Idealisiert, sexualisiert, materialisiert, politisiert: Antike Körper und ihre Geschichte(n)

Körper haben eine Geschichte: Die Art, wie Körper wahrgenommen, konzeptualisiert und in soziale Praktiken eingebunden werden, wandelt sich und ist damit historisch. In Bezug auf die Antike weist die Körpergeschichte jedoch einige Besonderheiten auf. So besitzen antike Körper eine lange Rezeptionsgeschichte: von der Idee einer „Entdeckung“ abendländischer Körperkonzepte im klassischen Griechenland über die „ideale Nacktheit“ bis hin zur „körperfeindlichen“ Askese des spätantiken Christentums – die kritische Auseinandersetzung mit diesen Paradigmen ist eine wesentliche Inspirationsquelle für die neuere Forschung. Gleichzeitig stand die antike Körpergeschichte lange im Zeichen der heftigen Debatten rund um die Arbeiten Michel Foucaults zur antiken Sexualität, die sowohl die Alterität wie auch die Aktualität der Antike deutlich werden lassen. Daneben haben sich in den letzten Jahren weitere Felder etabliert: antike „Disability Studies“, Studien zum körperlichen Schmerz oder das weite Feld politischer Körper und ihrer Inszenierung, das noch einiges an Potential birgt. Die reiche Forschung rund um christliche Körperkonzepte und die Dekonstruktion der vermeintlich „körperfeindlichen“ Askese versprechen zudem, mit dem posthum erschienenen vierten Band von Foucaults Geschichte der Sexualität nochmals neuen Schwung zu erhalten.

Abstract
Bodies have a history: The way in which bodies are perceived, conceptualized, and embedded into social practices are all subject to historical change. Bodies in antiquity are, to a certain extent, a special case. On the one hand, one must take into account the long tradition of reception, ranging from the idea that the Greeks “discovered” the western concept of “the body” and the notion of “ideal nudity”, to the supposedly “anti-carnal” ascetics of late antique Christianity – the critical engagement with these paradigms has proved to be a crucial source of inspiration for recent research. On the other hand, the debates following Michel Foucault’s work on ancient sexuality have been dominating the field of body history in antiquity for a long time, demonstrating simultaneously the “otherness” and the relevance of antiquity for modern thinking. In recent years, however, new tracks of research emerged: disability studies of antiquity, studies on pain experience or the vast field of political bodies that still holds great potential. Due to the recent posthumous publication of Foucault’s fourth volume of the History of Sexuality, the wide range of studies on Christian bodies and the deconstruction of the supposedly “anti-carnal” stance of late antique ascetism promise to gain a new impulse.

Von
Jonas Borsch / Jan B. Meister, Historisches Institut, Universität Bern

I. Antike und moderne Körpervorstellungen: Annäherungen an eine Körpergeschichte der Antike

Körpergeschichte bewegt sich in einem Spannungsfeld zwischen Essentialismus und Konstruktivismus: Zwar ist der Körper eine Konstante menschlicher Existenz, doch der Umgang mit dem Körper, die Art, wie er konzeptualisiert und mit Sinn versehen wird, ist kulturell geprägt und variabel. Körpergeschichte ist daher schon seit mehreren Jahrzehnten zu einem eigenen Forschungsfeld geworden.[1] Die griechisch-römische Antike fügt sich in diesen allgemeinen Trend ein, doch weist die Körpergeschichte der Antike auch einige Besonderheiten auf: Einerseits ist die Antike eine fremde und exotische Zeit, in der sich gerade mit Blick auf scheinbare anthropologische Konstanten wie „den Körper“ Differenzen zum modernen Denken besonders deutlich erkennen lassen; andererseits ist sie durch eine lange Rezeptions- bzw. Transformationsgeschichte mit der Moderne verbunden. Wie in neuerer Zeit mit Nachdruck argumentiert wurde, ist dabei nicht von einer einseitigen Wirkung „der Antike“ (was immer das genau ist) auf spätere Zeiten auszugehen, sondern durch die Bezugnahme auf die Antike verändert sich auch das jeweilige Bild der Antike.[2] Bei antiken Körperkonzepten sind solche Bezugnahmen und die damit verbundenen Transformationen besonders augenfällig: Die abendländische Kunst ist stark geprägt von Rückgriffen auf „klassische“ antike Körperschemata[3], die christliche Religion mit ihrer Fokussierung auf den Gegensatz von Leib und Seele geht auf antike theologische und philosophische Überlegungen zurück[4], der moderne Sport beruft sich gerne auf den vermeintlichen antiken Leitspruch mens sana in corpore sano[5], und obschon die moderne Medizin mit den Heilpraktiken und Körperregimen der Antike wenig gemein hat, gilt der griechische Arzt Hippokrates als Gründervater dieser Wissenschaft und ihrer Berufsethik.[6]

Es ist insofern nicht erstaunlich, dass die Antike in vielen Punkten als prägend für den modernen, westlichen Blick auf den Körper angesehen wird und dass man den Ursprung dieser Art, den Körper zu sehen und zu denken, in der Antike suchte. Solche „Ursprungs-Narrative“ wie auch ihr produktives Hinterfragen sind ein spezifisches Merkmal altertumswissenschaftlicher Arbeiten zur Körpergeschichte. Im Fokus steht dabei vor allem das archaische und klassische Griechenland, als jene Zeit, in der in Philosophie, Medizin und Kunst Körperkonzepte entwickelt wurden, auf die spätere Epochen immer wieder zurückgreifen sollten.

Einflussreich war hier die klassische Arbeit von Bruno Snell über Die Entdeckung des Geistes.[7] Ihren Ausgangspunkt bildet die Feststellung, dass Geist und Körper komplementäre Begriffe sind und dass beide in den homerischen Epen fehlen: Homer, so Snell, habe keinen Begriff für den Körper als Ganzes (sōma bezeichne nach Snell bloß die Leiche), stattdessen werde der Körper als Konglomerat von Einzelteilen aufgefasst, die belebt sind, denen aber nicht eine als Einheit gedachte Seele gegenüberstehe – dies sei, so Snells einflussreiche These, erst eine Entwicklung, die sich in den folgenden Jahrhunderten bis zur Klassik vollzog und dann für das europäische Denken prägend werden sollte. Snell geht es dabei um den Geist und das Denken. Dass im Zuge desselben Prozesses auch der Körper entdeckt wurde, ist für ihn bloß ein Nebenprodukt, das ihn nicht weiter interessierte. Der Körper spielt bei ihm entsprechend nach dem einleitenden Kapitel zu Homer keine Rolle mehr. In neuerer Zeit jedoch wurde Snell unter körpergeschichtlicher Perspektive neu entdeckt und weiterentwickelt.

In der darstellenden und bildenden Kunst ist offenkundig, wie sich zwischen Homer und der Klassik die Vorstellung vom Körper ändert. Rundplastische wie auch gemalte Körperdarstellungen fangen an „zusammenzuwachsen“, d.h. sich von einer additiven Darstellung aus Einzelteilen zu einem Organismus zu entwickeln, dessen Bewegungen dann im klassischen Schema des Kontraposts harmonisch aufeinander Bezug nehmen. Das ist kein „Naturalismus“, wohl aber eine neue Art, den Körper als organisches Ganzes aufzufassen, die gut zu Snells These passt.[8] Vor diesem Hintergrund hat Annette Haug in ihrer 2012 erschienen Habilitationsschrift zur „Entdeckung des Körpers“ bewusst den Anschluss an Snell gesucht und in einer (im Einzelnen dann freilich sehr kleinteiligen) Studie die Entwicklung von Körper- und Rollenbildern in der attischen Vasenmalerei des 8. und 7. Jahrhunderts v.Chr. in den Blick genommen, wobei sie ein besonderes Augenmerk auf die Herausbildung geschlechts- und altersspezifischer Rollenbilder warf.[9] Der Anschluss an Snell liegt hier aber primär im Titel. Dahingegen bietet die 2010 erschienene Monographie The Symptom and the Subject von Brooke Holmes eine konstruktive Weiterentwicklung von Snells (von der Autorin durchaus kritisch reflektiertem) „Entdecker“-Narrativ aus körpergeschichtlicher Sicht: In einem weit gespannten Bogen zeigt Holmes, wie die Konzeptualisierung von Krankheit als dem Körper innewohnend (und nicht von außen durch Dämonen u.ä. verursacht) in der Klassik zu einer Objektivierung des Körpers führte, die weit über die Medizin hinaus nicht zuletzt auch in der Philosophie ihren Niederschlag fand, und so das weitere Denken über „Körper“ und „Selbst“ maßgeblich prägen sollte.[10]

Für die wichtige Frage, wie Körper in der Antike wahrgenommen und konzeptualisiert wurden, spielen das archaische und das klassische Griechenland also eine entscheidende Rolle: Hier wird ein Körper „entdeckt“, der sich von dem uns deutlich fremderen Körper der Epen und der frühen Kunst relativ klar unterscheidet und der in der späteren Rezeption und Transformation eine zentrale Rolle spielen sollte. Die griechische Kultur weist aber auch weitere Spezifika auf, die sie körpergeschichtlich besonders interessant erscheinen lassen: Einerseits die auffallende und keineswegs selbstverständliche athletische Wettkampfkultur und andererseits die zumindest teilweise damit verbundene Wertschätzung des nackten Körpers. Beides spielt zusammen und hat als „ideale Nacktheit“ das klassizistische Körperbild der europäischen Kunst maßgeblich beeinflusst. Nikolaus Himmelmann, dessen 1990 erschienene Monographie Ideale Nacktheit in der griechischen Kunst[11] die spätere Debatte prägte, hatte sich bezeichnenderweise zuerst mit der „idealen Nacktheit“ in der späteren Kunstgeschichte befasst[12], bevor er sich den nackten Griechen zuwandte. Die nachfolgenden Diskussionen drehten sich denn auch ganz wesentlich um die Frage, wie man sich der antiken Nacktheit ohne anachronistische Rückprojektionen nähern könne. Eine zentrale Rolle spielt dabei die antike Selbstbeschreibung: Nackt Sport zu treiben, galt den Griechen als kulturelle Errungenschaft, mit der sie sich von den Barbaren abgrenzten – Lukas Thommen brachte dies mit Norbert Elias’ These vom Zivilisationsprozesses in Verbindung, der im Falle der Griechen freilich nicht zu einer Tabuisierung der Nacktheit, sondern zu ihrer kulturell-zivilisatorischen Überhöhung führte.[13] Nebst idealisierenden Darstellungen kann Nacktheit aber auch pejorativ sein (was auch Himmelmann durchaus sah) oder aber, wie Robin Osborne nachdrücklich betonte, zur Konstruktion und Thematisierung von Geschlecht und Begehren eingesetzt werden.[14] In diese Richtung zielt auch die wichtige Monographie von Andrew Stewart, der Körper, Nacktheit und Begehren mit einem dezidierten Blick auf Erotik, Sexualität und Machtverhältnisse in der griechischen Kunst untersuchte.[15] Der Tenor der neueren Arbeiten ist, Nacktheit nicht per se als „Ideal“ zu sehen – auch nicht in den Darstellungen „idealer“ Körper –, sondern lediglich als darstellerisches Mittel, um die entsprechenden Körper zu zeigen. So argumentiert Tonio Hölscher in Abgrenzung zu Himmelmann, dass die Griechen eine „Kultur des unmittelbaren Handelns“ gepflegt hätten, in welcher der Körper eine zentrale Sinnfigur dargestellt habe; die Nacktheit als solche sei dabei kein Wert für sich, sondern diene der Sichtbarmachung dieser Sinnfigur.[16] Auch Adrian Stähli betont in verschiedenen Arbeiten, dass es nicht um Nacktheit als Ideal gehe, sondern um die Inszenierung bestimmter Körperkonzepte durch Nacktheit.[17] Eine solche Betrachtung ermöglicht es, die kulturspezifische Besonderheit, die sich auch in der antiken Selbstbeschreibung spiegelt, ernst zu nehmen, gleichzeitig aber eine analytische Distanz zur späteren Rezeption der „idealen Nacktheit“ zu wahren.

Wenn nicht die Nacktheit, sondern die dadurch enthüllten Körper ideal waren, so stellt sich aber auch die Frage, was überhaupt als ideal und schön angesehen wurde. Dieser spannenden Frage widmet sich eine 2016 publizierte Monographie von Florence Gherchanoc, die Schönheitswettbewerbe im antiken Griechenland untersucht.[18] Ausgehend vom mythologischen Parisurteil bietet die Studie eine umfassende Zusammenschau der literarischen und archäologischen Quellen zu solchen Wettbewerben, die sowohl für Frauen wie auch für Männer verschiedener Altersgruppen überliefert sind. Dabei wird einerseits die kulturelle und religiöse Einbindung solcher Wettbewerbe deutlich, andererseits zeigt sich, dass körperliche Schönheit keinen absoluten Wert darstellt, sondern kontext- und funktionsabhängig ist.

All diesen Arbeiten ist gemeinsam, dass sie sich produktiv mit den in der späteren Rezeption so wichtigen klassischen Körperkonzepten des antiken Griechenlands – dem „entdeckten“ Körper, dem nackten Körper und dem schönen Körper beschäftigen. Dass der „klassische“ griechische Körper jedoch nicht auf Nacktheit, Athletik und Schönheit zu reduzieren ist, hat Robin Osborne in einer 2011 erschienenen Monographie deutlich gemacht: In einem methodisch ambitionierten Versuch, Bilder und Texte als jeweils eigene Quellenarten auszuwerten, relativiert Osborne nicht nur die Vorstellung einer umfassenden Obsession der Griechen mit nackten, athletischen Körpern, sondern zeigt auch, dass sich scheinbar klare Dichotomien wie das Eigene und das Fremde oder Bürger und Nichtbürger in den Körpern nicht so deutlich manifestiert finden.[19] Die Wahrnehmung antiker Körper berührt also eine Vielzahl kultureller und sozialer Vorstellungen, die weit über das große Narrativ einer „Entdeckung“ des Körpers hinausgehen. Das prägt auch den Zugriff neuerer Arbeiten. So hat jüngst Steffi Grundmann in ihrer Dissertation einen ganz anderen Blick auf „klassische“ Körper geworfen, indem sie speziell nach der Bedeutung von Haut und Haar im klassischen Griechenland fragt und so zeigt, wie diese sichtbare Außengrenze des Körpers in verschiedensten Kontexten mit sozialem Sinn versehen werden konnte.[20]

Diese Bedeutungsvielfalt prägt auch die späteren Epochen der Antike. Hier lässt sich zeigen, wie griechische Körpervorstellungen weiterentwickelt und transformiert wurden, aber auch, wie der Körper in der römischen Kultur teilweise ganz anders wahrgenommen und semantisiert werden konnte als in Griechenland.[21] Gerade in Bezug auf die Nacktheit ist (trotz aller berechtigten Relativierungen) der Kontrast zwischen der griechischen und der römischen Kultur auffallend. Zwar gab es auch in der bildenden Kunst der römischen Zeit nackte Körper, doch wurden diese idealen Körper in für moderne Betrachter oft irritierend wirkender Weise mit „realistisch“ anmutenden Porträtköpfen kombiniert – dahinter steht, wie Christopher Hallett in seiner grundlegenden Monographie zum Thema betonte, eine ganz eigne Art, den Körper zu sehen: eben nicht als Ganzes, sondern als Kompositkörper, bei dem Körper und Gesicht jeweils eigene Aussagen machen.[22] In den Schriftquellen ist der Kontrast zu Griechenland tendenziell noch ausgeprägter. So hat Pierre Cordier an der Verwendung des Begriffs nudus detailliert nachgewiesen, dass Nacktheit in Rom eng mit Schutzlosigkeit bzw. mit dem Preisgeben von Status- und Rangabzeichen assoziiert war[23] – der römische Körper wurde also deutlich ausgeprägter als der griechische als bekleideter Körper konzipiert und wahrgenommen.[24] Das zeigt auch, dass der Körper und Körperkonzeptionen nur unvollständig erfasst werden, wenn man die Frage nach der Kleidung ausspart. Zahlreiche Studien der letzten Jahre befassen sich daher intensiv mit dem bekleideten Körper. Dabei geht es weniger um eine „Kostümgeschichte“, sondern darum, wie über Kleidung Status, Geschlecht oder Identitäten konstituiert werden, wie also Körper und Kleidung gemeinsam zur Konstruktion und Wahrnehmung der sozialen Person beitragen.[25]

Während am Beginn der Antike die „Entdeckung“ des Körpers steht, so steht an ihrem Ende seine „Christianisierung“. Auch hier lässt sich ein großes Narrativ entwickeln, das auf das Fortwirken der Antike abzielt: Mit der Christianisierung verbunden ist eine Transformation dessen, was Michel Foucault als „Techniken des Selbst“ bezeichnete, namentlich der Vorstellungen vom Umgang mit der Sexualität, aber auch die generelle Konzeption des Selbst im Verhältnis zum eigenen Körper.[26] Auf diese Forschungen wird weiter unten genauer einzugehen sein. Dieser kurze Abriss lässt jedoch vor allem deutlich werden, dass antike Körpergeschichte ein ausgesprochen weites Feld ist. Darstellungen mit Synthesecharakter sind entsprechend rar. Tatsächlich gibt es nur eine einzige Monographie, die antike Körpergeschichte als Ganzes thematisiert. Es handelt sich um eine kompakte Einführung von Lukas Thommen aus dem Jahr 2007, die weitgehend den oben skizzierten Großnarrativen folgt: Mit der Entstehung des abendländischen Körperverständnisses in Griechenland beginnend zeichnet Thommen (mit diversen Seitenblicken etwa auf behinderte Körper) auf gut 100 Seiten die Entwicklung bis zu den christlichen Körperbildern der Spätantike nach, denen er in der Tendenz eine zunehmende „Körperfeindlichkeit“ attestiert.[27] Inzwischen ist das Feld jedoch so heterogen und unübersichtlich geworden, dass zweifelhaft ist, ob sich nochmals jemand an eine solche Synthese wagen würde. Die grundlegende Prämisse, dass Körper nicht einfach als anatomisch-biologische Essenz zu betrachten sind, sondern erst durch eine Vielzahl kultureller Praktiken und Vorstellungen mit Sinn versehen werden, führt dazu, dass Körpergeschichte nahezu alles umfassen kann. Vorstellungen von Körper und Selbst gehören ebenso dazu wie bildliche Darstellung von Körpern oder die performative und damit körperbezogene Interaktion unter Anwesenden inklusive der Art, wie man den Körper pflegt, schmückt oder kleidet. Wenn man zudem nach Körpererfahrung fragt, kommen noch zahlreiche weitere Themen wie die subjektive Einverleibung von Identitäten, die Wahrnehmung von Sinneseindrücken sowie das weite Feld von Sexualität und Begehren hinzu.

