Auf dem Weg zu einer Globalgeschichte politischer Gewalt. Ein Forschungsbericht zur Geschichte des Terrorismus im langen 19. Jahrhundert

Die Geschichte politischer Gewalt im langen 19. Jahrhundert ist in den Fokus der Geschichtswissenschaft zurückgekehrt. Unter dem Label der „Terrorismusgeschichte“ sind in jüngerer Zeit eine ganze Reihe von Arbeiten zu Attentaten, Anschlägen, politischen Morden oder zu aufständischer Gewalt erschienen. Die Forschung interessiert sich unter anderem für die Ursprünge eines „modernen“ Terrorismus, die transnationale Diffusion von Gewaltpraktiken und -technologien, die Terrorismusbekämpfung sowie nicht zuletzt für die medialen Repräsentationen von Gewalt. Die Arbeiten aus dem Bereich der Terrorismusgeschichte eröffnen damit, so der Autor des Forschungsberichtes, auch neue Perspektiven für eine Globalgeschichte politischer Gewalt seit dem 19. Jahrhundert.

Abstract
The history of political violence during the long 19th century has returned into the focus of historical scholarship. In recent years, a whole series of works on assassinations, political murders or insurgent violence have been published, many of them under the label of a new history of “terrorism”. Within this context, scholars have analyzed the origins of "modern" terrorism, the transnational diffusion of new practices and technologies of violence, the fight against terrorism, and, last but not least, the media representations of violence. According to the author of the research report, recent scholarship in the field of the history of terrorism thus unlocks new perspectives for a global history of political violence since the 19th century.

By
Moritz Florin, Department Geschichte, Universität Erlangen-Nürnberg

Übersicht

1. Terrorismus und Moderne. Neue Forschungen zu den Ursprüngen terroristischer Gewalt
2. Ein globales Phänomen? Die Diffusion des Terrorismus
3. Transnationale Terrorismusbekämpfung im 19. Jahrhundert
4. Terrorismus als transnationaler Kommunikationsprozess
5. Fazit und Ausblick

Kaum ein zweites Thema begleitet Medien und Öffentlichkeit seit der Jahrtausendwende so beharrlich wie der Terrorismus. Es kann deshalb kaum verwundern, dass auch das Interesse an der Terrorismusgeschichte groß ist. Nicht nur auf Deutsch und Englisch, sondern auch auf Spanisch, Katalanisch, Französisch und Russisch sind in den letzten Jahren wichtige Arbeiten zu einzelnen Bewegungen und Gewaltakten des 19. und 20. Jahrhunderts erschienen. Es ist also keineswegs noch zutreffend, dass historische Forschung zur Entstehung und Entwicklung des Terrorismus – wie in Forschungsüberblicken gelegentlich postuliert – weiterhin rar ist.[1]

Bei dem Begriff „Terrorismus“ handelt es sich um ein Label, das nicht nur in der breiteren Öffentlichkeit, sondern auch in der Wissenschaftsökonomie der Gegenwart Aufmerksamkeit verspricht. Je nach Definition können jedoch ganz unterschiedliche Gewaltphänomene unter dem Begriff subsummiert werden: Attentate verübt von Einzeltätern oder von revolutionären Gruppierungen, Sprengstoffattentate gegen Staatsoberhäupter oder gegen Unbeteiligte oder auch Attentate und Gewalt im Kontext von Streiks oder guerrilla-Kriegen. Insbesondere in der englischsprachigen Literatur wird zudem nicht immer klar zwischen Staatsterror(-ismus) und Terrorismus aus dem Untergrund unterschieden.[2] Weiterhin existiert keine international anerkannte Konsensdefinition, die sich sinnvollerweise auf alle mit dem Label belegten Phänomene beziehen ließe.[3] Doch obwohl der Untersuchungsgegenstand damit diffus bleibt, lenkt die Forschung unter diesem Label die Aufmerksamkeit auf ein gemeinsames Set an Fragen. Der Wert der neuen Historiographie zum Terrorismus, so soll im folgenden Forschungsüberblick argumentiert werden, besteht vor allem darin, dass sie den Blick für den Wandel politischer Gewaltpraktiken im 19. Jahrhundert schärft. Sie entfernt sich damit von Forschungen, die sich vor allem für die Entstehung sozialer, antikolonialer oder religiöser Bewegungen und ihrer Ideologien interessieren und bewegt sich hin zu einer Globalgeschichte der politischen Gewalt mit einem Schwerpunkt auf den Formen und Ausprägungen der Gewalt sowie auf den kommunikativen Dynamiken, die sich aus dem Gewalthandeln selbst ergeben. Das 19. Jahrhundert erweist sich so nicht nur das Zeitalter der „Erfindung“ des Terrorismus, sondern allgemeiner als ein Zeitalter des Experimentierens mit politischer Gewalt unter neuen Bedingungen.

Zu betonen ist dabei, dass der Begriff Terrorismus in seiner modernen Bedeutung ein Produkt des 19. Jahrhunderts ist. Zunächst waren es die Jakobiner, die den Begriff des „Terrors“ in den Mund nahmen. Revolutionären wie Bertrand Barère oder Maximilien de Robespierre galt der terreur als legitimes Mittel der Revolution, denn ohne ihn bleibe auch die Tugend machtlos.[4] In der Folgezeit machten sich jedoch vor allem die Gegner revolutionärer Bestrebungen den Begriff zu eigen. Ihnen diente der Begriff „Terror“ zur Markierung von Gewalt als illegitim.[5] Durchaus ähnlich verhielt es sich mit dem Begriff des Terror-ismus: Die vermutlich erste politische Gruppierung, die ihr Gewalthandeln selbst als „terroristisch“ bezeichnete, war die so genannte narodnaja volja (Volkes Wille) im Russischen Reich.[6] Mit der Welle anarchistischer und sozialrevolutionär motivierter Attentate in den Jahren 1892 bis 1907 setzte sich der Begriff des „Terrorismus“ auch in einer breiteren europäischen Öffentlichkeit als Oberbegriff für spektakuläre, politisch motivierte Attentate aus dem Untergrund durch.[7] Insbesondere wenn es um die Bekämpfung des Terrorismus ging, wurde der Begriff jedoch meist in einem abwertenden Sinne gebraucht. Dabei entschieden zunehmend Politiker, Geheimdienstmitarbeiter und die Justiz darüber, was als Terrorismus zu definieren und zu identifizieren war.[8] Zu betonen ist jedoch, dass auch andere Bezeichnungen für politische Attentate im Umlauf blieben oder sogar weiter verbreitet waren: Die britische Presse etwa bezeichnete Attentate meist als „anarchistische“ oder „nihilistische“ „outrages“, während anarchistische Attentäter selbst eher von der „Propaganda der Tat“ sprachen oder sich – etwa im Falle der irischen Fenians – als Kombattanten in einer kriegerischen Auseinandersetzung sahen. Wenn also bestimmte Gewaltakte in der Literatur als terroristisch bezeichnet werden, dann basiert die Analyse zumeist auf einem gegenwärtigen Begriffsverständnis. Nicht selten werden dabei aktuelle Debatten über das Wesen terroristischer Gewalt und die Legitimität staatlicher Gegenmaßnahmen auf die Vergangenheit projiziert.

Dennoch handelt es sich bei der Terrorismusgeschichte um ein gemeinsames Forschungsfeld, das durch mehr als nur ein Label geeint wird. Für den folgenden Forschungsüberblick wurden dabei vier zentrale Themenbereiche der neuen Terrorismusgeschichte identifiziert: Die Historiographie interessiert sich erstens für die Ursprünge des Terrorismus. Insbesondere geht es dabei auch um die Frage nach der Neuartigkeit oder Modernität von Gewaltpraktiken des 19. Jahrhunderts. Die Rede ist auch von der „Erfindung des Terrorismus“ im 19. Jahrhundert.[9]Zweitens beschäftigt sich die Forschung mit der Frage nach der transnationalen Diffusion neuer Gewaltpraktiken. Dabei geht es nicht nur um die Verbreitung von Ideen, sondern auch von technischem Wissen sowie um Fragen nach der Verfügbarkeit von Ressourcen und Technologien. Drittens interessiert sich die Terrorismusforschung für das Verhältnis und die Wechselbeziehungen zwischen staatlicher und nichtstaatlicher Gewalt. Dabei schließt die analytische Unterscheidung zwischen Terrorismus als Gewalt aus dem Untergrund und Terror als Gewalt der Machthabenden (bzw. Staaten) keineswegs aus, dass es zu Überschneidungen kommen kann: Terroristische Gewaltakte richteten sich nicht immer gegen den Staat, sondern auch etwa gegen vermeintliche Repräsentanten eines „Systems“. Umgekehrt konnten etwa von Unternehmern beauftragte private Sicherheitsunternehmen Terror(-ismus) ausüben. Auch in kolonialen Kontexten oder im Falle von rechtsradikalem Terrorismus konnten sich derartige Ambivalenzen ergeben.[10]Viertens befasst sich die Forschung mit Gewaltformen, die darauf abzielen, Angst und Schrecken auszulösen. Die Gewalt wird dabei als Kommunikationsakt aufgefasst. Ziel ist es, neben den unmittelbaren Gewaltopfern auch weitere Bevölkerungsgruppen einzuschüchtern oder für die eigenen politischen Ziele zu mobilisieren. Viele Autor/innen betonen zudem die Bedeutung moderner Kommunikationsmittel, Medien und Öffentlichkeiten sowohl für die strategischen Überlegungen der Terrorist/innen selbst als auch für die Verbreitung des Phänomens über Grenzen hinweg.

Neben diesen vier für die Terrorismusgeschichte im engeren Sinne zentralen Bereichen werden in diesem Forschungsbericht jedoch auch Randbereiche ausgeleuchtet, darunter Expropriationen, aufständische Gewalt in Kolonien oder Formen des guerrilla-Krieges. Ziel ist es dabei, den Blick einerseits auf Forschungen zu lenken, die sich im engeren Sinne im Bereich der Terrorismusgeschichte verorten, andererseits aber auch Wege ihrer Erweiterung aufzuzeigen.

Terrorismus und Moderne. Neue Forschungen zu den Ursprüngen terroristischer Gewalt
Die Geschichtswissenschaft ist sich weitgehend darin einig, dass im 19. Jahrhundert neue Formen politischer Gewalt erdacht und ins Werk gesetzt wurden. Hierzu zählte auch der Terrorismus. Die erste globale Welle des Terrorismus endete – von einzelnen Ausreißern in den 1920er-Jahren abgesehen – mit den Gewalteskalationen im Zuge des Ersten Weltkriegs und der Russischen Revolution.[11] Doch obwohl in der Historiographie eine gewisse Einigkeit darüber besteht, dass die Ursprünge des modernen Terrorismus im 19. Jahrhundert liegen, offenbart eine Durchsicht der neueren Forschungsliteratur auch grundlegende Unterschiede in der Interpretation der Ursachen, der Chronologie und der Ausbreitungswege des Terrorismus. Einige Annahmen der älteren Forschung wurden in den letzten Jahren mit gutem Grund hinterfragt. Je nach Untersuchungsschwerpunkt beginnt die Terrorismusgeschichte etwas früher oder später, es werden unterschiedliche Fälle einbezogen oder ausgeschlossen und der Blick wird auf jeweils andere Aspekte des Gewalthandelns gelenkt, darunter die Inszenierung der Gewalt, die Reaktionen von Medien und Öffentlichkeiten oder auch die staatliche Terrorismusbekämpfung. Da es jedoch weder zeitgenössisch noch in der Gegenwart eine einheitliche Definition gab oder gibt, kann es auch die eine Terrorismusgeschichte oder den einen Zeitpunkt der Erfindung des Terrorismus nicht geben. Die Rede von der Erfindung terroristischer Gewaltpraktiken im 19. Jahrhundert bezieht sich deshalb meist auf Teilaspekte und damit auf eine Geschichte der Innovationen, die bis in die Gegenwart nicht abgeschlossen ist.

Der wohl einflussreichste Versuch, ein globales Narrativ der Terrorismusgeschichte zu entwerfen, bleibt Walter Laqueurs A History of Terrorism.[12] Laqueur verzichtet darin bewusst auf eine eigene Terrorismusdefinition, sein Begriffsverständnis bleibt deshalb implizit. So betont er etwa, dass der Terrorismus vormoderne Vorläufer kenne. Genannt werden die Beispiele der Zeloten, der Sikarier und thugs. Terrorismus im engeren Sinne entstand Laqueur zufolge jedoch erst im 19. Jahrhundert. Eine wichtige Rolle spielte dabei der jakobinische Terror – und zwar nicht nur als abschreckendes Beispiel, sondern auch als Vorbild für den gezielten Einsatz revolutionärer Gewalt. In den 1870er-Jahren sei dann in Russland ein moderner Terrorismus entstanden und habe sich von dort aus verbreitet. Die spektakulären Attentate der _narodnaja volja_, die in der Ermordung des Zaren im März 1881 kulminierten, seien zur Inspirationsquelle für Terroristen weltweit geworden, darunter die Mitglieder anarchistischer Gruppierungen in Europa, den USA, China und Japan oder auch für nationale Unabhängigkeitskämpfer in Irland und Bengalen.[13] Wichtig daran ist, dass es sich beim Terrorismus laut Laqueur um eine moderne Gewaltpraktik handelt. Der Verzicht auf eine Definition ermöglicht es ihm jedoch auch, die Gewalt von guerrilla- Gruppierungen oder das Banditenwesen nicht gänzlich auszuklammern.[14]

Neuere Gesamtdarstellungen der Terrorismusgeschichte setzen zwar unterschiedliche Akzente. Im Wesentlichen folgen sie jedoch einem Narrativ, demzufolge der entscheidende Impuls für die Entstehung des modernen Terrorismus von der französischen Revolution ausgegangen und der Terrorismus im engeren Sinne in Russland erstmals voll ausgeprägt gewesen sei.[15] Die These von den russischen Ursprüngen des Terrorismus wird auch in der Russlandhistoriographie weitgehend unhinterfragt übernommen.[16] Umstritten ist allenfalls, welches Attentat als erstes Beispiel von Terrorismus zu gelten hat.[17] Claudia Verhoeven argumentiert etwa, dass bereits Dimitrij Karakozov mit seinem gescheiterten Attentat auf den Zaren im Jahr 1866 das terroristische Attentat erfunden habe.[18] Ana Siljak hingegen bezeichnet Vera Zasulič als erste moderne Terroristin, eine Meinung, der sich auch etwa Oleg Budnickij anschließt.[19] Dabei ist Karakozov und Zasulič gemein, dass sie ihre Anschläge im Namen säkularer Ideen verübten und dabei bewusst die mediale Resonanz in ihr Kalkül einbezogen. Beide Attentäter stellten die Legitimität der bestehenden Ordnung in Frage; die Opfer galten ihnen lediglich als Repräsentanten eines verhassten Systems. Verhoeven argumentiert zudem, dass erst der Anspruch des modernen Staates auf das Gewaltmonopol es Terroristen ermöglicht habe, sich als Herausforderer einer vermeintlichen Allgewalt zu inszenieren.[20] Unumstritten bleibt auch die große, grenzüberschreitende Resonanz der Taten der _narodnaja volja_. Nicht nur brachte diese Gruppe neue Technologien – darunter das Sprengstoffattentat mit Dynamit – zum Einsatz. Benjamin Schenk argumentiert auch, dass die Gruppe gezielt Eisenbahnlinien und damit die „Achillesfersen“ des sich modernisierenden Imperiums attackiert habe.[21] Nicht zuletzt betont Stephen Marks, dass die russischen Terroristen aufgrund ihrer Innovationen weltweit Nachahmer gefunden hätten. Die „russische Methode“ des Terrorismus, verstanden als geplante, zentral organisierte terroristische Kampagne, habe sich nach 1881 weltweit verbreitet und sei damit neben Ballett, Bolschewismus, Antisemitismus und abstrakter Kunst ein Beispiel dafür, wie „Russland“ die moderne Welt geprägt habe.[22]

