisiert, da beide von einer grundsätzlichen Gleichartigkeit der Gewalterfahrungen und -wirkung auf die menschliche Psyche ausgehen. Nichtsdestoweniger hatte Shays Ansatz konkrete Wirkung außerhalb der Wissenschaft erreicht, die sich in erster Linie im erfolgreichen amerikanischen „Ancient Greeks / Modern Lives“-Programm äußert. Das Programm bringt Veteranen, ihre Familien und eine interessierte Öffentlichkeit zusammen, um gemeinsam auf Grundlage antiker Texte die Auswirkungen von Krieg auf die Soldaten, ihr soziales Umfeld und die Gesellschaft zu ergründen und für die Betroffenen Hilfestellungen zu geben. Ein unter Leitung des Programmdirektors Peter Meineck und David Konstan erschienener Sammelband spricht im Titel nicht mehr von PTSD, sondern verwendet den neutraleren Begriff „Combat Trauma“.[47] Verschiedene Beiträge darin setzten sich mit der Übertragung auf antike Verhältnisse auseinander. Unabhängig von dieser Frage können die Beiträge aber Rückwirkungen der Kriegsgewalt in verschiedenen Genres und gesellschaftlichen Teilbereichen aufzeigen und liefern damit auch plausible Erklärungen für verschiedene gesellschaftliche Praktiken, die eben auch der Bewältigung von Kriegserfahrungen dienten.

Einen (sozial-)psychologischen Ansatz verfolgt auch Jason Crowley in seiner Arbeit „The Psychology of the Athenian Hoplite“ von 2012.[48] Er untersucht aber nicht die Konsequenzen der Kriegsgewalt, sondern will die Frage beantworten, was die Bürger Athens dazu veranlasste und motivierte, für ihre Stadt als Hopliten zu kämpfen. Als wichtigste Motivationsfaktoren kann Crowley darin die Demen als primäre Bezugsgruppe erkennen, deren Mitglieder im bürgerlichen Leben verbunden waren und auch miteinander kämpften. Gleichzeitig betont er auch, dass die Demen zugleich in das Gesamtsystem der Polis integriert waren und daher alle Athener die gleichen Vorstellungen über Krieg internalisierten.

Zudem haben mehrere neuere Sammelbände ähnlich wie Shay und Tritle die Anwendbarkeit moderner Begriffe für die Erforschung antiker Kriegsführung geprüft und vergleichende Untersuchungen angestellt. Die Beiträge zeigen darin vor allem die kulturelle Bedingtheit von Krieg und Kriegsführung, können aber auch ähnliche Phänomene finden.[49]

Neuere Handbücher wie „The Cambridge History of Greek and Roman Warfare“ oder „The Oxford Handbook of Warfare in the Classical World“ zeigen die aktuelle Vielfalt der antiken Militärgeschichte, in der aktuell keine Richtung dominiert.[50] Deutlich wird jedoch, dass Krieg als Gewaltphänomen in erster Linie im Hinblick auf die klassische griechische Welt diskutiert wird und Ansätze höchstens auf den Krieg in der römischen Welt übertragen wurden. In diesem Bereich finden sich eher Studien zu den Umständen und zur Organisation der Kriegsführung, was auf eine gänzlich andere Quellenlage zurückzuführen ist, die sich in weit größerem Ausmaß aus archäologischem und epigraphischem Material zusammensetzt.[51] In der bisher einzigen übergreifenden Monographie zum Krieg in der hellenistischen Zeit verfolgt Angelos Chaniotis einen breiten kulturwissenschaftlichen Zugang und kommt an mehreren Stellen auch auf die konkrete Kriegsgewalt, ihre Wirkungen und ihre Darstellungen zu sprechen, sie steht allerdings nicht im Zentrum seiner Untersuchung.[52]

Gewalthandlungen im Krieg sind also in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen, Voraussetzungen, Rückwirkungen und Umständen aus den verschiedensten Blickwinkeln betrachtet und analysiert worden und auch über die grundsätzlichen Einstellungen zu Krieg und Frieden ist viel diskutiert worden.[53] Allerdings hat man sich bisher noch recht wenig damit auseinandergesetzt, wie Griechen und Römer über die Art und Weise ihrer Kriegsführung nachgedacht haben. Ansätze der historischen Anthropologie sind bisher insbesondere von der dominanten anglophonen Militärgeschichte bisher kaum aufgenommen worden.[54] Noch nicht ausreichend hat man Strategien zur Eindämmung der Gewalt im Krieg in den Blick genommen.[55] Auch Überlegungen zur Bereitschaft zum Beginn eines Krieges und die Legitimität der Kriegsführung finden sich selten.[56] Wegweisend sind hier die Beiträge in dem von David M. Pritchard herausgebenden Sammelband „War, Democracy and Culture in Classical Athens“ von 2010, die einen engen Zusammenhang zwischen Demokratie, Machtzuwachs und einer Brutalisierung des Krieges im Denken und Handeln der Athener der klassischen Zeit erkennen lassen.[57] Ohnehin sind die Erkenntnisse über die Kriegsführung und die Einstellung zur Kriegsgewalt durch die Perspektivität der Quellen stark eingeschränkt, die den Blick nur selten auf die Opfer der Gewalt lenken.[58] „Kriegsgeschichten“ sind ohnehin noch nicht eingehend genug untersucht worden.[59]

Desiderate bestehen auch in der Beziehung zwischen Emotionen und Krieg. Wut und Rache sowie die Forderungen nach Affektkontrolle in den entwickelten Staaten Athens und Roms sind zwar immer wieder unter verschiedenen Gesichtspunkten thematisiert worden[60], abgesehen von der homerischen Zeit bleibt die Rolle dieser Emotionen in den Dynamiken der Kriegsführung aber unterbeleuchtet.[61] Ähnliches gilt abgesehen von der einflussreichen medizingeschichtlichen Studie von Christine Salazar zu Kriegsverletzungen auch für die Körper der Kämpfenden.[62] Nichtsdestoweniger zeigt sich in den letzten Jahren eine deutliche Pluralisierung der Ansätze zur antiken Kriegsgewalt, die auch gesellschaftliche Entwicklungen mitberücksichtigt.

Gesellschaftliche Ordnung, politische Gewalt und Kriminalität
Eine ähnliche Vermehrung der Zugänge und Methoden wie für die Kriegsgewalt lässt sich auch im Bereich der politischen Gewalt feststellen. Im Hinblick etwa auf die athenische Gesellschaft wurden lange Zeit vor allem Institutionen und Rechtsprozeduren betrachtet, soziale Praktiken und die Durchsetzung von Normen hat man erst seit den 1990er-Jahren verstärkt in den Blick genommen.[63] Insbesondere das Verhältnis zwischen dem Bedürfnis nach persönlicher Rache für erlittenes Unrecht und der Beilegung von Konflikten durch Rechtsverfahren ist stark umstritten. Die Extrempositionen werden dabei von David Cohen und Gabriel Herman vertreten, die sich beide vor allem auf die Gerichtsreden des 4. Jhs. v. Chr. beziehen. David Cohen hat sich in seiner Monographie „Law, Violence and Community in Classical Athens“ vehement gegen die Vorstellung ausgesprochen, das athenische Rechtssystem sei das Ergebnis eines evolutionären Prozesses, in dem Rache und Selbsthilfe durch eine kollektiv verbindliche Rechtsordnung ersetzt worden sei.[64] Seines Erachtens war die athenische Gesellschaft der klassischen Zeit auch weiterhin von Rache und Fehde geprägt, die Prozesse seien nur ein neuer Austragungsort für persönliche Feindschaften. Die Bindekraft der Urteile wäre dementsprechend gering gewesen und Konflikte hätten leicht eskalieren können. Es hätte also im „agonistischen“ Athen eine große Bereitschaft zur Gewalt bestanden und die Durchsetzungskraft staatlicher Institutionen sei als gering zu betrachten. Die entgegengesetzte Position hat Gabriel Herman vertreten und in mehreren Aufsätzen sowie seiner Monographie „Morality and Behaviour in Democratic Athens“ herausgestellt, dass die Athener eine kollektiv verbindliche politische Moral von Selbstkontrolle und Besonnenheit entwickelt hätten.[65] Diese Ideale seien auch tatsächlich gelebt und immer wieder eingeübt worden. Rachegedanken und Gewaltbereitschaft seien so effektiv eingehegt worden.

Gegen diese einseitigen Sichtweisen wurden in der Folgezeit kritische Stimmen laut. Neuere Studien vertreten Mittelpositionen, bedienen sich dabei soziologischer und kulturwissenschaftlicher Erklärungsmodelle, betrachten andere Quellengattungen und verschieben den Fokus auf andere Teilaspekte. Auch wenn ein Ende dieser Forschungsdiskussion noch nicht absehbar ist, herrscht mittlerweile weitgehende Einigkeit, dass sich in der athenischen Gesellschaft persönliche Rache und Vorrang des Rechts keineswegs ausgeschlossen haben.

So hat David Philipps die Veränderungen des Tötungsrechts im Hinblick auf persönliche Feindschaften in Athen untersucht.[66] Er stellt in seiner Analyse des athenischen Feindschaftdiskurses heraus, dass Tötungsdelikte geradezu dazu verpflichteten, Rache zu nehmen, weil das sonst geltende Prinzip der Selbsthilfe hier nicht Anwendung finden konnte und Mord die gesellschaftliche Ordnung bedrohte. Gerade deshalb durfte und musste die Rache aber über ein Rechtsverfahren erlangt werden, das den Konflikt beenden, aber durchaus auch zu seiner weiteren Eskalation beitragen konnte. In ähnlicher Weise hat sich Andrew Alwine den persönlichen Feindschaften gewidmet; er stimmt Cohen dahingehend zu, dass die Gerichtsprozesse in erster Linie zur Austragung persönlicher Feindschaften dienten.[67] Gewalt sei durch diese Verfahren aber effektiv eingehegt worden.

Daneben wurden auch Ansätze der Emotionsgeschichte aufgegriffen. William V. Harris hat sich auf breiter Quellenbasis mit der Entwicklung der Affektkontrolle von homerischer Zeit bis zur späten römischen Republik beschäftigt[68] und in verschiedenen Sammelbänden wurde der Umgang mit Emotionen, die zu Gewalt führen konnten, ebenfalls untersucht.[69] Zorn und Wut seien nach Harris schon früh zu problematischen Regungen geworden und die Strategien der Griechen und Römer zielten weniger darauf ab, Zorn zu kontrollieren, sondern ihn abzutöten.

Diese Meinung steht aber im Gegensatz zu den Ergebnissen von Danielle Allen, die nach der Funktion von Strafen im klassischen Athen gefragt und dabei auch die Tragödien des 5. Jhs. miteinbezogen hat:[70] Ein Prozess sollte zur Besänftigung des legitimen Zorns eines Bürgers für das erlittene Unrecht beitragen und ihm Vergeltung bringen, aber zugleich auch die gesellschaftliche Ordnung wiederherstellen. Strafen sollten abschreckende Wirkung haben, auf eine Besserung der Täter zielten sie nicht ab. Fiona McHardy hat unter Rückgriff auf evolutionspsychologische Modelle die Gewaltdisposition der Athener selbst in den Blick genommen.[71] Die Athener würden ihrer Meinung zufolge nicht einem klar definierten Moralkodex folgen, bei der Frage, ob man Rache nehmen soll oder nicht, sei es vielmehr um eine Kosten-Nutzen-Abwägung gegangen.