Es ist daher wenig überraschend, dass Körpergeschichte ein Thema ist, das vorzugsweise in Sammelbänden abgehandelt wird – tatsächlich sind fast alle Beiträge mit synthetischem Überblickscharakter in diesem Format erschienen. Bei aller Disparität, die Sammelbänden eigen ist, lässt sich doch eine grobe Entwicklung nachzeichnen, die zeigt, wie sich das Feld in den letzten Jahren aufgefächert und spezialisiert hat. Die ersten konzeptionell prägenden Sammelbände stammen aus den späten 1990er-Jahren: Angefangen mit Changing Bodies, Changing Meanings von Dominic Montserrat aus dem Jahr 1998, dessen Beiträge selektiv die Fragen nach Schönheit und „disability“ beleuchten, aber auch Körper in der lateinischen Literatur, christliche Körper und die für antike Körperkonzepte so wichtige Rezeptionsgeschichte.[28] Ein Jahr später erschien der umfangreiche Band Constructions of the Classical Body von James I. Porter, der relativ unsystematisch ein breites Spektrum an einschlägigen Aufsätzen vereint, die von Sexualität und Erotik über eine antike Geschichte des Geruchs, Schmerzerfahrung, Verbindungen zwischen Körpern, Macht und Wahrheit bis hin zur Antikerezeption im modernen Bodybuilding reichen.[29] Weniger breit, dafür fokussierter ist der ebenfalls Ende der 1990er-Jahre erschienene Band von Maria Wyke, der antike Körpergeschichte unter der Perspektive von Gender angeht, aber ebenfalls die gesamte Antike umfasst.[30] In der Folge erschienen zunehmend Sammelbände, die sich auf epochale oder thematische Teilaspekte antiker Körpergeschichte fokussierten.[31] Von den Bänden mit einem – zumindest im Titel implizierten – synthetischen Gesamtanspruch ist vorab der 2006 publizierte Band Penser et représenter le corps dans l’antiquité von Francis Prost und Jérôme Wilgaux hervorzuheben, der, bei aller Heterogenität der Beiträge, durch seinen konzisen Aufbau besticht und sich bemüht, ein systematisches Spektrum abzustecken: von archaischen Körpern über Sinneswahrnehmung, weibliche Körper, (sportlich) geprüfte Körper, Körper und Normen bis hin zu politischen Körpern.[32] Der 2008 in derselben Reihe erschiene Band Languages et métaphores du corps dans le monde antique umfasst zahlreiche eher lose zusammengehaltene Beiträge, legt aber gleichzeitig einen starken Schwerpunkt auf die antike Wissenschaft der Physiognomik, die vom Körper auf den Charakter schließen möchte, und konzentriert sich mithin auf ein Teilgebiet innerhalb des weiten Feldes der Körpergeschichte.[33]

Diese Tendenz zur Spezialisierung setzt sich in den 2010er-Jahren fort. Der 2010 von Peter Mauritsch herausgegebene Band Körper im Kopf klingt zwar nach einem breit angelegten Überblick, der Fokus der Beiträge liegt dann aber mehrheitlich auf antikem Sport, Schönheitsidealen und Athletenkörpern.[34] Keinen Anspruch auf einen Gesamtüberblick erhebt der von Thorsten Fögen und Mireille M. Lee herausgegebene Band Bodies and Boundaries in Graeco-Roman Antiquity, der Körper unter dem Aspekt der Grenzziehung (zwischen Männern und Frauen, Menschen und Tieren, Freien und Unfreien etc.) betrachtet und dabei Performanz und Kleidung ebenso in den Blick nimmt wie Erotik und christliche bzw. pagane Körper.[35] Ähnlich präsentiert sich der 2015 erschienene Sammelband Bodies in Transition, der eine Reihe gewichtiger Beiträge vereint, die durch den Blick (ebenfalls) auf Grenzen (insbesondere in Bezug auf Geschlecht und Sexualität) und verkörpertes Wissen aber nur lose verbunden sind und keine Synthese zur antiken Körpergeschichte bieten wollen.[36] Einen solchen Anspruch erhebt zwar der 2010 erschienene Band von Daniel H. Garrison, der Teil einer epochenübergreifenden Reihe zur Kulturgeschichte des Körpers ist, doch die zehn in sich teils sehr heterogenen Beiträge können diesen Anspruch nur bedingt einlösen[37]; dasselbe gilt für den 2015 erschienenen Band L’histoire du corps dans l’antiquité, dessen Beiträge zu jeweils ausgewählten Aspekten antiker Körpergeschichte einen „bilan historiographique“ bieten.[38] Man kann sich daher durchaus fragen, ob der Anspruch einer umfassenden Synthese überhaupt noch einzulösen ist. Die neueste Publikation mit Überblickscharakter hat jedenfalls ein ganz anderes Format: Der 2019 erschienene Dictionnaire du corps dans l’Antiquité bietet auf gut 650 Seiten eine Sammlung von Lemmata zu körperhistorisch (mehr oder weniger) einschlägigen Themen von „Abstinence“ bis „Yeux“.[39] Körpergeschichte wird also zum Lexikon – eine in Anbetracht der Heterogenität des Feldes durchaus angemessene und in Bezug auf die Benutzbarkeit höchst willkommene Form der Darstellung, auch wenn das weitgehende Ausblenden der nicht-frankophonen Forschung gelegentlich irritiert.

Im Folgenden soll der Versuch unternommen werden, trotz aller Heterogenität, welche die Körpergeschichte der Antike als Forschungsfeld auszeichnet, einige thematische Schwerpunkte herauszuarbeiten, die über das summarische Auflisten von Sammelbänden hinausgehen. Hierbei bietet es sich an, die Genese des Feldes historisch anzugehen und bei der Frage nach Körperlichkeit und Sexualität anzusetzen. Denn obschon die oben angesprochenen Fragen nach der Entdeckung abendländischer Körperkonzepte und der antiken Nacktheit wichtig und prägend sind, waren es vor allem die kontroversen Debatten zur antiken Sexualität, die das Forschungsfeld entscheidend prägten und dazu führten, dass antike Körpergeschichte lange Zeit primär eine Geschichte des sexualisierten Körpers war.

II. Körper und Sexualität: Von Foucault zu den „Sexuality Wars“

Wenn die seit den 1970er-Jahren zunehmend auf den Plan getretenen Forschungen zu Sexualität und Gender maßgeblich dazu beigetragen haben, den Körper auf die Agenda der historischen und insbesondere der altertumswissenschaftlichen Forschung zu setzen[40], so kommt eine zentrale Rolle in dieser Entwicklung dem Spätwerk Michel Foucaults zu. Dem 1974 erschienenen ersten Band von Foucaults Histoire de la Sexualité hatte die These zugrunde gelegen, dass die Sexualität, verstanden als eine aus der diskursiven Praxis hervorgebrachte Erfahrung, ein Produkt des 19. Jahrhunderts sei.[41] Sexualität interessierte Foucault dabei vor allen Dingen als Gegenstand der Machtausübung, als Vehikel zur Disziplinierung des Individuums durch den Staat. Hatte sich schon hieraus eine Gegenüberstellung der modernen westlichen Zivilisation mit anderen Gesellschaften und gerade auch der griechisch-römischen Kultur ergeben (denen Foucault einen stärker an der Erfahrung der Lust orientierten Zugang zur Erotik zuschrieb)[42], so unterzog der Autor sein Werk in den folgenden Jahren einer vollständigen Neukonzeption, in deren Zuge die Antike zunehmend in den Mittelpunkt rückte. Dieses neu aufflammende Interesse hatte sich, so erläutert Foucault zu Beginn seines zweiten Bandes, vor allen Dingen daraus ergeben, dass er es als Notwendigkeit empfand, nicht nur die Art und Weise zu untersuchen, in der sich das auf die Sexualität bezogene Wissen formierte und die Ausübung von Sexualität durch „Machtsysteme“ geregelt wurde (diesen Teil seines Vorhabens sah er mit Band 1 als erledigt an), sondern auch der Frage nachzugehen, wie sich „Individuen als Subjekte dieser Sexualität (an)erkennen“.[43] War die Sexualität modern, so sein Postulat, so war doch schon in der Antike der Boden bereitet worden für eine Auseinandersetzung des Individuums mit dem eigenen Begehren. Im Rahmen eines drei Bände in Anspruch nehmenden (und perspektivisch noch umfassender geplanten) Unternehmens suchte Foucault genealogisch nachzuverfolgen, wie Individuen sich in der Antike selbst als „Begehrenssubjekte“ identifizierten und eine Verpflichtung anerkannten, „auf sich selber zu achten“.[44] Band 2 und 3 zu Griechenland und Rom erschienen noch in seinem Todesjahr 1984, während Band 4 zum frühen Christentum erst 35 Jahre später veröffentlicht wurde.[45]

Empirisch wie konzeptionell konnte Foucault auf Vorarbeiten seines engen Freundes Paul Veyne sowie von Kenneth Dover zurückgreifen.[46] Dover hatte 1978 eine Untersuchung zu Greek Homosexuality vorgelegt, die auch in eher konservativen althistorischen Kreisen Aufmerksamkeit erzeugte und Anerkennung erfuhr.[47] In diesem Buch kanonisierte er ein Modell, das antike Sexualität aus hierarchischen Machtbeziehungen heraus erklärte. Der sexuelle Akt wurde demnach im klassischen Griechenland durch die Antipoden Dominanz und Unterwerfung bestimmt: Vom erwachsenen Mann habe man das Einnehmen einer aktiven, penetrierenden Rolle erwartet, während umgekehrt alle Personen, die im sexuellen Akt den passiven Part übernahmen (im päderastischen Verhältnis die jüngeren männlichen Partner), unabhängig von ihrem biologischen Geschlecht als „feminisiert“ angesehen worden seien. Im Fehlen ihrer körperlichen Autonomie sei ihre unterlegene Position zum Ausdruck gekommen.[48] Dieses „Penetrationsmodell“ wird auch in Foucaults Arbeiten aufgegriffen. Ein solches Verständnis betont die ausgeprägte Alterität der Antike in Bezug auf die hierarchische Organisation sexueller Beziehungen, während es gleichzeitig das Fehlen des für den modernen Westen zentralen Markers einer mit der persönlichen Identität verknüpften sexuellen Orientierung diagnostiziert. Neben dem genealogischen Interesse war es diese Alterität, derentwegen Foucault die Antike so stark in den Vordergrund gerückt hatte: Der Blick auf Griechen und Römer erlaubte es, der Frage nachzugehen, „ob man anders denken kann, als man denkt, und anders wahrnehmen kann, als man sieht“.[49]

Das Altertum war dadurch in den Mittelpunkt einer Debatte gerückt, die brennende aktuelle Fragen nach dem Verhältnis zwischen Sexualität und Gesellschaft sowie nach der Bedeutung von sexuellen Identitäten aufwarf. Es war zweifelsohne auch dieser Umstand, der seit Beginn der 1990er-Jahre zu einem explosionsartigen Anwachsen der einschlägigen Forschung führte. So erschien 1990 gleich eine ganze Reihe von Arbeiten, die insbesondere auf das antike Griechenland blickten und direkt oder indirekt an Foucault anknüpften.[50] In ihnen rückten die konstruktivistischen Aspekte, und insbesondere die These der diskursiven Formung von Sexualität und Homosexualität, stark in den Vordergrund.[51] Damit wandten sich diese Arbeiten nicht zuletzt gegen die essentialistische Position einer naturgegebenen sexuellen Orientierung, die letztlich, so die Befürchtung, auch die homophobe Vorstellung einer „natürlichen“ Heterosexualität fortschreibe.[52] Dennoch – oder gerade deswegen – haben diese Arbeiten vor allem in der feministischen Forschung schnellen und energischen Widerspruch hervorgerufen. Neben dem Vorwurf einer nicht gekennzeichneten Übernahme feministischer Theorie ging es dabei etwa um die Frage, ob durch einen rein konstruktivistischen Zugriff nicht der Blick auf zeitübergreifend wirkende Mechanismen der Unterdrückung verstellt werde.[53] Mit Blick spezifisch auf Foucaults Werk wurde zudem insbesondere die stark androzentrische Perspektive kritisiert.[54] Der Ton ist dabei auf beiden Seiten teils außerordentlich scharf und persönlich geworden, was den Debatten die Bezeichnung „sexuality wars“ eingebracht hat.[55] Parallel zu diesen Kontroversen, und teils auch durch sie befruchtet, lässt sich für die 1990er-Jahre aber eine Festigung und Formierung des Feldes feststellen: Dies betraf sowohl die Geschichte antiker Sexualität (eine Oberbezeichnung, die sich ungeachtet des großen Einflusses von Foucaults enger Begriffsdefinition gehalten hat), als auch die antike Geschlechtergeschichte, die in dieser Zeit, inspiriert von den Arbeiten zu Gender von Autorinnen wie Joan Scott oder Judith Butler, endgültig an die Stelle der Frauengeschichte trat.[56] Dabei blieb die anglo-amerikanische Wissenschaft prägend, während etwa deutschsprachige Beiträge zu diesem Feld nur eher vereinzelt erschienen.[57]

Es ist gerade der Blick auf den menschlichen Körper, der gleichzeitig physisch greifbar ist und diskursiv geformt werden kann, in dem sich die vieldiskutierte Frage von Essentialismus und Konstruktivismus besonders verdichtet. Der Körper spielte vor diesem Hintergrund in den einschlägigen Debatten geradezu notwendigerweise eine latente und z.T. auch explizite Rolle, etwa mit Blick auf die Frage nach der (Un-)Verletzlichkeit der körperlichen Integrität.[58] Auch die Imaginationen des sexuell aktiven Körpers wurden thematisiert: Thomas Laqueurs 1990 erschienener Band Making Sex betrachtet die Darstellung von Sexualorganen in der longue durée und vertritt dabei die These, dass Geschlechterunterschiede vor dem 18. Jahrhundert sozial und nicht biologisch gedacht worden seien.[59] Zwar hält diese steile These (die Laqueur selbst an verschiedenen Stellen relativiert), wie eine 2013 von Helen King unternommene Studie gezeigt hat, einer kritischen Durchleuchtung nicht stand, doch werfen seine Überlegungen ein exemplarisches Schlaglicht auf die Bedeutung des Wechselverhältnisses zwischen biologisch-medizinischen Körpervorstellungen und gesellschaftlichen Rollenerwartungen.[60]

Die römische Sexualität hat in der von Dover und Foucault inspirierten Sexualitätsgeschichte im Vergleich zur griechischen Sexualität weniger Aufmerksamkeit erhalten. Von Kritikerinnen wie Amy Richlin wurde dieser Interessenschwerpunkt der konstruktivistisch geprägten Sexualgeschichtsschreibung mit dem angeblichen Bemühen zusammengebracht, ein positives Bild einer weitgehend auf Athen reduzierten Antike zu produzieren, das sich der Moderne gegenüberstellen ließ.[61] Für weitaus stärkeres Interesse sorgte Rom in der feministisch geprägten Forschung: So hatte etwa Richlin selbst bereits 1983 in ihrer Untersuchung The Garden of Priapus die sexuelle Obszönität lateinischen Humors als Ausdruck (und Akt der Verstetigung) männlicher Hegemonie untersucht.[62] Rom bildete in diesem Sinne in mancherlei Hinsicht einen Gegenentwurf zu Griechenland: So thematisierte etwa Judith Hallett die besondere Fluidität von Gender-Rollen in Rom, die u.a. dazu führte, dass Frauen männliche virtus zugeschrieben werden konnte.[63] Das Bemühen, das genuin Römische herauszuarbeiten, prägt auch manche jüngere Arbeit. So hat sich Rebecca Langlands vor einigen Jahren mit der spezifisch römischen (und spezifisch auf sexuelles Verhalten bezogenen) Tugend der pudicitia (in etwa: Schamhaftigkeit) befasst, die für sie gerade auch deswegen von Interesse ist, weil sie die vergleichende Betrachtung von moralischen Ansprüchen der Römer an Männer und Frauen erlaubt. Langlands’ auf einer umfassenden Analyse lateinischer Literatur basierende Studie zeigt die vielfältigen Funktionsweisen der pudicitia im moralischen Universum der Römer auf: pudicitia war keineswegs nur eine Tugend ehrenhafter Frauen, sondern konnte beispielsweise auch im politischen Kampf als rhetorische Waffe eingesetzt werden.[64] Eine erste, gelungene Synthese zur römischen Geschlechterordnung, die in der das Feld dominierenden englischsprachigen Forschung allerdings leider nur wenig rezipiert wurde, bot bereits 1995 Eckhard Meyer-Zwiffelhoffer.[65] Synthetisch angelegt ist schließlich auch Craig Williams’ Roman Homosexuality – ein Buch, das weit über das engere Thema der Homosexualität hinaus Sexualität in der römischen Gesellschaft und insbesondere die vorherrschenden Normen von Maskulinität analysiert und dabei zu zeigen sucht, dass männliche homoerotische Neigungen in der römischen Gesellschaft (anders als weibliche) nicht als problematisch angesehen wurden.[66]

Die Frage nach der Alterität der Antike, häufig verknüpft mit derjenigen nach der Rolle von Homosexualität in der griechischen und römischen Welt, begleitete die Forschung auch über die Debatten der 1990er-Jahre hinaus. Insbesondere das „Penetrationsmodell“ Dovers und Foucaults wurde häufig als unterkomplex kritisiert[67], am pointiertesten in mehreren seit Ende der 1990er-Jahre erschienenen Arbeiten James Davidsons. Eine an diese Arbeiten angelehnte Monographie wurde 2007 publiziert; sie kündigt schon im Untertitel ein „radical reappraisal“ griechischer Homosexualität an.[68] Davidson wendet sich hier gegen eine angebliche, auf das Dover / Foucault’sche Paradigma zurückgehende einseitige Konzentration von antiker Homoerotik auf den sexuellen Akt sowie auf die Faktoren Dominanz und Unterwerfung. Demgegenüber betont er die Diversität sexueller Realitäten im antiken Griechenland und die Bedeutung gegenseitiger Zuneigung in den gleichgeschlechtlichen Beziehungen der Griechen. Seine Untersuchung lässt damit den Faktor der sexuellen Orientierung stärker hervortreten und kann als Absage an die Vorstellung von einer modernen Erfindung der Homosexualität verstanden werden – ein Punkt, den er auch mit einer Vertreterin feministischer Theorie wie Richlin teilt.[69] Nicht nur der ausgreifende und wenig konzise Stil der Arbeit, sondern auch die starke Betonung von Liebe und Gleichberechtigung, die etwa mit dem Argument gestützt wird, die griechische Päderastie habe sich vorwiegend zwischen (nach modernen Maßstäben) Erwachsenen abgespielt, haben ihm allerdings viel Kritik eingebracht. Insbesondere ist ihm seinerseits der Vorwurf einer Romantisierung gemacht worden, die sich in einer anachronistischen Annäherung griechischer Homoerotik an gleichgeschlechtliche Paare des 20. und 21. Jahrhunderts ausdrücke.[70]

Eine besondere Rolle hat die Geschichte der Sexualität und des Körpers in der Erforschung der Spätantike gespielt. Schon 1981 hatte John Boswell das christliche Verhältnis zur Homosexualität untersucht, wobei er die entscheidenden Schritte hin zu einer Politik der Intoleranz erst im Hochmittelalter verortete und für das frühe Christentum wie schon für Rom und das Judentum eine weitgehende Akzeptanz von Homosexualität diagnostizierte.[71] Diese Deutung erscheint allerdings schon insofern problematisch, als sie die Wesensgleichheit von antiker und moderner Homosexualität unhinterfragt voraussetzt; sie ist zudem auch hinsichtlich der Quellensituation nur schwer zu halten.[72] Einen zentralen Bezugspunkt der Forschung bildet mit Blick auf das Verhältnis des frühen Christentums zur Sexualität Peter Browns 1988 erschienenes Buch über The Body and Society (deutsch: Die Keuschheit der Engel), das in den Rahmen einer mehrere Jahrzehnte umspannenden Auseinandersetzung mit dem frühen Christentum gehört, mit der Brown das Paradigma der „langen Spätantike“ maßgeblich mitbegründet hat. Browns Thema ist der christliche Asketizismus, den er in seinem Verhältnis zur nichtchristlichen Philosophie und zu jüdischen Traditionen verortet und im Rahmen einer Analyse von fünf Jahrhunderten frühchristlichen Schrifttums in seiner ganzen gesellschaftlichen Dimension erfahrbar macht. In Kongruenz mit manchem, was Paul Veyne einige Jahre zuvor präsentiert hatte und auch in Foucaults bereits erschienenen Bänden angeklungen war, sowie unter Anknüpfung an Forschungen Aline Roussels[73] zeigt er die Verwurzelung des Christentums in der antiken Welt auf, betont gleichzeitig aber auch die neue Qualität und die Vielstimmigkeit des christlichen Askese-Ansatzes. Browns Werk hat eine ganze Generation der Spätantike-Forschung geprägt und die Bedeutung, die den Themen Sexualität und Körperlichkeit im frühen Christentum zukam, entgegen der alten Repressionsthese dauerhaft offengelegt. Dennoch – oder vielleicht gerade deswegen – hat die Frage, wie das Aufkommen des Christentums die antiken Auffassungen von Sexualität verändert hat, die Forschung auch weiterhin beschäftigt. Hatten Veynes Entwürfe betont, dass sich das Christentum in einer durch zunehmende Prüderie geprägten Welt formiert hatte[74], so hat in einer kürzlich erschienenen Untersuchung Kyle Harper dieses immer noch prägende Bild merklich verschoben: Die Sexualmoral, so sucht er zu zeigen, habe sich mit dem Christentum entscheidend verschärft. Im Zuge der Etablierung der neuen Religion auf Reichsebene habe sich eine Verschiebung von einer an Macht und soziale Reproduktion gebundenen Sexualmoral hin zu einer theologischen Moral vollzogen, in der der freie Wille des Individuums ins Zentrum gerückt sei – eine Veränderung, die im Titel seines Buches, From Shame to Sin, programmatisch fassbar wird.[75] Wichtige Anliegen sind Harper die Rückbindung der Analyse an die Essentialität des Körpers, die eine bessere Erfassung der sozialen Dimension von Sexualität erlaube, sowie, damit verbunden, die Berücksichtigung der Perspektive etwa von Sklaven und Prostituierten.[76]