Die Bedeutung der narodnaja volja wird also auch darin gesehen, dass sie in den folgenden Jahrzehnten Terroristen weltweit zur Nachahmung inspiriert habe. Die Geschichte der irischen dynamiters (bzw. Fenians), die in etwa zeitgleich zu der narodnaja volja erste Attentate mit Dynamit verübten, wurde demgegenüber lange Zeit als reine Nationalgeschichte erzählt.[23] Auch die Terrorismusgeschichte schätzte das innovative Potential dieser Bewegung und ihre transnationale Ausstrahlung als vergleichsweise gering ein. Die jüngere Forschung weist jedoch darauf hin, dass sich gerade die Geschichte der irischen Nationalbewegung einer nationalen Begrenzung entzieht: Einige ihrer wichtigsten Akteure emigrierten in die USA und verbreiteten von dort aus ihre Ideen. Die Geschichte des irischen Nationalismus war untrennbar mit imperialen, atlantischen und europäischen Umständen verflochten.[24] Neuere Studien betonen zudem, dass die irischen dynamiters die Wirkmacht von Attentaten als Kommunikationsakte kannten. Insofern sei die innovative Leistung ihrer Taten nicht geringer einzuschätzen als jene der russischen Terroristen.[25] Nicht zuletzt hat Niall Whelehan aufgezeigt, dass es auf technologischer Ebene durchaus zu einem Austausch mit anarchistischen Gruppen oder Vordenkern des Dynamitattentats gekommen sei.[26]

Die spanischsprachige Historiographie verweist demgegenüber auf die Ursprünge terroristischer Gewalt im „Okzident“, womit insbesondere die romanischen Länder gemeint sind. Eine wichtige Rolle spielt etwa das Attentat Felice Orsinis auf Napoleon III. im Jahr 1858, eine Tat, die zwar zunächst scheiterte, auf lange Sicht aber durchaus die erwünschte Dynamik beschleunigte, die zur italienischen Einigung führte.[27] Orsinis Attentat blieb aus dieser Perspektive jedoch ein Einzelfall; in den folgenden Jahren gingen die entscheidenden Impulse für die Ausbreitung terroristischer Praktiken in den romanischen Ländern von den Anarchisten aus. Die Idee der „Propaganda der Tat“ entwickelte sich in engem Austausch zwischen Anarchisten wie Michail Bakunin, Carlo Pisacane und Paul Brousse, wobei zu betonen ist, dass Gewalt und Attentate in der Diskussion zunächst eine allenfalls untergeordnete Rolle spielten.[28] Eine nicht unbedeutende, wenn auch höchst umstrittene Rolle für die Legitimierung von Gewalt spielte auch der von Sergej Nečaev im Austausch mit Bakunin verfasste „revolutionäre Katechismus“.[29] Dabei ist eine Ideengeschichte der „Propaganda der Tat“ zwangsläufig ebenso transnational wie das Leben ihrer wichtigsten Protagonisten, also etwa Paul Brousse, Michail Bakunin oder Johann Most. Die Arbeiten zur Propaganda der Tat verweisen mithin auf die transnationalen Vernetzungen radikaler Gruppierungen durch das Exil der Akteure. Deutlich wird zudem, dass die Ära der Attentate in Europa beinahe zeitgleich im Jahr 1878 mit den (gescheiterten) Attentaten auf Wilhelm I., Alfonso XII. von Spanien sowie Umberto I. von Italien einsetzte.[30]

Derartige Studien zu den vermeintlichen „Ursprüngen“ des Terrorismus kranken jedoch zumeist daran, dass sie ihren jeweiligen nationalen Sichtweisen verhaftet bleiben. An den Entwurf eines gänzlich neuen transnationalen Narrativs der Terrorismusgeschichte wagt sich hingegen Carola Dietze in ihrem Buch Die Erfindung des Terrorismus in Europa, Russland und den USA, 1858-1866. Dietze argumentiert darin, dass die Taktik des Terrorismus in den Jahren 1858 bis 1866 entstanden sei. Im Anschluss an die großen Revolutionen des 18. und 19. Jahrhunderts hätten Einzelne, darunter Felice Orsini, John Brown, John Wilkes Booth, Oskar Wilhelm Becker und Dmitirij Karakozov, das Potential von Attentaten als politisches Signal an die Öffentlichkeit erkannt. Damit verlegt Dietze die Entstehungszeit des Terrorismus nicht nur im Vergleich etwa zu Laqueurs „Standardnarrativ“ um einige Jahrzehnte vor, sondern verknüpft auch bislang getrennt gedachte Forschungserkenntnisse miteinander. So kann sie belegen, dass Felice Orsinis Attentat in der US-amerikanischen Presse intensiv diskutiert wurde. Dietze schließt daraus, dass auch John Brown sich bei seinen Plänen für den Überfall auf Harpers Ferry von Orsini habe inspirieren lassen. Browns Überfall erzeugte wiederum derart große Aufmerksamkeit in der international vernetzten Presse, dass auch in russischen und deutschen Zeitungen darüber berichtet wurde. Indirekt, im Falle Karakozovs etwa über den Umweg des Schriftstellers Nikolaj Černyševskij, habe die Tat Browns also auch die Entstehung des Terrorismus im Russischen Reich beeinflusst. Nun kann man sicher im Einzelnen die von Dietze konstruierten Verbindungslinien zwischen den USA, Europa und Russland hinterfragen. So lässt sich keineswegs zweifelsfrei nachweisen, dass Brown zum Vorbild für Černyševskijs Romanhelden Rachmetov wurde, der wiederum Karakozov inspirierte. Auch dass John Brown sich von Felice Orsini inspirieren ließ, bleibt Spekulation. Der Erkenntnisgewinn aus Dietzes Studie besteht jedoch darin, dass sie die Bedeutung von Medien und Öffentlichkeiten für die Entstehung und Verbreitung des Terrorismus herausarbeitet. Alle genannten Terroristen waren Rezipienten aktueller Nachrichten und bezogen die mediale Reaktion in ihr Kalkül ein. Ziel war es weniger, eine bestimmte Person zu beseitigen, als vielmehr mithilfe eines spektakulären Gewaltereignisses eine mediale Reaktion zu erzwingen und für die eigenen Ziele zu instrumentalisieren.[31]

Mit Blick auf den eigentlichen Entstehungszeitpunkt des Terrorismus muss Dietzes Studie jedoch keineswegs das letzte Wort bleiben. Zu diskutieren wäre etwa, inwieweit die Ermordung Jean-Paul Marats (1793) durch Charlotte Corday oder das Attentat Karl-Ludwig Sands auf den Schriftsteller August von Kotzebue (1819) ähnliche Merkmale aufwiesen wie die Attentate Orsinis oder Browns, ob die Geschichte des modernen Terrorismus also nicht noch früher begann.[32] Im Anschluss daran wäre darüber zu diskutieren, ob es überhaupt möglich ist, die „Erfindung“ des Terrorismus eindeutig zu lokalisieren und zu datieren. Gerade wenn es um den Terrorismus als „moderne“ Gewaltform geht, erscheint es angemessener, von einer Ära des Experimentierens mit der Gewalt unter neuen Bedingungen zu sprechen. Gemeint ist damit ein Prozess der Bewusstwerdung des Potentials spektakulärer Gewalt, die sich zunächst vor allem gegen (vermeintliche) Vertreter der Staatsmacht, später dann auch gegen Unbeteiligte richtete. Insofern wäre auch dem Historiker John Merriman zuzustimmen, demzufolge der Terrorismus in den uns heute bekannten Formen erst mit dem Attentat Émile Henrys auf das Café Terminus im Jahre 1894 voll ausgeprägt gewesen sei. Denn erst mit der Welle anarchistisch motivierter Attentate in den 1890er-Jahren habe sich die Gewalt auch in Bombenattentaten gegen Unbeteiligte entladen.[33]

Der Wert der Debatte über die Ursprünge des Terrorismus besteht so gesehen darin, dass sie den Blick für den Wandel politischer Gewaltpraktiken im 19. Jahrhundert schärft. Es ist sicher kein Zufall, dass sich einige der genannten Studien auf Übergangsphänomene beziehen, die sich keineswegs eindeutig als „terroristisch“ qualifizieren lassen. So mag Carola Dietze John Browns Überfall auf Harpers Ferry als terroristisch bezeichnen. Andere Autoren sehen den Überfall hingegen eher als gescheiterten Auftakt zu einem Partisanenkrieg.[34] Auch bei den irischen Fenians ist es durchaus umstritten, ob ihr Gewalthandeln als terroristisch bezeichnet werden kann, zumal sie sich selbst zunächst als Kombattanten in einem Krieg für die Unabhängigkeit sahen. Niall Whelehan etwa verzichtet deshalb auf die Verwendung des Begriffs „Terrorismus“ und bevorzugt zeitgenössische Bezeichnungen.[35] Im Russischen Reich wiederum mochten sich viele Gewaltakteure selbst als „Terroristen“ bezeichnen, ihr revolutionäres Gewalthandeln verschmolz jedoch zunehmend mit Praktiken, die sich dem Label „Terrorismus“ entziehen, darunter die sogenannte „Expropriation“ (bzw. der als revolutionärer Akt legitimierte Raub), während der Revolution des Jahres 1905 bürgerkriegsähnliche Auseinandersetzungen auf dem Land verknüpft mit einer Welle politischer Morde sowie in den darauffolgenden Jahren die Vorbereitung eines gewaltsamen Umsturzes durch die Bolschewiki.[36] Von Interesse ist es deshalb, die Entstehung des Terrorismus einerseits stärker auf den Wandel von militärischen Konflikten zu beziehen und damit auch die Verbindungslinien zwischen guerrilla- und Partisanenkriegen und der Entstehung terroristischer Gewaltpraktiken auszuleuchten.[37] Andererseits gilt es, gerade die Übergangsphänomene zu untersuchen. In vielen Fällen erweisen sich (terroristische) Attentate als lediglich ein Bestandteil revolutionärer Strategien. Wenn sie keinen Erfolg erbrachten, wurden sie bald zugunsten anderer, mehr oder weniger gewaltsamer Praktiken aufgegeben.[38] Da es also „den“ Terrorismus in einer (wie auch immer definierten) Reinform selten gab, erscheint es häufig wenig sinnvoll, ihn als Untersuchungsgegenstand von anderen Gewaltpraktiken zu isolieren.

Im Anschluss daran könnte danach gefragt werden, inwieweit unser Bild von der „Modernität“ bestimmter Gewaltformen weiterhin durch Vorurteile des 19. Jahrhunderts geprägt ist. Die Rede von der „Modernität“ des eigenen Gewalthandelns diente einerseits der Legitimation staatlicher Gewalt, andererseits aber auch der Selbstinszenierung von Terroristen. Dass bestimmte „Ressourcen der Zivilisation“[39], wie etwa das Dynamit, Gewaltakteuren außerhalb Europas häufig nicht zur Verfügung standen, bedeutet jedoch keineswegs, dass sie weniger innovativ waren oder die kommunikative Dimension des Gewalthandelns nicht kannten. Die Praxis von Enthauptungen und der anschließenden Zurschaustellung abgeschlagener Köpfe im chinesischen Boxeraufstand mag auf ältere Gewaltpraktiken verweisen, es handelte sich jedoch auch um Kommunikationsakte, die in den global vernetzten Medien durchaus wahrgenommen wurden.[40] Die Forschung zu sogenannten „Banditen“ oder Aufständischen in Imperien wiederum hat gezeigt, dass diese ihre Strategien und ihr Gewalthandeln notwendigerweise an die Kriegsführung der jeweiligen Herrscher anpassten.[41] Auch wenn der Kampf etwa eines Imam Schamil im Nordkaukasus oder eines Haddschi Abd el-Kader in Algerien eher an Formen des guerrilla- oder Partisanenkrieges erinnern, sind ihre Aufstände doch als Übergangsphänomene von Interesse: Ihre Gewaltakte wurden zur Projektionsfläche für Debatten über die Legitimität von Gewalt innerhalb von Imperien.[42] Auch verübten Aufstandsbewegungen ab dem Ende des 19. Jahrhunderts durchaus gezielt Attentate auch außerhalb des eigentlichen Konfliktgebietes, so etwa armenische und mazedonische Gruppierungen in der Hauptstadt des Osmanischen Reiches. Es entstanden also außerhalb und an den Rändern Europas als Antwort auf den Imperialismus und in Interaktion mit der Kolonialherrschaft neue Gewaltpraktiken.[43] Aufgabe einer transnational erweiterten Historiographie der politischen Gewalt könnte es insofern sein, die Narrative von der Entstehung des Terrorismus erneut zu befragen und in eine Globalgeschichte des Wandels von politisch motivierter Gewalt des 19. Jahrhunderts einzuschreiben.

Ein globales Phänomen? Die Diffusion des Terrorismus
Obwohl die Forschung unterschiedliche Akzente setzt, lässt sich also festhalten, dass um die Mitte des 19. Jahrhunderts Sozialrevolutionäre, Nationalisten und in den USA auch Rechtsterroristen damit begannen, mit neuen Formen von Gewalt zu experimentieren. Bis Ende des 19. Jahrhunderts breitete sich diese Gewaltform global aus. Die Debatten der Anarchisten über die „Propaganda der Tat“ wurden etwa in China und Japan rezipiert.[44] In so unterschiedlichen Weltgegenden wie Argentinien, Ägypten oder den USA entstanden anarchistische Gruppierungen, die über den Einsatz spektakulärer Gewalt als politisches Mittel nachdachten.[45] Doch auch nationale Sezessionsbewegungen in den Imperien bedienten sich zunehmend neuer Gewaltpraktiken, so zunächst die Iren, später dann mazedonische, serbische, armenische oder bengalische Nationalisten.[46] Aus globalhistorischer Perspektive stellen sich im Anschluss an diese Überlegungen mindestens zwei Fragen. Erstens: Warum fand der Terrorismus in manchen Weltgegenden Nachahmer, in anderen hingegen kaum? Und zweitens: Auf welchen Wegen verbreitete sich die neue Gewaltform?