Einen anderen Weg ist Werner Riess gegangen und hat sich der interpersonalen Gewalt in Athen selbst zugewandt.[72] Seines Erachtens wurde das weiterhin bestehende Bedürfnis nach Rache und Vergeltung durch die Institutionen der Demokratie kanalisiert. Gerichtsprozesse, aber auch Komödien waren hoch ritualisierte performative Akte, durch die Bedeutung und Grenzen legitimer Gewalt im Handlungsvollzug ausgehandelt wurden. Gerade durch Gerichtsverfahren und Fluchtafeln seien anerkannte Formen von Gewalt ausgeübt worden, da die Entscheidung über die Konsequenzen nicht den Akteuren selbst, sondern anderen überlassen wurde. Gerade die sonst vernachlässigten Fluchtafeln zeigen, dass die Abkehr von direkter Gewalt und Vergeltung nicht nur von der Oberschicht gefordert wurde, sondern weite Teile der athenischen Gesellschaft die gleichen Vorstellungen teilten.

Stärker auf die Gesamtgemeinschaft bezieht sich auch Winfried Schmitz, der sich aber nicht mit der Gewalt selbst, sondern mit dem Verhältnis zwischen Haushalt, Nachbarschaft und Stadtgemeinschaft in der Archaik auseinandersetzt, und dabei die Dichotomie zwischen den Normen des Adels und der bäuerlichen Gesellschaft sowie den sich entwickelnden gesetzlichen Regeln der Polis herausarbeitet.[73] Dabei kann er aufzeigen, wie bäuerliche Rügebräuche und Schandstrafen durch das Rechtssystem zurückgedrängt und infolgedessen auch die traditionalen Formen von Nachbarschaft durch das Regelsystem der Polis ersetzt wurden.

Insgesamt haben die neueren Studien gezeigt, dass die athenische Gesellschaft in hohem Maße pazifiziert, aber Rache nicht einfach durch die „Rule of Law“ ersetzt, sondern kanalisiert und eingehegt wurde. Widerstreitende Normvorstellungen konkurrierten also miteinander, wurden aber durch die verschiedenen Institutionen der Polis subsumiert. Das macht Athen aber keineswegs zu einem Rechtsstaat; ein staatliches Gewaltmonopol existierte nicht und wurde auch nicht angestrebt, zumal solche Vorstellungen ohnehin erst neuzeitlichem Denken entsprechen. Insgesamt zeigt sich in der Diskussion aber mittlerweile nur noch wenig Bewegung und abgesehen von einigen wenigen innovativen Ansätzen wie denen von Werner Riess und Winfried Schmitz werden immer wieder die gleichen Quellen unter sich ähnelnden Fragestellungen betrachtet, ohne wesentliche neue Ergebnisse beizutragen.

Einigkeit besteht weitgehend auch darin, dass die archaische Zeit in wesentlich stärkerem Ausmaß von innerer Gewalt geprägt war und Rache für erlittenen Schaden gefordert wurde, was allerdings zumeist ohne detaillierte Analyse voraussetzt wird. Untersuchungen zur homerischen Zeit selbst haben immer wieder den gewalttätigen Charakter dieser Epoche und die Dominanz von Rache herausgestellt.[74] Die nicht von der Hand zu weisenden Gewaltakte der homerischen Helden hat etwa Jonathan Gottschall aus Perspektive des „Literary Darwinism“ betrachtet und auf einen grundsätzlichen Mangel an verfügbaren Frauen zurückgeführt, der zu Konflikten unter den männlichen Heroen führte.[75] Gleichzeitig wurde aber, wie schon William V. Harris und jüngst auch noch einmal Uwe Herrmann betont haben, in der Ilias und Odyssee gewalttätiges Verhalten, das die Gemeinschaft schädigte, schon in Frage gestellt und damit auch das Prinzip von uneingeschränkter Rache problematisiert.[76]

Inwiefern der athenische Gewaltdiskurs und die Einhegung der vorhandenen Gewaltdisposition den Normalfall oder doch die Ausnahme in Griechenland darstellten, ist aufgrund der Quellenlage nur schwer zu bestimmen. Der erreichte Grad an Befriedung innergesellschaftlicher Konflikte spricht eher für die Sonderstellung Athens. So blieb das klassische Athen im Gegensatz zu vielen anderen Poleis weitgehend von Bürgerkriegen und gewaltsamen innenpolitischen Auseinandersetzungen verschont. Zu den Ursachen dieser staseis entstanden Anfang der 1980er-Jahre mehrere Monographien, die vor allem die Ursachen, teilweise aber auch die gewalthaltigen Formen dieser Auseinandersetzungen analysiert haben.[77] Insbesondere Hans-Joachim Gehrke stellte heraus, dass die Konflikte schnell eine Eigendynamik entwickelten und die Gewalt dabei eskalierte, weil die Fähigkeit zum Kompromiss nur gering ausgeprägt gewesen sei.[78] Den verschiedenen gewalttätigen Formen, Eskalationsniveaus und Rechtfertigungsmustern wurde danach aber nur noch wenig Aufmerksamkeit geschenkt, neuere Studien beschäftigen sich verstärkt mit der Beilegung und den Folgen der Bürgerkriege.[79]

Die politische Gewalt in der späten Republik ist seit jeher im Rahmen der Diskussionen um die Krise der Republik behandelt worden. Eine eigenständige Abhandlung widmete erstmals Andrew Lintott 1968 diesem Faktor.[80] Lintott untersuchte zunächst die in Rom etablierten Formen von Selbsthilfe und Volksjustiz und zeigte auf, wie leicht deshalb der Einsatz von Gewalt im öffentlichen Raum gerechtfertigt werden konnte. Zudem zeichnete er die Versuche nach, mittels Gesetzen und Ausnahmezuständen der immer weiter eskalierenden Gewalt Herr zu werden. Die Gewalt sei aber zu einem eigenständigen Faktor für die Zerstörung der republikanischen Ordnung geworden, das Gewaltpotential hätte aber aufgrund der strukturellen Schwächen des römischen Staates schon vorher bestanden und musste nur aktiviert werden. Gegen diese von moderner Staatlichkeit ausgehenden Vorstellungen hat sich insbesondere Wilfried Nippel gewandt. Er hat genau umgekehrt demonstrieren können, dass es trotz des Fehlens von Polizei und Ordnungskräften dem Senat durch seine Autorität und die soziale Vernetzung der Gesellschaft lange Zeit effektiv gelang, die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten und im Ernstfall auch durchzusetzen.[81] Erst die Uneinigkeit der Senatsaristokratie und die damit verbundene Erosion ihrer Autorität ermöglichte es, politische Ziele auch mit Gewalt zu verfolgen. Eine grundsätzliche Forschungsdebatte um die politische Gewalt in Rom entwickelte sich daraus nicht, zumal weite Teile der Forschung Nippels Annahmen explizit oder implizit angenommen haben. Eher wurden spezielle Erscheinungsformen wie die politischen Morde, aber auch die römische Gesetzgebung bezüglich Tötungsdelikten thematisiert.[82]

Neuere Forschungen konzentrieren sich vor allem auf Strafgewalt und Ordnungswahrung in der Kaiserzeit und der Spätantike, die von Nippel nur kursorisch behandelt worden sind.[83] Christopher J. Fuhrmann hat die Funktionsweise des Sicherheitswesens untersucht und dabei insbesondere die Rolle der Armee herausgestellt.[84] Soldaten hätten mehr oder weniger unverbunden auf verschiedenen Ebenen gewirkt und ihre Aufgaben seien immer mehr erweitert worden. Wie effizient dieses System der Sicherheitspolitik gewesen ist, vermag er aber nicht zu beantworten.[85]

Diese Frage hat aber Jens-Uwe Krause in das Zentrum seiner Überlegungen gestellt.[86] Nichtsdestoweniger hat Krause in seinen Untersuchungen zur Kriminalität in der Spätantike anders als ältere rechtshistorische Arbeiten den Fokus sowohl auf die Straftatbestände als auch insbesondere das Verhalten der verschiedenen Akteure gelegt und dabei auf wesentliche Ergebnisse der Kriminalitätsforschung zum Spätmittelalter und der frühen Neuzeit zurückgegriffen. Er weist darauf hin, dass anders als für spätere Epochen mikrohistorische Studien kaum möglich sind und quantitative Aussagen zur Häufigkeit bestimmter Gewaltphänomene aufgrund der Überlieferungslage kaum getätigt werden können. Dennoch gelingt es ihm zu zeigen, dass sich eine grundsätzliche Gewaltzunahme oder Verschärfung des Strafrechts entgegen älterer Ansichten in der Spätantike nicht feststellen lassen. Dies gilt insbesondere auch für die römische Folter- und Hinrichtungspraxis. Zwar wandelten sich etwa die Hinrichtungsformen, eine Steigerung der Zahl oder Grausamkeit der Strafen lasse sich aber nicht feststellen.[87] Vielmehr sei vor allem die Selbsthilfe durch den sich steigernden staatlichen Strafverfolgungsanspruch zurückgedrängt worden. Organisierte Kriminalität würde weder in Athen noch in den Städten des römischen Reichs in größerem Ausmaße existieren, da sich zu keiner Zeit ein kriminelles Submilieu herausbildete.[88] Opfer und Täter würden vielmehr häufig derselben Schicht angehören und sozial integrierte Personen würden bei einer sich bietenden Gelegenheit strafffällig werden. Kriminalität sei also ein allgegenwärtiges Phänomen gewesen, Gewalt wurde dabei aber auf einem relativ niedrigen Niveau gehalten.

Daneben entstanden um die Jahrtausendwende auch mehrere Arbeiten zum Räuberwesen und zur Piraterie, die sich ebenfalls vor allem mit der römischen Zeit beschäftigen. Thomas Grünewald hat sich mit der literarischen Repräsentation von latrones auseinandergesetzt und herausgestellt, dass der Begriff in erster Linie als literarischer Topos fungierte und sich dahinter kein einheitlicher sozialer Typus verbarg.[89] Zu demselben Schluss kommt Philip de Souza in Bezug auf Piraten.[90] Er untersucht zudem die staatlichen Bemühungen zur Bekämpfung der Piraterie, die als erstzunehmendes Phänomen erst im Prinzipat zurückgedrängt wurde. Mit den Strukturen des Räuberwesens hat sich Werner Riess beschäftigt und dabei auch die Gewaltbereitschaft und Gewaltanwendung der Räuber intensiv behandelt.[91] Auch wenn die staatlichen Institutionen bei der Bekämpfung des Räuberwesens ineffizient agierten, existierte auch seines Erachtens keine kriminelle Subkultur. Die Räubererzählungen in Apuleius’ Roman, die Riess im zweiten Teil seiner Arbeit betrachtet, seien von einer großen Distanz zu den realen Verhältnissen geprägt. Nichtsdestoweniger gelingt es ihm, die komplexen Verbindungen zwischen der fiktiven Welt des Apuleius und den historischen Bedingungen aufzuzeigen.[92]

Die Sichtweise der Bevölkerung auf die Rechtspraxis selbst hat Ari Z. Bryen in den Blick genommen und die ägyptischen Petitionen, die Gewalttaten behandeln, untersucht.[93] Auch er kann feststellen, dass sich Täter und Opfer meist kannten. Die Gewaltpetitionen erlaubten es, interpersonale Konflikte zu kanalisieren, neu zu definieren und die Beziehungen in weniger dynamische Kategorien zu überführen. Weite Teile der Bevölkerung nutzten und formten nach Ansicht von Bryen also das Recht zur Regelung von Streitigkeiten. Erst seit der Spätantike sei die Praxis durch das autoritative Recht der Kaiser ersetzt worden.

Zu ähnlichen Schlussfolgerungen sind auch weitere Spezialstudien zur Rechts- und Strafkultur in Kleinasien und Ägypten gelangt[94], für die mehr Quellen als für jede andere Region des Imperiums zur Verfügung stehen, und auch Fuhrmann und Krause haben sich zu einem großen Teil auf ägyptische Papyri bezogen. Inwiefern diese teilweise wohl allzu optimistischen Ergebnisse verallgemeinert werden können, ist daher nur schwer zu klären. Weiterführende Studien, insbesondere zu den Tätern selbst, könnten dieses Bild sicher noch verfeinern und korrigieren.