Dieser letzte Punkt entspricht einem der Trends, die sich in der jüngeren Forschung zur Sexualität deutlich ausmachen lassen, nämlich dem hin zu einer stärkeren Berücksichtigung von Pluralität und Intersektionalität. Einer der jüngeren einschlägigen Companions etwa, von Benjamin K. Hubbard herausgegeben, titelt bezeichnenderweise mit dem Plural „Sexualities“: Dies schlägt sich auch in seinem Programm nieder, das etwa für das Thema Sexualität und Sklaverei ein eigenes Kapitel reserviert.[77] Trotz einer schwierigen Quellenlage sucht sich die Forschung nicht nur der Wahrnehmung von Sexualität außerhalb literater philosophischer und theologischer Kreise anzunähern, sondern Sexualität auch über die engen Grenzen Griechenlands und Italiens hinauszudenken, etwa in einem jüngst von Tatiana Ivleva und Rob Collins herausgegebenen Band zu Un-Roman Sex, in dem dezidiert die römischen Provinzen in den Blick genommen werden.[78] Hier muss zwangsläufig der archäologische Befund eine bedeutendere Rolle spielen. Auch kulturvergleichende und verflechtungshistorische Ansätze gewinnen in diesem Kontext an Bedeutung, wie ein 2015 von Mark Masterson u.a. herausgegebener Band zu Sex in Antiquity zeigt, der immerhin vier Kapitel dem Nahen und Mittleren Osten widmet.[79] Vielleicht aufgrund der vergleichsweisen Jugendlichkeit der Disziplin, vielleicht auch als Nebenfolge einer langsamen Konsolidierung nach einer von emotionalen Debatten begleiteten Formationsphase, tendieren die Vertreter der Subdisziplin zudem in jüngerer Zeit verstärkt zur Reflexion der Geschichte des eigenen Feldes. Insbesondere sind dabei zuletzt Rufe lauter geworden, die – wie z.B. von Brooke Holmes in ihrer 2012 erschienenen Monographie – die Aufgabe von Binären einfordern, entlang derer sich immer wieder Grabenkämpfe endzündet hatten: Sexualität oder Gender, Penetration oder Selbstbeherrschung, Kontinuität oder Alterität.[80] Holmes’ Buch steht gleichzeitig stellvertretend für einen weiteren, damit verknüpften Trend, nämlich hin zu einer intensivierten Reflexion der Rolle, die die Antike in der Formation des modernen Denkens über Sexualität spielt.[81] Eine solche Rezeptionsgeschichte beleuchtet eine Grundfrage in der Auseinandersetzung mit antiker Sexualität, die schon am Beginn der Entwicklung des Feldes gestanden hatte, nämlich die Frage nach der Besonderheit der Antike nicht nur als fremdartiger Kontrastpunkt, sondern auch als Begründerin einer bis heute prägenden Tradition.

Ein Unbehagen (und ein Vorwurf), der in den Auseinandersetzungen mit dem sexualisierten Körper immer wieder auftaucht, ist die Frage, ob die Materialität und Widerständigkeit des Körpers sowie die Ebene der Körpererfahrung dabei nicht zu kurz komme. „In vielen Texten löst sich der Körper in Sprache auf“, monierte Caroline Walker Bynum Mitte der 1990er-Jahre und plädierte dafür, der Materialität des Körpers, dem Tod und dem Begehren mehr Beachtung zu schenken.[82] Der in den letzten Jahren verstärkte Fokus auf behinderte und kranke Körper im Rahmen der „Disability Studies“ stellt hier teilweise ein Korrektiv dar, was aber keineswegs bedeutet, dass hier positivistisch nach der materiellen Verfasstheit von Körpern gefragt würde – ganz im Gegenteil!

III. Disability Studies und die materielle Widerständigkeit des Körpers

Die materielle Widerständigkeit des Körpers manifestiert sich vor allem dort, wo Individuen durch ihren Körper behindert und eingeschränkt werden – sei es durch Krankheiten, Verletzungen oder ästhetische Normabweichungen, die Ausgrenzungen begünstigen. Die Frage, was „normal“ ist und was eine „Behinderung“ darstellt, ist dabei jedoch keineswegs eine durchgehende historische Konstante, und in der Tat erheben die „Disability Studies“ den Anspruch, „dis/ability“ als eine weitere zentrale Analysekategorie zur sozialen Konstruktion von Ungleichheit nebst Geschlecht und Rasse fruchtbar zu machen.[83] Das ist ein allgemeiner Trend der historischen Forschung[84] und die Altertumswissenschaften sind hier auch nicht unbedingt die Avantgarde, doch viele Arbeiten der letzten Jahre haben unterstrichen, wie gewinnbringend diese Perspektive auf die Antike angewendet werden kann.

Pionierstudien in diese Richtung entstanden bereits in den 1990er-Jahren. So untersuchte Véronique Dasen in einer 1993 erschienen Monographie die Stellung von Kleinwüchsigen in Ägypten und Griechenland, wobei die Frage, wie diese antiken Gesellschaften mit Minoritäten umgingen, die aufgrund ihrer Körperlichkeit nicht in die Norm passten, im Zentrum stand.[85] Es geht in der Studie also nicht einfach darum, ikonographische Bildkonventionen zu „Zwergen“ als Chiffre für Andersartigkeit zu analysieren (obschon bildliche Darstellungen einen wesentlichen Teil des Quellenkorpus ausmachen); vielmehr bilden den Ausgangspunkt moderne medizinische Diagnosen und die Frage, wie antike Gesellschaften mit diesen Personen umgingen und was sich aus den oft stilisierten Darstellungen in Bild, Religion und Mythos über die Stellung solcher Menschen aussagen lässt. Dass das Buch 2013 als Paperback neu aufgelegt wurde, zeigt das ungebrochene Interesse, das dieser Arbeit im Zuge des rasch anwachsenden Forschungsfeld der „Disability Studies“ zuteil wird. Die zweite wichtige Pionierarbeit ist die 1995 erschiene Monographie von Robert Garland, The Eye of the Beholder, die 2010 in einer erweiterten Neuauflage erschien.[86] Garlands Ansatz ist sehr viel umfassender: Statt eines bestimmten medizinischen Befundes wird das ganze Spektrum von „disability“ in der griechisch-römischen Antike in den Blick genommen. Dieses Spektrum ist sehr breit. Nebst Überlegungen zur Omnipräsenz unterschiedlichster Formen von „Behinderungen“ in einer vormodernen Gesellschaft mit mangelnder medizinischer Versorgung behandelt Garland vor allem die soziale Marginalisierung von Behinderten, die ganz unterschiedliche Formen annehmen konnte: von Spott über die Instrumentalisierung behinderter Körper als Schauobjekte und die damit verbundene Attraktivität, die von solchen Körpern ausging, bis hin zu religiösen Konnotationen, die mit Behinderungen verbunden wurden. Ein weiteres Feld eröffnen medizinische Diagnosen und Behandlungen, aber auch die antike Wissenschaft der Physiognomik wird angesprochen. Selbst die Kategorie „Rasse“ findet als „racial deformaty“ bei Garland ihren Platz, inklusive der Frage, ob Frauen – wie dies gewisse Schriften zur weiblichen Anatomie implizieren – als „deformed race“, als eine Art defizitärer bzw. „behinderter“ Männerkörper wahrgenommen wurden. Das Spektrum, das Garland eröffnete, sollte in vielen Punkten wegweisend werden: Zu nahezu allen Punkten, die er meist nur anschneidet, liegen inzwischen Spezialuntersuchungen vor. Das Buch legt aber auch ein Augenmerk auf das methodische Spannungsfeld, das antike „Disability Studies“ so interessant macht: Es liegt im titelgebenden „Auge des Betrachters“, was als Behinderung wahrgenommen wird. „Disability Studies“ sind daher deutlich mehr als eine bloße Untersuchung körperlicher Beeinträchtigungen, sondern im Fokus stehen immer auch der Umgang damit und die soziokulturelle Bewertung von Normalität und Abweichung. Eine im Vergleich zur Moderne stärker ausgeprägte „Normalität“ von Behinderungen im Alltag kontrastiert dabei mit aus moderner Sicht teils sehr harten Formen von Spott und Marginalisierung.

Die Fruchtbarkeit des Feldes hat sich in der Folge in zahlreichen Einzeluntersuchungen und Sammelbänden manifestiert. Konzeptionell wichtig war eine kurze, aber breit rezipierte Monographie von Martha Lynn Rose zu Behinderungen in Griechenland aus dem Jahr 2003.[87] Im Zentrum stehen dabei einzelne „Behinderungen“ – konkret der Umgang mit „defective babies“, Stottern, Taubheit und Stummheit sowie Sehbehinderungen –, die systematisch gesichtet werden. Methodisch geht es Rose vor allem um die Betonung der Differenz, und sie warnt eindringlich davor, moderne Vorstellungen und Narrative von „Disability“ in die Antike hineinzulesen. Dabei betont sie nicht nur das Fehlen einer antiken Konzeption von „Behinderung“ als eigene Kategorie in einer Welt, in der Behinderungen (entgegen klassizistischer Idealbilder von jugendlichen Athletenkörpern) sehr viel alltäglicher waren als in der Moderne, sondern hebt auch die vielfältigen Formen hervor, wie Personen mit Behinderungen in den Alltag integriert wurden – nicht, weil die Antike besonders human war, sondern weil keine Arbeitskräfte verschwendet wurden. Deutlicher als Garland hebt Rose daher das methodische Dilemma der „Disability Studies“ hervor: Die Kategorie „disability“ lässt sich zwar auf die Antike anwenden, doch ist sie als solche ein mit Bedacht zu handhabender Anachronismus.

Andere Arbeiten umgehen das Problem, indem sie sich – analog zur Monographie von Dasen – spezifischen Formen von Behinderungen und körperlichen Normabweichungen widmen. So hat Lisa Trentin eine Studie zu Buckligen in der hellenistischen und römischen Kunst vorgelegt und u.a. gezeigt, dass solchen Figuren eine apotropäische Wirkung zugeschrieben werden konnte.[88] Auch die Arbeiten von Edith Hummer und Hennig Wirth zur Linkshändigkeit in der Antike könnte man – wenn man die Thematik weit fasst – hier mit hinzuzählen.[89] Einen wiederum anderen Zugang wählte Anna Rebecca Solevåg, die „disability“ in christlichen Texten untersuchte, dabei aber nicht auf Vollständigkeit setzte, sondern stattdessen ausgewählte Passagen des Neuen Testaments und der Petrusakten einer theoretisch informierten Lektüre unterzog.[90]

Die Vielfalt des Themas macht es jedoch besonders geeignet für Sammelbände. So erschien 2012 ein von Rupert Breitwieser herausgegebener Konferenzband, dessen Beiträge ein breites Spektrum vom alten Ägypten bis in die Spätantike abdecken[91]; 2013 folgte ein von Christian Laes, C. F. Goody und Martha Lynn Rose herausgegebener Band zu Disability in Roman Antiquity – ebenfalls aus einer Konferenz hervorgegangen.[92] Sehr konzise mit einem hohen Anspruch auf eine umfassende Gesamtschau ist schließlich der 2017 in der Reihe Rewriting History erschienene Band von Christian Laes zu Disability in Antiquity, der vom (Nahen) Osten (inklusive Indien und China, denen je ein Beitrag gewidmet ist) über Griechenland und Rom bis in die Spätantike ein breites Themenspektrum abdeckt und nicht zuletzt auch die Rezeptionsgeschichte zumindest ausblicksweise berücksichtigt.[93] 2020 folgte dann – erneut von Christian Laes verantwortet – A Cultural History of Disability in Antiquity, der erste Band einer sechsteiligen Reihe, die „disability“ (in der westlichen Kultur) von der Antike bis in die Moderne behandelt.[94] Die neuste Publikation ist ein von Ellen Adams herausgegebener Band mit dem Titel Disability Studies and the Classical Body. Deutlich offensiver als in den meisten anderen Arbeiten wird hier versucht, die Thematik im Rahmen der „identity studies“ als aktivistischen Beitrag zur „Dekolonialisierung“ der „Classics“ zu verorten. Folgerichtig zielen die Beiträge denn auch darauf ab, dem „forgotten other“, so der Untertitel des Bandes, eine Stimme zu geben und die Antikerezeption in Hinblick auf die Wahrnehmung von „disability“ in der Moderne kritisch zu reflektieren.[95]

Während Behinderungen in Griechenland früh eine monographische Behandlung erfuhren, erfolgte die erste Synthese zu Rom erst mit der 2014 erschienenen niederländischen Monographie von Christian Laes, die dann 2018 unter dem Titel Disability and the Disabled in the Roman World auch auf Englisch publiziert und so entsprechend breiter rezipiert wurde.[96] Laes, als einer der führenden Forscher des Feldes, geht das Thema ähnlich an wie Rose, indem er einzelne Themenfelder untersucht wie den Umgang mit Neugeborenen, Blindheit, Taubheit und Stummheit, Stottern, aber auch Gehbehinderung und Kriegsverletzungen sowie das weite Feld geistiger Gesundheit. Mit der reichen medizinischen Literatur, den Rechtstexten und nicht zuletzt den veränderten christlichen Perspektiven auf den physisch beeinträchtigten Körper bietet die römische Epoche eine Fülle an Quellen, die alle mit Gewinn unter der Perspektive der „Disability-Studies“ ausgewertet werden können. Dass man mit dieser reichen Stofffülle auch anders umgehen kann, zeigt Caroline Husquin, die mit ihrer 2020 erschienen Dissertation eine zweite umfassende Monographie zu Behinderungen in Rom vorgelegt hat.[97] Husquin nimmt den Umstand, dass körperliche Beeinträchtigungen unter antiken Verhältnissen sehr viel „normaler“ waren als in der Moderne und dass Status und Geschlecht für den jeweiligen Umgang mit Behinderungen oft entscheidender waren als die Behinderung selbst, zum Anlass, das Material gänzlich anders anzugehen: Nach einem ersten Teil, der das Thema methodisch und inhaltlich absteckt und v.a. das Fehlen einer antiken Konzeption von „handicap“ festhält, geht Husquin nach Personengruppen vor und fragt nach den jeweiligen sozialen Rollen und Kontexten, in denen „Behinderungen“ überhaupt erst als solche wahrgenommen wurden. Dabei untersucht sie erst den häuslichen Bereich in Bezug auf Kinder, Frauen und Sklaven und anschließend den öffentlichen Bereich mit dem freien Mann in seiner Rolle als Soldat und Bürger mit politischen und priesterlichen Funktionen, bevor sie sich abschließend dem römischen Princeps als dem ersten unter den Bürgern widmet. Wer sich konzis zu einzelnen Behinderungen und ihren Bedeutungen in der römischen Welt informieren will, wird mit dieser Disposition nicht glücklich werden; sie zeigt aber in aller Deutlichkeit, was auch in den anderen Studien stets betont wird, dass nämlich die Frage nach „ability“ und „disability“ immer auch eine antike Sozial- und Kulturgeschichte ist, die Intersektionalität mitberücksichtigen muss.

Wie diese Fülle neuerer Publikationen zeigt, sind die „Disability Studies“ in den letzten Jahren zu einem gut etablierten Forschungsfeld innerhalb der Körpergeschichte der Antike geworden.[98] Die Fruchtbarkeit des Feldes wird niemand in Zweifel ziehen, doch die Relativität von „Behinderung“, die fast alle Arbeiten betonen, und die im Vergleich zur Moderne tendenziell erhöhte Alltäglichkeit von Behinderungen in der Antike zeigen auch die Grenzen: Als (meta-)historische Kategorie zur Analyse von Ungleichheit besitzt „disability“ dann eben doch nicht die gleiche analytische Trennschärfe wie die Kategorie „Geschlecht“.