Der ersten Frage widmete sich die sozialhistorische Forschung spätestens seit dem Erscheinen von Eric Hobsbawms Klassiker Primitive Rebels. Studies in Archaic Forms of Social Movement in the 19th Century. Hobsbawm argumentierte darin unter anderem, dass die Anarchisten in Spanien oder Italien in regionalen, bäuerlich oder millenaristisch geprägten Gewalttraditionen verwurzelt gewesen seien. Auch bei der „Propaganda der Tat“ habe es sich also um eine vergleichsweise „archaische“ Form von Gewalt gehandelt.[47] Mit diesen Thesen regte Hobsbawm eine Debatte über die sozialen Entstehungszusammenhänge terroraffiner Ideologien und Gruppierungen an. Eine Beobachtung war, dass die russischen Sozialrevolutionäre und später auch die Anarchisten zunächst vor allem in wenig industrialisierten, agrarisch geprägten Regionen wie bestimmten Teilen Spaniens, Süditaliens oder eben dem Russischen Reich Anhänger gefunden hätten. Für den russischen Fall etwa argumentierten Historiker der populistischen (bzw. sozialrevolutionären) Bewegungen, dass das Fehlen eines Proletariates bei gleichzeitig mangelnder Reformbereitschaft des Zaren zu einer Radikalisierung der Intellektuellen (der sogenannten intelligencija) geführt habe. Marxistische Bewegungen hingegen seien zunächst schwach geblieben. Nachdem sich in den 1870er-Jahren gezeigt hatte, dass sich die Bauernschaft kaum für einen allgemeinen Aufruhr mobilisieren ließ, hätten die radikalisierten Mitglieder der Bewegung zur individuellen Gewalt gegriffen.[48] Irische Historiker hingegen betonten lokale (bzw. auch nationale) Gewalttraditionen als Triebkraft für die aufständische Gewalt der Iren im 19. und 20. Jahrhundert.[49] Zugespitzt könnte also formuliert werden: Nicht die Modernität, sondern die relative Rückständigkeit der europäischen Peripherien und damit einhergehend das Fehlen von Massenbewegungen begünstigten das Aufkommen individueller Gewaltakte.

Gegen eine solche Argumentation haben verschiedene Autoren eingewandt, dass relative politische oder soziale „Rückständigkeit“ oder „Armut“ viel zu allgemeine Kriterien seien, um das Aufkommen von Terrorismus in so unterschiedlichen Kontexten wie den USA, Frankreich, Spanien oder Japan zu erklären.[50] Die sozialhistorische Forschung zu den Ursachen von Gewalt sieht sich insofern herausgefordert, mit ihren Modellen der Komplexität und potenziellen Vielfalt von Ursachen gerecht zu werden. Einen neuen Vorschlag hierzu enthält Carola Dietzes bereits erwähnte Studie zum Terrorismus in den USA, Europa und Russland. Darin interpretiert sie Terrorismus als Antwort auf vermeintlich unauflösbare politisch-gesellschaftliche Blockaden.[51] Doch auch hier stellt sich die Frage, inwieweit die Gegenprobe wirklich Bestand haben kann. So ist es sicher richtig, dass auch spätere Terroristen ihre Attentate als Antworten auf politische Blockaden legitimierten. Die Rechtfertigungen der Terroristen selbst sollten jedoch nicht mit den tatsächlichen Ursachen verwechselt werden. Auch aus theoretischer Perspektive erscheint die Suche nach allgemeinen sozialen Ursachen von Gewalt problematisch. Die neuere Gewaltforschung etwa argumentiert, dass soziale oder politische Umstände Gewalt zwar ermöglichen könnten. Diese Entstehungskontexte erklärten jedoch keineswegs, wieso Gewalt in einigen Kontexten zum Ausbruch komme, in anderen hingegen nicht.[52]

Aus historischer Perspektive ist zudem festzuhalten, dass Terrorismus keine allgemein verfügbare Technik des Gewalthandelns war und ist.[53] Insofern lässt sich die Frage nach den Ursachen analytisch nicht von der zweiten eingangs gestellten Frage nach den Verbreitungswegen trennen. Die Verbreitung des Terrorismus wiederum ist nicht ohne Migrationsbewegungen, geographische, sprachliche und kulturelle Überlappungen, die mediale Berichterstattung, die Existenz von individuellen Netzwerken und historische Zufälle denkbar. Wichtig aus der Sicht der Terrorismusgeschichte ist, dass sich die Idee der „Propaganda der Tat“ in ganz unterschiedlichen Milieus verbreitete und dass sich hierbei Verbindungslinien über ideologische und (vermeintliche) kulturelle Grenzen hinweg beobachten lassen. So lassen sich etwa Kontakte zwischen irischen dynamiters in den USA und bekannten Anarchisten wie Johann Most oder zwischen bengalischen Terroristen und russischen Bombenbauern in Paris nachweisen.[54]

Insbesondere die Forschung zu Anarchismus und Gewerkschaftsbewegung hat sich als produktiv in der Erarbeitung transnationaler Zugänge erweisen. Das Spektrum reicht von Lokalstudien, in denen etwa die Rolle von Migranten in den Blick genommen wird[55], bis hin zu Arbeiten zu den grenzüberschreitenden Vernetzungen anarchistischer Bewegungen einzelner Staaten und Regionen (etwa den romanischen Ländern, China, Japan oder dem Russischen Reich).[56] Hinzu kommt eine Reihe von überwiegend bereits älteren (Kollektiv-)Biographien der hochmobilen Vordenker der anarchistischen und sozialrevolutionären Bewegung.[57] Die Herausforderung besteht hierbei darin, die Verbreitung anarchistischer und sozialrevolutionärer Ideen und terroristischer Gewalt analytisch voneinander zu unterscheiden. Sowohl unter Anarchisten als auch etwa unter den Sozialrevolutionären im Russischen Reich war die Frage der terroristischen Taktik höchst umstritten.[58] Die Gewalt spaltete die Bewegungen einerseits, beeinflusste andererseits aber auch ihr Selbstverständnis. Nino Kühnis hat etwa anhand des Beispiels der Anarchisten in der Schweiz das Wechselverhältnis zwischen öffentlicher Diffamierung der Anarchisten als Gewalttäter und der Herausbildung einer kollektiven Identität der Anarchisten herausgearbeitet.[59] Im russischen Fall gelang es den Attentätern wiederum, ihre Anschläge als „Racheakte“ gegen einen unterdrückerischen Staat zu präsentieren und damit Sympathien bis hinein in konstitutionell-demokratische Kreise zu gewinnen.[60] Insofern bleibt es zwar wichtig zu betonen, dass weder die anarchistische noch die populistische (bzw. sozialrevolutionäre) Bewegung lediglich als Terrorgruppen analysiert werden sollten.[61] Ebenso wenig wird es für die Zeit um 1900 jedoch möglich sein, die Geschichte der Verbreitung des Terrorismus von der Geschichte der Ideen eindeutig zu trennen.

Die Beschäftigung mit revolutionären – insbesondere anarchistischen – Netzwerken ist nur eine Möglichkeit, sich der Geschichte der Verbreitung des Terrorismus anzunähern. Vielversprechend erscheint es auch, statt nach dem Transfer von Ideen nach der Verbreitung technischen Wissens zu fragen. Ein interessantes, in der Terrorismusgeschichtsschreibung bislang kaum zur Kenntnis genommenes Narrativ liefert in diesem Kontext Ann Larabees Studie zu dem Betrüger und Massenmörder Alexander Keith (1827–1875). Der aus Kanada stammende, in Dresden lebende Keith plante Anfang der 1870er-Jahre Passagierschiffe zu versenken, um die Versicherungssumme für auf den Schiffen verladenes Frachtgut zu kassieren. Dieses Unternehmen ging jedoch schief: Am 11. Dezember 1875 explodierte eine seiner Zeitbomben vorzeitig inmitten einer Menschenmenge am Auswandererkai in Bremerhaven, 83 Menschen kamen ums Leben. Auch wenn diese Tat nicht politisch motiviert war, verweist Larabees Studie doch auf bislang vernachlässigte Aspekte einer transnationalen Terrorismusgeschichte, nämlich einerseits auf parallele Innovationen im terroristischen und im kriminellen Milieu und anderseits auf technologische Transfers und Inspirationen: Keith habe sich von „terroristischen“ Gewaltformen während des amerikanischen Bürgerkrieges inspirieren lassen, sein Design einer Zeitbombe sei jedoch auch innovativ gewesen. Keiths Attentat sei deshalb zur Inspiration für Terroristen im engeren Sinne, darunter die irischen dynamiters, geworden.[62] Ähnlich argumentiert auch Simon Werrett: Terroristen seien nicht nur als Konsumenten der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse, sondern auch als Erfinder von Waffen in Erscheinung getreten. Werrett betont etwa die Innovationen irischer Nationalisten, die bereits Anfang des 19. Jahrhunderts mit Raketentechnik experimentierten.[63] Später waren es dann Ingenieure wie Nikolaj Kibalčič oder auch transnational vernetzte Publizisten wie Johann Most, die die Verbreitung technischen Wissens vorantrieben.[64]

Es lässt sich also festhalten, dass die neuere Historiographie zum Terrorismus sich von der Frage nach den vermeintlich „objektiven“ sozialen Ursachen terroristischer Gewalt gelöst hat. In den Blick geraten stattdessen Prozesse des transnationalen Austauschs und der Diffusion neuer Gewalttechniken. In zukünftigen Forschungen könnte daran anschließend noch allgemeiner nach den Zusammenhängen zwischen dem Phänomen zunehmender militärischer Effizienz und der Entstehung neuer Gewaltpraktiken aus dem Untergrund gefragt werden. Gerade in kolonialen Kontexten trat diese „asymmetrische Effizienzsteigerung“ (Osterhammel) besonders deutlich zutage.[65] Dies mag ein Grund dafür gewesen sein, dass Aufständische in asymmetrischen Konflikten, also etwa in Bengalen, Irland, dem Nordkaukasus oder Armenien, zunehmend neue Gewaltpraktiken austesteten. Hinzu kommt, dass spätestens seit den napoleonischen Kriegen Propaganda und das Nachrichtenmanagement zu einem zentralen Bestandteil der Kriegsführung wurden.[66] Zu untersuchen wären mithin die Berührungspunkte zwischen der sich wandelnden Kriegsführung und dem Aufkommen von Untergrundbewegungen, die sich das Element der Kommunikation strategisch aneigneten.[67] Vielversprechend erscheint es, im Anschluss daran auch Austausch- und Transferprozesse zwischen Terroristen, kriminellem Milieu und Waffenproduzenten in den Blick zu nehmen. Während die Ausbreitung anarchistischer Ideen und damit einhergehend auch der „Propaganda der Tat“ nicht nur für Europa, sondern auch etwa für China oder Japan als gut erforscht gelten darf, gibt es bislang wenige Arbeiten, die sich explizit den materiellen Transfers widmen. Nicht zuletzt auch die von Larabee angedeuteten Zusammenhänge zwischen Gewalt in (Bürger-)Kriegen und der Entstehung von Terrorismus sind ein interessantes Feld für zukünftige globalhistorisch ausgerichtete Forschungen.[68]

Transnationale Terrorismusbekämpfung im 19. Jahrhundert
Zur Geschichte der Geheimdienste der europäischen Staaten liegen eine Reihe von Arbeiten vor, die unter anderem auf das Wechselverhältnis zwischen den grenzüberschreitenden Aktivitäten sozialrevolutionärer Gruppierungen, Terrorismus und der Herausbildung von geheimdienstlichen Strukturen eingehen.[69] Ein Problem dabei ist, dass gerade die Terrorismusbekämpfung dazu neigt, den Begriff des Terrorismus weit zu dehnen. Der Staat definiert, welche Form von Gewalt als illegitim zu bewerten und damit zu bekämpfen ist. Die Verbindung zwischen terroristischem Gewaltakt aus dem Untergrund und staatlicher Gegenreaktion ist selten eindeutig und manchmal kaum nachweisbar.[70]

Um nur ein Beispiel für dieses Grundsatzproblem zu nennen: In der Forschung besteht weitgehend Einigkeit darin, dass die Revolutionsangst nach der Französischen Revolution dem Ausbau von modernen Polizeiapparaten, Zensur und Spitzelwesen einen entscheidenden Impuls verlieh. Umstritten ist jedoch, welche Rolle dabei Terrorismus und Attentate spielten. Veranschaulichen lässt sich dies beispielsweise anhand der gegensätzlichen Interpretationen des Attentats Karl Ludwig Sands auf den Schriftsteller August von Kotzebue im März 1819 und der darauffolgenden Karlsbader Beschlüsse, eines für die europäische Geschichte zentralen Vorgangs. Bemerkenswert ist dabei zunächst, dass dieses Attentat in zwei Arbeiten jüngeren Datums als „terroristisch“ klassifiziert wird. Doch während Adam Zamoyski in seinem 2015 erschienenen Buch Phantome des Terrors dazu tendiert, derartige Attentate – zu denen er auch die Ermordung des Duc de Berry Charles d’Artois ein Jahr später zählt – als Taten fanatischer Einzeltäter abzutun, stellt Wolfram Siemann sie in seiner neuen Metternich-Biographie in den größeren Kontext der Radikalisierung revolutionärer Bewegungen. Bei Zamoyski instrumentalisierte Metternich das „Selbstmordattentat“, um in Karlsbad letztlich kontraproduktive Beschlüsse durchzusetzen, bei Siemann hingegen handelte Metternich angesichts der terroristischen Bedrohungslage durchaus abwägend und besonnen.[71] Das Beispiel zeigt also, wie umstritten die Zusammenhänge zwischen terroristischen Attentaten und staatlicher Repression sein können.