Trotz (oder gerade wegen?) des evident gewalttätigen Charakters der Übergangszeit von der Spätantike zum Frühmittelalter wurde die Rolle von Gewalt in den germanischen Kriegergruppen und den Nachfolgereichen bisher kaum behandelt. Bei den Diskussionen um Kontinuitäten, Brüche und die Transformation der römischen Welt sowie um Konstruktionen von Identität und Ethnizität in den barbarischen gentes wird dieser Aspekt zwar oft gestreift, aber selten eigens thematisiert. Die strukturellen Bedingungen dieser Übergangszeit in Gallien hat aber Bernhard Jussen in den Blick genommen und die Region als postimperialen Raum charakterisiert, in dem zwar die kulturellen Beziehungen noch durch das Imperium bezogen waren, aber keine Zentralgewalt mehr existierte.[95] Wie in modernen postkolonialen Räumen seien in dieses Machtvakuum „warlords“ getreten, die primär über Gewalt Kontrolle ausübten.[96] In ähnlicher Weise haben Hans-Ulrich Wiemer und Guido M. Berndt gotische Kriegergruppen als „Gewaltgemeinschaften“ konzeptualisiert, deren innerer Zusammenhalt durch physische Gewalt nach außen hin gewährleistet wurde, mit der sie ihren Lebensunterhalt sicherten und ihre Identität bestätigten.[97]

Gewalt als strukturbildender Faktor innerhalb der germanischen Reiche wurde bisher kaum untersucht. Zu lange hat man unhinterfragt einen unlöslichen Zusammenhang zwischen Gewalt und Barbaren gesehen und nicht nach der Funktion von Gewalt innerhalb der Gesellschaft gefragt. Noch Georg Scheibelreiter hat in seiner monumentalen Studie „Die barbarische Gesellschaft“ von 1999 die Gewaltbereitschaft in den Nachfolgereichen einer barbarischen Mentalität zugeschrieben und nicht nach den Strukturen gefragt, die zur Gewaltbereitschaft beitrugen.[98] Ausgewogener ist hier zweifelsohne die neuere Studie von Laury Sarti, die Einstellungen zu Krieg und Gewalt und ihren Einfluss auf die Formung der Gesellschaft im nachrömischen Gallien untersucht hat und dabei auch die Dichotomie zwischen „Römern“ und „Barbaren“ aufbricht.[99] Ähnliche Untersuchungen für andere Reiche sind noch zu leisten.

Religion und Gewalt
Unzweifelhaft vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen sind seit der Jahrtausendwende zahlreiche Arbeiten zur religiösen Gewalt in der Spätantike und zum Verhältnis des frühen Christentums zur Gewalt erschienen. Zuvor hatte man sich mehr auf die Gewalt bei spätantiken Zirkusspielen konzentriert, bei denen es sich vor allem um spontane Reaktionen auf akute Probleme handelte, die in der Regel nicht religiös motiviert waren.[100]

Vor dem 3. Jh. n. Chr. spielte religiös motivierte Gewalt nur eine marginale Rolle im römischen Imperium, eine wichtige Ausnahme stellten allerdings die Konflikte mit den Juden dar. Die religiösen Motive des jüdischen Krieges hat zuletzt Vasily Rudich behandelt und die militante Form des religiösen Dissenses der schwer zu fassenden Zeloten und Sikarier als treibende Kraft des jüdischen Aufstands analysiert.[101]

Mit den Maßnahmen zur Unterdrückung des Christentums im 3. Jh. n. Chr., der Duldung des Christentums seit Galerius, der Durchsetzung der nizänischen Orthodoxie im christianisierten Imperium des 4. Jhs. n. Chr. und der anschließenden Verfolgung von „Paganen“ und „Häretikern“ durch die etablierte Reichskirche änderte sich die Situation im Reich dann grundsätzlich. Die mit dieser Entwicklung verbundenen Diskurse hat insbesondere Maijastina Kahlos nachgezeichnet. Sie bleibt hinsichtlich der Gründe für diesen Wandel undeutlich, stellt aber die unterschiedlichen Perspektiven der kaiserlichen Zentralmacht sowie jener christlichen Gruppen, die sich für eine rigorose Durchsetzung des Christentums aussprachen, und anderer, die religiöse Diversität zulassen wollten, klar heraus.[102] Harold A. Drake sieht die Regierungszeit Konstantins als Wendepunkt.[103] Seines Erachtens hätte Konstantin versucht, einen Ausgleich zwischen einem moderaten Christentum und der fortbestehenden alten Religion zu erzielen. Diese auf Inklusion zielende Politik hätte aber auch rigoristischen Bischöfen Raum geboten, Einfluss zu gewinnen, die im Laufe des 4. Jhs. n. Chr. ein intolerantes Christentum durchsetzen konnten, das auch zu Ausübung von Zwang und Gewalt bereit war. Diese Verbindung von „Staatsreligion“ und ihrer gewaltsamen Durchsetzung führt Polymnia Athanassiadi bis auf Decius zurück, der ein Modell von Verfolgung etablierte, das von den Christen übernommen wurde. Dieser habe erstmals Entscheidungen über religiöse Kultausübung von den Städten auf den Kaiser selbst übertragen und Orthopraxie von allen Reichseinwohnern gefordert.[104] Wie Kahlos führt sie auch vor, wie sich in der Folgezeit bei Christen, aber auch ihren Gegnern wie Julian die Idee verbreitete, dass es nur einen rechten Glauben geben könne, der mit allen Mitteln durchzusetzen sei.

Michael Gaddis hat sich hingegen der Frage zugewandt, wie die Gewalt für den rechten Glauben legitimiert wurde.[105] Seines Erachtens lässt sich im 4. Jh. n. Chr. ein neuer Märtyrerdiskurs feststellen. Nach dem Ende der Verfolgungen hätte die Ansicht an Gewicht gewonnen, dass Märtyrer nicht nur Personen seien, die für den Glauben Gewalt erlitten hatten, sondern auch diejenigen, die gewaltsam gegen die Feinde des Glaubens vorgegangen waren. Diese (vor allem von Mönchen vertretene) Extremposition sei dann auch von manchen Bischöfen als Rechtfertigung von Übergriffen von Christen auf Pagane und Häretiker übernommen worden. In ähnlicher Weise und aufbauend auf den Thesen von Harold A. Drake hat Thomas Sizgorich die Bedeutung von Gewalt zur Bestimmung der Grenzen der eigenen religiösen Gemeinschaft herausgearbeitet.[106] Militante Hingabe sei dabei sowohl im spätantiken Christentum als auch im frühen Islam gefordert worden und die muslimischen Narrative seien stark von christlichen Modellen beeinflusst gewesen.

Trotz dieser wichtigen Ergebnisse erscheint es problematisch, dass in den meisten Arbeiten keine kritische Auseinandersetzung mit den verwendeten, aus der Neuzeit herrührenden Begriffen wie „Toleranz – Intoleranz“, „Staatsreligion“ oder „militant devotion“ stattfindet.[107] Auch muss betont werden, dass die genannten Studien sich in erster Linie mit den Diskursen über den religiösen Gewalteinsatz auseinandersetzen, sich aber größtenteils über die Formen und realen Ausmaße der Gewalt ausschweigen.

In seiner Untersuchung zu den religiösen Unruhen in Alexandria, Antiochia, Gaza und Panopolis kommt nämlich Johannes Hahn zu dem Ergebnis, dass die Häufigkeit von Gewalteruptionen sehr stark von lokalen Bedingungen abhing und diese häufig nur vordergründig religiös motiviert waren, sich vielmehr religiöse Gegensätze mit anderen Interessen vermischten.[108] Religiöse Konflikte in den Städten seien also eher die Ausnahme als die Regel gewesen, Zugehörigkeit zu einer Religion aber ein wichtiger Faktor der eigenen Identität. Zwischen den Diskursen und der Realität der Gewalt bestehen also gewisse Unterschiede, die von der Forschung bisher noch nicht eingehend untersucht wurden. Auf die komplexe Gemengelage der persönlichen und gruppenspezifischen Motivationen, aber auch die Rolle der jeweiligen historischen Erinnerungen verweist auch Edward J. Watts in seiner Mikrostudie zu den gewaltsamen Ausschreitungen im Jahr 485 n. Chr. in Alexandria.[109] Mit der Bedeutung von lokalen Bedingungen, aber auch der kaiserlichen Zentralmacht im Kontext von religiösen Konflikten und der Gewalt gegen Heiligtümer setzen sich zudem zwei von Johannes Hahn herausgegebene Sammelbände auseinander.[110]

Aus archäologischer Perspektive hat sich vor allem Eberhard Sauer dem Problem der Erkennbarkeit von religiös motivierten Zerstörungen angenommen.[111] Wie die innerchristlichen Auseinandersetzungen auch Räume, vor allem Kirchen, mit Bedeutung aufladen konnten, hat zudem Bernd Isele in seiner Dissertation gezeigt.[112]

Die Konflikte zwischen Katholiken und Donatisten sowie anderen Gruppen in Nordafrika hat Brent Shaw in einer sehr umfangreichen Monographie behandelt. Er hat zwar in erster Linie betrachtet, wie die Gewaltakte beschrieben, erinnert und legitimiert wurden, hat daneben aber auch die Verlaufsformen der Konflikte berücksichtigt.[113] So kann er zeigen, dass Gewaltaktionen gegen Pagane primär gegen Bilder und Kultgestände zielten, diejenigen gegen innerchristliche Feinde aber gegen Personen, während Gewalt gegen Juden ohnehin nur eine geringe Rolle spielte. Auch die verschiedenen Rollen der Gewaltakteure wie der Bischöfe und der Circumcellionen, die er als eine Art christlicher Milizen mit „Gang“-Charakter betrachtet, werden eingehend beleuchtet. Shaw zeigt in seiner Studie sehr deutlich, dass in Nordafrika Gewaltakte sehr wohl auch primär religiös begründet werden konnten. Zukünftige Studien werden von dieser Arbeit ihren Ausgang nehmen und die unterschiedlichen Gewaltmotivationen abwägen müssen.

Gewalt im Alltag
Die Ausmaße alltäglicher Gewalt in Städten der griechisch-römischen Welt können aufgrund der dürftigen Quellenlage nur schwer ermessen werden, wie Winfried Schmitz in einem kurzen Beitrag zur Gewalt in Haus und Familie in Griechenland sowie Garrett G. Fagan in einem Überblicksartikel zu sozialen Nahbeziehungen in der römischen Welt betont haben.[114] Grundsätzlich lässt sich aber die patriarchale Struktur der antiken Gesellschaften erkennen, durch die vor allem erwachsene männliche Vollbürger vor Gewalt geschützt wurden, während alle anderen Gruppen von Kindern über Fremde, Frauen und Sklaven in unterschiedlichem Maße Gewalt ausgesetzt waren und Gewalthandlungen gegen diese Gruppen nur unter bestimmten Umständen als problematisch angesehen wurden. Dies bestätigen auch die Beiträge in dem von Werner Riess und Garrett G. Fagan herausgebenden Sammelband „The Topography of Violence in the Graeco-Roman World“, der sich nicht nur mit physischen, sondern auch sozialen Räumen auseinandersetzt, in denen Gewalt stattfand.[115] Durch seine Struktur, in der die meisten Beiträge zu Griechenland solchen zum republikanischen und kaiserzeitlichen Rom gegenübergestellt werden, kann der Band als Einführung zur (Alltags-)Gewalt in der Antike betrachtet werden. Trotz dieser Bemühungen bleiben umfangreichere Studien zur Gewalt im sozialen Nahraum (insbesondere zur Gewalt im Sozialisierungsprozess) ein Forschungsdesiderat. Selbst die physische Gewalt gegen Sklaven wurde zwar immer wieder in einzelnen Beiträgen besprochen und die Sklaverei als Zwangs- und Gewaltverhältnis definiert, spezielle Untersuchungen liegen aber nur wenige vor.[116]