Im Folgenden soll nun auf einige Themenfelder eingegangen werden, die mit den genannten Ansätzen zwar Gemeinsamkeiten aufweisen, den behinderten und kranken Körper aber aus einer etwas anderen Perspektive beleuchten. Eine solche Perspektive bietet die antike Wissenschaft der Physiognomik. Dass Repräsentationen hässlicher und deformierter Körper in Kunst und Literatur oft auch moralische Urteile implizieren, ist hinlänglich bekannt und bildet ein wichtiges Thema für die „Disability Studies“.[99] Das schmale Textkorpus der antiken Physiognomiker ist hier von besonderem Interesse, denn die Physiognomik will explizit vom Äußeren einer Person auf den Charakter schließen und bietet somit eine theoretische Fundierung für die Ausgrenzung „abnormaler“ Körper als moralisch und charakterlich deviant. Das Interesse an diesen Schriften zeigte sich bereits Mitte der 1990er-Jahre, als Tamsyn Barton die antike Physiognomik zusammen mit Astrologie und Medizin in Hinblick auf den dort zu beobachtenden Konnex von Wissen und Macht untersuchte.[100] Vor allem aber zeigte sich das gesteigerte Interesse an diesen Texten in einer Verbesserung der Textgrundlage: 1999 publizierte Sabine Vogt eine Neuübersetzung der (pseudo-)aristotelischen Physiognomonika mit einem ausführlichen Kommentar und 2007 gab Simon Swain einen Band zum kaiserzeitlichen Physiognomiker Polemon heraus mit einer Neuedition und Übersetzung von dessen größtenteils nur auf Arabisch überlieferten Schriften sowie den auf ihm basierenden spätantiken Texten.[101] Die Physiognomik erscheint dann auch entsprechend prominent in einem 2008 erschienen Sammelband von Véronique Dasen und Jérôme Wilgaux.[102]

Ebenfalls eng mit den „Disability Studies“ verbunden sind Aspekte der Medizingeschichte. Das reiche Korpus der antiken Medizinschriftsteller bietet naturgemäß Anknüpfungspunkte für mannigfache körpergeschichtliche Fragen[103], für die „Disability Studies“ sind medizinische Schriften jedoch vorab für sehr konkrete Fragen nach Diagnose und Behandlung von Krankheiten und Behinderungen eine wichtige Quelle, die in zunehmendem Maße auch durch medizinisch ausgewertete archäologische Befunde ergänzt wird. So weist der von Helen King herausgegebene Band Health in Antiquity, dessen Beiträge nicht zuletzt auch unter starkem Einbezug der Archäologie weniger Gesundheit, sondern Krankheit und Behinderung in den Blick nehmen, zahlreiche Verbindungen zu den „Disability Studies“ auf.[104] Insbesondere die materiellen Befunde sind hier von großem Interesse, da diese zumindest einen partiellen Abgleich der literarischen und künstlerischen Repräsentationen von Behinderungen mit den tatsächlichen Lebensverhältnissen im Alltag erlauben – so etwa ein Sammelband aus dem Jahr 2019 zu Prothesen in der Antike, der in der seit 2016 bei Routledge erscheinenden Reihe Medicine and the Body in Antiquity publiziert wurde.[105]

Die Medizingeschichte reicht jedoch weit über das Feld der „Disability Studies“ hinaus. Das reiche Korpus an medizinischen Texten kann auch in Hinblick auf das Verhältnis von Körper und Geist bzw. antike Konzeptionen des Körpers und des „Selbst“ analysiert werden, wie die bereits mehrfach erwähnte Monographie von Brooke Holmes zu The Symptom and the Subject deutlich macht, die das Corpus Hippocraticum zusammen mit philosophischen Schriften und Theaterstücken auf die Frage hin untersucht, auf welche Weise sich das Denken über den physischen Körper (und damit auch über das „Selbst“ und die Frage nach Krankheit und Gesundheit) in der griechischen Kultur entwickelte.[106] Solche Ansätze regen an, darüber nachzudenken, wie weit es überhaupt eine unmittelbare Körpererfahrung geben kann. Ins Zentrum dieser Frage zielen verschiedene Arbeiten der letzten Jahre über den leidenden Körper und die Geschichte des Schmerzes. Als körperliche Erfahrung ist Schmerz eine anthropologische Konstante, doch die Wahrnehmung und Versprachlichung dieser Erfahrung ist kulturell vermittelt und gerade deshalb ein körperhistorisch ausgesprochen spannendes Thema. Bereits in dem wichtigen Sammelband von James I. Porter aus dem Jahr 1999 befassen sich zwei Beiträge mit Schmerz aus körpergeschichtlicher Perspektive und im 2020 erschienen Sammelband von Christian Laes zur Cultural History of Disability in Antiquity spielt körperlicher Schmerz als eine Spielart von Behinderung ebenfalls eine prominente Rolle.[107] Dominierend war jedoch die Sicht auf die sich verändernden Verhältnisse im Christentum: Judith Perkins hatte in einer einflussreichen Studie dafür argumentiert, dass Leiden und Schmerz im Zuge der Christianisierung eine positive Konnotation erhalten hätten[108] – eine körpergeschichtliche Wende, die sie in enger Verbindung mit der von Foucault konstatierten „Kultur seiner selber“ in der frühen und hohen Kaiserzeit sah.[109] In den letzten Jahren folgten dann gleich mehrere Monographien zum Thema Schmerz. Jean-Christophe Courtil, der sich bereits für die Publikation einer einschlägigen Tagung verantwortlich zeigte[110], widmet sich in seiner 2015 erschienenen Dissertation dem leidenden Körper im philosophischen Werk Senecas[111] – dabei wird nicht nur der philosophische Text analysiert, sondern es erfolgt eine breite Kontextualisierung in die Medizin-, Philosophie- und Gewaltgeschichte. 2017 legte L. Stephanie Cobb eine Studie zu Schmerz in Märtyrertexten vor, in der sie die These von Perkins hinsichtlich einer positiven Umdeutung von Schmerz relativierte: Der leidende („suffering“) Körper sei zwar in der Tat zentral für die Formierung des Christentums, doch während Märtyrer in den Texten zwar gefoltert und gequält würden, bleibe das Scherzempfinden explizit ausgespart.[112] Cobbs Buch ist also weniger eine Geschichte des Schmerzes als vielmehr eine von dessen Fehlen, ganz anders als die theoretisch ambitionierte Studie von Daniel King aus dem Jahr 2018, welche die Schmerzerfahrung ins Zentrum rückt.[113] Ausgehend von der Prämisse, dass Schmerz keine unmittelbare Erfahrung ist, sondern stets auch von kulturellen Vorstellungen geprägt wird, sucht King auszuloten, welche kognitiven und emotionalen Reaktionen auf Schmerz denkbar waren und wie diese die Schmerzerfahrung (bzw. ihre Repräsentation in Texten) prägten und wie Schmerz von anderen wahrgenommen wurde. Dabei richtet er sich dezidiert gegen das (seiner Ansicht nach) teleologische Narrativ von Perkins, Foucault und anderen, das die Ethik des Christentums im Blick hat, und beschränkt die eigene Untersuchung ausdrücklich auf die pagane, griechische Literatur der Kaiserzeit. Das sind spannende Ansätze, die an Kernprobleme der Körpergeschichte rühren.[114] Auffallend ist jedoch die starke Konzentration solcher Studien auf die römische Kaiserzeit, wo die Beschäftigung mit dem kranken und leidenden Körper, aber auch die Darstellung von Gewalt[115] in den Quellen besonders augenfällig ist – eine umfassende Synthese zu Schmerz in der Antike bleibt weiterhin ein Desiderat.

Kranke und behinderte Körper können aber auch höchst politisch sein. So hat Daniel Ogden 1997 in The Crooked Kings of Ancient Greece argumentiert, dass bei den zahlreichen Erzählungen über verkrüppelte, behinderte oder illegitim geborene Könige, Koloniegründer und Tyrannen die körperlichen Makel dieser Figuren als Teil eines Sündenbock-Motivs zu lesen seien.[116] Die neue Monographie von Caroline Husquin behandelt intensiv die Problematisierung kranker (vor allem auch „wahnsinniger“) Kaiser in den antiken Quellen[117] – eine Untersuchungslinie, die in dem 2020 erschienen Sammelband La santé du prince vertieft wird, indem aus verschiedenen Perspektiven der spannenden Konnex von Krankheit und Gesundheit in Bezug auf die vom Kaiser physisch verkörperte Macht beleuchtet wird.[118] Der Band berührt damit ein weiteres Feld der Körpergeschichte der Antike: Die Frage nach politischen Körpern und ihren Repräsentationen.

IV. Körper und Politik: Vom Body Natural zum Body Politic und wieder zurück

Die bedeutende Rolle des Körpers in der politischen Theorie musste, gerade mit Blick auf die Vormoderne, nicht erst von der körperhistorischen Forschung entdeckt werden. Bereits vor 60 Jahren machte Ernst Kantorowicz in The King’s Two Bodies auf ein spezifisch an der Physiologie orientiertes Modell des englischen Königtums aufmerksam, das von englischen Juristen (spätestens) seit der Frühen Neuzeit angewendet wurde.[119] Diese Juristen unterschieden zwischen dem vergänglichen body natural des Königs und seinem unsterblichen, von Mängeln unbeeinträchtigten body politic. Der politische Körper repräsentierte Reich und Krone und ging mit dem Ableben (demise, nicht death) des natürlichen Körpers auf den Nachfolger des Königs über. Kantorowicz ist in diesem Sinne stärker an Körpermetaphorik im theologischen und juristischen Denken interessiert als etwa an körperlichen Praktiken. Es war aber gerade diese Metaphorik, die seinem Buch eine beachtliche Rezeption eingebracht hat – auch wenn diese erst mit einigen Jahren Verspätung und für eine geistesgeschichtlich ausgerichtete Arbeit von unerwarteter Seite einsetzte, nämlich im poststrukturalistischen Diskussionszusammenhang der 1970er-Jahre. Besonders prominent tritt hier einmal mehr Foucault hervor, der in der Einleitung zu Surveillir et punir „in Hommage an Kantorowicz“ ein Modell des „niederen Körpers des Verurteilten“ entwickelte.[120] Erst in der Folge, vor allem ab den 1980er- und 1990er-Jahren, wurden Die zwei Körper des Königs zu einer vielzitierten, in verschiedene Sprachen übersetzten Referenz und Inspirationsquelle. Insbesondere der titelgebende Dualismus ist vielfältig aufgegriffen und umgeformt worden. Der neue Reiz von Kantorowicz’ Schriften, so analysiert Petter Schöttler exemplarisch mit Blick auf Frankreich, ergab sich dabei aus der gedanklichen Nähe zur kulturanthropologisch fundierten Politikgeschichte.[121] Kantorowicz’ Konzept von den zwei Körpern bezieht sich allerdings vor allem auf das Spätmittelalter und die Frühe Neuzeit, während die vorchristliche Antike explizit aus der Betrachtung ausgeklammert wird.[122] Für Kantorowicz ist die Lehre von den zwei Körpern christlichen Ursprungs: In ihr hallen demnach das paulinische Körperkonzept und die christologischen Debatten der Frühkirche nach.[123] Die Einspeisung dieses theologischen Gedankengutes in ein auf die Klärung von Rechtsfragen zielendes Konzept im frühneuzeitlichen England ist für ihn wiederum ein auch zeitgenössisch singuläres, unter den spezifischen Voraussetzungen des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Englands zustande gekommenes Phänomen.[124] Dennoch hat schon Kantorowicz gesehen, dass der Dualismus von der doppelten Natur des Herrschers – zwischen menschlichem Individuum und Amtsträger – in der Antike ein wohlbekanntes Motiv war (wenn auch seiner Meinung nach die Trennung weitaus weniger scharf ausfiel).[125]

Auf einer allgemeineren Ebene gilt das auch für das Aufgreifen des Körpers als Metapher. Dies zeigt sich in der medizinische Sprache, die sowohl in den Kulturen des Mittelmeerraums als auch in jenen des Nahen Ostens stark durch Analogien und Metaphern geprägt gewesen ist. Ein kürzlich von John Z. Wee herausgegebener Sammelband zeigt in einer gleichermaßen diachronen und transregionalen Perspektive die Bedeutung solcher Metaphorik im antiken medizinischen Schrifttum auf.[126] Die Prominenz von Metaphern offenbart sich aber auch und gerade (und in unmittelbarer Anknüpfung an den medizinischen Sprachgebrauch) in der Sprache des Politischen, wo der Metapher vom politischen Körper als einem menschlichen Organismus eine ähnlich große Bedeutung zukommt wie etwa dem bekannten Bild vom Staatsschiff und seinem Steuermann. Dieses Phänomen ist nicht erst von Kantorowicz erkannt worden[127], und es stößt auch in jüngerer Zeit auf anhaltendes Interesse. Im Jahr 2000 hat Rainer Guldin eine in ihrer epochenübergreifenden Anlage pionierhafte Studie zum Körper als Metapher im politischen Kontext vorgelegt.[128] In den folgenden Jahren sind zunehmend Spezialstudien entstanden: So ist Roger Brock seit der Jahrtausendwende in mehreren Buchbeiträgen insbesondere dem Bild des kranken, heilungsbedürftigen politischen Körpers nachgegangen, das er in seiner Entwicklung vom 6. bis zum 4. Jh. v.Chr. nachzeichnet.[129] Dem body politic in der späten römischen Republik hat jüngst Brian Walters eine ganze Monographie gewidmet. Dass Analogien zwischen dem Körper und der res publica in dieser Zeit eine Konjunktur erlebt haben, ist dabei durchaus keine Neuentdeckung. Walters kann aber zum einen durch vielfältige Querverweise nahelegen, dass der in diesem Kontext regelmäßig zitierte Cicero in eine umfassende literarische Tradition eingegliedert werden muss. Zum anderen zeigt er im Rahmen einer Auseinandersetzung mit den verschiedenen zur Anwendung kommenden topoi die Wucht auf, mit der das Bild von der verwundeten, entstellten oder sterbenden Republik auf den zeitgenössischen politischen Diskurs einwirkte.[130] Konzentriert sich Walters, wie viele andere, dabei auf Texte, so wählt Michael Squire einen bildwissenschaftlichen Zugriff: In einem Beitrag in der programmatisch einschlägigen Zeitschrift Word & Images vermisst er das Verhältnis von schriftlichem Diskurs über Körper und bildlichen Darstellungen von Körpern exemplarisch am body politic.[131] Er stellt dabei die These auf, dass der visuell dargestellte Kaiserkörper nicht nur als Repräsentation des natürlichen Körpers des Kaisers zu verstehen sei, sondern auch als Verkörperung des body politic bzw. des corpus imperii.[132] Diese Annahme, die Squire vor allem mit Verweisen auf die häufige Einbindung des bildlich repräsentierten Kaiserkörpers in allegorische Zusammenhänge stützt, bleibt eine – reizvolle – Interpretation. Die Betrachtung der Darstellungen durch Squires Brille zeigt aber hervorragend das Potential auf, das den Bildmedien in diesem Kontext gerade wegen ihrer Mehrdeutigkeit innewohnt.

Obwohl eine Besonderheit der Metapher vom Staat als Körper darin liegt, dass sich in ihr zeitgenössische Vorstellungen von der Natur des Menschen widerspiegeln, die ihrerseits historischen Veränderungen unterliegen, liegt der Schwerpunkt der meisten Behandlungen des Phänomens eher auf der politischen Ideengeschichte als auf diesen im engeren Sinne körperhistorischen Aspekten.[133] Die Bedeutung des Körpers im politischen Prozess erschöpft sich aber keineswegs in der Analogie zum politischen System. Nicht nur bewegen sich im politischen Raum Menschen mit physischen Körpern, sondern diese Körper werden ihrerseits beeinflusst durch die politischen Verhältnisse, die ihr Auftreten oder ihre Kleidung prägen, ja die über die Gesundheitsversorgung oder Körperstrafen sogar ihren physischen Zustand mitbestimmen können. Es ist dieses Phänomen, das Foucault – freilich für die Moderne – mit dem Begriff der Bio-Macht umschrieben hat.[134] Der Fragekomplex, wie Körper in politischen Zusammenhängen dargestellt und inszeniert werden, wie sie sich im politischen Raum bewegen oder wie soziale und politische Rollen körperlich ausgefüllt werden, hat jedoch auch die Altertumswissenschaften zunehmend interessiert. Die Debatten rund um antike Sexualität haben hier vorab den Blick auf die Inszenierung von Männlichkeit (bzw. ihre polemische Negation) in entsprechend semiotisierten Körpern gelegt. Wegweisend war in diesem Zusammenhang Catharine Edwards Untersuchung des Vorwurfes der mollitia („Weichheit / Schwäche“) im Rahmen der Auseinandersetzung mit römischer Moral.[135] Für die Redner der zweiten Sophistik hat Maud Gleason eine maßgebende Studie vorgelegt.[136] Die Bedeutung von Körpern als Zeichen einer inkorporierten „Natur“ gerade auch im Politischen hat Anthony Corbeill mit Blick auf Rom hervorgehoben.[137] Bereits seit den 1990er-Jahren ist der Körper zudem zunehmend ins Zentrum der florierenden Forschungen zu rituellen, performativen und symbolischen Aspekten der römischen Politik zwischen später Republik und Kaiserzeit gerückt.[138] Auch für das klassische Griechenland liegen mittlerweile verschiedene Arbeiten vor, die die Semiotisierungen des Körpers im politischen Raum – etwa mit Blick auf Bärte, Haartracht oder Tätowierungen – betrachten.[139] Weitere körperbezogene Themen umfassen die politische Bedeutung von Narben[140] oder die (Re-)Produktion von Hierarchien durch die Positionierung von Körpern im Raum.[141] Viele Aspekte politisierter Körper im öffentlichen Raum werden zudem in den diversen oben bereits erwähnten Arbeiten zu bekleideten Körpern behandelt.

Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit haben in diesem Zusammenhang aber auch und vor allem die Körper von Herrschern (kaum einmal von Herrscherinnen) gestanden. Die Bedeutung, die dem persönlichen Auftreten des Herrschers im öffentlichen Raum beigemessen wurde, liegt auf der Hand, und auch die Omnipräsenz von Herrscherdarstellungen in der rundplastischen Kunst oder auf Münzen macht die Figur des Herrschers zu einem naheliegenden Studienobjekt einer Körpergeschichte des Politischen. Der Zugriff ist angesichts dieser vielfältigen Visualisierungen zunächst vorwiegend von archäologisch-kunsthistorischer Seite erfolgt: So betrachtet etwa eine den „corps politiques“ gewidmete Sektion des 2006 erschienenen Bandes Penser et représenter le corps dans l’Antiquité hellenistische und römische Herrscherkörper über ihre Repräsentationen vor allem in der Porträtplastik.[142] Eine zentrale Inspirationsquelle ist dann aber – man möchte sagen: naturgemäß – Kantorowicz gewesen. So nimmt Jan Meisters 2012 erschienene Monographie zum Körper des römischen Kaisers im frühen Principat den Dualismus von body natural und body politic dezidiert zum Ausgangspunkt der Betrachtung. Dabei geht es allerdings gerade darum, aufzuzeigen, dass die römischen Herrscher der frühen Kaiserzeit nicht über einen durch Insignien ausgezeichneten ‚Amtskörper‘ verfügten. Meisters Analyse startet mit der Beobachtung, dass in der republikanischen Tradition Status nicht über den individuellen Körper, sondern über Performanz und Kleidung zum Ausdruck gebracht wurde. Während die römischen Kaiser unter letzteren Aspekten insbesondere in der direkten Interaktion in Rom darauf achten mussten, eine Absetzung von den aristokratischen Peers zu vermeiden, eröffneten sich in der Individualität des Körpers Möglichkeiten zur charismatischen Profilierung. Der natürliche Körper des Kaisers wurde vor diesem Hintergrund von Gruppierungen, die außerhalb der elitären Führungszirkel des Reiches standen, mit der Vorstellung einer durch die Götter begünstigten individuellen Ausstrahlung aufgeladen. Solche Vorstellungen, die auch in der im Reich verbreiteten Porträtkunst aufgegriffen wurden, näherten den Körper des Kaisers verbreiteten Erwartungen an einen monarchischen Körper an, während gleichzeitig, und z.T. in direkter Konkurrenz, der republikanisch-aristokratische Diskurs fortexistierte. Die pathologisierenden Herrscherbeschreibungen, wie sie etwa bei Sueton systematisch begegnen, lassen sich vor diesem Hintergrund im Sinne eines Versuches der Aristokratie lesen, die Deutungshoheit über den Körper des Princeps zurückzugewinnen.[143]

In seiner Grundanlage noch deutlicher von Kantorowicz inspiriert ist ein 2016 erschienener Sammelband, der auf eine Konferenz des Jahres 2011 zurückgeht und dem Body of the King gewidmet ist.[144] Ziel dieses Sammelbandes ist es explizit, das Konzept der zwei Körper des Königs bzw. die ihm zugrundeliegende Trennung von Person und Amt in der Antike zurückzuverfolgen. Dabei wird ein weiter chronologischer und geographischer Horizont eröffnet, der vom Mesopotamien des 3. Jahrtausends v.Chr. bis zum Byzanz des 7. Jahrhunderts reicht. Die Beiträger heben im Einzelnen allerdings immer wieder hervor, dass Kantorowicz’ Konzept mit seinen spezifisch christlich-westlichen Wurzeln nur bedingt auf antike Kontexte übertragbar sei.[145] Das Zwei-Körper-Modell wird vor diesem Hintergrund weniger als feste theoretische Grundlage denn als ein Anreiz verstanden, der Frage nach dem zeitgenössischen Denken über die liminale Position des Herrschers zwischen irdischer und göttlicher Sphäre nachzugehen. Dabei zeigt sich hervorragend, dass diese Grenzposition gerade in Repräsentationen des monarchischen Körpers in sinnbildlicher Weise zum Ausdruck kommt. Der in dem Band gebotene breitangelegte Überblick über das Phänomen des Herrscherkörpers aus kulturvergleichender Perspektive schafft so eine Grundlage, an die auch bei der Betrachtung bisher wenig beleuchteter Aspekte – etwa der verschiedenen persischen Dynastien[146] oder der sich wandelnden Formen von Herrschaft in der Spätantike[147] – angeknüpft werden kann. Vom anhaltenden Interesse an der Thematik zeugt auch ein im Erscheinen begriffener Sammelband unter dem Titel Le corps des souverains dans les mondes hellénistique et romain.[148] Liegt dort der zeitliche und geographische Fokus auf den zentralen Entwicklungslinien der klassisch-antiken Monarchie, so wird gleichzeitig ein methodisch breit gefächertes Instrumentarium aufgefahren, um – so die Ankündigung zur 2018 abgehaltenen gleichnamigen Tagung – der doppelten Fragestellung nachzugehen, wie sich Macht im Körper des Herrschers manifestiert und wie Macht über den Körper behauptet wird.[149] In den einzelnen Beiträgen kommen in diesem Kontext verschiedene Aspekte zur Sprache, die bisher vergleichsweise wenig Beachtung erfahren haben. Dies gilt beispielsweise für die Frage nach den semantischen Aufladungen der Körper von Herrscherinnen, die hier mit Blick auf die seleukidischen Königinnen zur Sprache kommt[150], für die aber beispielsweise auch die römischen Kaiserinnen reichhaltige Anknüpfungspunkte bieten. Ähnlich verhält es sich mit Blick auf die Einbettung des Herrscherkörpers in sein soziopolitisches Umfeld.[151] Diese Erweiterung des sozialen Blickwinkels erscheint neben den angesprochenen kulturvergleichenden Ansätzen als ein besonders vielversprechendes Betätigungsfeld.