Die Debatte über das Sand-Attentat verweist zudem auf die Frage nach der Verhältnismäßigkeit staatlicher Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung. Beispiele aus dem Russischen Reich, aus Spanien, Frankreich oder den USA offenbaren eine große Bandbreite an möglichen Reaktionen auf revolutionäre Gewalt, die vom Freispruch einer Attentäterin wie Vera Zasulič im Russischen Reich bis hin zur Inhaftierung, Folter und Hinrichtung vermutlich Unschuldiger etwa in Spanien oder den USA reichten. Einzelne Attentate konnten nie aufgeklärt werden, bei anderen wurde bezweifelt, dass es sich bei den vermeintlichen auch um die tatsächlichen Täter handelte. Ob dabei die Attentate die staatlichen Gegenmaßnahmen erst hervorriefen oder ob Politiker die Attentate lediglich benutzten, um revolutionäre Bewegungen zu unterdrücken, war in jedem dieser Fälle bereits unter den Zeitgenossen höchst umstritten.[72] Auch etwa über die Rolle von Spitzeln und agents provocateurs wurden hitzige Debatten geführt.[73] Insbesondere ältere Arbeiten zur Geschichte des Anarchismus neigten dazu, der Sichtweise ihrer Akteure zu folgen und die staatlichen Repressionen für die Eskalationsdynamiken verantwortlich zu machen. Arbeiten etwa zu der sogenannten Haymarket-Affäre oder den Repressionen in Barcelona folgten hier den Narrativen der Revolutionäre, mit deren Schriften sie sich befassten.[74] Doch auch neuere Studien, so etwa in einem von Isaac Land herausgegebenen Sammelband über den „Krieg gegen den Terror“ im 19. Jahrhundert, bewerten die staatlichen Maßnahmen überaus kritisch. An vielen Orten habe der vermeintliche „Kampf gegen den Terror“ lediglich die Unterdrückung politischer Gegner bemäntelt.[75]

Einige neuere Studien zu den staatlichen Gegenmaßnahmen tendieren hingegen umgekehrt dazu, die Terrorismusbekämpfung als Reaktion auf die Attentate zu kennzeichnen. Auch etwa die Angst der Herrschenden vor Anschlägen wird ernster genommen. Repressionsmaßnahmen wie etwa die Sozialistengesetze in Deutschland erscheinen mithin als Reaktionen auf eine als durchaus real wahrgenommene Bedrohung, zum Teil aber auch als das Ergebnis einer zunehmend irrationalen Angst um die eigene Sicherheit.[76] Zu betonen ist allerdings auch, dass sich die Überwachung von Terroristen nicht aus dem Kontext der Geschichte von Polizei und Geheimdiensten lösen lässt. Denn das Ziel der Polizeiapparate war nicht notwendigerweise die Überwachung vermeintlicher Terroristen, sondern auch die Bekämpfung umstürzlerischer Ideen und Gruppierungen. Bekämpft wurden deshalb auch subversive Aktivitäten, die als kriminell definiert wurden. Insofern erscheint es sinnvoll, wie etwa Karl Härter und Beatrice de Graaf nach Überschneidungen und Übergängen in der Geschichte von „politischer Kriminalität“ und „Terrorismus“ seit der Frühen Neuzeit zu fragen. Insbesondere wenn es um den Wandel staatlicher Reaktionen auf Attentate geht, sollte nicht auf einer starren Unterscheidung zwischen „Terrorismus“, „politischen Attentaten“ und „politischer Kriminalität“ beharrt werden. Eher stellt sich umgekehrt die Frage, inwieweit diese Unterscheidung relevant war für die Justiz oder die Polizeiarbeit seit der (europäischen) Frühen Neuzeit.[77] Dabei kann es allerdings nicht nur um Terrorismus gehen, sondern allgemeiner um die Bekämpfung grenzüberschreitender politischer Aktivitäten, auch im Übergang zu einem zunehmend nationalstaatlich organisierten Strafrecht.[78]

Ein Großteil der neueren Studien zu staatlichen Reaktionen auf den Terrorismus untersucht diese in ihrem jeweiligen nationalen oder imperialen Rahmen.[79] Aus Sicht einer transnational erweiterten Geschichtsschreibung interessanter sind Studien zu den grenzüberschreitenden Aktivitäten von Geheimdiensten, ihren Spitzeln und Agenten. Dabei ist die Vorreiterrolle der russischen Geheimdienstagentur in Paris, die ein europaweites Netzwerk an Informanten aufbaute, hinreichend bekannt.[80] Weiterhin liegen zu der Überwachung einzelner Gruppierungen oder Milieus, wie etwa der Iren und Deutschen in den USA oder der italienischen und französischen Anarchisten in London, Einzelstudien vor.[81] Eine internationale Perspektive nimmt auch Richard Bach Jensen ein. Er untersucht die diplomatischen Debatten über angemessene Strategien zur Bekämpfung der von anarchistischen Terroristen ausgehenden Gefahr in den Jahren 1878 bis 1934. Jensen kann aufzeigen, dass Attentate zu Auslösern für eine verstärkte polizeiliche und geheimdienstliche Kooperation zwischen den Staaten wurden. Gleichzeitig sorgte die grenzüberschreitende Aktivität von Terroristen immer wieder für zwischenstaatliche Konflikte.[82] Jensen kombiniert Vergleich und Transferforschung miteinander und stellt so die lange angenommene Dichotomie zwischen westlichen Demokratien und konservativen Regimen in Frage. So waren laut Jensen britische Maßnahmen zur Kontrolle von Anarchisten am erfolgreichsten, Italien spannte das am weitesten reichende geheimdienstliche Netz (bis nach Argentinien und in die USA), während die USA zu Beginn des 20. Jahrhunderts das am schlechtesten polizeilich überwachte Land waren.[83] Anfügen ließe sich, dass das Russische Reich trotz allem das größte grenzüberschreitende Netzwerk an Informanten aufbauen konnte und in dieser Hinsicht als Vorreiter gelten darf.[84]

Es ist also festzuhalten, dass die wahrgenommene Bedrohung durch anarchistische und sozialrevolutionäre Attentate der internationalen Kooperation von Geheimdiensten wichtige Impulse verlieh. Dennoch wäre es problematisch, die Geschichte der Geheimdienste, des Polizei- und Spitzelwesens sowie des Strafrechts zu stark auf die Frage nach dem Umgang mit Attentaten zuzuspitzen. Die Probleme, die etwa auf der internationalen Konferenz in Rom zur Bekämpfung des Anarchismus im Jahr 1898 verhandelt wurden, sind untrennbar verflochten mit dem allgemeinen Umgang mit revolutionären Bewegungen.

Doch auch hier sollte die imperiale Dimension nicht vernachlässigt werden. Gerade auf diskursiver Ebene zeigen sich auffallende Parallelen zwischen der Bekämpfung des Anarchismus und antikolonialer Bewegungen. In der britischen Presse etwa wurden bengalische Attentäter zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht selten als „anarchistisch“ bezeichnet. Michael Silvestri hat zudem gezeigt, dass der irische Unabhängigkeitskampf nicht nur für indische Nationalisten zum Vorbild wurde, sondern dass auch der britische Kolonialstaat aus seinen Erfolgen und Misserfolgen in Irland lernte. Die in Irland erprobten Strategien im Kampf mit aufständischer Gewalt konnten deshalb in den 1920er-Jahren auch auf Indien übertragen werden.[85] Noch allgemeiner war die staatliche Wahrnehmung durch die Dichotomien von „staatlicher Ordnung“ versus „Anarchie“, „Zivilisation“ versus „Chaos“, „Modernität“ versus „Primitivität“ geprägt. Die Ausweitung der Machtmittel des Staates und auch die Legitimierung von Staatsgewalt innerhalb und außerhalb Europas beruhten deshalb auf ähnlichen Wahrnehmungen und Vorurteilen. Von besonderem Interesse wäre es deshalb, koloniale und nicht-koloniale Kontexte stärker aufeinander zu beziehen und das Phänomen der staatlichen Versicherheitlichung damit in eine Globalgeschichte der Bekämpfung politischer Gewalt zu integrieren.

Terrorismus als transnationaler Kommunikationsprozess
Unter dem Eindruck der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA, aber auch inspiriert durch das Aufkommen einer neuen Mediengeschichte hat sich die historische Forschung zuletzt den durch Attentate ausgelösten kommunikativen Dynamiken zugewandt.[86] Terroristische Attentate werden dabei als Kommunikationsakte mit politischem Ziel beleuchtet. Nicht mehr die Akteure des Terrorismus stehen im Zentrum des Erkenntnisinteresses, sondern die von ihnen ausgelösten Reaktionen in Politik und Gesellschaft.[87]

Arbeiten, die sich explizit der Kommunikations- und Mediengeschichte des Terrorismus widmen, liegen bislang vor allem für den Linksterrorismus des 20. Jahrhunderts vor. Aufbauend auf die Überlegungen des Soziologen Peter Waldmann haben etwa Jörg Requate und Klaus Weinhauer die kommunikativen Dynamiken des Terrorismus beleuchtet, das heißt einerseits Eskalation, andererseits Deeskalation und Beendigung terroristischer Gewalt.[88] Insbesondere das Beispiel des Linksterrorismus in der Bundesrepublik hat viel Aufmerksamkeit erfahren.[89] Explizit transnational ausgerichtet ist Petra Terhoevens Studie zum Deutschen Herbst in Europa, in der sie unter anderem auf die Bedeutung europäischer Öffentlichkeiten für den Wandel der Kommunikationsstrategien der Linksterroristen der 1970er-Jahre verweist. Gerade bei dem Versuch, das Täter-Opfer-Verhältnis in der öffentlichen Wahrnehmung umzukehren und die staatlichen Gegenmaßnahmen damit zu diskreditieren, sei den Reaktionen im Ausland eine entscheidende Bedeutung zugekommen.[90] Eine ganze Reihe von weiteren Arbeiten zur Medialisierung einzelner Gewaltakte und -wellen kann angeführt werden.[91] Diesen Arbeiten ist gemein, dass sie die durch terroristische Gewaltakte ausgelösten kommunikativen Dynamiken ernst nehmen. Insbesondere geht es den Autor/innen um die Rolle von politischen Akteuren und Medien, die in der Folge der Terrorakte eskalierend oder deeskalierend wirken konnten.

Auch in der Forschung zum Terrorismus des 19. Jahrhunderts spielen die durch Attentate ausgelösten medialen Dynamiken eine zunehmend wichtige Rolle. So bezieht etwa Carola Dietze in ihrer bereits erwähnten Arbeit zur „Erfindung des Terrorismus“ die durch terroristische Gewaltakte ausgelösten transnationalen Kommunikationsprozesse in ihre Betrachtung ein. Hinzu kommt eine Reihe von Einzelstudien, in denen kommunikative Dynamiken eine mehr oder weniger zentrale Rolle spielen, so etwa zur Heumarkttragödie in Chicago (1886), zu den Attentaten der narodnaja volja im Russischen Reich (1881), zu dem Anschlag Émile Henrys auf ein Café in Paris (1894), dem Attentat auf Elisabeth von Österreich-Ungarn in Genf (1898), zur Ermordung des österreichischen Thronfolgers in Sarajevo (1914) oder der Wallstreet-Tragödie im Jahr 1920.[92] Die Analyse der medialen Reaktionen auf den Terrorismus leistet dabei notwendigerweise mehr als nur die Erforschung der Gewalt selbst. So argumentiert etwa Julia Safronova in einem Buch über die Attentate der Jahre 1879 bis 1881 im Russischen Reich, dass die Reaktionen auf den Terrorismus als eine Art „Spiegel“ der Öffentlichkeit gelesen werden könnten. Im Kontext des Russischen Reiches würden so die Strukturen einer stark zensierten und damit ansonsten kaum sichtbaren Öffentlichkeit erkennbar.[93] Hinzuzufügen ist, dass die oft heftigen Reaktionen auf Attentate nicht selten neben Strukturen von Öffentlichkeit auch versteckte Einstellungen, etwa mit Blick auf die Nationalität oder auch das Geschlecht der Attentäter und Attentäterinnen, zum Vorschein brachten.[94]

Wichtige Beiträge zur Analyse der kommunikativen Dynamik des Terrorismus im 19. Jahrhundert kamen in den letzten Jahren auch aus der Literaturwissenschaft. Der Anglist Michael C. Frank etwa hat jüngst wichtige Überlegungen zu sogenannten cultural imaginaries des Terrorismus vorgestellt. In der literarischen Auseinandersetzung mit dem Terrorismus hätten sich seit dem 19. Jahrhundert „was-wäre-wenn-Szenarien“ verbreitet, das heißt, es seien Möglichkeiten an die Zukunft formuliert worden, die eng mit der Furcht vor weiteren Attacken verknüpft gewesen seien. Dabei identifiziert er das viktorianische Zeitalter als Entstehungszeitraum derartiger Narrative.[95] Franks Arbeit liefert wichtige Erkenntnisse zum gesellschaftlichen Umgang mit dem Terrorismus. Aus vergleichender Sicht ist jedoch zu bemängeln, dass die meisten literaturwissenschaftlichen Arbeiten – auch etwa aus der Romanistik, Slawistik oder Amerikanistik – Unterschiede und Parallelentwicklungen in anderen Literaturen kaum zur Kenntnis nehmen.[96] Als eine der wenigen Ausnahmen ist die Slawistin Lynn Patyk zu nennen, die in einem Forschungsüberblick argumentiert, dass viele westliche Autoren den Terrorismus als potenziell publikumswirksamen Plot verwendet hätten; russische Autoren wie Fedor Dostoevskij oder Ivan Turgenev seien hingegen stärker an Fragen der gesellschaftlichen Moral interessiert gewesen.[97] Ähnlich argumentiert auch Louise McReynolds anhand des Beispiels spektakulärer Gewaltverbrechen in Russland.[98] Unklar ist bislang jedoch, wie derartige Unterschiede erklärt werden können. Aus historischer Sicht wäre zudem von Interesse, die Zusammenhänge zwischen einer zunehmend transnational vernetzten Medienlandschaft und nationalen beziehungsweise regionalen oder lokalen Teilöffentlichkeiten genauer zu erforschen.[99]

Die öffentliche Kommunikation über terroristisches Gewalthandeln bedingt immer auch einen Kampf um Deutungshoheit. In einzelnen Fällen gelang es Terroristen – so etwa im Russischen Reich oder zum Teil auch in Spanien –[100], die Wahrnehmung des Täter-Opfer-Verhältnisses zumindest in Teilen der Öffentlichkeit umzukehren. In anderen Fällen vermochten es die Machthaber, Terroristen als „primitiv“ und „unzivilisiert“ zu diskreditieren. Interessante Überlegungen in diesem Kontext kamen in jüngerer Zeit aus dem Bereich der Kolonialgeschichte. Durba Ghosh etwa argumentiert anhand des Beispiels bengalischer Terroristen, dass die Akteure um die Etablierung gegensätzlicher Narrative gerungen hätten. Die Diskreditierung antikolonialer Gewalt als „primitiv“ diente auch dazu, die eigene Gewalt als zivilisiert und damit überlegen zu präsentieren. Umgekehrt waren die Terroristen selbst darum bemüht, ihre Gewalt in eine längere nationale Tradition einzuschreiben und damit der These von der Unterlegenheit ein eigenes Narrativ entgegenzusetzen.[101] Aus kommunikationstheoretischer Sicht ist die entscheidende Frage mithin nicht, welche Gewaltakte als terroristisch anzusehen sind, sondern vielmehr welche Ansprüche auf Deutungshoheit mit den Gewaltakten verknüpft waren.