Eine wichtige Ausnahme stellt allerdings die sexuelle Gewalt gegen Frauen dar, die seit den 1990er-Jahren insbesondere für das klassische Athen intensiv untersucht wird. Bereits 1994 hat Georg Doblhofer eine – wenn auch nur kursorische – Studie zur „Vergewaltigung in der Antike“ vorgelegt, in der er betont, dass eine Vergewaltigung nur dann als problematisch angesehen wurde, wenn dadurch die soziale Ordnung gestört wurde, also die Autorität von (Ehe-)Männern und die Produktion von legitimen Nachkommen in Gefahr gerieten.[117] Wie auch Rosanna Omitowoju in einer Studie zur Vergewaltigung in den attischen Gerichtsreden und der neuen Komödie festgestellt hat, spielte bei der Frage, ob ein erzwungener Geschlechtsverkehr als illegitim angesehen wurde, im Gegensatz zu modernen Vorstellungen die Zustimmung der Frau keine Rolle.[118] Auch Edward Harris bestätigt auf breiter Quellenbasis dieses Ergebnis und hebt hervor, dass Vergewaltigungen dann als justiziabel galten, wenn Männer geschädigt wurden.[119] Daher gibt es auch eine umfangreiche Forschungsdiskussion um das Verhältnis zwischen moicheia („illegitimen Sex“) und Vergewaltigung im attischen Recht.[120]

Daneben wurden vor allem in Einzelbeiträgen die Darstellung sexueller Gewalt in bestimmten Quellengattungen untersucht.[121] Zuletzt hat Julia Kaffarnik die Erzählungen über sexuelle Gewalt gegen Frauen in Athen analysiert und dabei insbesondere die Frauen selbst und die Folgen der Vergewaltigungen thematisiert.[122]

Ein weiterer Schwerpunkt der bisherigen Forschungen sind die römischen Gladiatorenspiele. Insbesondere in den späten 1980er- und 1990er-Jahren entstand eine Flut von Studien, die sich mit der kulturellen und sozialen Funktion der blutigen Spiele auseinandergesetzt hat. Insbesondere Magnus Wistrand hat bereits 1992 betont, dass die Gewalt in der Arena als Demonstration von virtus angesehen wurde und durch das gemeinsame Erleben römische Werte verinnerlicht wurden.[123] Es sei, wie vielfach beschrieben wurde, gerade nicht schrankenlose Gewalt gewesen, die dargestellt wurde, sondern insbesondere in der Stellung der Gladiatoren als Außenseiter und „Stars“ zeigte sich die überlegene zivilisatorische Macht Roms.[124] Auch weiterhin erscheinen zahlreiche, vor allem an ein weiteres Publikum gerichtete Arbeiten zur römischen Gladiatur, neue Impulse hat aber vor allem die Studie von Garrett G. Fagan „The Lure of the Arena“ von 2011 gesetzt.[125] Anders als den bisherigen Arbeiten geht es ihm weniger um die kulturspezifischen Funktionen der Spiele, vielmehr will er unter Rückgriff auf sozialpsychologische Untersuchungen demonstrieren, dass der Besuch und Genuss gewalttätiger Vorführungen keineswegs als ein spezifisch römisches Phänomen zu betrachten ist, sondern sich in vielen Kulturen fassen lässt. Die römische Gladiatur sei folglich keineswegs als so exotisch und fremd anzusehen, wie die bisherige Forschung gemeint hat.

Antike Gewalt in universalgeschichtlicher Perspektive
Antike Verhältnisse spielen in universalgeschichtlichen Betrachtungen zur Geschichte der Gewalt nur eine untergeordnete Rolle. In seinem einflussreichen Werk „Über den Prozeß der Zivilisation“ von 1939 hat Norbert Elias lediglich die Geschichte Europas von 800 bis 1900 n. Chr. behandelt und diese als mehrstufigen Prozess der Zivilisierung und Gewalteingrenzung beschrieben.[126] Auch Steven Pinker will in seinem Buch „Gewalt. Eine neue Geschichte der Menschheit“ von 2011 zeigen, dass sich die Gewalt im Laufe der Geschichte verringert hat. Seine kursorischen Notizen zur Antike sind weitgehend unbrauchbar[127], in Pinkers evolutionspsychologischem Modell muss die Antike ohnehin zwangsläufig als gewalttätig erscheinen.

Einen anderen Weg ist Ian Morris in seinem Werk „Krieg. Wozu er gut ist“ gegangen.[128] Seiner These zufolge würden stabile politische Einheiten zu weniger Gewalt und damit auch zu besserer Lebensqualität führen. Staaten würden aber meist durch Kriege entstehen und wachsen, „produktive“ Kriege seien also Voraussetzung für Sicherheit und Innovation. Die antiken Großreiche von Rom über Persien nach China spielen für ihn daher eine große Rolle. Diese Formationen waren dem Althistoriker Morris zufolge die ersten staatlichen Gebilde, denen es gelang, innere Gewalt in größerem Maße einzudämmen. Ihr Zusammenbruch hätte wieder zu einer Zunahme der Gewalt geführt, bis in der frühen Neuzeit wieder starke Staaten auftraten. Im Gegensatz zu Elias und Pinker geht also Morris nicht von einem linearen Zivilisierungsprozess aus, alle drei betonen aber die natürliche Gewaltbereitschaft des Menschen.

Diese Annahme ist bei Anthropologen und Ethnologen aber heftig umstritten.[129] Aus althistorischer Perspektive ist Armin Eich zuletzt dafür eingetreten, Krieg als ein relativ spätes Phänomen in der Menschheitsgeschichte anzusehen.[130] Prähistorische Gesellschaften seien keineswegs friedfertig, ungebremste Kriegsführung lasse sich aber nicht erkennen. Für organisierte Gewalt von größeren Ausmaßen seien die Herausbildung differenzierter Gesellschaften und die Entwicklung von Praktiken zum Abbau psychologischer Tötungshemmnisse notwendige Voraussetzungen. Diese Strukturen, die Krieg ermöglichten, zeichnet Eich für die vorderasiatischen Großreiche, die griechischen Poleis und das römische Imperium nach und zeigt, wie bis zum Ende des römischen Reichs die Effizienz militärischer Gewalt immer weiter gesteigert wurde.

Vergesellschaftung und Gewalt wurden auch von Walter Burkert in seinen einflussreichen Arbeiten zur Gewalt religiöser Opferbräuche behandelt.[131] Neben Krieg und Jagd sei das Opfer eine Methode, das natürliche Gewaltpotential des Menschen zu kanalisieren und nach außen zu lenken. Dass gemeinsame Gewaltausübung gesellschaftlichen Zusammenhang stiftet und stärkt, hat auch René Girard betont und herausgestellt, dass religiöse Systeme als Ventil für ansteckende Aggressionen dienten.[132] Diese bereits in den 1970er-Jahren formulierten Thesen wurden in der altertums- und religionswissenschaftlichen Forschung kontrovers diskutiert und modifiziert, aber grundsätzlich akzeptiert und noch zuletzt durch einige Beiträge in einem Walter Burkert gewidmeten Sammelband erweitert.[133]

Während die Forschungen zum Zusammenhang zwischen Vergesellschaftung und organisierter Gewalt zu einer allgemeinen Geschichte der Gewalt beitragen können, wurden seit der Jahrtausendwende umgekehrt auch moderne Begriffe zur Erforschung antiker Gewaltphänomene übernommen. Dabei stehen insbesondere extreme Formen staatlicher Gewalt und Gegengewalt im Vordergrund. So haben Hans van Wees und David Konstan in unabhängigen Beiträgen „Genozide“ in der Antike untersucht und sich für die grundsätzliche Übertragbarkeit des Begriffs ausgesprochen[134], wobei die Motivationen und Rechtsfertigungsmuster andere als in der Moderne gewesen seien. So würden die Feinde in der Antike nicht dämonisiert und religiöse oder ethnische Motive nicht artikuliert. Andererseits hätte es in der Antike auch nicht vieler Rechtfertigungen gebraucht, den besiegten Feind auszulöschen: Siegerrecht, machtpolitische Überlegungen und Rache hätten zur Legitimation von Massakern ausgereicht. Objekt der Massaker sei dabei vor allem die männliche Bevölkerung von Städten, also die jeweilige politische Gemeinschaft, gewesen.

In den „Genocide Studies“ selbst wird die Antike jedoch weitgehend ausgeklammert. Eine wichtige Ausnahme stellt allerdings das umfangreiche Buch von Ben Kiernan zu „Blood and Soil. A World History of Genocide and Extermination from Sparta to Darfur“, der die antiken Genozide selbst zwar nur sehr kurz und eher oberflächlich thematisiert, dabei aber vor allem Sparta als Vorläufer eines „genocidal regime“ und die Zerstörung Karthagos durch Rom als bedeutenden Prototyp einer expansionistischen Auslöschung des Feindes vorstellt.[135] Beide Mächte seien zudem von einer agrarischen Ideologie geprägt und hätten die Überlegenheit der eigenen Gemeinschaft betont. Die Zerstörung Karthagos und Troias, die von Vergil literarisch verarbeitet wurden, zeigten nach Kiernans Ansicht große Wirkungsmacht und boten späteren Generationen bis in die Moderne wichtige Legitimationsmuster für Genozide. Diese „cults of antiquity“ sieht Kiernan neben den Faktoren ethnische Feindschaft, agrarische Ideologie und Expansionismus als wiederkehrende Motive für Genozide. Im Gegensatz zu Van Wees geht Kiernan also von ähnlichen Anlässen und Gründen für Massaker in der Antike und Moderne aus.

Auch mit „Terrorismus“ und „Staatsterror“ in der Antike hat man sich befasst.[136] Insbesondere die Behandlung der Heloten und die Institution der krypteia hat man teilweise als Elemente eines spartanischen Staatsterrors angesehen und auch die Frage diskutiert, inwiefern der spartanische Staat totalitaristische Züge aufweise.[137] Zweifellos hat die Übertragung der modernen Begrifflichkeit diese Forschungskontroverse bereichert. Zwei neuere Sammelbände haben zudem zahlreiche Beiträge zum Terror von oben und unten versammelt, die teilweise neue Perspektiven eröffnen. Sie zeigen aber auch die Probleme solcher Übertragungen. So nutzten viele der Autoren im Sammelband „Terror et pavor“, der 2006 von Gianpaolo Urso herausgegeben wurde, den Terrorismusbegriff teilweise unreflektiert und „Terror“ fungiert hier lediglich als populäres Schlagwort. Dahingegen wird im „Brill’s Companion to Insurgency and Terrorism in the Ancient Mediterranean“ von 2016 sehr deutlich zwischen Terrorismus gegen den Staat, anderen Formen des Widerstands und Staatsterror differenziert.[138]

Schwierigkeiten bestehen bei der Anwendbarkeit der soziologischen Ansätze zur Gewalt. So werden etwa die Herangehensweisen der neueren gewaltphänomenologischen Arbeiten zwar teilweise reflektiert, „dichte Beschreibungen“ und genaue Analysen von Gewaltpraktiken, wie sie etwa Wolfgang Sofsky und Trutz von Trotha gefordert haben, sind aber aufgrund der Quellenlage kaum möglich.[139] Daher sind auch der Erforschung der Alltagsgewalt enge Grenzen gesetzt. Fassbar sind in den antiken Quellen vor allem Diskurse über Gewalt und die Grenzen ihrer Legitimität. Nichtsdestoweniger bedienen sich die neueren Untersuchungen zu Gewaltphänomenen in der Antike einer großen Anzahl methodischer und theoretischer Zugänge. Insbesondere in der anglophonen Forschung lässt sich in den letzten Jahren etwa eine Vorliebe für sozialpsychologische Modelle erkennen.[140]

Obwohl seit der Jahrtausendwende die Zahl der Arbeiten, die sich mit Gewaltphänomenen in der Antike beschäftigen, sprunghaft angestiegen ist, muss man auch betonen, dass Gewalt dabei nur in einigen Fällen als eigene Analysekategorie dient. Häufig wird sie nur als Teilaspekt anderer Fragestellungen behandelt und es werden kaum Verbindungen zwischen Gewalt in unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern hergestellt. Zumindest einige Arbeiten der letzten Jahre thematisieren aber auch in Ansätzen die Zusammenhänge zwischen äußerer und innerer Gewalt und zwischen Gewaltdarstellungen, -diskursen und -praktiken. Alle neueren Untersuchungen fassen Gewalt und den Umgang mit ihr aber als ein kulturelles Phänomen auf, das in seinen spezifischen Kontexten analysiert werden muss, gleichzeitig aber auch allgemeine Rückschlüsse auf menschliches Verhalten ermöglicht. Auch wenn in vielen Bereichen noch Desiderate bestehen, lassen die Bemühungen der letzten Jahre aber hoffen, dass einige Leerstellen bald geschlossen werden. Physische Gewalt ist zweifelsohne als eigenes Analyseobjekt innerhalb der Altertumswissenschaften entdeckt und die Erforschung antiker Gewaltverhältnisse als Forschungsfeld entstanden.