Gleichzeitig besteht ein besonderes Potential des körperhistorischen Ansatzes in der Bereitstellung eines methodischen Instrumentariums zur Analyse politischer Prozesse, in das sich auch andere Ansätze integrieren lassen. So besteht etwa eine enge Verbindung zur Invektivitäts-Forschung, da der menschliche Körper ein besonders häufiges Objekt der Schmähung und Herabsetzung ist – wie auch in politischen Auseinandersetzungen augenfällig wird. Ein Beitrag von Christophe Vendries im eben angesprochenen französischen Sammelband nähert sich vor diesem Hintergrund spezifisch dem Problem der Herrscherkarikatur[152], und auch in der vergleichenden Invektivitäts-Forschung ist das Thema präsent: So öffnet bereits Anthony Corbeills klassische Analyse der Beleidigungspraxis in der römischen Redekunst mit einem Kapitel über die Nutzung körperlicher Imperfektionen politischer Gegner als rhetorische Waffe.[153] In jüngerer Zeit widmete der Dresdner SFB 1285 „Invektivität“ dem Thema „Körper-Kränkungen“ eine Tagung, die eine epochenübergreifende Vergleichsperspektive einnahm.[154] Ein 2021 in der Reihe Trends in Classics erschienener Band zu Comic Invective in Ancient Greek and Roman Oratory wiederum beschäftigt sich in einer eigenen Sektion mit dem Themenkomplex Körper und männliche / weibliche Physiologie.[155] Im weitesten Sinne in den Bereich der Körperinvektiven fallen schließlich auch jene Forschungen, die sich in jüngerer Zeit einem vor allem in der späteren römischen Kaiserzeit auftretenden Phänomen zugewandt haben, nämlich der Praxis der Verstümmelung von Körpern politisch hochrangiger Personen, insbesondere von Kaisern und Usurpatoren. Adrastos Omissi hat das Phänomen der posthumen Verstümmelung von unterlegenen Thronaspiranten an der außerordentlichen symbolischen Aufladung festgemacht, die den Körper des Kaisers umgab.[156] Auch die gezielte Beschädigung von bildlichen Darstellungen verschmähter Kaiser, insbesondere ihrer Gesichter, im Zuge etwa der damnatio memoriae, ist in diesen Kontext eingeordnet worden, da sie eng mit der Rolle dieser Bilder als Stellvertreter des physischen Herrscherkörpers zusammenhängt.[157] Die Praxis der Verstümmelung lässt sich bis in die byzantinische Zeit weiterverfolgen, in der sie gleichzeitig zunahm und eine Transformation erlebte: Das Verstümmeln der politischen Opponenten trat nun zunehmend an die Stelle der Todesstrafe – vielleicht unter Rücksicht auf christliche Wertvorstellungen, wie Bogdan-Petru Maleon vermutet.[158] Mit Blick auf solche Fragestellungen bietet sich für eine weitere Perspektivierung an, Ansätze der historischen Gewaltforschung aufzugreifen, die in den Altertumswissenschaften in jüngerer Zeit eine produktive Konjunktur erlebt hat.[159] Das Potential einer Körpergeschichte des Politischen liegt in diesem Sinne auch in einer weiteren Verfeinerung des methodischen Instrumentariums, die über den von Kantorowicz inspirierten Dualismus hinausgeht und gleichzeitig auch über die Körpergeschichte hinausweist, indem sie ihre Fragestellungen etwa für eine Kulturgeschichte des Politischen anschlussfähig macht.

Ein 2019 gestartetes Projekt des Schweizer Nationalfonds (an dem beide Autoren dieses Beitrags beteiligt sind) baut auf diesen verschiedenen neuen Ansätzen auf und untersucht Herrscherkörper in den Monarchien der Spätantike und des frühen Mittelalters, mit dem Ziel, die Transformation der römischen Monarchie hin zum Mittelalter anhand der sich verändernden Formen in Umgang und Darstellung des Körpers des Herrschers bzw. der Herrscherin zu analysieren.[160] Gerade in der Auseinandersetzung mit dieser Transformation tritt neben den angesprochenen Aspekten ein weiteres großes Thema der Körpergeschichte der Antike hervor, nämlich die Frage nach den sich im Zuge der Christianisierung wandelnden Vorstellungen von Körperlichkeit sowie nach Kontinuitäten und Diskontinuitäten zu den Körperkonzepten in der paganen Philosophie.

V. Der Körper in Philosophie und Christentum: Die Erosion der „Körperfeindlichkeit“

Ein zentrales Thema in der Auseinandersetzung mit philosophischen Körperkonzepten der Antike bildet bis heute die Frage nach dem Verhältnis zwischen Körper (sōma) und Seele (psychē), an die sich weitere wichtige Fragen – beispielsweise über das Leben nach dem Tod oder die Verortung des „Selbst“ – anschließen. Dieser Themenkomplex berührt Kernbereiche der antiken Philosophie und hat in der philosophischen Forschung ein entsprechend nachhaltiges Interesse hervorgerufen. In jüngerer Zeit hat sich dieses Interesse, nicht nur aufgrund des geisteswissenschaftlichen Interesses am Körper, sondern beispielsweise auch im Zuge der mit dem Entstehen der Neurowissenschaften aufgekommenen Debatten um das Verhältnis von Physiologie und Wahrnehmung, nochmals verstärkt. Auch in diesem Kontext dominieren Annäherungen an das Thema im Rahmen von Sammelbänden, was angesichts der Disparität der involvierten literarischen Genres und Denkschulen wenig überraschen kann: Neben philosophische Traktate treten hier z.B. medizinische Schriften, aber auch Epik, Dichtung oder Drama.

Trotz dieser enormen Breite in der Materialgrundlage lässt sich mit Blick auf das Fragespektrum der entsprechenden Arbeiten eine gewisse Kohärenz feststellen. Insbesondere steht die Frage, wie Körper und Seele in bzw. seit der Antike zueinander in Beziehung gesetzt wurden, immer wieder im Mittelpunkt. Unterschiede zeigen sich jedoch in der Art des Zugriffes. Ein im Jahr 2000 von John P. Wright und Paul Potter herausgegebener Band zu Psyche and Soma beispielsweise konzentriert sich besonders auf die Verbindungslinien zwischen Philosophie und Medizin, die in ihrer parallelen und interdependenten Entwicklung betrachtet werden. In seiner epochenübergreifenden Anlage führt dieser Band gerade mit Blick auf das Verhältnis Philosophie–Medizin hervorragend vor Augen, dass sich die Anregungen, die aus einer Auseinandersetzung mit der Antike resultieren können, keineswegs in der Identifizierung gedanklicher „Vorläufer“ moderner Konzepte erschöpfen, sondern gerade auch auf der heuristischen Ebene liegen.[161] Demgegenüber bezieht sich ein 2006 unter dem Titel Common to Body and Soul (der auf einen in der antiken Philosophie verbreiteten Ausdruck zurückgeht) erschienener Sammelband in stärkerem Maße auf explizite Verknüpfungen zwischen Körper und Seele sowie auf die Art und Weise, wie beide von verschiedenen Philosophen bzw. philosophischen Schulen zusammengebracht wurden – beispielsweise durch die Konzeptualisierung von Körper und Seele als Einheit, die Beschreibung des Körpers als Instrument der Seele oder die Charakterisierung der Seele als körperliche Entität.[162] Eine breite Palette an Perspektiven auf die Thematik bietet schließlich ein aus einem Kongress der Gesellschaft für antike Philosophie hervorgegangener Tagungsband aus dem Jahr 2009: Auch hier wird in einer Reihe von Aufsätzen nach dem Wechselverhältnis Körper-Seele gefragt, wobei die konkreten Interaktionen im Vordergrund stehen.[163] In seinen insgesamt 22 Beiträgen eröffnet der Band aber ein noch deutlich weiteres Feld: So setzen sich etwa mehrere Autoren mit der wichtigen Frage auseinander, wie sich das Denken über das Körper-Geist-Verhältnis in Theorien über die Verortung der individuellen Identität niederschlägt.[164]

Auch wenn die Tendenz in jüngerer Zeit dahin geht, Wechselverhältnisse zwischen Körper und Seele ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu stellen, ist doch nicht von der Hand zu weisen, dass viele antike Autoren einen Dualismus zwischen Körper und Seele aufgemacht haben. Diese Problematik, die eng verknüpft ist mit der Frage nach einer möglichen philosophischen (und theologischen) „Körperfeindlichkeit“, hat die Forschung besonders intensiv beschäftigt. Genealogisch ist der Körper-Seele-Dualismus bis auf die Archaik zurückverfolgt worden (was Jan Bremmer jüngst mit der gesellschaftlichen Differenzierung im Zuge der Entstehung der Polis in Verbindung gebracht hat).[165] Die Vorstellung, dass mit diesem Dualismus eine dezidierte Ablehnung des Körpers durch die Philosophie einherging, wird von vielen Kommentatoren mittlerweile allerdings als verkürzt wahrgenommen. Besonders intensiv wird in diesem Zusammenhang über Platon diskutiert, von dessen Schriften etwa der Phaidon traditionell im Sinne einer schroffen Zurückweisung alles Körperlichen gelesen worden ist.[166] Tatsächlich beschreibt Platon im Phaidon den Körper als Hindernis auf dem Weg zur Erkenntnis und lässt seinen Protagonisten Sokrates die Forderung äußern, dass der Philosoph seine Seele vom Körper so weit als möglich befreien solle, damit diese nicht von dessen ablenkenden Wahrnehmungen gestört werde.[167] Gegen Platons „Körperfeindlichkeit“ ist aber nicht nur angeführt worden, dass viele platonische Schriften eine andere Stoßrichtung aufweisen und etwa den Wert gymnastischer Übungen oder körperlicher Gesundheit anerkennen, sondern auch, dass der Phaidon selbst verschiedene Qualifizierungen enthält und in ihm körperliche Wahrnehmungen keineswegs für unnötig erklärt werden.[168] Eine systematische Auseinandersetzung mit der Frage nach Platons Verhältnis zum Körper bietet Coleen P. Zoller, die in einer 2018 erschienenen Monographie aufzuzeigen sucht, dass der Gegensatz zwischen Körper und Seele bei Platon eben nicht in eine Verächtlichmachung des Körpers münde („austere dualism“), sondern lediglich in eine Priorisierung der Seele („normative dualism“), die mit einer Anerkennung gegenseitiger Abhängigkeiten und einer Wertschätzung des Natürlichen einhergehe.[169]

Während Zoller davon ausgeht, dass ein falsch verstandener Platon das dauerhafte Regiment eines naturfeindlichen Dualismus begründet habe, der für das Entstehen einer überscharfen Sexualmoral wie auch einer in Umweltzerstörungen mündenden mangelnden Sorge für die Natur mindestens mitverantwortlich sei[170], so ist in jüngeren Einzelstudien zum Körper-Seele-Problem in weiteren philosophischen Schulen der griechisch-römischen Welt die Vorstellung einer scharfen Ablehnung des Körpers ebenfalls eher relativiert worden. Dabei gibt es ganz allgemein eine Tendenz dazu, die dezidierte „Körperfeindlichkeit“ v.a. in jenen Schriften und bei jenen Autoren zu verorten, die gerade nicht im Mittelpunkt stehen. Aristoteles’ Ansätze etwa, denen man ihrerseits einen prägenden Charakter zuschreiben darf, sind im Sinne einer Aufwertung des Körperlichen gegenüber Platon gelesen worden.[171] Ein kürzlich erschienener, die neuplatonische und frühchristliche Haltung gegenüber dem Leib-Seele-Problem thematisierender Band diagnostiziert zum einen eine Anknüpfung und Weiterentwicklung platonischer und aristotelischer Konzepte, wobei auch das Wechselverhältnis zwischen paganer und christlicher Lehre veranschaulicht wird; darüber hinaus wird auch hier wiederholt aufgezeigt, dass eine Thematisierung der mit dem Körper verbundenen Wahrnehmungsstörungen und Nöte nicht mit einer grundsätzlichen Ablehnung des Körperlichen gleichzusetzen ist.[172]

Mehr noch als Platon haftet den frühchristlichen Autoren und Kirchenvätern der Nimbus an, „körperfeindlich“ zu sein. Doch auch hier geht der Trend der letzten drei Jahrzehnte zu einer Neubewertung, die deutlich radikaler ist als in Bezug auf die pagane Philosophie, und die den Christen nun gar eine besondere Obsession mit dem Körper zubilligt. Allein schon die theologische Doktrin von der Auferstehung des Fleisches räumt dem Körper ein Gewicht ein, das er in der paganen Religion so nicht besitzt. Die damit verbundenen theologischen Fragen sind nicht neu, wurden jedoch in den 1990er-Jahren unter dem Gesichtspunkt der Körpergeschichte neu entdeckt: Caroline Walker Bynum widmete sich in einer breit rezipierten Monographie unter dem Titel The Resurrection of the Body in Western Christianity dem Thema der Auferstehung und der damit verbundenen Vorstellung einer körperlich-materiellen Kontinuität der Person bzw. des Selbst.[173] Im Fokus stand zwar das Mittelalter, doch um die dortigen Verhältnisse zu verstehen, widmet Bynum immerhin rund einen Viertel des Buches den Vorstellungen des frühen und spätantiken Christentums.[174] Bynums Arbeiten zur Auferstehung des Fleisches mündeten in einem vielbeachteten Aufsatz zu den theoretischen Debatten rund um die Körpergeschichte der 1990er-Jahre, in welchem sie anmahnte, gegenüber Performanz und Versprachlichung just jene Fragen, die in den christlichen Auseinandersetzungen mit dem Körper im Fokus stehen, nämlich jene nach Kontinuität, Materialität und Begehren, stärker in den Blick zu nehmen.[175] Das Christentum ist also weit entfernt davon, „körperfeindlich“ zu sein – im Gegenteil: Bynum nutzte christliche Körperkonzepte als Anstoß für gegenwärtige Theoriedebatten.

Der Ansatz, Vorstellungen von Körper und Selbst zusammenzudenken, ist auch in der neueren Forschung aufgegriffen worden, etwa in einem 2011 erschienen Band zu Christian Body, Christian Self, der eine Reihe von spezialisierten Essays vereinigt, die das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten und mehrheitlich von einer dezidiert körpergeschichtlichen Fragestellung ausgehen.[176] Besonders kennzeichnend für die christliche Obsession mit dem Körper sind jedoch vor allem zwei Praktiken, die eng mit der Vorstellung der Auferstehung des Fleisches verbunden sind: die Askese und der Reliquienkult. Da der auferstehende Körper zwar in irgendeiner Form eine materielle Kontinuität zum irdischen Körper besitzt, gleichzeitig aber befreit ist von Verfall und Tod (und damit verbunden von lebenserhaltenden Trieben wie Essen, Trinken und sexuellem Begehren), förderte das Christentum die Vorstellung, dass der irdische Körper in ein corpus spiritualis transformiert werden könne. Nach Peter Brown war dies die entscheidende Differenz zwischen der christlichen und der paganen Sicht auf den Körper: Die pagane Antike sei von einem „wohlwollenden Dualismus“ geprägt gewesen, der den Körper als etwas Gegebenes ansah, das von der Seele verwaltet und kontrolliert werden musste, dem man aber auch eine gewisse Toleranz entgegenbrachte.[177] Das Christentum dagegen habe den Körper als grundsätzlich wandelbar angesehen, weshalb christliche Askese nicht einfach eine Verschärfung paganer Praktiken darstelle, sondern von einer grundsätzlich anderen Prämisse ausgehe: „Dadurch, daß er die Nahrungsaufnahme reduzierte, an die er gewöhnt worden war, schuf der Asket langsam seinen Körper neu. […] Dies war ein Körper, der bereits einen Teil jenes geistigen Körpers erhalten hatte, den er bei der Auferstehung der Gerechten annehmen sollte.“[178]

Die Grundprämisse, dass es bei der Askese letztlich um eine Transformation des irdischen Körpers gehe, hat sich in der Forschung weitgehend durchgesetzt, doch im Einzelnen sind die Askesepraktiken (die bei Brown zudem stark auf die Sexualität zugespitzt werden) ausgesprochen vielfältig und das Verhältnis von Alltagsreligion zur theologischen Reflexion kompliziert. Dies schon allein deshalb, weil sich der Körper eben nicht ohne weiteres wandeln lässt. Das Moment des Kampfes gegen den Körper und des Leidens ist daher durchaus auch Teil der Askese. So stellt der 2004 erschienene Sammelband Die Christen und der Körper das Leiden des irdischen Körpers in den Fokus, der bei Märtyrern (die sowohl chronologisch wie konzeptionell als Vorläufer der Asketen angesehen werden können), Kranken, aber auch Asketen an die noch nicht erreichte glückselige Vollkommenheit des geistigen Körpers der Auferstehung erinnert.[179] Mit Blick auf den berühmten „Säulen-Heiligen“ Simeon Stylites haben Almut-Barbara Renger und Alexandra Stellmacher das komplexe Verhältnis zwischen Asket und Körper dahingehend auf den Punkt gebracht, dass Simeon „nicht mit dem Geist gegen den Körper, sondern mit Geist […] und Körper […] gegen Geist […] und Körper […]: kurz, mit sich gegen sich selbst“ kämpfe.[180] Zu einem ähnlichen Schluss kommt Hannah Hunt in einer 2012 erschienen Monographie, die ausgehend von der philosophischen Askese der paganen Antike in einem weiten Bogen christliche Asketen und v.a. auch Asketinnen in Ägypten und Syrien betrachtet und gleichzeitig versucht, die theologische Dimension des Körpers (insbesondere mit Blick auf die Fleischwerdung Christi) miteinzubeziehen[181] – ihr Fazit lautet: „The body is a garment of shame or glory, it is the tomb or prison of the soul; conversely it is luminous, and the temple of god. It functions as both enemy and friend; it is the means of transfiguration and redemption for the human person, and the earthly form taken on by God’s Logos who was willing to be ‘clothed in the body’.“[182]

Dass christliche Askese – ganz im Sinne Browns – nicht als Selbsthass oder gar Masochismus gesehen werden darf, betonen auch die teils sehr unterschiedlichen Beiträge in dem 2018 erschienen Band Norm and Exercise, der den „Extrem-Asketen“ Simeon Stylites ebenfalls prominent in Szene setzt, aber auch in einem posthum erschienen Beitrag Veit Rosenbergers das für Asketen so wichtige, aber im Vergleich zur sexuellen Enthaltsamkeit wenig erforschte Thema Essen und Trinken aufgreift.[183] Diesen letzten Aspekt vertieft ein 2019 im Gedenken an Rosenberger erschienener Band unter dem Titel Zu Tisch bei den Heiligen.[184] In direkter Auseinandersetzung mit Rosenberges Text „I pranzi dei santi“, der die Vielfalt individueller Fasten- und Askesepraktiken in den Blick nimmt, beschäftigen sich die dort versammelten Beiträge mit der agonalen Komponente individueller Askesepraktiken sowie den Handlungsspielräumen (und Grenzen), die solche Praktiken Asketinnen und Asketen im Sinne einer „agency“ boten; ferner thematisieren sie die Frage, wie weibliche Askese die Kategorie Geschlecht transzendieren kann, aber auch den Umgang mit Schlaf(losigkeit) sowie Träumen und Visionen. Der Band fokussiert also nicht bloß auf das bislang eher untererforschte Thema der Nahrungsaufnahme, sondern bettet dieses in ein weiteres Panorama der inzwischen sehr reichhaltigen Askese-Forschung ein.