Wichtige Überlegungen in diesem Zusammenhang enthält die Forschung zum Russischen Reich, zumal hier alle Varianten eines nationalen (bzw. in mancherlei Hinsicht antikolonialen), sozialrevolutionären und auch rechtsradikal motivierten Terrorismus um 1900 verbreitet waren. Anke Hilbrenner argumentiert in ihrer Habilitationsschrift, dass der Terrorismus insbesondere an der Peripherie eskaliert sei. Dabei versteht sie Zentrum und Peripherie weniger als konkrete Orte, sondern vielmehr als Raumvorstellungen und Bezüge, die durch historische Akteure konstruiert werden. Das Russische Reich erscheint so als eigener Diskursraum, in dem unterschiedliche Akteure Einfluss darauf zu nehmen versuchten, welche Formen von Gewalt als legitim oder illegitim zu betrachten seien.[102] Im Anschluss daran wäre zu überlegen, noch konsequenter nach Überschneidungen zwischen unterschiedlichen Gewaltformen und Kontexten zu fragen, etwa nach Zusammenhängen und Überschneidungen in der medialen Repräsentation so unterschiedlicher Gruppen wie vermeintlichen „Banditen“, Pogromtätern, Mitgliedern von Komitees zur Selbstverteidigung, Aufständischen in Kolonien und Terroristen.[103] Anstatt also danach zu fragen, ob es sich bei bestimmten Formen von Gewalt um „Terrorismus“ handelte, wäre zu untersuchen, wie Gewaltakte in ihren jeweiligen Kontexten bezeichnet wurden und welche Ansprüche auf Legitimität damit verknüpft waren.[104]

Obwohl es bereits eine Reihe von Arbeiten gibt, die kommunikative Dynamiken des Terrorismus in den Blick nehmen, ist dies doch auch dasjenige Forschungsfeld, das gerade aus transnationaler Perspektive das größte Erkenntnispotential verspricht. Zu denken wäre dabei an systematisch vergleichende Arbeiten zu einzelnen Ländern oder an Arbeiten zu transnationalen Öffentlichkeiten.[105] Dabei gäbe es eine ganze Reihe von Anknüpfungspunkten in der Mediengeschichte, etwa an die Arbeiten Frank Böschs zu Skandalen in Großbritannien und Deutschland[106], Jörg Requates Studien zu europäischen Öffentlichkeiten und Mediengesellschaften im 19. Jahrhundert[107], Dominik Gepperts Arbeiten zu den Zusammenhängen zwischen Öffentlichkeit und Diplomatie[108], Studien zu transnationaler Kommunikation und Visualisierung von Gewalt[109] sowie die Ergebnisse des Gießener Sonderforschungsbereichs zu transnationalen Medienereignissen.[110] Terrorismus und allgemein Gewaltgeschichte spielten in diesem Zusammenhang jedoch bislang eine eher untergeordnete Rolle, einmal abgesehen von den Studien zur Kriegsberichterstattung und -propaganda.[111] Dabei scheint die Terrorismusgeschichte geradezu prädestiniert für eine transnational erweiterte Mediengeschichte zu sein: Gerade weil es sich beim Terrorismus um eine als grenzüberschreitend wahrgenommene Bedrohung handelte, verspricht eine Analyse der medialen Dynamiken ein genaueres Verständnis von transnationalen Öffentlichkeiten des 19. Jahrhunderts.

Fazit und Ausblick
Die Geschichtsschreibung zum Terrorismus erweist sich als ein in jüngerer Zeit stark expandierendes Feld. Die Herausgabe von Handbüchern wie etwa dem demnächst erscheinenden Oxford Handbook of the History of Terrorism belegt zudem eine gewisse Etablierung der Forschung unter diesem Label. Ein Blick in das vorläufige Inhaltsverzeichnis des Oxford Handbook zeigt auch, dass transnationale und globalhistorische Fragestellungen zur Geschichte des Terrorismus im 19. Jahrhundert derzeit en vogue sind. Die Forschung wirft damit einen neuen Blick auf das 19. Jahrhundert als Ära des Experimentierens mit der Gewalt unter neuen Bedingungen. Dabei geht es nicht nur um die Verbreitung revolutionären Gedankenguts, sondern auch um das Bewusstwerden des kommunikativen Potentials von Gewalt im Zeitalter der Massenpresse sowie um die Verbreitung von Technologien der Gewalt. Der Terrorismus erweist sich also nicht nur aufgrund des revolutionären Strebens der Akteure als ein modernes Phänomen, sondern auch aufgrund des Einsatzes neuer Gewalttechniken.

Dieser Bericht hat sich auf die Forschung zum Terrorismus des 19. Jahrhunderts beschränkt. Dennoch dürfte deutlich geworden sein, dass unser Blick auf das Phänomen „Terrorismus“ durch unsere gegenwärtigen Auseinandersetzungen geprägt wird. Dies muss kein Problem ein. So war die Entstehung einer Terrorismusgeschichte selbst erst das Ergebnis eines Zeitgeistphänomens, nämlich des Linksterrorismus der 1970er- und 1980er-Jahre. Aus der Auseinandersetzung mit dem Terrorismus der Roten Armee Fraktion in Deutschland ergaben sich viele wichtige Fragen, etwa nach dem Verhältnis zwischen emanzipatorischen oder revolutionären Ideologien und Terrorismus. Auch aus dem Interesse für islamistisch motivierte Attentate entstehen neue Forschungsfragen, so etwa nach den Prozessen der Medialisierung des Terrorismus oder nach dem Verhältnis zwischen Staaten, Geheimdiensten und Terroristen.

Andererseits kann die Gegenwartsperspektive auch zu einer Verengung des Blickes führen. Die Terrorismusgeschichte neigt insgesamt dazu, Themen voneinander zu trennen, die im 19. Jahrhundert gemeinsam diskutiert wurden. So lässt sich etwa die Geschichte einzelner Gewaltakte und kollektiver Gewalt nicht immer sinnvoll voneinander unterscheiden. Bürgerkriegsähnliche Zustände in Barcelona oder an vielen Orten des Russischen Reichs zu Beginn des 20. Jahrhunderts ließen die Grenzen zwischen individuellen und kollektiven Gewaltformen verschwimmen.[112] In der Forschung wird zwar erwähnt, dass auch der Rechtsterrorismus im 19. Jahrhundert entstand. Unklar bleibt jedoch, welche Gewaltakte unter dieses Label fallen und in welchem Verhältnis diese zueinander standen.[113] Genauer zu untersuchen wäre auch das Verhältnis zwischen vermeintlich „kollektiver“ und individueller Gewalt im Kontext von Ausschreitungen gegen ethnische Minderheiten, so etwa im Osmanischen Reich und dem Kaukasus. Auch etwa Bombenattentate im Kontext des Boxeraufstandes in China wären ein interessantes Untersuchungsfeld für eine vergleichende Terrorismusgeschichte. Bedenkenswert wäre nicht zuletzt, die religiösen Motive der Terroristen des 19. Jahrhunderts stärker zu berücksichtigen; zu denken wäre etwa an den katholischen Bismarckattentäter, an die Transzendenzgedanken bei Dimitrij Karakozov, an die irisch-katholischen dynamiters, an die bengalischen Terroristen oder auch an den Abolitionisten John Brown.

Die Abkehr von einem engen Fokus auf den – wie auch immer definierten – Terrorismus kann dabei helfen, den Blick für eine Globalgeschichte der politischen Gewalt zu öffnen. Anstatt den Terrorismus als Phänomen zu isolieren, sollte danach gefragt werden, wann welche Gewaltpraktik als legitim oder illegitim betrachtet wurde. Weiterhin ist davon auszugehen, dass Innovationen nicht nur von denjenigen, die sich selbst als „modern“ präsentierten oder sich explizit mit dem Idiom der Zivilisation schmückten, ausgingen. So sinnvoll es also im Einzelnen sein mag, das vermeintlich „moderne“ Phänomen „Terrorismus“ von anderen Gewaltformen zu isolieren, stellt sich doch auch umgekehrt die Frage, wie die Zeitgenossen die Gewalt einordneten. Entscheidend ist dabei weniger die Frage, ob es sich bei unterschiedlichen Gewaltakten um Terrorismus handelte oder nicht, sondern wieso manche Gewaltakte als illegitim wahrgenommen wurden, andere hingegen nicht. Mit anderen Worten geht es um die Beschreibung von Prozessen der Medialisierung beziehungsweise die Entstehung von Kategorien zur Beschreibung von Gewalt. Die durch politische Gewaltakte ausgelösten kommunikativen Dynamiken zu untersuchen, ohne dabei auf einer allzu engen Definition des Begriffs Terrorismus zu beharren, erscheint als ein besonders vielversprechendes Unterfangen, das auch Aufschluss über die Verfasstheit europäischer und globaler Öffentlichkeiten des langen 19. Jahrhunderts verspricht.