Vor allem konnte die Forschung der letzten Jahre erhebliche Widersprüche und Paradoxien aufdecken, die den Umgang antiker Gesellschaften mit physischer Gewalt kennzeichnen. So gelang es Athen und Rom zwar in erstaunlichem Maße, durch soziale Institutionen Gewalt im politischen Leben einzudämmen, beide Gesellschaften blieben allerdings gleichzeitig von Ehre, Rachedenken und Selbsthilfe geprägt. Innere Konflikte konnten aber auch leicht eskalieren und in Bürgerkriegen enden. Insbesondere bei den religiösen Auseinandersetzungen der Spätantike vermischten sich auch verschiedene Gewaltmotivationen und Legitimationsmuster. Gewalt nach außen und gegen Fremde wirkte aber auch stabilisierend auf die Gesellschaften. So wurde die Gewalt der staatlichen Ordnung gegenüber Verbrechern, Sklaven, bei Gladiatorenspielen und beim militärischen Sieg über Gegner inszeniert und gefeiert. Nichtsdestoweniger konnte Gewalt auch als Grausamkeit und Brutalität dargestellt werden, wenn sie die eigene Gruppe traf, auf die bestehende Ordnung abzielte oder nicht akzeptierte Praktiken angewandt wurden. Gewaltanwendung wurde also entsprechend der Umstände und des Status von Täter und Opfer teilweise gefordert, akzeptiert, toleriert, abgelehnt oder verteufelt. Die Grenzen legitimer Gewaltanwendung wurden dabei kontinuierlich ausgehandelt. Diese Spannungsfelder genauer zu erforschen, ist Aufgabe zukünftiger Forschungsarbeiten.