Die christliche Obsession mit dem Körper zeigt sich nebst der Askese vorab in dem ab dem 4. Jahrhundert aufkommenden Reliquienkult. Auch dieses Thema ist nicht neu. Bereits zu Beginn der 1980er-Jahre hatte Peter Brown dem Kult der Heiligen eine Monographie gewidmet: Die sterblichen Überreste der Heiligen, in denen diese, da sie wiederauferstehen würden, als präsent angesehen wurden, spielen dabei eine zentrale Rolle.[185] Entsprechend streift auch Caroline Walker Bynum in ihrer Auseinandersetzung mit der Auferstehung des Fleisches den christlichen Reliquien-Kult als Teil dieses größeren Themenkomplexes.[186] Einen anderen Zugang wählte Patricia Cox Miller, die in ihrer 2009 erschienen Monographie The Corporeal Imagination von einem „material turn“ sprach, der sich im Christentum seit dem 4. Jahrhundert vollzogen habe: Mit dem Ende der Verfolgungen sei die zuvor ephemere, feindliche Welt freundlicher gesehen worden; dies habe zu einer Höherbewertung von Materialität, Körperlichkeit und den Sinnen geführt und sei der weitere Kontext, in dem die Etablierung der Heiligen-Verehrung, der Reliquienkult und die Ikonen-Verehrung, die alle einen starken Körperbezug aufweisen, zu sehen seien.[187] Miller betont in ihrer theoretisch anspruchsvollen Arbeit jedoch, dass es sich dabei keineswegs um eine vordiskursive Materialität handelt, sondern dass die „corporeal imaginations“ das Produkt sprachlicher und visueller Konstruktionen sind, die der Materialität als solche erst Signifikanz verleihen. Die neueste Arbeit zum Reliquienkult, die 2018 erschienene Dissertation von Martina Hartl[188], schließt explizit an Millers „material turn“ an, verzichtet aber weitgehend auf große Thesenbildungen und bietet stattdessen eine gründliche Bestandsaufnahme, angefangen mit dem Umgang der frühen Christen mit den Toten über die Anfänge des Märtyrer- und Reliquienkults im 4. Jahrhundert bis hin zur politisch-religiösen Funktion, die Reliquien für spätantike Metropolen einnahmen.

Obschon die Bedeutung des Körpers für die Christen und die enge Verbindung von Person, Seele und Körperlichkeit schon lange ein Thema ist, blieb – einigermaßen überraschend – die Frage nach der Körperlichkeit Gottes lange ausgespart. Diese Lücke schloss 2016 der Theologe Christoph Markschies mit seiner Monographie Gottes Körper.[189] Die reichhaltige Studie beginnt mit der nachantiken Vorstellung der Körperlosigkeit Gottes, die über verschiedene Stationen zur dominierenden Sichtweise geworden ist, während Anthropomorphismen als naiver Gottesglaube abgetan wurden. In der Antike freilich war dies, wie Markschies zeigt, keineswegs so eindeutig. Zwar dominierte auch im (Neu-)Platonismus die Vorstellung eines körperlosen Gottes, doch sowohl die jüdisch-christliche Bibel wie auch die christlichen Theologen gehen teilweise sehr explizit von einer Körperlichkeit Gottes aus. Markschies zeichnet dabei nicht nur die theologische Debatte nach, die auch eng mit der Streitfrage nach dem Körper Christi und damit nach den verschiedenen Naturen Gottes verknüpft ist, sondern bietet auch Einblicke in die Alltagsreligiosität und die dort fassbaren Körperkonzepte – von beseelten Statuen paganer Kulte bis hin zu den bereits erwähnten Askesepraktiken christlicher Mönche als Versuch, den eigenen Körper zu veredeln und so dem göttlichen Körper anzugleichen.

Vor dem Hintergrund dieser reichhaltigen Forschung zu christlichen Körpervorstellungen, die seit den späten 1980er-Jahren erschienen ist, gleicht es einer Zeitreise, wenn man in den 2018 posthum erschienenen vierten Band von Michel Foucaults Histoire de la sexualité mit dem Titel Les aveux de la chair blickt.[190] Foucault war 1984 über der Fertigstellung des Manuskripts verstorben. So spiegelt das Fragment den Forschungsstand aus einer Zeit vor dem eigentlichen „Boom“ der Körpergeschichte wider und das Innovationspotential, das der Text vor 30 Jahren zweifelsohne gehabt hätte, wird dadurch merklich getrübt. Dennoch lohnt sich eine genaue Lektüre. Denn obschon Foucault teilweise dieselben Texte behandelt, die Peter Brown für Body and Society heranzog (in vielen Punkten mit ähnlichem Ergebnis), hat das Buch doch eine eigene Stoßrichtung: Foucault interessiert sich vor allem für Askese und Enthaltsamkeit als Techniken des Selbst, bei denen es nicht darum geht, die Lüste zu kontrollieren, sondern die Gedanken, d.h. durch die stete Prüfung des Denkens zur Erkenntnis über sich selbst zu gelangen – dies eng verbunden mit der Kunst der Seelenführung und dem Ritual der Busse, d.h. dem Offenlegen des Selbst gegenüber einem Anderen. All diese Punkte erinnern an den skizzenhaften Aufriss, den Foucault im ersten Band der Histoire de la sexualité entwarf, wo er die moderne Wissenschaft der Sexualität genealogisch auf das christliche Geständnis des Mittelalters zurückzuführen suchte. Sie zeigen aber auch – deutlicher als dies bislang der Fall war –, wie sich Foucaults Denken entwickelte: Das Bild ist nicht nur komplexer, es reicht auch zeitlich viel weiter zurück – die Antike erscheint nicht mehr „bloß“ als eine exotische Zeit, in der körperliches Begehren anders konzeptualisiert wurde als in der Moderne, sondern als der Ausgangspunkt einer langen ideengeschichtlichen Genealogie, an deren Ende die moderne Konzeption von Sexualität steht. Ein Zusammendenken dieser selektiven Ideengeschichte (die anders als Brown sowohl die Alltagspraxis wie auch Geschlechterfragen weitgehend ausblendet) mit der neueren Forschung sowie eine mögliche Neuevaluation von Foucaults früheren Bänden zur antiken Sexualität, die für die Genese des Forschungsfelds so einflussreich waren, stehen noch aus. Es zeichnet sich jedoch ab, dass die entsprechenden Debatten mit der 2021 erfolgten englischen Übersetzung von Les aveux et la chair gerade erst beginnen.[191]