Anmerkungen:
[1] Siehe Carola Dietze, Die Erfindung des Terrorismus in Europa, Russland und den USA 1858–1866, Hamburg 2016, S. 24; siehe auch Martin Schulze Wessel, Terrorismusstudien, in: Geschichte und Gesellschaft 35/3 (2009), S. 357–367, hier: S. 363; Sylvia Schraut, Terrorismus und Geschichtswissenschaft, in: Spencer, Alexander / Kocks, Alexander / Harbrich, Kai (Hrsg.), Terrorismusforschung in Deutschland, Wiesbaden 2011, S. 99–122, hier: S. 100. Im US-amerikanischen Fall wurde zudem kritisiert, dass der Terrorismus weiterhin als ein der Nation äußerliches Phänomen betrachtet werde. Dabei, so das durchaus geschichtspolitisch gemeinte Argument, seien Gewalt und Terrorismus von zentraler Bedeutung für ein Verständnis der US-amerikanischen Geschichte des 19. Jahrhunderts. Vgl. Beverly Gage, Terrorism and the American Experience. A State of the Field, in: Journal of American History 98/1 (2011), S. 73–94.
[2] Siehe jüngst: Martin A. Miller, The Foundations of Modern Terrorism. State, Society and the Dynamics of Political Violence, Cambridge 2013.
[3] Alex Schmid zählte bereits Ende der 1980er-Jahre insgesamt 109 Definitionen. Vgl. Alex P. Schmid / Albert J. Jongman, Political Terrorism. A New Guide to Actors, Authors, Concepts, Data Bases, Theories, and Literature. 3. Aufl., New Brunswick 2008. Hinzu kommt im Deutschen, dass – anders als im Englischen – üblicherweise Terrorismus als Gewalt aus dem Untergrund und Terror als vom Staat ausgehende Gewalt deutlich voneinander unterschieden werden. Englisch- und deutschsprachige Definitionen unterschieden sich deshalb zum Teil erheblich voneinander. Siehe Peter Waldmann, Terrorismus. Provokation der Macht, München 1998. Für eine umfassende Diskussion siehe auch: Alex P. Schmid, The Definition of Terrorism, in: ders. (Hrsg.), The Routledge Handbook of Terrorism Research, London 2011, S. 39–157.
[4] Maximilien de Robespierre, Sur les principes de morale politique, in: Œuvres de Robespierre. Hrsg. v. A. Vermorel und F. Cournol, Paris 1867, S. 301.
[5] Rudolf Walther, Terrorismus, in: Brunner, Otto / Conze, Werner / Koselleck, Reinhart (Hrsg.), Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland, Stuttgart 1990, S. 323–444.
[6] Ebd., S. 385–386. Für eine aktuelle Zusammenfassung des Forschungsstandes zur Begriffsgeschichte siehe auch: Michael C. Frank, The Cultural Imaginary of Terrorism in Public Discourse, Literature, and Film. Narrating Terror (Routledge interdisciplinary perspectives on literature, Bd. 76), New York 2017, S. 35–74.
[7] Siehe etwa Richard Bach Jensen, The 1904 Assassination of Governor General Bobrikov. Tyrannicide, Anarchism, and the Expanding Scope of „Terrorism”, in: Terrorism and Political Violence 30/5 (2018), S. 828–843.
[8] Vgl. Beatrice de Graaf, Counter-Terrorism and Conspiracy Historicizing the Struggle Against Terrorism, in: Law, Randall D. (Hrsg.), The Routledge History of Terrorism, Hoboken 2015, S. 411–427. Siehe auch ähnlich, wenn auch für das späte 20. und 21. Jahrhundert: Lisa Stampnitzky, Disciplining Terror. How Experts Invented „Terrorism“, Cambridge 2013.
[9] Dietze, Die Erfindung des Terrorismus.
[10] Ähnlich argumentiert etwa Marc Driscoll anhand des Beispiels Japan: Marc Driscoll, Terrorism against Modernity. The Amakasu Incident and Japan’s „Age of Terror” 1920s–1930s, in: Dietze, Carola / Verhoeven, Claudia (Hrsg.), The Oxford Handbook of the History of Terrorism, New York 2014, Vorschau ohne Seitenangaben. Die Überlegungen gehen zurück auf Bobby S. Sayyid, A Fundamental Fear. Eurocentrism and the Emergence of Islamism. 2. Aufl., London 2003, S. 17.
[11] David Rapoport bezeichnet diese erste Welle des Terrorismus als „anarchistisch“, ein – wie im Folgenden zu sehen sein wird – problematisches Label. David C. Rapoport, Terrorism. Critical Concepts in Political Science, London 2006. Siehe auch: David C. Rapoport, The Four Waves of Modern Terrorism, in: Cronin, Audrey Kurth / Ludes, James M. (Hrsg.), Attacking Terrorism. Elements of a Grand Strategy, Washington, DC 2004, S. 46–73.
[12] Zu diesem Standardnarrativ siehe auch zusammenfassend: Dietze, Die Erfindung des Terrorismus, S. 24–51.
[13] Walter Laqueur, Terrorismus. Aus d. Engl. übers. v. Rudolf Wichmann, Kronsberg 1977.
[14] Ebd.
[15] Mit Variationen siehe Randall D. Law (Hrsg.), The Routledge History of Terrorism, Hoboken 2015; Martha Crenshaw (Hrsg.), Terrorism in Context, University Park 1995; Matthew Carr, The Infernal Machine. An Alternative History of Terrorism, London 2011; Gérard Chaliand / Arnaud Blin (Hrsg.), The History of Terrorism. From Antiquity to al Qaeda, Berkeley 2007; Albert Parry, Terrorism. From Robespierre to Arafat, New York 1976; Richard E. Rubenstein, Alchemists of Revolution. Terrorism in the Modern World, New York 1987; James M. Lutz / Brenda J. Lutz, Terrorism. Origins and Evolution, Basingstoke 2005; Miller, The Foundations of Modern Terrorism. Stärker als andere betont etwa Michael Burleigh die irischen Ursprünge des Terrorismus; siehe Michael Burleigh, Blood and Rage. A Cultural History of Terrorism, London 2008.
[16] Siehe etwa in jüngerer Zeit: Tim L. Wurr, Terrorismus und Autokratie, Paderborn 2017; Oleg Vitalʹevič Budnickij, Terrorizm v rossijskom osvoboditelʹnom dviženii. Ideologija, ėtika, psichologija (vtoroja polovina XIX–načalo XX v.). 2. Aufl., Moskau 2016; Anke Hilbrenner, Gewalt als Sprache der Straße. Terrorismus als Form politischer Kommunikation im Russischen Reich vor 1917, Bonn 2014.
[17] Für eine Zusammenfassung der Debatte siehe auch: Susan K. Morrissey, Terrorism, Modernity, and the Question of Origins, in: Kritika: Explorations in Russian and Eurasian History 12/1 (2011), S. 213–226.
[18] Claudia Verhoeven, The Odd Man Karakozov. Imperial Russia, Modernity, and the Birth of Terrorism, Ithaca 2009.
[19] Ana Siljak, Angel of Vengeance. The „Girl Assassin,“ the Governor of St. Petersburg, and Russia's Revolutionary World, New York 2008; Budnickij, Terrorizm v rossijskom osvoboditelʹnom dviženii.
[20] Verhoeven, The Odd Man Karakozov.
[21] Frithjof Benjamin Schenk, Attacking the Empire's Achilles Heels. Railroads and Terrorism in Tsarist Russia, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 58/2 (2010), S. 232–253. Zur narodnaja volja siehe auch allgemein Astrid von Borcke, Gewalt und Terror im revolutionären Narodničestvo. Die Partei Narodnaja Volja (1879–1883). Zur Entstehung und Typologie des politischen Terrors im Rußland des 19. Jahrhunderts (Berichte des Bundesinstituts für Ostwissenschaftliche und Internationale Studien, Bd. 35), Köln 1979.
[22] Steven G. Marks, How Russia Shaped the Modern World. From Art to Anti-Semitism, Ballet to Bolshevism, Princeton 2003.
[23] Cillian McGrattan etwa argumentierte noch 2015: „Northern Ireland’s experience of terror […] may be seen as a re-run of ancient Catholic-Protestant, Irish-British enmities.” Siehe Cillian McGrattan, The Northern Irish Troubles, in: Law, Randall D. (Hrsg.), The Routledge History of Terrorism, Hoboken 2015, S. 204–217, hier: S. 204. Das erste Überblickswerk zum Thema war Kenneth R. M. Short, The Dynamite War, Dublin 1979. Eine neuere Arbeit, die sich vor allem auf die Wirkungen des Terrorismus in der viktorianischen Öffentlichkeit bezieht, ist Brian Jenkins, The Fenian Problem. Insurgency and Terrorism in a Liberal State, 1858–1874, Montreal 2008.
[24] Jonathan Gantt, Irish Terrorism in the Atlantic Community, 1865–1922, New York 2010; Paul A. Townend, Between Two Worlds. Irish Nationalists and Imperial Crisis, 1878–1880, in: Past & Present 194/1 (2007), S. 139–174. Siehe auch Timothy J. Meagher, From the World to the Village and the Beginning to the End and after. Research Opportunities in Irish American History, in: Journal of American Ethnic History 28/4 (2009), S. 118–135.
[25] Ausschlaggebend hierfür war: Lindsay Clutterbuck, The Progenitors of Terrorism. Russian Revolutionaries or Extreme Irish Republicans?, in: Terrorism and Political Violence 16/1 (2004), S. 154–181, hier: S. 154. Ähnlich argumentiert im Anschluss daran etwa Michael Burleigh in seiner Gesamtdarstellung; siehe Burleigh, Blood and Rage, S. xiii, 1–26.
[26] Niall Whelehan, The Dynamiters. Irish Nationalism and Political Violence in the Wider World, 1867–1900, Cambridge 2012. Siehe auch: Niall Whelehan, Modern Rebels? Irish Republicans in the Late Nineteenth Century, in: Dietze / Verhoeven (Hrsg.), Oxford Handbook, Vorschau ohne Seitenangaben.
[27] Juan Avilés Farré / Ángel Hererín, El Nacimiento del Terrorismo en Occidente. Anarquía, Nihilismo y Violencia Revolucionaria, Madrid 2008, S. 1–3; Juan Avilés Farré, La Daga y la Dinamita. Los Anarquistas y el Nacimiento del Terrorismo (Tiempo de Memoria, Bd. 98), Barcelona 2013; Rafael Núñez Florencio, El Terrorismo Anarquista (1888–1909), Madrid 1983.
[28] Eine umfassende Diskussion zu dieser Frage ist zu finden in: Vivien Bouhey, Les Anarchistes contre la République 1880 à 1914. Contribution à l'Histoire des Réseaux sous la Troisième République, Rennes 2008, S. 136–162.
[29] Zu den anarchistischen Debatten über die Gewalt siehe Marie Fleming, Propaganda by the Deed. Terrorism and Anarchist Theory in Late Nineteenth‐Century Europe, in: Terrorism 4/1-4 (1980), S. 1–23. Zur Nečaev-Kontroverse siehe Michael Confino, Violence dans la Violence. Le Débat Bakounine- Nečaev, Paris 1973.
[30] Avilés Farré, La Daga y la Dinamita. Zu den Attentaten in Deutschland siehe auch: Marcus Mühlnikel, „Fürst, sind Sie unverletzt?“. Attentate im Kaiserreich 1871–1914, Paderborn 2014.
[31] Dietze, Die Erfindung des Terrorismus.
[32] Auf die Bedeutung dieser beiden Attentate für die Entstehung des Terrorismus hat jüngst Sylvia Schraut hingewiesen. Siehe: Sylvia Schraut, Terrorismus und politische Gewalt (Einführungen in die Geschichtswissenschaften, Bd. 1), Göttingen 2018, S. 81–96. Dem Attentat Charlotte Cordays misst etwa Gilles Ferragu in seinem Überblickswerk zur Terrorismusgeschichte eine größere Bedeutung bei: Gilles Ferragu, Histoire du Terrorisme, Paris 2014.
[33] John M. Merriman, The Dynamite Club. How a Bombing in Fin-de-Siecle Paris Ignited the Age of Modern Terror, New Haven 2016.
[34] Brenda J. Lutz / James M. Lutz, John Brown as Guerrilla Terrorist, in: Small Wars & Insurgencies 25/5–6 (2014), S. 1.039–1.054. Zur Frage, ob John Brown ein Terrorist war, wurde eine umfangreiche Debatte geführt; siehe James N. Gilbert, A Behavioral Analysis of John Brown. Martyr or Terrorist?, in: Russo, Peggy A. / Finkelman, Paul (Hrsg.), Terrible Swift Sword. The Legacy of John Brown, Athens 2005, S. 107–117; David S. Reynolds, John Brown, Abolitionist. The Man Who Killed Slavery, Sparked the Civil War, and Seeded Civil Rights, New York 2005, S. 11, 52, 56; R. Blakeslee Gilpin, American Racial Terrorism from Brown to Booth to Birmingham, in: Law, Randall D. (Hrsg.), The Routledge History of Terrorism, Hoboken 2015, S. 143–155 sowie James M. McPherson, This Mighty Scourge. Perspectives on the Civil War, Oxford 2007, S. 29–39.
[35] Whelehan, Dynamiters, S. 25–26.
[36] Anke Hilbrenner etwa interessiert sich deshalb in ihrer Habilitationsschrift, in der sie die gesamte Ära der Attentate von ca. 1879 bis 1914 in den Blick nimmt, eher für die Frage, welche Gewaltakte als „terroristisch“ bezeichnet wurden und welche nicht. Siehe Hilbrenner, Gewalt als Sprache der Straße, S. 5. Da zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Begriff des „Terrorismus“ jedoch in anderen Sprachen außer dem Russischen noch vergleichsweise wenig verbreitet war, lässt sich diese Fragestellung kaum auf andere Kontexte übertragen.
[37] Zu dem Wandel von Gewaltpraktiken in den napoleonischen Kriegen siehe etwa den Sammelband von Charles J. Esdaile (Hrsg.), Popular Resistance in the French Wars. Patriots, Partisans and Land Pirates, Basingstoke 2005. Die zum Teil bereits ältere Forschung etwa weist darauf hin, dass die Diffamierung von guerrilla-Kämpfern im Spanischen Unabhängigkeitskrieg als „unpolitisch“ oder als „Banditen“ wenig über ihre tatsächlichen Motive oder auch ihre Gewaltpraktiken verrät; Charles J. Esdaile, Fighting Napoleon. Guerrillas, Bandits and Adventurers in Spain, 1808–1814, New Haven 2004. Die Bedeutung von guerrilla-Taktiken in den USA beleuchtet Daniel E. Sutherland, A Savage Conflict. The Decisive Role of Guerrillas in the American Civil War, Chapel Hill 2009.
[38] Im Falle Lenins etwa lässt sich nachweisen, dass er sich intensiv mit Fragen der terroristischen Strategie befasste. Die von ihm angeführten Bolschewiki lehnten Attentate zwar ab, waren aber durchaus an sogenannten Expropriationen beteiligt. Zudem war die Ablehnung von terroristischen Anschlägen keineswegs gleichbedeutend mit einer Abkehr von terroristischen Gewaltpraktiken. Vielmehr glaubte Lenin an die Notwendigkeit abschreckender Gewalt zur Durchsetzung der Revolution. Zu Lenins Auseinandersetzung mit der Frage des Terrors siehe James Ryan, Lenin's Terror. The Ideological Origins of Early Soviet State Violence (Routledge contemporary Russia and Eastern Europe series, Bd. 36), London 2012. Lenins Nachdenken über den Terror dürfte auch durch das Schicksal seines Bruders beeinflusst worden sein, der an der Planung eines Attentats auf Alexander III. beteiligt war und dafür hingerichtet wurde. Siehe Philip Pomper, Lenin's Brother. The Origins of the October Revolution, New York 2010, S. 24.
[39] Als „Ressource der Zivilisation“ bezeichneten irische Terroristen das Dynamit; siehe Whelehan, Dynamiters, S. 287.
[40] Anthony E. Clark, Heaven in Conflict. Franciscans and the Boxer Uprising in Shanxi, Seattle 2015, S. 101–127.
[41] Zu dem Wandel von Gewaltpraktiken und der Herausbildung einer „Grammatik des indigenen Aufstandes“ im Nordkaukasus siehe etwa Rebecca Gould, Writers and Rebels. The Literature of Insurgency in the Caucasus, New Haven 2016, S. 33–36.
[42] Zu kaukasischen Aufständischen und Banditen als Projektionsfläche siehe Jeronim Perović, Imperiale Projektionen und kaukasische Wirklichkeiten. Banditenwesen und das Phänomen Zelimchan im spätzaristischen Russland, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 62/1 (2014), S. 30–59. Zu Imam Schamil siehe auch ders., Der Nordkaukasus unter russischer Herrschaft. Geschichte einer Vielvölkerregion zwischen Rebellion und Anpassung (Beiträge zur Geschichte Osteuropas, Bd. 49), Köln 2015, S. 75–90. Zu Abd El-Kader als Projektionsfläche siehe Tom Woerner-Powell, Another Road to Damascus. An Integrative Approach to 'Abd al-Qadir al-Jaza'iri (1808–1883), Berlin 2017.