Anmerkungen:
[1] Dieser Forschungsbericht setzt sich nur mit physischer Gewalt auseinander; zu den verschiedenen Definitionen des Gewaltbegriffs und den modernen Forschungsfeldern und Zugängen vgl. Christian Gudehus / Michaela Christ (Hrsg.), Gewalt. Ein interdisziplinäres Handbuch, Stuttgart 2013; daneben auch Wilhelm Heitmeyer / John Hagan (Hrsg.), Internationales Handbuch der Gewaltforschung, Wiesbaden 2002.
[2] Vgl. auch den Überblick zu den Forschungsfeldern in der Antike von Martin Zimmermann, Zur Deutung von Gewaltdarstellungen, in: Martin Zimmermann (Hrsg.), Extreme Formen von Gewalt in Bild und Text des Altertums, München 2009, S. 7–45, 32–39; zur älteren Forschung auch Johannes Hahn, Gewalt, in: DNP 4 (1998), Sp. 1042–1049.
[3] Philologische und archäologische Forschungsergebnisse finden nur Berücksichtigung, insofern sie von allgemeiner Relevanz sind.
[4] Zusammenfassend Nicolas Richer, La violence dans les mondes grec et romain. Introduction, in: Jean-Marie Bertrand (Hrsg.), La violence dans les mondes grec et romain, Paris 2005, S. 7–35.
[5] Nick Fisher, Hybris. A Study in the Values of Honour and Shame in Ancient Greece, Warminster 1992; David Cairns, Aidōs. The Psychology and Ethics of Honour and Shame in Ancient Greek Literature, Oxford 1993; David J. Cohen, Law, Violence and Community in Classical Athens, Cambridge 1995; vgl. auch Hans van Wees, The Law of Hybris and Solon’s Reform of Justice, in: Stephen D. Lambert (Hrsg.), Sociable Man. Essays on Ancient Greek Social Behaviour in Honour of Nick Fisher, Swansea 2011, S. 117–143; David Phillips, Xenophon and the Muleteer. Hubris, Retaliation, and the Purposes of Shame, in: Werner Riess / Garrett G. Fagan (Hrsg.), The Topography of Violence in the Greco-Roman World, Ann Arbor 2016, S. 19–59.
[6] Vgl. schon Francesco D’Agostino, Bia. Violena e giustizia nella filosofia e nella letteratura della Grecia antica, Mailand 1983; merkwürdigerweise thematisiert der Überblicksbeitrag von Hahn, Gewalt, diesen Begriff nicht.
[7] Dirk Rohmann, Gewalt und politischer Wandel im 1. Jahrhundert n. Chr., München 2006, S. 18–53.
[8] Zur „Grausamkeit“ im politischen Leben vgl. auch die Beiträge in Toivo Viljamaa / Asko Timonen / Christian Krötzl (Hrsg.), Crudelitas. The Politics of Cruelty in the Ancient and Medieval World, Krems 1992.
[9] Valeria Andò / Nicola Cusumano (Hrsg.), Come bestie? Forme e paradossi della violenza tra mondo antico e disagio contemporaneo, Caltanissetta 2010; Valeria Andò, Violenza bestiale. Modelli dell’umano nella poesia greca epica e drammatica, Caltanissetta 2013.
[10] Sammelbände mit Beiträgen zu Gewaltdarstellungen und -handlungen: Jean-Marie Bertrand (Hrsg.), La violence dans les mondes grec et romain, Paris 2005; Harold A. Drake (Hrsg.), Violence in Late Antiquity. Perceptions and Practices, Aldershot 2006; vor allem zu Gewalthandlungen, mit einzelnen Beiträgen zur Gewaltdarstellung: Jerzy Styka (Hrsg.), Violence and Aggression in the Ancient World, Krakau 2006; Gianpaolo Urso (Hrsg.), Terror et pavor. Violenza, intimidazione, clandestinità nel mondo antico, Pisa 2006; Margit Linder / Sabine Tausend (Hrsg.), „Böser Krieg“. Exzessive Gewalt in der antiken Kriegsführung und Strategien zu deren Vermeidung, Graz 2011; in erster Linie zur Gewaltdarstellung: Günter Fischer / Susanne Moraw (Hrsg.), Die andere Seite der Klassik. Gewalt im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr., Stuttgart 2005; Giampiera Raina (Hrsg.), Dissimulazioni della violenza nella Grecia antica, Como 2006; Bernd Seidensticker / Martin Vöhler (Hrsg.), Gewalt und Ästhetik. Zur Gewalt und ihrer Darstellung in der griechischen Klassik, Berlin 2006; Martin Zimmermann (Hrsg.), Extreme Formen von Gewalt in Bild und Text des Altertums, München 2009.
[11] Martin Zimmermann, Gewalt. Die dunkle Seite der Antike, München 2013.
[12] Vgl. zu dieser Position insbesondere Matthias Recke, Gewalt und Leid, Das Bild des Krieges bei den Athenern im 6. und 5. Jahrhundert v. Chr., Istanbul 2002; daneben auch der Beitrag von Barbara Borg in Seidensticker / Vöhler (Hrsg.), Gewalt und Ästhetik.
[13] Susanne Muth, Gewalt im Bild. Das Phänomen der medialen Gewalt im Athen des 6. und 5. Jahrhunderts v. Chr., Berlin 2008; vgl. auch ihren methodischen Beitrag: Susanne Muth, Zur historischen Interpretation medialer Gewalt, in: Martin Zimmermann (Hrsg.), Extreme Formen von Gewalt in Bild und Text des Altertums, München 2009, S. 193–229; vgl. aber die ausführliche kritische Rezension von Christian Kunze zu Muths Methoden in Bonner Jahrbücher 2010/2011 (210/211), S. 595–602.
[14] Vgl. insbesondere die verschiedenen Beiträge in Fischer / Moraw (Hrsg.), Die andere Seite der Klassik.
[15] Vgl. insbesondere Zimmermann, Zur Deutung von Gewaltdarstellungen.
[16] Paul Zanker, Die Barbaren, der Kaiser und die Arena. Bilder der Gewalt in der römischen Kunst, in: Rolf P. Sieferle / Helga Breuninger (Hrsg.), Kulturen der Gewalt. Ritualisierung und Symbolisierung von Gewalt in der Geschichte, Frankfurt am Main 1998, S. 53–86; zur Darstellung des Krieges bei den Römern auch Sheila Dillon / Katherine E. Welch (Hrsg.), Representations of War in Ancient Rome, Cambridge 2006; vgl. auch Tonio Hölscher, Images of War in Greece and Rome. Between Military Practice, Public Memory, and Cultural Symbolism, in: Journal of Roman Studies 93 (2003), S. 1–17.
[17] Vgl. zur bildenden Kunst der Klassik auch Elisabeth Walde, Klassik und Gewalt. Der „neue Mensch“ in der griechischen Klassik des 5. Jh. v. Chr., in: Elisabeth Walde (Hrsg.), Bildmagie und Brunnensturz. Visuelle Kommunikation von der klassischen Antike bis zur aktuellen medialen Kriegsberichterstattung, Innsbruck 2010, S. 18–40.
[18] Felix Pirson, Ansichten des Kriegs. Kampfreliefs klassischer und hellenistischer Zeit im Kulturvergleich, Wiesbaden 2014.
[19] Jacqueline de Romilly, La Grèce antique contre la violence, Paris 2000, S. 35–78.
[20] Bernd Seidensticker, Distanz und Nähe. Zur Darstellung von Gewalt in der griechischen Tragödie, in: ders. / Vöhler (Hrsg.), Gewalt und Ästhetik, S. 91–122.
[21] Vgl. zusammenfassend etwa Simon Goldhill, Violence in Greek Tragedy, in: James Redmond (Hrsg.), Violence in Drama, Cambridge 1991, S. 15–33; Maarit Kaimio, Violence in Greek Tragedy, in: Viljamaa / Timonen / Krötzl (Hrsg.), Crudelitas, S. 28–40; Andrea Ercolani, Gewalt in der griechischen Tragödie, in: Fischer / Moraw (Hrsg.), Die andere Seite der Klassik, S. 89–101; Martin Zimmermann, Gewalt. Die dunkle Seite, S. 125–135.
[22] Diese hier aufzuzählen, würde zu weit führen. Eine monographische Studie hat Anita Johner, La violence chez Tite-Live. Mythographie et historiographie, Straßburg 1996 vorlegt.
[23] Antje Wessels, Ästhetisierung und ästhetische Erfahrung von Gewalt. Eine Untersuchung zu Senecas Tragödien, Heidelberg 2014.
[24] Rohmann, Gewalt und politischer Wandel.
[25] Bertrand (Hrsg.), La violence dans les mondes grec et romain; Drake (Hrsg.), Violence in Late Antiquity.
[26] Walter Pohl, Perceptions of Barbarian Violence, in: Drake (Hrsg.), Violence in Late Antiquity, S. 15–26; Ralph Mathisen, Violent Behavior and the Construction of Barbarian Identity in Late Antiquity, in: Drake (Hrsg.), Violence in Late Antiquity, S. 27–35; Wolf Liebeschuetz, Violence in the Barbarian Successor Kingdoms: in: Drake (Hrsg.), Violence in Late Antiquity, S. 37–46.
[27] Siehe auch unten.
[28] Zimmermann, Gewalt. Die dunkle Seite.
[29] Vgl. dazu neben den Monographien von Dirk Rohmann und Martin Zimmermann auch Kai Trampedach, Die Tyrannis als Wunsch- und Schreckbild, in: Seidensticker / Vöhler (Hrsg.), Gewalt und Ästhetik, S. 3–27 und Asko Timonen, Cruelty and Death. Roman Historians’ Scenes of Imperial Violence from Commodus to Philippus Arabs, Turku 2000.
[30] Hier wird nur der Aspekt der Gewalt im Krieg hervorgehoben. Über die Trends der Militärgeschichte der Antike informieren mehrere aktuelle Forschungsberichte: Victor Davis Hanson, The Modern Historiography of Ancient History, in: Philip Sabin / Hans van Wees / Michael Whitby (Hrsg.), The Cambridge History of Greek and Roman Warfare, Bd. 1, Cambridge 2007, S. 3–21; Lee L. Brice / Jennifer T. Roberts (Hrsg.), Recent Directions in the Military History of the Ancient World, Claremont (CA) 2011; Christian Mann, Militär und Kriegführung in der Antike, München 2013, S. 59–135.
[31] Einflussreich waren insbesondere Hans Delbrück, Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte. Bd. 1: Das Altertum. Von den Perserkriegen bis Caesar, Berlin 1900 sowie Johannes Kromayer / Georg Veith, Heerwesen und Kriegführung der Griechen und Römer, München 1928.
[32] Vgl. insbesondere Jean-Pierre Vernant (Hrsg.), Problèmes de la guerre en Grèce ancienne, Paris 1968; Yvon Garlan, La guerre dans l’antiquité, Paris 1972.
[33] John Keegan, The Face of Battle. A Study of Agincourt, Waterloo and the Somme, London 1976.
[34] Victor Davis Hanson, The Western Way of War. Infantery Battle in Classical Greece, New York 1989; daneben auch ders. (Hrsg.), Hoplites. The Classical Greek Battle Experience, London 1991; ders., The Wars of Ancient Greeks, London 1999; ders., A War like No Other. How the Athenians and the Spartans Fought the Peloponnesian War, New York 2005; über die Antike hinausgehend auch ders., Carnage and Culture. Landmark Battles in the Rise of Western Power, New York 2001.
[35] Ebenfalls zur griechischen Welt Adam Schwartz, Reinstating the Hoplite. Arms, Armour and Phalanx Fighting in Archaic and Classical Greece, Stuttgart 2009; zur römischen Welt vgl. insbesondere Adrian K. Goldsworthy, The Roman Army at War 100 BC–AD 200, Oxford 1996; Philip Sabin, The Face of Roman Battle, in: Journal of Roman Studies 90 (2000), S. 1–17; übergreifend: Alan B. Lloyd (Hrsg.): Battle in Antiquity, London 1996; Philip Sabin, Lost Battles. Reconstructing the Great Clashes of the Ancient World, London 2007; vgl. auch den methodischen Beitrag von Sven Günther, Kulturgeschichte Dimensionen antiker Schlachten – eine Bestandsaufnahme, in: Marian Füssel / Michael Sikora (Hrsg.), Kulturgeschichte der Schlacht, Paderborn 2014, S. 27–52.
[36] Zur Kritik an diesem Modell vgl. zusammenfassend Everett Wheeler, The Armies of Classical Greece, Aldershot 2007, S. XIX–XXVII.
[37] Josiah Ober, The Rules of War in Classical Greece, in: Josiah Ober (Hrsg.), The Athenian Revolution. Essays on Ancient Greek Democracy and Political Theory, Princeton 1996, S. 53–71.
[38] Peter Krentz, Fighting by the Rules. The Invention of the Hoplite Agôn, in: Hesperia 71 (2002), S. 23–39; vgl. auch Hans van Wees (Hrsg), War and Violence in Ancient Greece, London 2000 (darin die Beiträge von Peter Krentz und Hans van Wees sowie die Verteidigung von Victor Davis Hanson) und Hans van Wees, Greek Warfare. Myths and Realities, London 2004, S. 115–150.
[39] André Bernand, Guerre et violence dans la Grèce antique, Paris 1999.
[40] John C. Dayton, The Athletes of War. An Evaluation of the Agonistic Elements in Greek Warfare, Toronto 2006.
[41] Hans van Wees, Defeat and Destruction. The Ethics of Ancient Greek Warfare, in: Linder / Tausend (Hrsg.), „Böser Krieg“, S. 69–110; zur homerischen Kriegsführung Hans van Wees, Status Warriors. War, Violence, and Society in Homer and History, Amsterdam 1992.
[42] Bernard Eck, La mort rouge. Homicide, guerre et souillure en Grèce ancienne, Paris 2012.
[43] Donald Kagan / Gregory F. Viggiano (Hrsg.), Men of Bronze. Hoplite Warfare in Ancient Greece, Princeton 2013 (mit Beiträgen von Victor Davis Hanson, Peter Krentz, Adam Schwartz, Hans van Wees u.a.).
[44] Jonathan Shay, Achilles in Vietnam. Combat Trauma and the Undoing of Character, New York 1994; Jonathan Shay, Odysseus in America. Combat Trauma and the Trials of Homecoming, New York 2002.
[45] Lawrence A. Tritle, From Melos to My Lai. War and Survival, London 2000; vgl. auch seine kursorischen Notizen zur römischen Welt: Lawrence A. Tritle, Men at War, in: Brian Campbell / Lawrence A. Tritle (Hrsg.), The Oxford Handbook of Warfare in the Classical World, Oxford 2013, S. 279–293.
[46] Lawrence A. Tritle, A New History of the Peloponnesian War, Oxford 2010.