Anmerkungen:
[1] Vgl. dazu beispielsweise die Einführung von Maren Lorenz, Leibhaftige Vergangenheit. Einführung in die Körpergeschichte, Tübingen 2000.
[2] Dies die Quintessenz des SFBs 644 „Transformationen der Antike“, vgl. dazu Hartmut Böhme u.a. (Hrsg.), Transformation. Ein Konzept zur Erforschung kulturellen Wandels, München 2011.
[3] Michael Squire, The Art of the Body. Antiquity and its Legacy, London / New York 2011.
[4] Zur Entstehung der Vorstellung eines objektivierten Körpers, die für die platonische Philosophie (und damit längerfristig auch für das Christentum) prägend werden sollte, s. Brooke Holmes, The Symptom and the Subject. The Emergence of the Physical Body in Ancient Greece, Princeton / Oxford 2010 (s.u.).
[5] Martin Korenjak, What Does it Mean: Mens sana in corpore sano? A Latin Adage and Its Curious Career, in: Nikephoros Special Issue: Youth – Sport – Olympic Games (2012), S. 147–153.
[6] David Cantor, Western Medicine since the Renaissance, in: Peter E. Pormann (Hrsg.), The Cambridge Companion to Hippocrates, Cambridge 2018, S. 362–383; vgl. David Cantor (Hrsg.), Reinventing Hippocrates, Aldershot 2002. Speziell zum Hippokratischen Eid s. Vivian Nutton, Hippocratic Morality and Modern Medicine, in: Entretiens sur l’Antiquité Classique 43, 1997, S. 31–63.
[7] Bruno Snell, Die Entdeckung des Geistes. Studien zur Entstehung des europäischen Denkens bei den Griechen, Hamburg 1946 (inzwischen in 9. Auflage 2009 bei Vandenhoeck und Ruprecht in Göttingen erschienen).
[8] Eine kritische Sichtung der Vorstellung einer griechischen „Revolution“, die zur Entdeckung eines „natürlichen“ und damit zeitlos-klassischen Körperschemas führte, bietet Squire, The Art of the Body, S. 32–68.
[9] Annette Haug, Die Entdeckung des Körpers. Körper- und Rollenbilder im Athen des 8. und 7. Jahrhunderts v. Chr., Berlin / Boston 2012.
[10] Holmes, The Symptom and the Subject.
[11] Nikolaus Himmelmann, Ideale Nacktheit in der griechischen Kunst, Berlin / New York 1990.
[12] Nikolaus Himmelmann, Ideale Nacktheit, Opladen 1985.
[13] Lukas Thommen, Nacktheit und Zivilisationsprozess in Griechenland, in: Historische Anthropologie 4 (1996), S. 438–450; in eine ähnliche Richtung argumentierte auch Larissa Bonfante, Nudity as a Costume in Classical Art, in: American Journal of Archaeology 93 (1989), S. 543–570.
[14] Robin Osborne, Men Without Clothes. Heroic Nakedness and Greek Art, in: Gender & History 9 (1997), S. 504–528.
[15] Andrew Stewart, Art, Desire, and the Body in Ancient Greece, Cambridge / New York 1997.
[16] Tonio Hölscher, Aus der Frühzeit der Griechen. Räume – Körper – Mythen, Stuttgart / Leipzig 1998; Tonio Hölscher, Körper, Handlung und Raum als Sinnfiguren in der griechischen Kunst und Kultur, in: Karl-Joachim Hölkeskamp / Jörn Rüsen / Elke Stein-Hölkeskamp / Heinrich Theodor Grütter (Hrsg.), Sinn (in) der Antike. Orientierungssysteme, Leitbilder und Wertkonzepte im Altertum, Mainz 2003, S. 163–192.
[17] Leider noch unpubliziert ist Adrian Stähli, Der Körper und seine Bilder. Nacktheit, der männliche Körper und das männliche Begehren in Bildern des 6. und 5. Jahrhunderts v. Chr., Habil. Zürich 2002 [non vidi]; vgl. aber Ders., Nacktheit und Körperinszenierung in Bildern der griechischen Antike, in: Silvia Schroer (Hrsg.), Images and Gender. Contributions to the Hermeneutics of Reading Ancient Art, Freiburg i.Ü. / Göttingen 2006, S. 209–227; Ders., Herakles zieht sich aus, in: Peter Mauritschek (Hrsg.), Körper im Kopf. Antike Diskurse zum Körper, Graz 2010, S. 123–141.
[18] Florence Gherchanoc, Concours de beauté et beauté du corps en Grèce ancienne. Discours et pratiques, Bordeaux 2016. Schlaglichter auf das Thema Schönheit über die gesamte Antike wirft auch Valerio Neri (Hrsg.), Il corpo e lo sguardo. Tredici studi sulla visualità e la bellezza del corpo nella cultura antica, Bologna 2005; s. zudem speziell zur Spätantike Ders., La bellezza del corpo nella società tardoantica: rappresentazioni visive e valutazioni estetiche tra cultura classica e cristianesimo, Bologna 2004.
[19] Robin Osborne, The History Written on the Classical Greek Body, Cambridge 2011.
[20] Steffi Grundmann, Haut und Haar. Politische und soziale Bedeutungen des Körpers im klassischen Griechenland, Wiesbaden 2019.
[21] Leider unpubliziert ist die hierfür ausgesprochen einschlägige Habilitationsschrift von Johanna Fabricius, Soma / corpus. Körperbilder und Körperkonzepte in der griechischen und römischen Kultur, Habil. Göttingen 2003 [non vidi]. Einen knappen Einblick in diese Forschungen, die die unterschiedlichen Körperkonzeptionen Griechenlands und Roms nicht nur im Bild, sondern auch in der Sprache thematisieren, gibt Johanna Fabricius, Natürlich oder konstruiert? Körper und Sprache in Griechenland und Rom, in: Raumwissen 2 (2010), S. 18–21.
[22] Christopher H. Hallett, The Roman Nude. Heroic Portrait Statuary 200 BC–AD 300, Oxford 2005.
[23] Pierre Cordier, Nudités romaines. Un problème d’histoire et d’anthropologie, Paris 2005.
[24] Zur ausgeprägten Normativität, die römische Kleidung umgab, s. Jan B. Meister, Kleidung und Normativität in der römischen Elite, in: Tanja Itgenshorst / Philippe Le Doze (Hrsg.), La norme sous la République et le Haut-Empire romains. Élaboration, diffusion et contournements, Bordeaux 2017, S. 189–198.
[25] Seit 2005 ist eine Reihe an Arbeiten erschienen, die einen dezidiert kulturwissenschaftlichen Zugriff pflegen und teilweise sehr explizit den Bezug zwischen Körper und Kleidung herstellen: Liza Cleland / Mary Harlow / Lloyd Llewellyn-Jones (Hrsg.), The Clothed Body in the Ancient World, Oxford 2005; Kelly Olson, Dress and the Roman Woman. Self-presentation and Society, London / New York 2008; Jonathan Edmondson / Alison Keith (Hrsg.), Roman Dress and the Fabrics of Roman Culture, Toronto / Buffalo / London 2008; Angelika Starbatty, Aussehen ist Ansichtssache. Kleidung in der Kommunikation der römischen Antike, München 2010; Mary Harlow (Hrsg.), Dress and Identity, Oxford 2012; Mireille M. Lee, Body, Dress, and Identity in Ancient Greece, New York 2015.
[26] Die klassische Arbeit für das sich wandelnde Körperverständnis in der Spätantike ist Peter Brown, Die Keuschheit der Engel. Sexuelle Entsagung, Askese und Körperlichkeit am Anfang des Christentums, München / Wien 1991, aber auch der dritte und vierte Band von Foucaults Histoire de la Sexualité (Michel Foucault, Die Sorge um sich. Sexualität und Wahrheit 3, Frankfurt am Main 1989; Ders., Die Geständnisse des Fleisches. Sexualität und Wahrheit 4, Berlin 2019), die den Fokus auf die Praktiken des Selbst und der Selbstsorge richten und ihre Transformation hin zu christlichen Askese- und Beichtpraktiken nachzeichnen; vgl. dazu auch Jan B. Meister, Selbstsorge (Sport und Diätetik), in: Reallexikon für Antike und Christentum 30 (2020), S. 211–234.
[27] Lukas Thommen, Antike Körpergeschichte, Zürich 2007.
[28] Dominic Montserrat (Hrsg.), Changing Bodies, Changing Meanings. Studies on the Human Body in Antiquity, London / New York 1998.
[29] James I. Porter (Hrsg.), Constructions of the Classical Body, Michigan 1999.
[30] Maria Wyke (Hrsg.), Parchments of Gender. Deciphering Bodies in Antiquity, Oxford / New York 1998.
[31] Auf einige dieser Bände wird weiter unten an geeignetem Ort genauer eingegangen; hier sei lediglich verwiesen auf Philippe Moreau (Hrsg.), Corps romains, Grenoble 2002, der eine Reihe von einschlägigen Beiträgen zur römischen Körpergeschichte vereint und damit zumindest partiell auch synthetischen Charakter hat. Ebenfalls die römische Körpergeschichte behandelt David Fredrick (Hrsg.), The Roman Gaze. Vision, Power, and the Body, Baltimore 2002, ein Band, der zwar einige einschlägige Beiträge enthält, dessen Fokus aber primär auf Theorien des Sehens liegt, weshalb zahlreiche Kapitel bestenfalls einen losen Bezug zur Körpergeschichte aufweisen und auch keinerlei Synthese angestrebt wird.
[32] Francis Prost / Jérôme Wilgaux (Hrsg.), Penser et représenter le corps dans l’Antiquité, Rennes 2006.
[33] Véronique Dasen / Jérôme Wilgaux (Hrsg.), Langages et métaphores du corps dans le monde antique, Rennes 2008.
[34] Peter Mauritsch (Hrsg.), Körper im Kopf. Antike Diskurse zum Körper, Graz 2010.
[35] Thorsten Fögen / Lee, M. Mireille (Hrsg.), Bodies and Boundaries in Graeco-Roman Antiquity, Berlin 2009.
[36] Dietrich Boschung / Alan Shapiro / Frank Wascheck (Hrsg.), Bodies in Transition. Dissolving the Boundaries of Embodied Knowledge, Paderborn 2015.
[37] Daniel H. Garrison (Hrsg.), A Cultural History of the Human Body in Antiquity (750 BCE–1000 CE) (A Cultural History of the Human Body Bd. 1), Oxford / New York 2010.
[38] Florence Gherchanoc (Hrsg.), L’histoire du corps dans l’Antiquité. Bilan historiographique (Dialogues d’Histoire Ancienne. Supplément 14), Besançon 2015.
[39] Lydie Bodiou / Véronique Mehl (Hrsg.), Dictionnaire du corps dans l’Antiquité, Rennes 2019.
[40] Die Entwicklung der eng verwandten Felder der Geschichte der Sexualität und der Geschlechtergeschichte der Antike seit etwa den 1970er-Jahren sind in jüngerer Zeit häufiger Gegenstand von forschungshistorischen Überblicken gewesen. Insbesondere Marilyn Skinner, die an dieser Entwicklung selbst beteiligt gewesen ist, hat hier mehrere äußerst nützliche Zusammenfassungen zu verschiedenen Aspekten vorgelegt: Marilyn B. Skinner, Sex, in: Garrison (Hrsg.), Cultural History of the Human Body, S. 67–82 und S. 283–287 (Endnoten); Dies., Feminist Theory, in: Benjamin K. Hubbard (Hrsg.), A Companion to Greek and Roman Sexualities, Malden, Mass. / Oxford 2014, S. 1–16. Siehe auch die Einleitung zu Skinners wichtigem Überblickswerk: Dies., Sexuality in Greek and Roman Culture, Malden, Mass. / Oxford 2005, S. 1–20. Die Entwicklungsgeschichte wird im vorliegenden Abschnitt aufgegriffen, da ihre Kenntnis das Verständnis vieler in der jüngeren Forschung geführten Diskussionen erleichtert; im hiesigen Zusammenhang kann sie angesichts des Fokus auf jüngere Arbeiten freilich nur angerissen werden.
[41] Michel Foucault, Der Wille zum Wissen. Sexualität und Wahrheit 1, Frankfurt am Main 1977.
[42] Foucault, Der Wille zum Wissen, S. 61.
[43] Michel Foucault, Der Gebrauch der Lüste. Sexualität und Wahrheit 2, Frankfurt am Main 1989, S. 10.
[44] Foucault, Der Gebrauch der Lüste, S. 11f.
[45] Die deutschen Übersetzungen der ersten beiden Bände erschienen erst in den späten 1980er-Jahren: Foucault, Der Gebrauch der Lüste; Ders., Die Sorge um sich; 2019 erschien dann Ders., Die Geständnisse des Fleisches.
[46] Veynes Einfluss wird insbesondere in Band 3 spürbar (s. etwa Kap. III 1, „Die Rolle der Ehe“, S. 98–109). Vgl. Paul Veyne, La famille et l’amour sous le Haut-Empire romain, in: Annales ESC 33 (1978), S. 35–63; Ders., Homosexualität im antiken Rom, in: Philippe Ariès / Andre Béjin / Michel Foucault (Hrsg.), Die Masken des Begehrens und die Metamorphosen der Sinnlichkeit. Zur Geschichte der Sexualität im Abendland, Frankfurt am Main 1984, S. 40–49.
[47] Kenneth Dover, Greek Homosexuality, London 1978.
[48] Dover, Greek Homosexuality, S. 100–109.
[49] Foucault, Der Gebrauch der Lüste, S. 15.
[50] David M. Halperin, One Hundred Years of Homosexuality and Other Essays on Greek Love, New York 1990; John J. Winkler, The Constraints of Desire. The Anthropology of Sex and Gender in Ancient Greece, New York 1990; vgl. außerdem den im selben Jahr von beiden Autoren gemeinsam mit Froma Zeitlin herausgegebenen Sammelband: David M. Halperin / John J. Winkler / Froma I. Zeitlin (Hrsg.), Before Sexuality. The Construction of Erotic Experience in the Ancient Greek World, Princeton 1990. Halperin hat während der 1990er-Jahre mit einer ganzen Reihe von Beiträgen nachgelegt, die 2002 in einem Band vereint wurden: David M. Halperin, How to Do the History of Homosexuality, Chicago / London 2002.
[51] Halperin, One Hundred Years, S. 17–40; Winkler, Constraints of Desire, S. 17–23.
[52] So zusammenfassend Marilyn B. Skinner, Ancient Sexuality at a New Crossroads: Beyond Binarism (paper presented at Amherst College, March 27 2015), S. 4; vgl. Halperin, One Hundred Years, S. 18f., der sich hier gegen die essentialistische Position John Boswells wendet (dazu s.u.).
[53] Zum ersten Vorwurf Amy Richlin, Zeus and Metis: Foucault, Feminism, Classics, in: Helios 18 (1991), S. 160–180; zum zweiten dies., Introduction, in: Dies., The Garden of Priapus, New York 1992 (2. Auflage), S. xvii–xx; xxii–xvi. Viele der kritischen Positionen zu Dover, Foucault und den von ihnen geprägten späteren Beiträgen finden sich in einem 1998 erschienenen wichtigen Sammelband vereint: David H. J. Larmour / Paul A. Miller / Charles Platter (Hrsg.), Rethinking Sexuality. Foucault and Classical Antiquity, Princeton 1998.
[54] Richlin, Introduction, S. xiv; Ellen Greene, Sappho, Foucault, and Women’s Erotics, in: Arethusa 29 (1996), S. 1–14; Lin Foxhall, Pandora Unbound. A Feminist Critique of Foucault’s History of Sexuality, in: Larmour / Miller / Platter (Hrsg.), Rethinking Sexuality, S. 122–137; insbes. S. 123f.
[55] Marilyn Skinner, Zeus and Leda. The Sexuality Wars in Contemporary Classical Scholarship, in: Thamyris 3 (1996), S. 103–123.
[56] Joan W. Scott, Gender: A Useful Category of Historical Analysis, in: The American Historical Review 91 (1986), S. 1053–1075; Judith Butler, Gender Trouble. Feminism and the Subversion of Identity, New York / London 1990. Ungeachtet der teils polemisch geführten Auseinandersetzungen ist es wichtig, die gegenseitige Befruchtung der beiden Felder im Blick zu behalten: Skinner, Sexuality Wars, S. 112f.
[57] Für einen monographischen Beitrag zur Debatte siehe Eckhard Meyer-Zwiffelhoffer, Im Zeichen des Phallus. Die Ordnung des Geschlechtslebens im antiken Rom, Frankfurt am Main 1995. Auf dem Gebiet der Geschlechtergeschichte vgl. auch Thomas Späth, Männlichkeit und Weiblichkeit bei Tacitus. Zur Konstruktion der Geschlechter in der römischen Kaiserzeit, Frankfurt am Main 1994. Die ursprünglich auf Italienisch erschienene Monographie von Eva Cantarella, Secondo natura. La bisessualità nel mondo antico, Rom 1988 (englische Übersetzung: dies., Bisexuality in the Ancient World, New Haven / London 1992) setzt sich in diachroner Perspektive mit den antiken Zeugnissen insbesondere zur Homosexualität auseinander, versteht sich aber als klassische Quellenstudie und knüpft daher kaum an die seit den 1970er-Jahren aufgekommenen theoretischen Diskussionen an.
[58] Zur Thematik der körperlichen Integrität s. etwa Halperin, One Hundred Years, S. 95f.; Jonathan Walters, Invading the Roman Body. Manliness and Impenetrability in Roman Thought, in: Judith P. Hallett / Marilyn Skinner (Hrsg.), Roman Sexualities, Princeton 1998, S. 29–43.
[59] Thomas Laqueur, Making Sex. Body and Gender from the Greeks to Freud, Cambridge, Mass. / London 1990.
[60] Helen King, The One-Sex Body on Trial. The Classical and Early Modern Evidence, Farnham / Burlington 2013.
[61] Richlin, Introduction, S. xxv.
[62] Amy Richlin, The Garden of Priapus. Sexuality and Aggression in Roman Humor, New Haven / London 1983.
[63] Judith P. Hallett, Women as Same and Other in Classical Roman Elite, in: Helios 16 (1989), S. 59–78; vgl. Dies., Female Homoeroticism and the Denial of Roman Reality in Latin Literature, in: Dies. / Marilyn B. Skinner (Hrsg.), Roman Sexualities, Princeton 1997, S. 255–273. Vgl. zu diesem Themenkomplex auch Späth, Männlichkeit und Weiblichkeit.
[64] Rebecca Langlands, Sexual Morality in Ancient Rome, Cambridge 2006.
[65] Meyer-Zwiffelhoffer, Im Zeichen des Phallus.
[66] Craig A. Williams, Roman Homosexuality. Ideologies of Masculinity in Classical Antiquity, Oxford 2010 (2. Auflage). Die zweite Fassung ist gegenüber der ersten Auflage von 1999 deutlich erweitert worden und enthält zudem ein auch forschungsgeschichtlich erhellendes Vorwort von Martha Nussbaum.
[67] Vgl. zur Problematisierung von Foucault bspw. Giulia Sissa, Eros tiranno. Sessualità e sensualità nel mondo antico, Rom / Bari 2003 (englische Übers.: Sex and Sensuality in the Ancient World, New Haven / London 2008), die Foucaults auf die sexuellen Akte reduziertem Verständnis von eros und der mit ihm verknüpften Klassifizierung der Sexualität als moderne Erfindung das Konzept der „sensuality“ entgegenhält, das sie als ein latentes, in starkem Maße körperlich geprägtes Gefühl des Verlangens umschreibt (ebd., S. 6f.).
[68] James Davidson, The Greeks and Greek Love. A Radical Reappraisal of Homosexuality in Ancient Greece, London 2007. Eine zentrale Vorarbeit ist Ders., Dover, Foucault and Greek Homosexuality. Penetration and the Truth of Sex, in: Past & Present 170 (2001), S. 3–51.
[69] Mit einer ähnlichen Kritik an Foucaults Blick auf antike Homosexualität etwa Amy Richlin, Foucault’s History of Sexuality. A Useful Theory for Women? In: Larmour / Miller / Platter (Hrsg.), Rethinking Sexuality, S. 138–170, hier: S. 148. Als gegen das Penetrationsmodell gerichtet verstanden werden kann auch Langlands, Sexual Morality.
[70] So insbesondere in den Besprechungen von Thomas K. Hubbard in H-Histsex (Februar 2009) (http://www.williamapercy.com/wiki/index.php?title=Thomas_Hubbard%27s_review_of_James_Davidson%27s_book) und von Beert Verstraete in Bryn Mawr Classical Review (BMCR 2009.09.61) (https://bmcr.brynmawr.edu/2009/2009.09.61/) mit einer starke persönliche Anschuldigungen enthaltenden Antwort (https://bmcr.brynmawr.edu/2009/2009.11.03/) von Davidson. Für eine Kritik an der Romantisierung vgl. auch Kirk Ormand, Foucault’s _History of Sexuality and the Discipline of Classics, in: Thomas K. Hubbard (Hrsg.), A Companion to Greek and Roman Sexualities, Malden, Mass. / Oxford 2014, S. 56–68, hier: S. 67.
[71] John Boswell, Christianity, Social Tolerance, and Homosexuality. Gay People in Western Europe from the Beginning of the Christian Era to the Fourteenth Century, Chicago 1980.
[72] Zur Kritik Halperin, One Hundred Years, S. 18f.; Skinner, Sex, S. 6f.
[73] Aline Rousselle, Porneia. De la maîtrise du corps à la privation sensorielle, IIe-IVe siècles de l’ère chrétienne, Paris 1983.
[74] Vgl. Veyne, La famille et l’amour.
[75] Kyle Harper, From Shame to Sin. The Christian Transformation of Sexual Morality in Late Antiquity, Cambridge, Mass., 2013.
[76] Harper, From Shame to Sin, S. 3; 4f.
[77] Thomas K. Hubbard (Hrsg.), A Companion to Greek and Roman Sexualities, Malden, Mass. / Oxford 2014.
[78] Tatiana Ivleva / Rob Collins (Hrsg.), Un-Roman Sex. Gender, Sexuality, and Lovemaking in the Roman Provinces and Frontiers, London 2020.
[79] Mark Masterson / Nancy Sorkin Rabinowitz / James Robson (Hrsg.), Sex in Antiquity. Exploring Gender and Sexuality in the Ancient World, London / New York 2015.
[80] Brooke Holmes, Gender. Antiquity and Its Legacy, London / New York 2012, S. 109: „The scholarship in the field of ancient sexuality represents some of the most rigorous, sophisticated and probing research on classical antiquity of the past two decades. But the terms in which the debates unfolded can feel like forced disjunctions: acts or identities; sexuality or gender; penetration or self-mastery; the past as continuous with the present or the past as completely alien. Now that the smoke has settled, it’s easier to see that these binaries, like others that we’ve considered, offer false choices.“ Vgl. Skinner, Ancient Sexuality at a New Crossroads sowie Holmes’ kürzlich veröffentlichte Kritik am ebenfalls auf binären Oppositionen aufbauenden Ansatz von Laqueur, den sie aus diesem Grund endgültig als Modell verabschieden möchte: Brooke Holmes, Let Go of Laqueur. Towards New Histories of the Sexed Body, in: Eugesta 9 (2019), S. 136–175.
[81] Vgl. zu dieser Thematik etwa die Untersektion zu „Influence and Reception“ in Hubbard, Companion, S. 534–628 oder Daniel Orrells, Sex. Antiquity and Its Legacy, London / New York 2015, der den Einfluss der lateinischen Sprache und klassischer Texte auf moderne medizinische Klassifizierungen untersucht sowie Alastair J. L. Blanshard, Sex. Vice and Love from Antiquity to Modernity, Chichester / Malden, Mass. 2010, der einen breiten rezeptionsgeschichtlichen Bogen spannt und dabei einerseits „roman vice“ als Residuum erotisch-pornographischer Fantasie und andererseits „greek love“ als einen ästhetisierenden Bezugspunkt für die Formation moderner homosexueller Identitäten in den Blick nimmt.
[82] Caroline Walker Bynum, Why all the Fuss about the Body? A Medievalist’s Perspective, in: Critical Inquiry 22 (1995), S. 1–33, auf Deutsch Dies., Warum das ganze Theater mit dem Körper? Die Sicht einer Mediävistin, in: Historische Anthropologie 4 (1996), S. 1–33; Zitat: 1. Zum weiteren Kontext dieses Aufsatzes s.u. Abschnitt „V. Der Körper in Philosophie und Christentum: Die Erosion der ‚Körperfeindlichkeit‘“.
[83] Vgl. Cordula Nolte / Bianca Frohne / Uta Halle / Sonja Kerth (Hrsg.), Dis/ability History der Vormoderne. Ein Handbuch, Affalterbach 2017, dort besonders: Dies., Ein neues Forschungsfeld nimmt Gestalt an, in: Ebd., S. 32–40 und Anna Waldschmidt / Elsbeth Bösl, Nacheinander/Miteinander: Disability Studies und Dis/ability History, in: Ebd., S. 40–49. Während sowohl Gender wie Disability sich für die Antike als sehr fruchtbare Analysekategorien erwiesen haben, ist die Frage nach Rassismus mit der gewichtigen Ausnahme von Benjamin Isaac, The Invention of Racism in Classical Antiquity, Princeton 2004 bislang kaum systematisch behandelt worden, was nicht daran liegt, dass es in der Antike keine pejorative Abwertung des „Anderen“ gegeben hätte, sondern daran, dass fraglich ist, inwieweit der moderne, von Biologismen geprägte Rassismusbegriff – anders als etwa das breiter gefasste Konzept von „ethnicity“ – hierfür eine adäquate Analysekategorie ist; eine Problematisierung der Kategorie „Race“ mit Blick sowohl auf die Antike wie auch die Antikenrezeption bietet Denise Eileen McCoskey, Race. Antiquity and Its Legacy, London 2012.