[43] Zu Armenien siehe Donald Bloxham, Terrorism and Imperial Decline. The Ottoman-Armenian Case, in: European Review of History: Revue europeenne d'histoire 14/3 (2007), S. 301–324. Zu Mazedonien: Keith Brown, Loyal unto Death. Trust and Terror in Revolutionary Macedonia, Bloomington 2013.
[44] Gotelind Müller-Saini, China, Kropotkin und der Anarchismus. Eine Kulturbewegung im China des frühen 20. Jahrhunderts unter dem Einfluß des Westens und japanischer Vorbilder (Freiburger fernöstliche Forschungen, Bd. 5), Wiesbaden 2001; Arif Dirlik, Anarchism in the Chinese Revolution, Berkeley 1991; Driscoll, Terrorism against Modernity; Sho Konishi, Anarchist Modernity. Cooperatism and Japanese-Russian Intellectual Relations in Modern Japan (Harvard East Asian monographs, Bd. 356), Cambridge, Mass. 2013.
[45] Richard Bach Jensen, The First Global Wave of Terrorism and International Counter-Terrorism 1905–1914, in: Hanhimäki, Jussi M. / Blumenau, Bernhard (Hrsg.), An International History of Terrorism. Western and Non-Western Experiences, Hoboken 2013, S. 16–33.
[46] Zum Terrorismus in Mazedonien siehe: Brown, Loyal unto Death; Ryan Gingeras, The Internal Macedonian Revolutionary Organization „Oriental”. Terrorism Counterinsurgency and the End of the Ottoman Empire, in: Dietze / Verhoeven (Hrsg.), Oxford Handbook, Vorschau ohne Seitenangaben. Zu Armenien siehe: Donald Bloxham, Terrorism and Imperial Decline; Andreas Oberender, Gegen Zar und Sultan. Armenischer Terrorismus vor dem Ersten Weltkrieg, in: Osteuropa 66/4 (2016), S. 49–62. Zum Terrorismus in Bengalen: Peter Heehs, The Bomb in Bengal. The Rise of Revolutionary Terrorism in India, 1900–1910, New Delhi 2004; Rashed Uz Zaman, Bengal Terrorism and the Ambiguity of the Bengali Muslims, in: Hanhimäki, Jussi M. / Blumenau, Bernhard (Hrsg.), An International History of Terrorism. Western and Non-Western Experiences, Hoboken 2013, S. 150–168.
[47] Eric J. Hobsbawm, Primitive Rebels. Studies in Archaic Forms of Social Movement in the 19th and 20th Centuries, Manchester 1959. Diese Thesen wurden unter anderem aufgegriffen von Walther L. Bernecker, Strategien der „direkten Aktion“ und der Gewaltanwendung im spanischen Anarchismus, in: Mommsen, Wolfgang J. (Hrsg.), Sozialprotest, Gewalt, Terror. Gewaltanwendung durch politische und gesellschaftliche Randgruppen im 19. und 20. Jahrhundert, Stuttgart 1982, S. 108–134; ders., Arbeiterbewegung und Sozialkonflikte im Spanien des 19. und 20. Jahrhunderts, Frankfurt am Main 1993, S. 29–56. Für eine Kritik an Hobsbawms Thesen siehe insbesondere Temma Kaplan, Anarchists of Andalusia, 1868–1903, Princeton 2016; George Richard Esenwein, Anarchist Ideology and the Working-Class Movement in Spain, 1868–1898, Berkeley 1989.
[48] Das bekannteste Werk zur Geschichte der revolutionären Bewegung im Russischen Reich bleibt Franco Venturi, Roots of Revolution. A History of the Populist and Socialist Movements in Nineteenth Century Russia, New York 1966. Daran anknüpfend argumentiert auch Manfred Hildermeier für die sich Anfang des 20. Jahrhunderts formierende Nachfolgerin der narodnaja volja, die Sozialrevolutionäre Partei Russlands, dass ihr Aufstieg in einem engen Zusammenhang mit der Rückständigkeit des Russischen Reiches zu sehen sei. Manfred Hildermeier, Die sozialrevolutionäre Partei Russlands. Agrarsozialismus und Modernisierung im Zarenreich (1900–1914) (Beiträge zur Geschichte Osteuropas, Bd. 11), Köln 1979.
[49] Für einen Forschungsüberblick siehe Laurence M. Geary / Margaret Kelleher (Hrsg.), Nineteenth-Century Ireland. A Guide to Recent Research, Dublin 2005.
[50] Siehe etwa besonders einschlägig: Laqueur, Terrorismus, S. 95–181.
[51] Dietze, Die Erfindung des Terrorismus, S. 84–106.
[52] Siehe etwa den Forschungsüberblick bei Felix Schnell, Gewalt und Gewaltforschung. Version: 1.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, 08.11.2014, http://dx.doi.org/10.14765/zzf.dok.2.589.v1 (20.06.2018). Die Überlegungen gehen zurück auf einen soziologischen Text von Trutz von Trotha; vgl. Trutz von Trotha, Soziologie der Gewalt, in: ders. (Hrsg.), Soziologie der Gewalt, Opladen 1997, S. 9–56. Aufgegriffen werden diese Überlegungen auch in einigen neueren Arbeiten zur Terrorismusgeschichte, darunter Jörg Baberowski, Das Handwerk des Tötens. Boris Sawinkow und der russische Terrorismus, in: Comparativ 23/2 (2013), S. 75–90 sowie Hilbrenner, Gewalt als Sprache der Straße.
[53] Darauf hat etwa jüngst Mats Fridlund hingewiesen; Affording Terrorism. Idealists and Materialities in the Emergence of Modern Terrorism, in: Taylor, Max / Currie, P. M. (Hrsg.), Terrorism and Affordance, London 2012, S. 73–92.
[54] Whelehan, Modern Rebels?, S. 8–11; Marks, How Russia Shaped the Modern World, S. 32.
[55] Richard Bach Jensen, Anarchist Terrorism and Global Diasporas, 1878–1914, in: Terrorism and Political Violence 27/3 (2015), S. 441–453.
[56] Davide Turcato, Italian Anarchism as a Transnational Movement, 1885–1915, in: International Review of Social History 52/3 (2007), S. 407–444; Pietro Di Paola, The Knights Errant of Anarchy. London and the Italian Anarchist Diaspora (1880–1917) (Studies in labour history, Bd. 2), Liverpool 2013; Daniel Laqua, Freethinkers, Anarchists and Francisco Ferrer. The Making of a Transnational Solidarity Campaign, in: European Review of History: Revue europeenne d'histoire 21/4 (2014), S. 467–484; Kenyon Zimmer, Immigrants Against the State. Yiddish and Italian Anarchism in America, Urbana 2015; Constance Bantman, The French Anarchists in London, 1880–1914. Exile and Transnationalism in the First Globalisation (Studies in labour history, Bd. 1), Liverpool 2013; Tom Goyens, Beer and Revolution. The German Anarchist Movement in New York City, 1880–1914, Urbana 2007; James A. Baer, Anarchist Immigrants in Spain and Argentina, Urbana 2015; Alexander Sedlmaier, The Consuming Visions of Late Nineteenth- and Early Twentieth-century Anarchists. Actualising Political Violence Transnationally, in: European Review of History: Revue europeenne d'histoire 14/3 (2007), S. 283–300; Vivien Bouhey, Anarchist Terrorism in Fin-de-Siècle France and its Borderlands, in: Dietze / Verhoeven (Hrsg.), Oxford Handbook, Vorschau ohne Seitenangaben. Siehe zusammenfassend Constance Bantman (Hrsg.), Reassessing the Transnational Turn. Scales of Analysis in Anarchist and Syndicalist Studies, New York 2015; David Berry / Constance Bantman (Hrsg.), New Perspectives on Anarchism, Labour and Syndicalism. The Individual, the National and the Transnational, Newcastle upon Tyne 2010.
[57] Siehe etwa Juan Avilés Farré, Francisco Ferrer y Guardia. Pedagogo, Anarquista y Mártir, Madrid 2006; Rudolf Rocker, Johann Most. Das Leben eines Rebellen. 2., verb. u. durch Anh. verm. Aufl., Berlin 1925; Mark Leier, Bakunin. The Creative Passion. A Biography, New York 2009; Caroline Cahm, Kropotkin and the Rise of Revolutionary Anarchism, 1872–1886, Cambridge 1989; Paul Avrich, The Russian Anarchists, Princeton 1967; ders. / Karen Avrich, Sasha and Emma. The Anarchist Odyssey of Alexander Berkman and Emma Goldman, Cambridge, Mass. 2012; Paul Avrich, The Haymarket Tragedy, Princeton 1984; Paul Avrich, Anarchist Portraits, Princeton 1988; Martin A. Miller, Kropotkin, Chicago 1976; Davide Turcato, Making Sense of Anarchism. Errico Malatesta's Experiments with Revolution, 1889–1900, Basingstoke 2012; Stephan Rindlisbacher, Leben für die Sache. Vera Figner, Vera Zasulic und das radikale Milieu im späten Zarenreich (Forschungen zur osteuropäischen Geschichte, Bd. 80), Wiesbaden 2014.
[58] Die Debatten der russischen Sozialrevolutionäre und Sozialdemokraten zu dieser Frage analysiert etwa Budnickij, Terrorizm v rossijskom osvoboditel’nom dviženii. Zu den Debatten italienischer und französischer Anarchisten siehe Pietro Adamo, Pensiero e Dinamite. Gli Anarchici e la Violenza, 1892–1894, Mailand 2004; Bouhey, Les Anarchistes contre la République.
[59] Nino Kühnis, Anarchisten! Von Vorläufern und Erleuchteten, von Ungeziefer und Läusen - zur kollektiven Identität einer radikalen Gemeinschaft in der Schweiz, 1885–1914 (Histoire, Bd. 76), Bielefeld 2015.
[60] Siehe Lutz Häfner, Die Bombe als „Notwendigkeit“. Terrorismus und die Debatten der Staatsduma um die Legitimität politischer Gewalt, in: Sperling, Walter (Hrsg.), Jenseits der Zarenmacht. Dimensionen des Politischen im Russischen Reich, 1800-1917, Frankfurt am Main 2008, S. 433–461; Anna Geifman, The Kadets and Terrorism, 1905–1907, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 36/2 (1988), S. 248–267.
[61] Vgl. Gotelind Müller-Saini, China and the „Anarchist Wave of Assassinations”. Politics, Violence and Modernity in East Asia Around the Turn of the Twentieth Century, in: Dietze / Verhoeven (Hrsg.), Oxford Handbook, Vorschau ohne Seitenangaben; Goyens, Beer and Revolution, S. 4.
[62] Ann Larabee, The Dynamite Fiend. The Chilling Tale of a Confederate Spy, Con Artist, and Mass Murderer, New York 2005. Siehe auch dies., Terrorism and Technology, in: Law, Randall D. (Hrsg.), The Routledge History of Terrorism, Hoboken 2015, S. 442–455.
[63] Simon Werrett, The Science of Destruction. Terrorism and Technology in the Nineteenth Century, in: Dietze / Verhoeven (Hrsg.), Oxford Handbook, Vorschau ohne Seitenangaben.
[64] Zu Kibalčič siehe Lee B. Croft, Nikolai Ivanovich Kibalchich. Terrorist Rocket Pioneer, Morrisville 2006.
[65] Jürgen Osterhammel, Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009, S. 1.286.
[66] Siehe etwa Charles J. Esdaile, Napoleon's Wars. An International History, 1803–1815, London 2007, S. 13–14. Die Literatur zu den napoleonischen Kriegen ist zu umfangreich und vielfältig, als dass sie hier auch nur annähernd erschöpfend dargestellt werden könnte.
[67] Für eine besonders weitreichende, entsprechend aber auch umstrittene Interpretation des Wandels von „Kriegskulturen“ seit Mitte des 18. Jahrhunderts siehe David Avrom Bell, The First Total War. Napoleon's Europe and the Birth of Warfare as We Know It, Boston 2007.
[68] Überlegungen hierzu finden sich auch in Paul Knepper / Anja Johansen (Hrsg.), The Oxford Handbook of the History of Crime and Criminal Justice, New York 2016, S. 1–16. Siehe insbesondere den Aufsatz von Constance Bantman, Terrorism and Its Policing, in: ebd., S. 192–207.
[69] Hervorzuheben sind Jonathan W. Daly, Autocracy under Siege. Security Police and Opposition in Russia, 1866–1905, DeKalb 1998; ders., The Watchful State. Security Police and Opposition in Russia, 1906–1917, DeKalb 2004; Richard Johnson, The Okhrana Abroad, 1885–1917. A Study in International Police Co-operation, Columbia 1970; Isaac Land (Hrsg.), Enemies of Humanity. The Nineteenth-Century War on Terrorism, New York 2008; Hsi-huey Liang, The Rise of Modern Police and the European State System from Metternich to the Second World War, Cambridge 1992.
[70] Für konzeptionelle Überlegungen siehe etwa Beatrice de Graaf, Evaluating Counterterrorism Performance. A Comparative Study, Hoboken 2011 sowie Graaf, Counter-Terrorism and Conspiracy. Für eine besonders kritische Auseinandersetzung mit der Unterscheidung zwischen Staatsterror und Terrorismus siehe auch Cihan Aksan / Jon Bailes, Weapon of the Strong. Conversations on US State Terrorism, London 2013.
[71] Adam Zamoyski, Phantome des Terrors. Die Angst vor der Revolution und die Unterdrückung der Freiheit, München 2016, S. 231–253; Wolfram Siemann Metternich. Stratege und Visionär. Eine Biografie. 2., durchgesehene Aufl., München 2017, S. 662–700.
[72] Zu denken ist dabei etwa an die Schriften der Terroristen selbst. Siehe aber auch etwa René Garraud, L’Anarchie et la Repression, Paris 1895.
[73] Alex Butterworth, The World that Never Was. A True Story of Dreamers, Schemers, Anarchists and Secret Agents, London 2011; Anna Geifman, Entangled in Terror. The Azef Affair and the Russian Revolution, Wilmington 2000; Robert Henderson, Vladimir Burtsev and the Struggle for a Free Russia. A Revolutionary in the Time of Tsarism and Bolshevism, London 2016; ders., International Collaboration in the Persecution of Russian Political Émigrés. The European Pursuit of Vladimir Burtsev, in: Revolutionary Russia 22/1 (2009), S. 21–36.
[74] Siehe etwa Avrich, The Haymarket Tragedy; Antoni Dalmau, El cas Rull. Viure del Terror a la Ciutat de les Bombes (1901–1908), Barcelona 2008; Esenwein, Anarchist Ideology, S. 166–204.
[75] Land, Enemies of Humanity, S. 4.
[76] Die Angst Bismarcks und seiner Familie vor Attentaten betont etwa Mühlnikel, „Fürst, sind Sie unverletzt?“, S. 107–122. Die Bedeutung terroristischer Bedrohungsszenarien und Phobien betont für den russischen Fall auch Wurr, Terrorismus und Autokratie.
[77] Härter, Karl / de Graaf, Beatrice (Hrsg.), Vom Majestätsverbrechen zum Terrorismus. Politische Kriminalität, Recht, Justiz und Polizei zwischen Früher Neuzeit und 20. Jahrhundert, Frankfurt am Main 2012.
[78] Karl Härter, Die Formierung transnationaler Strafrechtsregime, in: Rechtsgeschichte – Legal History 18 (2011), S. 36–65.
[79] Neben den bereits erwähnten Arbeiten von Wurr und Mühlnikel sind weitere Arbeiten zur russischen Geschichte erwähnenswert, etwa Jörg Baberowskis Dissertation zu den Folgen der Justizreform in Russland im 19. Jahrhundert: Jörg Baberowski, Autokratie und Justiz. Zum Verhältnis von Rechtsstaatlichkeit und Rückständigkeit im ausgehenden Zarenreich, 1864–1914 (Ius commune Sonderhefte, Studien zur europäischen Rechtsgeschichte, Bd. 78), Frankfurt am Main 1996. Eine interessante Arbeit, die den Terrorismus in Spanien in den größeren Kontext der Bekämpfung politischer Gewalt und wahrgenommener „Subversion“ stellt, ist Eduardo González Calleja, La Razón de la Fuerza. Orden Público, Subversión y Violencia Política en la España de la Restauración (Biblioteca de historia, Bd. 34), Madrid 1998.
[80] Johnson, The Okhrana Abroad; Fredric S. Zuckerman, The Tsarist Secret Police Abroad. Policing Europe in a Modernising World, Houndmills 2003; Daly, Autocracy under Siege.