[47] Peter Meineck / David Konstan (Hrsg.), Combat Trauma and the Ancient Greeks, New York 2014 (zu den grundsätzlichen Problemen zur Beschäftigung mit Gewalttraumata in der Antike vgl. darin die Einleitung von David Konstan; besonders kritisch zur Übertragbarkeit auch Jason Crowley); für eine vergleichende Perspektive vgl. Michael B. Cosmopoulos (Hrsg.), Experiencing War. Trauma and Society from Ancient Greece to the Iraq War, Chicago 2007.
[48] Jason Crowley, The Psychology of the Athenian Hoplite. The Culture of Combat in Classical Athens, Cambridge 2012.
[49] Vgl. insbesondere die Beiträge in Victor Caston / Silke-Maria Weineck (Hrsg.), Our Ancient Wars. Rethinking War through the Classics, Ann Arbor 2016 (darin insbesondere die Beiträge von Hans von Wees zu „Genozid“ [s. dazu auch unten] und Kurt Raaflaub zur „Home Front“); daneben auch David R. McCann / Barry S. Strauss (Hrsg.), War and Democracy. A Comparative Study of the Korean War and the Peloponnesian War, Armonk (NY) 2001; Polly Low / Graham Oliver / Peter J. Rhodes (Hrsg.), Cultures of Commemoration. War Memorials, Ancient and Modern, Oxford 2012; Anastasia Bakogianni / Valerie M. Hope (Hrsg.), War as Spectacle. Ancient and Modern Perspectives on the Display of Armed Conflict, London 2015.
[50] Philip Sabin / Hans van Wees / Michael Whitby (Hrsg.), The Cambridge History of Greek and Roman Warfare, 2 Bde., Cambridge 2008; John Brian Campbell / Lawrence A. Tritle (Hrsg.), The Oxford Handbook of Warfare in the Classical World, Oxford 2013.
[51] So finden sich nur wenige Verweise auf „Violence“ und verwandte Begriffe in den neueren Handbüchern zur römischen Militärgeschichte: Paul Erdkamp (Hrsg.), A Companion to the Roman Army, Malden (MA) 2007; Alexander Sarantis / Neil Christie (Hrsg.), War and Warfare in Late Antiquity. Current Perspectives, 2 Bde., Leiden 2013; zur Kriegsgewalt in der Spätantike vgl. aber Brent D. Shaw, War and Violence, in: Glen W. Bowersock / Peter Brown / Oleg Grabar (Hrsg.), Late Antiquity. A Guide to the Postclassical World, Cambridge (MA) 1999, S. 130–169.
[52] Angelos Chaniotis, War in the Hellenistic World, Malden (MA) 2005; ähnlich auch Thibaut Boulay, Arès dans la cité. Les poleis et la guerre dans l’Asie Mineure hellénistique, Pisa 2014.
[53] Kurt Raaflaub (Hrsg.), War and Peace in the Ancient World, Oxford 2007 vermittelt einen guten Eindruck von der Forschungsdiskussion.
[54] Heinrich von Stietencron / Jörg Rüpke (Hrsg.), Töten im Krieg, Freiburg 1995 (darin zur griechischen Welt Walter Burkert; zu den Römern Hubert Cancik und Jörg Rüpke); vgl. auch; Moshe Berent, Anthropology and the Classics. War, Violence, and the Stateless polis, in: Classical Quarterly 50 (2000), S. 257–289; Pascal Payen, Sur la violence de guerre en Grèce ancienne. Anthropologie, histoire et structure, in: Pascal Payen / Evelyne Scheid-Tissinier (Hrsg.), Anthropologie de l’Antiquité. Anciens objets, nouvelles approches et sciences humaines, Turnhout 2012, S. 201–328.
[55] Die Beiträge in Linder / Tausend (Hrsg.), „Böser Krieg“ können nur kleine Einblicke bieten.
[56] Klaus M. Giradet, „Gerechter Krieg“ – Von Ciceros Konzept des bellum iustum bis zur UNO-Charta, in: Gymnasium 114 (2007), S. 1–35; Annie Allély, La déclaration d’hostis sous la République romaine, Bordeaux 2012.
[57] David M. Pritchard (Hrsg.), War, Democracy and Culture in Classical Athens, Cambridge 2010; vgl. auch Christian Meier, Die Rolle des Krieges im klassischen Athen, in: Historische Zeitschrift 251 (1990), S. 555–605; zu Sparta auch Stephen Hodkinson / Anton Powell (Hrsg.), Sparta & War, Swansea 2006.
[58] Winfried Schmitz, Die Opfer des Krieges. Xenophon und die Wahrnehmung des Krieges in der griechischen Historiographie, in: Michael Rathmann (Hrsg.), Studien zur antiken Geschichtsschreibung, Bonn 2009, S. 55–84.
[59] Erzählungen von Kriegsgewalt spielen in den neueren Forschungen zu Gewaltdarstellungen nur eine untergeordnete Rolle (siehe oben).
[60] Siehe unten insbesondere zur Diskussion um Rache in den antiken Gesellschaften Übergreifende Perspektiven bieten insbesondere William V. Harris, Restraining Rage. The Ideology of Anger Control in Classical Antiquity, Cambridge (MA) 2001 und die Beiträge in David Konstan / Keith Rutter (Hrsg.), Envy, Spite and Jealousy. The Rivalrous Emotions in Ancient Greece, Edinburgh 2003; Susanna Braund / Glenn W. Most (Hrsg.), Ancient Anger. Perspectives from Homer to Galen, Cambridge 2004.
[61] Donna F. Wilson, Ransom, Revenge, and Heroic Identity in the Iliad, Cambridge 2002; daneben auch Uwe Herrmann, Anthropos Deinos. Zur Rolle der Gewalt in der griechischen Archaik im Spiegel der epischen und lyrischen Dichtung, Berlin 2014 (zu diesem Werk siehe auch unten).
[62] Christine F. Salazar, The Treatment of War Wounds in Graeco-Roman Antiquity, Leiden 2000; vgl. aber auch Annie Allély (Hrsg.), Corps au supplice et violence de guerre dans l’Antiquité, Bordeaux 2014.
[63] Vgl. aber schon die allgemeinen Überlegungen von Christian Meier, Überlegungen zur Geschichte der Gewalt, in: Historisches Kolleg 1980–1990, München 1991, S. 23–60; Christian Meier, Die Gewalt und das Politische, in: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften. Jahrbuch 1994, Berlin 1995, S. 173–191; zur Sozialkontrolle in Athen auch Virginia Hunter, Policing Athens. Social Control in the Attic Lawsuits, 420–320 BC, Princeton 1994.
[64] Cohen, Law, Violence and Community; zum Problem der Rache vgl. auch schon Hans-Joachim Gehrke, Die Griechen und die Rache. Ein Versuch in historischer Psychologie, in: Saeculum 38,2/3 (1987), S. 121–149.
[65] Gabriel Herman, Morality and Behaviour in Democratic Athens. A Social History, Cambridge 2006; vgl. auch Gabriel Herman, How Violent was Athenian Society, in: Robin Osborne / Simon Hornblower (Hrsg.), Ritual, Finance, Politics, Oxford 1994, S. 99–117; Gabriel Herman, Honour, Revenge and the State in Fourth-Century Athens, in: Walter Eder (Hrsg.), Die athenische Demokratie im 4. Jahrhundert v. Chr. Vollendung oder Verfall einer Verfassungsform?, Stuttgart 1995, S. 43–66; Gabriel Herman, Reciprocity, Altruism, and the Prisoner’s Dilemma. The Special Case of Classical Athens, in: Christopher Gill / Norman Postlethwaite / Richard Seaford (Hrsg.), Reciprocity in Ancient Greece, Oxford 1998, S. 199–225.
[66] David D. Phillips, Avengers of Blood. Homicide in Athenian Law and Custom from Draco to Demosthenes, Stuttgart 2008.
[67] Andrew T. Alwine, Enmity and Feuding in Classical Athens, Austin 2015; vgl. zur Bedeutung von Ehrvorstellungen im klassischen Athen auch Christel Brüggenbrock, Die Ehre in den Zeiten der Demokratie. Das Verhältnis von athenischer Polis und Ehre in klassischer Zeit, Göttingen 2006.
[68] Harris, Restraining Rage.
[69] David Konstan / Keith Rutter (Hrsg.), Envy, Spite and Jealousy. The Rivalrous Emotions in Ancient Greece, Edinburgh 2003; Braund / Most (Hrsg.), Ancient Anger.
[70] Danielle S. Allen, The World of Prometheus. The Politics of Punishment in Democratic Athens, Princeton 2000.
[71] Fiona McHardy, Revenge in Athenian Culture, London 2008.
[72] Werner Riess, Performing Interpersonal Violence. Court, Curse and Comedy in Forth-Century BCE Athens, Berlin 2012.
[73] Winfried Schmitz, Nachbarschaft und Dorfgemeinschaft im archaischen und klassischen Griechenland, Berlin 2004.
[74] Wilson, Ransom, Revenge, and Heroic Identity; zur Zurückdrängung und Einhegung von Gewalt im Zuge der Polisbildung vgl. Karl-Joachim Hölkeskamp, Schiedsrichter, Gesetzgeber und Gesetzgebung im archaischen Griechenland, Stuttgart 1999.
[75] Jonathan Gottschall, The Rape of Troy. Evolution, Violence, and the World of Troy, Cambridge 2008.
[76] Herrmann, Anthropos Deinos.
[77] Vgl. zum gewaltigen Charakter dieser Auseinandersetzungen Andrew W. Lintott, Violence, Civil Strife and Revolution in the Classical City 750–330 B.C., London 1982.
[78] Hans-Joachim Gehrke, Stasis. Untersuchungen zu den inneren Kriegen in den griechischen Staaten des 5. und 4. Jahrhunderts v. Chr., München 1985; zu Gewalt in den Bürgerkriegen auch Hans van Wees, „Stasis, Destroyer of Men“. Mass, Elite, Political Violence and Security in Archaic Greece, in: Cédric Brélaz / Pierre Ducrey (Hrsg.), Sécurité collective et ordre public dans les sociétés anciennes, Genf 2008, S. 1–39.
[79] Andrew Wolpert, Remembering Defeat. Civil War and Civic Memory in Ancient Athens, Baltimore 2002; Nicole Loraux, The Divided City. On Memory and Forgetting in Ancient Athens, New York 2002; Astrid Dössel, Die Beilegung innerstaatlicher Konflikte in den griechischen Poleis vom 5.–3. Jahrhundert v. Chr., Frankfurt am Main 2003; Valerij Goušchin / Peter J. Rhodes (Hrsg.), Deformations and Crises of Ancient Civil Communities, Stuttgart 2015; Benjamin Gray, Stasis and Stability. Exile, the Polis, and the Political Thought, c. 404–146 BC, Oxford 2015; Henning Börm / Marco Mattheis / Johannes Wienand (Hrsg.), Civil War in Ancient Greece and Rome. Contexts of Disintegration and Reintegration, Stuttgart 2016.
[80] Andrew W. Lintott, Violence in Republican Rome, Oxford 1968 (2. Aufl. Oxford 1999).
[81] Wilfried Nippel, Aufruhr und „Polizei“ in der römischen Republik, Stuttgart 1988; ders., Public Order in Ancient Rome, Cambridge 1995.
[82] Susanne Sigismund, Der politische Mord in der späten Römischen Republik, Hamburg 2008; Judy E. Gaughan, Murder was not a Crime. Homicide and Power in the Roman Republic, Austin 2009; zur Rache in der römischen Republik auch: Yan Thomas, Sich rächen auf dem Forum. Familiäre Solidarität und Kriminalprozeß in Rom (1. Jh. v.Chr. – 2. Jh. n.Chr.); in: Historische Anthropologie 5 (1997), S. 161–186; Egon Flaig, Neugründung der res publica und Racheritual; in: Karl-Joachim Hölkeskamp (Hrsg.): Eine politische Kultur (in) der Krise? Die „letzte Generation“ der römischen Republik, München 2009, S. 195–213.
[83] Guido O. Kirner, Strafgewalt und Provinzialherrschaft. Eine Untersuchung zur Strafgewaltspraxis der römischen Statthalter in Judäa (6–66 n. Chr.), Berlin 2004; Jill Harries, Law and Crime in the Roman World, Cambridge 2007; Olivia F. Robinson, Penal Practice and Penal Policy in Ancient Rome, London 2007; vgl. auch die Beiträge in Marcus Reuter / Romina Schiavone (Hrsg.), Gefährliches Pflaster. Kriminalität im Römischen Reich, Mainz 2011.
[84] Christopher J. Fuhrmann, Policing the Roman Empire. Soldiers, Administration, and Public Order, Oxford 2012.
[85] Vgl. dazu Werner Riess, Apuleius und die Räuber. Ein Beitrag zur historischen Kriminalitätsforschung, Stuttgart 2001, S, 190–216.
[86] Jens-Uwe Krause, Gewalt und Kriminalität in der Spätantike, München 2014; vgl. auch seine an ein weiteres Publikum gerichtete Kriminalgeschichte, in der er sich auch vor allem auf die Spätantike konzentriert:ders., Kriminalgeschichte der Antike, München 2004.
[87] Vgl. Jens-Uwe Krause, Staatliche Gewalt in der Spätantike: Hinrichtungen, in: Martin Zimmermann (Hrsg.), Extreme Formen von Gewalt in Bild und Text des Altertums, München 2009, S. 321–350; ähnlich auch schon Werner Riess, Die historische Entwicklung der römischen Folter- und Hinrichtungspraxis in kulturvergleichender Perspektive, in: Historia 51 (2002), S. 206–226. Beide sehen als Grund für die Veränderungen den gesteigerten Strafverfolgungsanspruch des römischen Staates.
[88] Vgl. auch den Sammelband von Keith Hopwood (Hrsg.), Organized Crime in Antiquity, London 1999, in dem aber keine einheitliche Vorstellung von „organisierter Kriminalität“ vertreten wird; daneben auch die Beiträge in Cédric Brélaz / Pierre Ducrey (Hrsg.), Sécurité collective et ordre public dans les sociétés anciennes, Genf 2008.
[89] Thomas Grünewald, Räuber, Rebellen, Rivalen, Rächer. Studien zu latrones im römischen Reich, Stuttgart 1999; englische Übersetzung: Thomas Grünewald, Bandits in the Roman Empire. Myth and Reality, London 2004.
[90] Philip de Souza, Piracy in the Graeco-Roman World, Cambridge 1999; vgl. auch Volker Grieb / Sabine Todt (Hrsg.), Piraterie von der Antike bis zur Gegenwart, Stuttgart 2012.
[91] Riess, Apuleius und die Räuber.
[92] Die Studie von Catherine Wolff, Les brigands en Orient sous le Haut-Empire romain, Rom 2003 fällt hinter diese Erkenntnisse zurück.
[93] Ari Z. Bryen, Violence in Roman Egypt. A Study in Legal Interpretation, Philadelphia 2013; vgl. auch Benjamin Kelly, Petitions, Litigation, and Social Control in Roman Egypt, Oxford 2011.