[81] Whelehan, The Dynamiters, S. 131–134. Lindsay Clutterbuck, An Accident of History? The Evolution of Counter Terrorism Methodology in the Metropolitan Police from 1829–1901, Portsmouth 2002; Butterworth, The World that Never Was; Geifman, Entangled in Terror; Pietro Di Paola, The Spies Who Came in from the Heat. The International Surveillance of the Anarchists in London, in: European History Quarterly 37/2 (2007), S. 189–215; Bantman, French Anarchists in London, S. 131–156.
[82] Richard Bach Jensen, The Battle against Anarchist Terrorism. An International History, 1878–1934, Cambridge 2014, S. 44.
[83] Ders., The Secret Agent, International Policing, and Anarchist Terrorism. 1900-1914, in: Terrorism and Political Violence 29/4 (2017), S. 735–771.
[84] Ebd., S. 738.
[85] Michael Silvestri, The Sinn Féin of India. Irish Nationalism and the Policing of Revolutionary Terrorism in Bengal, in: Journal of British Studies 39 (2000), S. 454–486.
[86] Zu den medialen Reaktionen auf den 11. September siehe etwa David L. Altheide, Terror post 9/11 and the Media (Global crises and the media, Bd. 4), New York 2009. Zu Entwicklung und Desiderata der Mediengeschichte siehe Frank Bösch, Mediengeschichte. Vom asiatischen Buchdruck zum Fernsehen (Historische Einführungen, Bd. 10), Frankfurt am Main 2011. Sowie zu transnationalen Dimensionen ders., Entgrenzungen? Transnationale Medien und regionale Kommunikation seit dem späten 19 Jahrhundert, in: Gallus, Alexander / Schildt, Axel / Siegfried, Detlef (Hrsg.), Deutsche Zeitgeschichte - transnational, Göttingen 2015, S. 223–240.
[87] Peter Waldmann, Terrorismus und Kommunikation, in: Weinhauer, Klaus / Requate, Jörg (Hrsg.), Gewalt ohne Ausweg? Terrorismus als Kommunikationsprozess in Europa seit dem 19. Jahrhundert, Frankfurt am Main 2012, S. 49–61; Robert A. Saunders, Media and Terrorism, in: Law, Randall D. (Hrsg.), The Routledge History of Terrorism, Hoboken 2015, S. 428–441.
[88] Klaus Weinhauer / Jörg Requate, Terrorismus als Kommunikationsprozess. Eskalation und Deeskalation politischer Gewalt in Europa seit dem 19 Jahrhundert, in: dies. (Hrsg.), Gewalt ohne Ausweg? Terrorismus als Kommunikationsprozess in Europa seit dem 19. Jahrhundert, Frankfurt am Main 2012, S. 11–47; Jörg Requate, Deeskalation durch Kommunikation? Zum Umgang mit dem Linksterrorismus in den 1970er und 1980er Jahren in der Bundesrepublik Deutschland, in: Revue d'Allemagne et des pays de langue allemande 39/3 (2007), S. 443–458.
[89] Ausschließlich der bundesrepublikanischen Geschichte widmet sich etwa der Band von Klaus Weinhauer / Jörg Requate / Heinz-Gerhard Haupt (Hrsg.), Terrorismus in der Bundesrepublik. Medien, Staat und Subkulturen in den 1970er Jahren (Campus Historische Studien, Bd. 42), Frankfurt am Main 2006; Hanno Balz, Von Terroristen, Sympathisanten und dem starken Staat. Die öffentliche Debatte über die RAF in den 70erJahren, Frankfurt am Main 2008. Internationale und vergleichende Perspektiven nehmen ein: Jacco Pekelder, Dynamiken des Terrorismus in Deutschland und den Niederlanden, in: Geschichte und Gesellschaft 35/3 (2009), S. 402–428; Nicole Colin u.a. (Hrsg.), Der „Deutsche Herbst“ und die RAF in Politik, Medien und Kunst. Nationale und internationale Perspektiven, Bielefeld 2008; Johannes Hürter (Hrsg.), Die bleiernen Jahre. Staat und Terrorismus in der Bundesrepublik Deutschland und Italien 1969 - 1982, München 2010; Irene Bandhauer-Schöffmann / Dirk van Laak (Hrsg.), Der Linksterrorismus der 1970er-Jahre und die Ordnung der Geschlechter, Trier 2013; Gabriele Metzler, Konfrontation und Kommunikation. Demokratischer Staat und linke Gewalt in der Bundesrepublik und den USA in den 1970er Jahren, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 60/2 (2012), S. 249–277.
[90] Petra Terhoeven, Deutscher Herbst in Europa. Der Linksterrorismus der siebziger Jahre als transnationales Phänomen, München 2014. Siehe auch ebenfalls mit transnationaler Ausrichtung: Matthias Dahlke, Demokratischer Staat und transnationaler Terrorismus. Drei Wege zur Unnachgiebigkeit in Westeuropa 1972–1975 (Quellen und Darstellungen Zeitgeschichte, Bd. 90), München 2011.
[91] Aus der deutschsprachigen Forschung siehe etwa Andreas Elter, Propaganda der Tat. Die RAF und die Medien, Frankfurt am Main 2008; Gabriele Metzler, Erzählen, Aufführen, Widerstehen. Westliche Terrorismusbekämpfung in Politik Gesellschaft und Kultur der 1970er Jahre, in: Hürter, Johannes (Hrsg.), Terrorismusbekämpfung in Westeuropa. Demokratie und Sicherheit in den 1970er und 1980er Jahren, Berlin 2015, S. 117–136.
[92] Eric Rauchway, Murdering McKinley. The Making of Theodore Roosevelt's America, New York 2003; Tatiana Borisova, Public Meaning of the Zasulich Trial 1878. Law, Politics and Gender, in: Russian History 43/3–4 (2016), S. 221–244; Beverly Gage, The Day Wall Street Exploded. A Story of America in its First Age of Terror, Oxford 2009; James R. Green, Death in the Haymarket. A Story of Chicago, the First Labor Movement and the Bombing that Divided Gilded Age America, New York 2006; Maria Matray / Answald Krüger, Das Attentat. Der Tod der Kaiserin Elisabeth und die Tat des Anarchisten Lucheni, München 2000; Howard Blum, American Lightning. Terror, Mystery, and the Birth of Hollywood, New York 2008; Carl S. Smith, Urban Disorder and the Shape of Belief. The Great Chicago Fire, the Haymarket Bomb, and the Model Town of Pullman, Chicago 1995. Zu erwähnen ist zudem ein 2012 von Klaus Weinhauer und Jörg Requate herausgegebener Sammelband zum Thema Terrorismus und Kommunikation, der Fallstudien zu Russland und Frankreich um 1900 enthält. Die weiteren Texte widmen sich dem Terrorismus des 20. Jahrhunderts mit Schwerpunkt auf der Zeitgeschichte. Vgl. Lutz Häfner, Russland als Geburtsland des modernen „Terrorismus“? oder: „Das classische Land des politischen Attentats“, in: Weinhauer, Klaus / Requate, Jörg (Hrsg.), Gewalt ohne Ausweg? Terrorismus als Kommunikationsprozess in Europa seit dem 19. Jahrhundert, Frankfurt am Main 2012, S. 65–97; Jörg Requate, Die Faszination anarchistischer Attentate im Frankreich des ausgehenden 19 Jahrhunderts, in: ebd., S. 99–122.
[93] Julija Safronova, Russkoe obščestvo v zerkale revoljucionnogo terrora. 1879–1881 gody, Moskau 2014.
[94] Zur Geschlechtergeschichte des Terrorismus gibt es eine Reihe von Arbeiten, ebenfalls aus dem russischen Kontext, in denen es einerseits um Selbstdarstellung, andererseits aber auch um (mediale) Repräsentationen von Terroristinnen geht. Vgl. Sally A. Boniece, The “Shesterka” of 1905-06. Terrorist Heroines of Revolutionary Russia, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 58/2 (2010), S. 172–191; dies., The Spiridonova Case, 1906. Terror, Myth, and Martyrdom, in: Kritika: Explorations in Russian and Eurasian History 4/3 (2003), S. 571–606; Borisova, Public Meaning of the Zasulich Trial 1878; Lynn Patyk, Dressed to Kill and Die. Russian Revolutionary Terrorism, Gender, and Dress, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 58/2 (2010), S. 192–209. Ein bislang weniger beachtetes Thema ist die mediale Repräsentation von Männlichkeit im 19. Jahrhundert. Als Ausnahme für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts zu nennen ist allerdings Durba Ghoshs Studie zum Terrorismus in Indien nach dem Ersten Weltkrieg, in der sie unter anderem koloniale Repräsentationen und Ideale von Männlichkeit untersucht; vgl. Durba Ghosh, Gentlemanly Terrorists. Political Violence and the Colonial State in India, 1919–1947, Cambridge 2017, S. 7–9.
[95] Frank, The Cultural Imaginary of Terrorism. Die Überlegungen Franks bauen auf der älteren Studie Anna Melchioris zum Terrorismus in der Literatur des viktorianischen Zeitalters auf; vgl. Barbara A. Melchiori, Terrorism in the Late Victorian Novel, London 1985. Siehe auch ähnlich Thomas Austenfeld / Dimiter Daphinoff / Jens Herlth (Hrsg.), Terrorism and Narrative Practice, Münster 2011.
[96] Dies gilt etwa für Lynn Ellen Patyk, Written in Blood. Revolutionary Terrorism and Russian Literary Culture, 1861–1881, Madison 2017; Anthony Anemone (Hrsg.), Just Assassins. The Culture of Terrorism in Russia, Evanston 2010; Patrick McGuinness, Poetry and Radical Politics in Fin de Siècle France. From Anarchism to Action Française, Oxford 2015; Jeffory A. Clymer, America's Culture of Terrorism. Violence, Capitalism, and the Written Word, Chapel Hill 2003; Caroline Granier, La Représentation du Terroriste Anarchiste dans quelques Romans Français de la Fin du XIXe Siècle, in: Cahiers d’histoire. Revue d’histoire critique 96–97 (2005), S. 137–157; Claudia Verhoeven, Oh, Times, There is No Time (But the Time that Remains). The Terrorist in Russian Literature, 1863–1913, in: Austenfeld, Thomas Carl / Daphinoff, Dimiter / Herlth, Jens (Hrsg.), Terrorism and Narrative Practice, Münster 2011.
[97] Lynn Patyk, The Age of Terrorism in the Age of Literature, in: Law, Randall D. (Hrsg.), The Routledge History of Terrorism, Hoboken 2015, S. 470–484.
[98] Louise McReynolds, Murder Most Russian. True Crime and Punishment in Late Imperial Russia, Ithaca 2013.
[99] Eine der wenigen Ausnahmen ist Choi Chatterjee, Transnational Romance, Terror, and Heroism. Russia in American Popular Fiction, 1860–1917, in: Comparative Studies in Society and History 50/3 (2008), S. 753–777.
[100] Zu Russland siehe etwa Häfner, Russland als Geburtsland des modernen „Terrorismus“?. Im Spanischen Fall gilt dies vor allem für die staatlichen Repressionen in Montjuïc, mit denen sich der Staat nachhaltig diskreditierte. Siehe Antoni Dalmau El Procés de Montjuïc. Barcelona al Final del Segle XIX (Collecció Base històrica, Bd. 63), Barcelona 2010.
[101] Durba Ghosh, An Archive of “Political Trouble in India”. History-Writing, Anticolonial Violence and Colonial Counterinsurgency 1905–1937, in: Dietze / Verhoeven (Hrsg.), Oxford Handbook, Vorschau ohne Seitenangaben. Siehe auch Timothy H. Parsons, Manifestations of Imperial Terror in Colonial Kenya, 1890s–1960s, in: ebd., Vorschau ohne Seitenangaben.
[102] Siehe auch Anke Hilbrenner, Gewalt als Sprache der Straße. Terrorismus und seine Räume im Zarenreich, in: Sperling, Walter (Hrsg.), Jenseits der Zarenmacht. Dimensionen des Politischen im Russischen Reich, 1800-1917, Frankfurt am Main 2008, S. 409–432; dies., Der Bombenanschlag auf das Café Libman in Odessa am 17. Dezember 1905. Terrorismus als Gewaltgeschichte, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 58/2 (2010), S. 210–231.
[103] Siehe etwa das Themenheft von Manfred Sapper u.a. (Hrsg.), Explosive Melange. Terrorismus und imperiale Gewalt in Osteuropa, Berlin 2016.
[104] Gerade der russische Fall ist hier von besonderem Interesse, auch weil hier die Frage nach der Legitimität staatlicher Gewalt im 19. Jahrhundert besonders intensiv diskutiert wurde. Überlegungen hierzu sind auch zu finden in Felix Schnell, Ordnungshüter auf Abwegen? Herrschaft und illegitime polizeiliche Gewalt in Moskau 1905–1914 (Forschungen zur osteuropäischen Geschichte, Bd. 67), Wiesbaden 2006 sowie in Abby M. Schrader, Languages of the Lash. Corporal Punishment and Identity in Imperial Russia, DeKalb 2002.
[105] Michael Brüggemann u.a., Transnationale Öffentlichkeit in Europa. Forschungsstand und Perspektiven, in: Publizistik 54/3 (2009), S. 391–414. Siehe auch die Überlegungen bei Carola Dietze, Terrorismus im 19 Jahrhundert. Politische Attentate, rechtliche Reaktionen, Polizeistrategien und öffentlicher Diskurs in Europa und den Vereinigten Staaten 1878–1901, in: Härter, Karl / de Graaf, Beatrice (Hrsg.), Vom Majestätsverbrechen zum Terrorismus. Politische Kriminalität, Recht, Justiz und Polizei zwischen Früher Neuzeit und 20. Jahrhundert, Frankfurt am Main 2012, S. 179–196.
[106] Frank Bösch, Öffentliche Geheimnisse. Skandale, Politik und Medien in Deutschland und Großbritannien, 1880–1914 (Veröffentlichungen des Deutschen Historischen Instituts London, Bd. 65), München 2009; ders. / Patrick Schmidt (Hrsg.), Medialisierte Ereignisse. Performanz, Inszenierung und Medien seit dem 18. Jahrhundert, Frankfurt am Main 2010.
[107] Jörg Requate (Hrsg.), Das 19. Jahrhundert als Mediengesellschaft, München 2009.
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[110] Friedrich Lenger / Ansgar Nünning (Hrsg.), Medienereignisse der Moderne, Darmstadt 2008.
[111] Ute Daniel (Hrsg.), Augenzeugen. Kriegsberichterstattung vom 18. zum 21. Jahrhundert, Göttingen 2006. Für eine Fallstudie siehe auch etwa Marco Gerbig-Fabel, Photographic Artefacts of War 1904–1905. The Russo-Japanese War as Transnational Media Event, in: European Review of History: Revue europeenne d'histoire 15/6 (2008), S. 629–642.
[112] Zu Barcelona siehe Martin Baumeister, Arenen des Bürgerkriegs? Kollektive Gewalt in Turin und Barcelona 1890 bis 1923, in: Lenger, Friedrich (Hrsg.), Kollektive Gewalt in der Stadt. Europa 1890–1939, Berlin 2013, S. 123–147; Antoni Dalmau, Set Dies de Fúria. Barcelona i la Setmana Tràgica, Juliol de 1909, Barcelona 2009. Die Schwierigkeit, Terrorismus von anderen Gewaltformen klar zu unterscheiden, zeigt sich auch etwa in Anna Geifmans Arbeiten zum Terrorismus in Russland. Bei den von ihr zitierten Statistiken zu Attentaten etwa bleibt häufig unklar, auf welcher Definition des Begriffes „Terrorismus“ die zeitgenössische Zählung beruht. Anna Geifman, Thou Shalt Kill. Revolutionary Terrorism in Russia, 1894–1917, Princeton 1995.
[113] Erwähnt wird etwa John Wilkes Booth als „Erfinder“ des Rechtsterrorismus (Dietze) oder der Ku Klux Klan, der nach dem Bürgerkrieg in den Südstaaten der USA ehemalige Sklaven terrorisierte. Gelegentlich genannt wird auch der Terror rechter Gruppen im Russischen Reich, wobei etwa deren aktive Beteiligung an Pogromen umstritten bleibt. Vgl. George Gilbert, The Radical Right in Late Imperial Russia. Dreams of a True Fatherland? (Routledge Series on Russian and East European Studies, Bd. 104), London 2016; Stefan Wiese, Pogrome im Zarenreich. Dynamiken kollektiver Gewalt, Hamburg 2016; Stephen Budiansky, The Bloody Shirt. Terror after Appomattox, New York 2008.

Bibliografie

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Citation
Moritz Florin: Auf dem Weg zu einer Globalgeschichte politischer Gewalt. Ein Forschungsbericht zur Geschichte des Terrorismus im langen 19. Jahrhundert, in: H-Soz-Kult, 30.08.2019, <www.hsozkult.de/literaturereview/id/forschungsberichte-4254>.
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Published on
30.08.2019
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