[94] Cédric Brélaz, La sécurité publique en Asie Mineure sous le Principat (Ier–IIIème s. ap. J.-C.). Institutions municipales et institutions impériales dans l’Orient romain, Basel 2005; John Bauschatz, Law and Enforcement in Ptolemaic Egypt, Cambridge 2013.
[95] Bernhard Jussen, Chlodwig der Gallier. Zur Strukturgeschichte einer historischen Figur, in: Mischa Meier / Steffen Patzold (Hrsg.), Chlodwigs Welt. Organisation von Herrschaft um 500, Stuttgart 2014, S. 27–43.
[96] Bernhard Jussen, Chlodwig und die Eigentümlichkeiten Galliens. Ein warlord im rechten Augenblick, in: Mischa Meier (Hrsg.), Sie schufen Europa. Historische Portraits von Konstantin bis Karl dem Großen, München 2007, S. 141–155; Penny MacGeorge, Late Roman Warlords, Oxford 2002.
[97] Hans-Ulrich Wiemer, Theoderich und seine Goten. Aufstieg und Niedergang einer Gewaltgemeinschaft, in: Winfried Speitkamp (Hrsg.), Gewaltgemeinschaften. Von der Spätantike bis ins 20. Jahrhundert, Göttingen 2013, S. 15–38; ders., Die Goten in Italien. Wandlungen und Zerfall einer Gewaltgemeinschaft, in: Historische Zeitschrift 296 (2013), S. 593–628; Guido Berndt, Gewaltsame Konflikte und einträgliche Kooperation. Die Krieger Theoderichs im Osten und Westen des spätrömischen Reichs, in: Carola Föller / Fabian Schulz (Hrsg.), Osten und Westen 400–600 n. Chr. Kommunikation, Kooperation und Konflikt, Stuttgart 2016, S. 193–213.
[98] Georg Scheibelreiter, Die barbarische Gesellschaft. Mentalitätsgeschichte der europäischen Achsenzeit 5.–8. Jahrhundert, Darmstadt 1999, S. 285–339.
[99] Laury Sarti, Perceiving War and the Military in Early Christian Gaul (ca. 400–700 A.D.), Leiden 2013; vgl. auch Laury Sarti, Die Identität der Kämpfenden nach dem Zusammenbruch des römischen Militärwesens in Gallien, in: Archiv für Kulturgeschichte 95 (2013), S. 309–332.
[100] Vgl. etwa Michael Whitby, The Violence of the Circus Factions, in: Keith Hopwood (Hrsg.), Organized Crime in Antiquity, London 1999, S. 229–253.
[101] Vasily Rudich, Religious Dissent in the Roman Empire. Violence in Judaea at the Time of Nero, London 2015.
[102] Maijastina Kahlos, Forbearance and Compulsion. The Rhetoric of Religious Tolerance and Intolerance in Late Antiquity, London 2009.
[103] Harold A. Drake, Constantine and the Bishops. The Politics of Intolerance, Baltimore 2000.
[104] Polymnia Athanassiadi, Vers la pensée unique. La montée de l’intolérance dans l’Antiquité tardive, Paris 2010.
[105] Michael Gaddis, There is No Crime for Those Who Have Christ. Religious Violence in the Christian Roman Empire, Berkeley 2005.
[106] Thomas Sizgorich, Violence and Belief in Late Antiquity. Militant Devotion in Christianity and Islam, Philadelphia 2008.
[107] Zum Begriff der Intoleranz vgl. Guy G. Stroumsa, On the Roots of Christian Intolerance, in: Francesca Prescendi / Youri Volokhine (Hrsg.), Dans le laboratoire de l’historien des religions. Mélanges offerts à Philippe Borgeaud, Genf 2011, S. 193–210.
[108] Johannes Hahn, Gewalt und religiöser Konflikt. Studien zu den Auseinandersetzungen zwischen Christen, Heiden und Juden im Osten des Römischen Reiches (von Konstantin bis Theodosius II.), Berlin 2004.
[109] Edward J. Watts, Riot in Alexandria. Tradition and Group Dynamics in Late Antique Pagan and Christian Communities, Berkeley 2010.
[110] Johannes Hahn / Stephen Emmel / Ulrich Gotter (Hrsg.), From Temple to Church. Destruction and Renewal of Local Cultic Topography in Late Antiquity, Leiden 2008; Johannes Hahn (Hrsg.), Spätantiker Staat und religiöser Konflikt. Imperiale und lokale Verwaltung und die Gewalt gegen Heiligtümer, Berlin 2011; vgl. auch diverse Beiträge in Drake (Hrsg.), Violence in Late Antiquity; zur Rolle der Kaiser auch Johannes Hahn, The Challenge of Religious Violence. Imperial Ideology and Policy in the Fourth Century, in: Johannes Wienand (Hrsg.), Contested Monarchy. Integrating the Roman Empire in the Fourth Century AD, Oxford 2015, S. 379–404; zu religiösen Motivation von Kriegen auch Egon Flaig, „Heiliger Krieg“. Auf der Suche nach einer Typologie, in: Historische Zeitschrift 285,2 (2007), S. 265–302.
[111] Eberhard Sauer, The Archaeology of Religious Hatred in the Roman and Early Medieval World, Stroud 2003; zu den literarischen Quellen auch Maria del Mar Marcos Sánchez, Religious Violence and Hagiography in Late Antiquity, in: Numen 62 (2015), S. 169–196.
[112] Bernd Isele, Kampf um Kirchen. Religiöse Gewalt, heiliger Raum und christliche Topographie in Alexandria und Konstantinopel (4. Jh.), Münster 2010.
[113] Brent D. Shaw, Sacred Violence. African Christians and Sectarian Hatred in the Age of Augustine, Cambridge 2011.
[114] Winfried Schmitz, Gewalt in Haus und Familie, in: Günter Fischer / Susanne Moraw (Hrsg.), Die andere Seite der Klassik. Gewalt im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr., Stuttgart 2005, S. 103–128; Garrett G. Fagan, Violence in Roman Social Relations, in: Michael Peachin (Hrsg.), The Oxford Handbook of Social Relations in the Roman World, Oxford 2011, S. 467–495.
[115] Riess / Fagan (Hrsg.), The Topography of Violence (mit Beiträgen zur politischen Gewalt; zur Gewalt gegen Frauen, Sklaven, beim Gastmahl, im städtischen Raum und auf dem Schlachtfeld); zur Gewalt gegen Kinder vgl. Johannes Christes, Et nos ergo manum ferulae subduximus. Von brutaler Pädagogik bei Griechen und Römern, in: Uwe Krebs / Johanna Forster (Hrsg.), Vom Opfer zum Täter? Gewalt in Schule und Erziehung von den Sumerern bis zur Gegenwart. Bad Heilbrunn (Obb.) 2003, S. 51–70; Christian Laes, Childbeating in Roman Antiquity. Some Reconsiderations, in: Katariina Mustakallio et al. (Hrsg.), Hoping for Continuity. Childhood, Education and Death in Antiquity and the Middle Ages, Rom 2005, S. 75–89.
[116] Vgl. neben den Beiträgen im erwähnten Sammelband von Werner Riess und Garrett G. Fagan die älteren Arbeiten von Hans Klees, Sklavenleben im klassischen Griechenland, Stuttgart 1999, S. 176–217; Bradley, Keith R., Slaves and Masters in the Roman Empire. A Study in Social Control, 2. Aufl., New York 1987, S. 113–137; vgl. zur Definition von Gewaltverhältnissen und -hierarchien im klassischen Griechenland auch Egon Flaig, Gewalt als präsente und als diskursive Obsession in der griechischen Klassik, in: Bernd Seidensticker / Martin Vöhler (Hrsg.), Gewalt und Ästhetik. Zur Gewalt und ihrer Darstellung in der griechischen Klassik, Berlin / New York 2006, S. 29–56; zu den verschiedenen Formen physischer Gewalt gegenüber Sklaven vgl. die Beiträge (Folter / Folterung; Strafe / Bestrafung; Tötung etc.) im Heinz Heinen u.a. (Hrsg.), Handwörterbuch der antiken Sklaverei (HAS). Lieferung I–IV, Stuttgart 2012 (wird noch fortgesetzt; in der vollständigen Fassung soll auch ein Artikel zu „Gewalt“ selbst enthalten sein).
[117] Georg Doblhofer, Vergewaltigung in der Antike, Stuttgart 1994; zur sexuellen Gewalt gegen Frauen in Rom vgl. auch Serena S. Witzke, Violence against Women in Ancient Rome, in: Werner Riess / Garrett G. Fagan (Hrsg.), The Topography of Violence in the Greco-Roman World, Ann Arbor 2016, S. 248–274.
[118] Rosanna Omitowoju, Rape and the Politics of Consent in Classical Athens, Cambridge 2002; vgl. zur Ordnungsstörung durch weibliche Gewalt auch Pauline Schmitt-Pantel, Über die Konstruktion der Gewalt im alten Griechenland. Frauen, die töten, und Männer, die verführen, in: Metis 7 (1998), S. 39–52.
[119] Edward M. Harris, Did Rape Exist in Classical Athens? Further Reflections on the Laws about Sexual Violence, in: Dike 7 (2004), S. 41–83; zur Gesetzgebung vgl. Winfried Schmitz, Der nomos moicheias – Das athenische Gesetz über den Ehebruch, in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte. Romanistische Abteilung 114 (1997), S. 45–140.
[120] Vgl. insbesondere David Cohen, Law, Sexuality, and Society. The Enforcement of Morals in Classical Athens, Cambridge 1991; zusammenfassend zur Forschungsdiskussion Julia Kaffarnik, Sexuelle Gewalt gegen Frauen im antiken Athen, Hamburg 2013, S. 24–27.
[121] Vgl. Susan Deacy / Karen F. Pierce (Hrsg.), Rape in Antiquity, London 1997.
[122] Kaffarnik, Sexuelle Gewalt; zur Spätantike auch Leslie Dossey, Wife Beating and Manliness in Late Antiquity, in: Past & Present 199 (2008), S. 3–40.
[123] Magnus Wistrand, Entertainment and Violence in Ancient Rome. The Attitudes of Roman Writers of the First Century A. D., Göteborg 1992.
[124] Zusammenfassend zur Forschungsdiskussion Uwe Walter, „Schöne Wunde, verachteter Tod“. Zur Funktion der Gladiatorenkämpfe in der römischen Kaiserzeit, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 55 (2004), S. 513–520; Garrett G. Fagan, The Lure of the Arena. Social Psychology and the Crowd at the Roman Games, Cambridge 2011, S. 17–22.
[125] Fagan, The Lure of the Arena.
[126] Norbert Elias, Über den Prozeß der Zivilisation, 2 Bde., Basel 1939.
[127] Steven Pinker, Gewalt. Eine neue Geschichte der Menschheit, Frankfurt am Main 2011 (Orig.: The Better Angels of Our Nature. Why Violence Has Declined, New York 2011).
[128] Ian Morris, Krieg. Wozu er gut ist, Frankfurt am Main 2013 (Orig.: War! What Is It Good For? Conflict and the Progress of Civilization from Primates to Robots, London 2014).
[129] Vgl. etwa die Beiträge in Sarah Ralph (Hrsg.), The Archaeology of Violence. Interdisciplinary Approaches, Albany (NY) 2012.
[130] Armin Eich, Die Söhne des Mars. Eine Geschichte des Krieges von der Steinzeit bis zum Ende der Antike, München 2015.
[131] Walter Burkert, Homo Necans. Interpretationen altgriechischer Opferriten und Mythen, Berlin 1972 (2. erweiterte Auflage Berlin 1996).
[132] René Girard, La violence et le Sacré, Paris 1972.
[133] Anton Bierl / Wolfgang Braungart (Hrsg.), Gewalt und Opfer. Im Dialog mit Walter Burkert, Berlin 2010.
[134] David Konstan, Anger, Hatred, and Genocide in Ancient Greece, in: Common Knowledge 13 (2007), S. 170–187; Hans van Wees, Genocide in the Ancient World, in: Donald Bloxham / Anthony Dirk Moses (Hrsg.), The Oxford Handbook of Genocide Studies, Oxford 2010, S. 239–258; Hans van Wees, Genocide in Archaic and Classical Greece, in: Victor Caston / Silke-Maria Weineck (Hrsg.), Our Ancient Wars. Rethinking War through the Classics, Ann Arbor 2016, S. 19–37; vgl. auch Bernard Eck, Essai pour une typologie des massacre en Grèce classique, in: David El Kenz (Hrsg.), Le massacre, objet d’histoire, Paris 2005, S. 72–120; für eine archäologische Perspektive auch Nico Roymans / Manuel Fernández-Götz, Caesar in Gaul. New Perspectives on the Archaeology of Mass Violence, in: Tom Brindle u.a. (Hrsg.), TRAC 2014. Proceedings of the Twenty-Fourth Annual Theoretical Roman Archaeology Conference, Oxford 2015, S. 70–80.
[135] Ben Kiernan, Blood and Soil. A World of Genocide and Extermination from Sparta to Darfur, New Haven 2007 (dt.: Erde und Blut. Völkermord und Vernichtung von der Antike bis heute, München 2009); zu Karthago auch ders., The First Genocide: Carthage, 146 BC, in: Diogenes 51,3 (2004), S. 27–39.
[136] Vgl. auch Alexander Demandt, Terrorismus. Ein zeitloses Thema?, in: Bernd Onken / Dorothea Rohde (Hrsg.): In omnia historia curiosus. Studien zur Geschichte von der Antike bis zur Neuzeit. Festschrift für Helmuth Schneider zum 65. Geburtstag, Wiesbaden 2011, S. 301–309.
[137] Zur krypteia zuletzt Matthew Trundle, The Spartan Krypteia, in: Werner Riess / Garrett G. Fagan (Hrsg.), The Topography of Violence in the Greco-Roman World, Ann Arbor 2016, S. 60–76; zum Charakter der spartanischen Gesellschaft vgl. Stephen Hodkinson, Was Classical Sparta a Military Society?, in: Stephen Hodkinson / Anton Powell (Hrsg.), Sparta & War, Swansea 2006, S. 111–162.
[138] Urso (Hrsg.), Terror et pavor; Timothy Howe / Lee L. Brice (Hrsg.), Brill’s Companion to Insurgency and Terrorism in the Ancient Mediterranean World, Leiden 2016.
[139] Kritisch insbesondere Zimmermann, Zur Deutung von Gewaltdarstellungen, S. 24–32; vgl. auch Herrmann, Anthropos Deinos, S. 13–25.
[140] Insbesondere McHardy, Revenge in Athenian Culture; Fagan, The Lure of the Arena; Crowley, Psychology of the Athenian Hoplite.

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Zitation
Lennart Gilhaus: Physische Gewalt in der griechisch-römischen Antike – Ein Forschungsbericht, in: H-Soz-Kult, 13.07.2017, <www.hsozkult.de/literaturereview/id/forschungsberichte-3014>.