[84] Verwiesen sei hier exemplarisch auf die Arbeiten von Irina Metzler zu „disability“ im Mittelalter, die aber auch Rückverweise auf die Antike enthalten, insbesondere Irina Metzler, Disability in Medieval Europe. Thinking about Physical Impairment during the High Middle Ages, c. 1100–1400, London / New York 2006 mit einem exzellenten, auch die Antike umfassenden konzeptionellen Forschungsüberblick (ebd., S. 11–37) sowie Dies., A Social History of Disability in the Middle Ages. Cultural Considerations of Physical Impairment, London / New York 2013 und Dies., Fools and Idiots? Intellectual Disability in the Middle Ages, Manchester 2016.
[85] Véronique Dasen, Dwarfs in Ancient Egypt and Greece, Oxford 1993 (2. Auflage 2013). In Aufsätzen ist das Thema bereits vorher aufgegriffen worden, so etwa bei Herbert Grassl, Behinderte in der Antike. Bemerkungen zur sozialen Stellung und Integration, in: Tyche 1 (1986), S. 118–126 oder in etwa zeitgleich mit Dasen in Ingomar Weiler, Körperbehinderte aus der Sicht des Althistorikers, in: Gerhard Fetka-Einsiedler / Gerfried Förster (Hrsg.), Diskriminiert? Zur Situation der Behinderten in unserer Gesellschaft, Graz 1994, S. 7–23 (Nachdruck in: Ingomar Weiler, Die Gegenwart der Antike. Ausgewählte Schriften zu Geschichte, Kultur und Rezeption des Altertums, Darmstadt 2004, S. 285–302).
[86] Robert Garland, The Eye of the Beholder. Deformity and Disability in the Graeco-Roman World, Bristol 1995 (2. Auflage 2010).
[87] Martha L. Rose, The Staff of Oedipus. Transforming Disability in Ancient Greece, Michigan 2003.
[88] Lisa Trentin, The Hunchback in Hellenistic and Roman Art, London / New York 2015.
[89] Henning Wirth, Die linke Hand. Wahrnehmung und Bewertung in der griechischen und römischen Antike, Stuttgart 2010; Edith Humer, Linkshändigkeit im Altertum. Zur Wertigkeit von Links, der linken Hand und Linkshändern in der Antike, Tönning 2006; vgl. Dies., Linkshändigkeit im Altertum – eine Behinderung?, in: Rupert Breitwieser (Hrsg.), Behinderungen und Beeinträchtigungen / Disability and Impairment in Antiquity, Oxford 2012, S. 123–130.
[90] Anna Rebecca Solevåg, Negotiating the Disabled Body. Representations of Disability in Early Christian Texts, Atlanta 2018.
[91] Rupert Breitwieser (Hrsg.), Behinderungen und Beeinträchtigungen / Disability and Impairment in Antiquity, Oxford 2012.
[92] Christian Laes / Chris F. Goodey / M. Lynn Rose (Hrsg.), Disabilities in Roman Antiquity. Disparate Bodies a capite ad calcem, Leiden / Boston 2013.
[93] Christian Laes (Hrsg.), Disability in Antiquity, London 2017.
[94] Christian Laes (Hrsg.), A Cultural History of Disability in Antiquity. London 2020.
[95] Ellen Adams (Hrsg.), Disability Studies and the Classical Body. The Forgotten Other, London 2021.
[96] Christian Laes, Beperkt? Gehandicapten in het Romeinse Rijk, Leuven 2014 [non vidi]; Ders., Disability and the Disabled in the Roman World. A Social and Cultural History, Cambridge 2018.
[97] Caroline Husquin, L’intégrité du corps en question. Perceptions et représentations de l’atteinte physique dans la Rome antique, Rennes 2020.
[98] Vgl. die über 600 Titel umfassende Bibliographie (Stand: November 2021) zu antiken „Disability-Studies“ auf der von Christian Laes initiierten Website https://www.disabilityhistory-ancientworld.com (22.12.2021).
[99] Garland, The Eye of the Beholder, S. 87–104 widmete dem physiognomischen Bewusstsein ein Kapitel seines Buches, bei dem freilich die Schriften der Physiognomiker lediglich den Ausgangspunkt bilden, um dann die Vielschichtigkeit solch scheinbar simplen Postulate, die in der Literatur immer wieder unterlaufen werden, zu beleuchten. Zu nennen sind hier aber v.a. die diesbezüglich einschlägigen Publikationen von Ingomar Weiler gesammelt in Ingomar Weiler, Die Gegenwart der Antike. Ausgewählte Schriften zu Geschichte, Kultur und Rezeption des Altertums, Darmstadt 2004 (spez. S. 303–348) sowie Ders., Das Kalokagathia-Ideal und der ,hässliche‘ Athletenkörper, in: Mauritsch (Hrsg.), Körper im Kopf, S. 95–121 und Ders., Zur Physiognomie und Ikonographie behinderter Menschen in der Antike, in: Breitwieser (Hrsg.), Behinderungen und Beeinträchtigungen, S. 11–24. Immer noch nützlich ist der Katalog einschlägiger Stellen in der antiken Literatur von Elizabeth C. Evans, Physiognomics in the Ancient World, Philadelphia 1969.
[100] Tamsyn S. Barton, Power and Knowledge. Astrology, Physiognomics, and Medicine in the Roman Empire, Michigan 1994, S. 95–131.
[101] Sabine Vogt, Aristoteles. Physiognomonica. Übersetzt und kommentiert (Aristoteles Werke in deutscher Übersetzung. Bd. 18 Opuscula 6), Berlin 1999; Simon Swain (Hrsg.), Seeing the Face, Seeing the Soul. Polemon’s „Physiognomy“ from Classical Antiquity to Medieval Islam, Oxford / New York 2007.
[102] Dasen / Wilgaux (Hrsg.), Langages et métaphores du corps; vgl. auch Jean-Baptiste Bonnard / Véronique Dasen / Jérôme Wilgaux, Les technai du corps. La médecine, la physiognomonie et la magie, in: Gherchanoc (Hrsg.), L’histoire du corps dans l’Antiquité, S. 169–190.
[103] Zur antiken Medizin s. in neuerer Zeit Vivian Nutton, Ancient Medicine, London / New York 2012 (2. Auflage) und mit einem speziellen Fokus auf körpergeschichtliche Fragen den Überblick von Patrick MacFarlane, Health and Disease, in: Garrison (Hrsg.), Cultural History of the Human Body, S. 45–66.
[104] Helen King (Hrsg.), Health in Antiquity, London 2005.
[105] Jane Draycott (Hrsg.), Prostheses in Antiquity, London 2019. Für die restlichen bislang sechs Bände der Reihe, die ein sehr weites Themenspektrum abdeckt s.: https://www.routledge.com/Medicine-and-the-Body-in-Antiquity/book-series/MBA (22.12.2021).
[106] Holmes, The Symptom and the Subject; vgl. auch den breiten Überblick bis in die Spätantike in Dies, Medical Knowledge and Technology, in: Garrison (Hrsg.), Cultural History of the Human Body, S. 83–105. Zur Fruchtbarkeit, medizinische Texte in Hinblick auf solche auch in der Philosophie prominent behandelten Fragen zu lesen, s. auch Philip van der Eijk, Medicine and Philosophy in Classical Antiquity. Doctors and Philosophers on Nature, Soule, Health and Disease, Cambridge 2005; zur Sorge um das „Selbst“ in körperlicher und geistiger Hinsicht s. ferner Meister, Selbstsorge.
[107] Catharine Edwards, The Suffering Body. Philosophy and Pain in Seneca’s Letters, in: Porter (Hrsg.), Constructions of the Classical Body, S. 252–268; Helen King, Chronic Pain and the Creation of Narrative, in: Ebd., S. 269–286; Laurien Zurhake, Chronic Pain and Illness. Pain and Meaning: Interpreting Chronic Pain and Illness in Greco-Roman Antiquity, in: Laes (Hrsg.), A Cultural History of Disability in Antiquity, S. 47–65.
[108] Judith Perkins, The Suffering Self. Pain and Narrative Representation in Early Christian Era, London / New York 1995.
[109] Foucault, Die Sorge um sich, spez. S. 53–94.
[110] Jean-Christophe Courtil (Hrsg.), La souffrance physique dans l’Antiquité. Théories et représentations, Toulouse 2012. Es handelt sich dabei um eine Nummer der Zeitschrift Pallas, in der Aufsätze zum Schmerz in der antiken Medizin, der Philosophie sowie die Darstellung von Leiden und Schmerz in Kunst und Literatur vereinigt sind – nebst Ausblicken zur Darstellung des Schmerzes in der hellenistischen Kunst und zum Liebesschmerz im Mittelalter liegt dabei der Fokus klar auf der römischen Kaiserzeit, zu der Courtil selbst drei Jahre später eine gewichtige Monographie vorlegen sollte (s.u.). Dass Dossier umfasst rund 150 Seiten, der Rest der Pallas-Nummer ist passenderweise einer Hommage an Aline Rousselle, einer Pionierin der römischen Geschlechtergeschichte gewidmet.
[111] Jean-Christophe Courtil, Sapientia contemptrix doloris. Le corps souffrant dans l’œuvre philosophique de Sénèque, Brüssel 2015.
[112] L. Stephanie Cobb, Divine Deliverance. Pain and Painlessness in Christian Martyr Texts, Oakland 2017.
[113] Daniel King, Experiencing Pain in Imperial Greek Culture, Oxford 2018.
[114] Zu nennen wäre hier noch William V. Harris (Hrsg.), Pain and Pleasure in Classical Times, Leiden / Boston 2018, ein Sammelband, dessen Beiträge allerdings weit über das Thema des körperlichen Schmerzes (der durchaus auch Thema ist) hinausgehen und auch psychischen Schmerz zusammen mit Freude und Lust (und die Kombination aus beidem in Form der Schadenfreude) in den Blick nehmen; der Ansatz ist daher eher emotionsgeschichtlich bzw. eine sehr weit gefasste Geschichte der Sinne.
[115] Zu den extremen Formen der Gewaltdarstellung in der Literatur beginnend mit den Bürgerkriegen der untergehenden Republik s. Martin Zimmermann, Gewalt. Die dunkle Seite der Antike, München 2013, S. 278–375.
[116] Daniel Ogden, The Crooked Kings of Ancient Greece, London 1997.
[117] Husquin, L’intégrité du corps en question, S. 275–302.
[118] Anne Gangloff / Brigitte Maire (Hrsg.), La santé du prince. Corps, vertus et politique dans l’Antiquité romaine, Grenoble 2020.
[119] Ernst Kantorowicz, Die zwei Körper des Königs. Eine Studie zur politischen Theologie des Mittelalters, München 1990 [The King’s Two Bodies. A Study in Medieval Political Theology, Princeton 1957].
[120] Michel Foucault, Überwachen und Strafen, Frankfurt am Main 1976 [Surveiller et punir, Paris 1975].
[121] Peter Schöttler, Ernst Kantorowicz in Frankreich, in: Robert L. Benson / Johannes Fried (Hrsg.), Ernst Kantorowicz. Erträge der Doppeltagung Institute for Advanced Study, Princeton, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, Stuttgart 1997, S. 144–161, hier: S. 145f.
[122] Siehe dazu den Epilog des Buches: Kantorowicz, Zwei Körper, S. 487–496.
[123] Kantorowicz, Zwei Körper, S. 496.
[124] Kantorowicz, Zwei Körper, S. 40–42.
[125] Kantorowicz, Zwei Körper, S. 488–493.
[126] John Z. Wee (Hrsg.), The Comparable Body. Analogy and Metaphor in Ancient Mesopotamian, Egyptian and Greco-Roman Medicine, Leiden 2017.
[127] Schon Wilhelm Nestle, Die Fabel des Menenius Agrippa, in: Klio 21 (1927), S. 351–360 hat die Analogie vom menschlichen Organismus vom 5. Jh. v.Chr. bis zu Paulus nachverfolgt (ebd., S. 354–359). Eine Einordnung der Antike in längerfristige Traditionslinien bietet Hans Kloft, Corpus rei publicae. Bemerkungen zur Institutio Traiani und zur organologischen Staatsauffassung im Mittelalter, in: Wolfgang Schuller (Hrsg.), Antike in der Moderne, Konstanz 1985, S. 137–170.
[128] Rainer Guldin, Körpermetaphern. Zum Verhältnis von Politik und Medizin, Würzburg 2000.
[129] Roger Brock, Greek Political Imagery from Homer to Aristotle, London / New York 2013, S. 69–82; vgl. Ders., Sickness in the Body Politic. Medical Imagery in the Greek Polis, in: Valerie M. Hope / Eireann Marshall (Hrsg.), Death and Disease in the Ancient City, London 2000, S. 24–34; Ders., The Body as a Political Organism in Greek Thought, in: Francis Prost / Jérôme Wilgaux (Hrsg.), Penser et représenter le corps, S. 351–359. Zur Verwendung von Körpermetaphern im politischen Kontext durch Thukydides siehe auch Lisa Kallet, The Diseased Body Politic, Athenian Public Finance, and the Massacre at Mykalessos (Thucydides 7.27–29), in: The American Journal of Philology 120 (1999), S. 223–244.
[130] Brian Walters, The Deaths of the Republic. Imagery of the Body Politic in Ciceronian Rome, Oxford 2020. Zum body politic im republikanischen Rom siehe auch Julia Mebane, Pompey’s Head and the Body Politic in Lucan’s “De bello civili”, in: Transactions of the American Philological Association 146 (2016), S. 191–215; zum metaphorischen corpus rei publicae und der Frage, inwiefern dieses durch den Princeps verkörpert werden konnte, s. ferner Jan B. Meister, Der Körper des Princeps. Zur Problematik eines monarchischen Körpers ohne Monarchie, Stuttgart 2012, S. 153–192.
[131] Michael Squire, Corpus imperii. Verbal and Visual Figurations of the Roman ‘Body Politic’, in: Word & Image 31 (2015), S. 305–330.
[132] Squire, Corpus imperii, S. 311: „To return to Kantorowicz’s terminology, we might say that the visually displayed body of the emperor came not merely to represent an image of the individual (the ‘body natural’), but also to incorporate within it a materialized idea of an abstract ‘body politic’.“
[133] Vgl. Imke Schmincke, Body Politic – Biopolitik – Körperpolitik. Eine begriffsgeschichtliche Rekonstruktion der Body Politics, in: Body Politics 7/11 (2019), S. 15–40, hier: S. 22.
[134] Foucault, Der Wille zum Wissen, S. 134–140.
[135] Catharine Edwards, The Politics of Immorality in Ancient Rome, Cambridge 1993, S. 63–97.
[136] Maud Gleason, Making Men. Sophists and Self-Presentation in Ancient Rome, Princeton 1995.
[137] Anthony Corbeill, Nature Embodied. Gesture in Ancient Rome, Princeton / Oxford 2004.
[138] Manches davon ist bereits in Egon Flaigs Arbeiten seit den 1990er-Jahren zur „ritualisierten Politik“ angelegt, die stark auf performative Elemente abheben; s. dazu synthetisch die auf verschiedenen früheren Aufsätzen basierende Monographie: Ritualisierte Politik. Zeichen, Gesten und Herrschaft im Alten Rom, Göttingen 2003. Ebenfalls bereits in den 1990er-Jahren hat Dirk Barghop den Versuch unternommen, Bourdieus Begriff des Habitus auf die Senatsaristokratie der frühen Kaiserzeit anzuwenden: Er geht von einem festen republikanischen Habitus aus, dessen Überdauern in der Kaiserzeit regelmäßig zu Konflikten geführt habe: Dirk Barghop, Forum der Angst. Eine historisch-anthropologische Studie zu Verhaltensmustern im römischen Kaiserreich, Frankfurt am Main / New York 1994. Die Frage der senatorischen Körpersymbolik hat auch Jan Meister behandelt (Meister, Körper des Princeps, S. 21–107; dazu s.u.; ferner Ders., Pisos Augenbrauen. Zur Lesbarkeit aristokratischer Körper in der späten römischen Republik, in: Historia 58 (2009), S. 71–95), der freilich zu abweichenden Ergebnissen kommt: Er weist auf die Ambivalenz der Deutungsrahmen hin, die es erlaubten, dieselben Körper entweder als urban-kultiviert oder aber als effeminiert zu interpretieren, während umgekehrt struppig-männliche Körper nicht nur positiv, sondern auch als bäurisch und ungepflegt gesehen werden konnten, was den Akteuren Handlungsspielräume zur körperlichen Selbststilisierung eröffnete. Selten geblieben sind chronologische Ausblicke über die römische Kaiserzeit hinaus: S. etwa zum Habitus des „modest behaviour“ bei spätrömischen Frauen der Oberschicht Kate Wilkinson, Women and Modesty in Late Antiquity, Cambridge 2015.
[139] Bernadette Descharmes, Von Bürgern und Bärten. Männlichkeit und Politik im klassischen Athen, in: Historische Anthropologie 23 (2015), S. 253–273; Grundmann, Haut und Haar.
[140] Mit explizit körpergeschichtlichem Fokus s. Catherine Baroin, Les cicatrices ou la mémoire du corps, in: Moreau (Hrsg.), Corps Romains, S. 27–46 und Meister, Körper des Princeps, S. 95–104.
[141] Philippe Moreau, Positions du corps, gestes et hiérarchie sociale à Rome, in: Ders. (Hrsg.), Corps Romains, S. 179–200.
[142] Prost / Wilgaux (Hrsg.), Penser et représenter le corps.
[143] Meister, Körper des Princeps.
[144] Giovanni-Battista Lanfranchi / Robert Rollinger (Hrsg.), The Body of the King. The Staging of the Body of the Institutional Leader from Antiquity to Middle Ages in East and West, Padua 2016.
[145] Siehe die entsprechenden Hinweise etwa in den Beiträgen von Martin Lang (S. 34) und Monika Frass (S. 168), sowie insbesondere die in einem Kommentar von Tzivi Abusch geäußerten Bedenken (S. 68). Vgl. auch den konzeptionellen Beitrag von Christina Antenhofer (S. 1–23), in dem deutlich zum Tragen kommt, dass Kantorowicz’ Buch zwar ein großes heuristisches Potential aufweist, aber keineswegs auf die Bereitstellung eines theoretischen Grundgerüstes, schon gar nicht für eine Körpergeschichte, abzielt. Die entscheidenden Anregungen, die Kantorowicz für eine Geschichte des Körpers im politischen Diskurs bietet, sieht Antenhofer vor diesem Hintergrund im Aufzeigen multipler Körpersemantiken sowie allgemeiner in der Hinwendung zu einer kulturhistorisch fundierten Politikgeschichte.
[146] Zu den Achämeniden vgl. Lloyd Llewellyn-Jones, “That My Body is Strong”. The Physique and Appearance of Achaemenid Monarchy, in: Boschung / Shapiro / Wascheck (Hrsg.), Bodies in Transition, S. 211–248.
[147] In jüngster Zeit kommt in dieses Feld einige Dynamik. Für einen Blick auf die „lange Spätantike“ im oströmischen Reich siehe Bogdan-Petru Maleon, The Emperor’s Body in Byzantine Political Ideology and the Significances of Eye Language, in: Classica et Christiana 10 (2015), S. 225–238, dessen Diagnose eines bis in die byzantinische Zeit vorhaltenden Einflusses von durch Eusebius entwickelten Körperkonzeptionen aber von einem allzu stark von Kontinuität geprägten Bild ausgeht. Kontinuitäten zum klassischen Altertum insbesondere in den Modi der Darstellung römischer Kaiser untersucht Jonas Borsch, Schriftliche Bildnisse. Personalisierte Erinnerung in Malalas’ Portraits, in: Jonas Borsch / Olivier Gengler / Mischa Meier (Hrsg.), Die Weltchronik des Johannes Malalas im Kontext spätantiker Memorialkultur, Stuttgart 2019, S. 49–81. Auf den Umgang mit dem kranken Kaiserkörper blickt Christian Laes, Power, Infirmity and ‘Disability’. Five Case Stories on Byzantine Emperors and Their Impairments, in: Byzantinoslavica 77 (2019), S. 211–229. Mit ähnlichem Schwerpunkt, aber unter Zuspitzung auf das Verhältnis von Kaiserkörper und Sakralität: Jonas Borsch, Healing and Being Healed: Justinian, Imperial Illness, and the Emperor’s Body between Human Vulnerability and Divine Protection, in: Julia Doroszewska (Hrsg.), Boundaries of Holiness, Frontiers of Sainthood. Negotiating the Image of the Christian Holy Figures and Saints in Late Antiquity and Beyond, Turnhout (im Druck). Für eine Analyse der Darstellung kaiserlicher ponoi als Mittel der Herrschaftsstabilisierung siehe zudem die Analyse in Nadine Viermans neuer, strukturhistorisch orientierter Herakleios-Biographie: Nadine Viermann, Herakleios, der schwitzende Kaiser. Die oströmische Monarchie in der ausgehenden Spätantike, Berlin / Boston 2021, S. 186–251.
[148] Anne Gangloff / Gilles Gorre (Hrsg.), Le corps des souverains dans les mondes hellénistique et romain, Rennes (im Druck).
[149] Siehe https://sites-recherche.univ-rennes2.fr/tempora/wp-content/uploads/2020/08/Colloque-2018-Corps-des-souverains-programme.pdf (22.12.2021).
[150] Siehe den Beitrag von Marie Widmer („Le corps des reines séleucides“).
[151] Siehe die entsprechenden Beiträge von Henri Fernoux („Les notables des cités grecques d’Asie Mineure et le corps du souverain [IIe siècle av. J.-C. - IIe siècle ap. J.-C.]“) und Gilles Gorre („Du corps du roi au corps des fonctionnaires“).
[152] Christophe Vendries, Déformer et caricaturer le corps de l’empereur. Réalité antique ou invention moderne, in: Gangloff/Gorre, Le corps des souverains (im Druck).
[153] Anthony Corbeill, Controlling Laughter. Political Humor in the Late Roman Republic, Princeton 1996, hier: S. 14–56; vgl. dazu differenzierend Jan B. Meister, „Schönes Material zum Scherzen“? Körperliche Besonderheiten in römischen Invektiven, in: Uwe Israel / Jürgen Müller (Hrsg.), Körper-Kränkungen. Der menschliche Leib als Medium der Herabsetzung, Frankfurt und New York 2021, S. 57–76.
[154] Uwe Israel / Jürgen Müller (Hrsg.), Körper-Kränkung. Der menschliche Leib als Medium der Herabsetzung, Frankfurt am Main 2021.
[155] Sophia Papaioannou / Andreas Serafim (Hrsg.), Comic Invective in Ancient Greek and Roman Oratory, Berlin 2021.
[156] Adrastos Omissi, Caput Imperii, Caput Imperatoris. The Display and Mutilation of the Bodies of the Emperors in Rome and Beyond, S. 296–416, in: Maximilian Lau / Caterina Franchi, Morgan Di Rodi (Hrsg.), Landscapes of Power, Oxford / New York 2014, S. 17–30.
[157] Eric R. Varner, Execution in Effigy. Severed Heads and Decapitated Statues in Imperial Rome, in: Andrew Hopkins / Maria Wyke (Hrsg.), Roman Bodies, London 2005, S. 67–77. Mark Bradley / Eric R. Varner, Missing Noses, in: Mark Bradley (Hrsg.), Smell and the Ancient Senses, London 2015, S. 171–180.
[158] Bogdan-Petru Maleon, The Torture of Bodies in Byzantium After the Riots (Sec. IV-VIII), in: Jörg Rogge (Hrsg.), Killing and Being Killed. Bodies in Battle: Perspectives on Fighters in the Middle Ages, Bielefeld 2017, S. 43–60.
[159] Lennart Gilhaus, Physische Gewalt in der griechisch-römischen Antike – Ein Forschungsbericht, in: H-Soz-Kult, 13.07.2017, www.hsozkult.de/literaturereview/id/forschungsberichte-3014 (22.12.2021).
[160] S. dazu die Forschungsdatenbank des SNF: http://p3.snf.ch/project-181093 sowie die Projektwebsite: https://www.hist.unibe.ch/forschung/forschungsprojekte/herrscherkoerper/index_ger.html (22.12.2021).
[161] John P. Wright / Paul Potter (Hrsg.), Psyche and Soma. Physicians and Metaphysicians on the Mind-Body Problem from Antiquity to Enlightenment, Oxford 2000.
[162] Richard A. H. King (Hrsg.), Common to Body and Soul. Philosophical Approaches to Explaining Living Behaviour in Greco-Roman Antiquity, Berlin 2006.
[163] Dorothea Frede / Burkhard Reis (Hrsg.), Body and Soul in Ancient Philosophy, Berlin 2009; siehe die Beiträge von Brad Inwood zu Empedokles (S. 71–86) oder von Georg Rechenauer zu Demokrit (S. 111–142). Ein wenige Jahre später ebenfalls von der Gesellschaft für antike Philosophie abgehaltener Kongress setzte sich, z.T. unter Anknüpfung an die Inhalte dieses Bandes, explizit mit Körpern – nicht nur menschlichen – auseinander, wobei der inhaltliche Schwerpunkt des resultierenden Bandes auf begriffsgeschichtlichen Annäherungen v.a. an Platon und Aristoteles liegt: Thomas Buchheim / David Meißner / Nora Wachsmann (Hrsg.), ΣΩΜΑ. Körperkonzepte und körperliche Existenz in der antiken Philosophie und Literatur, Hamburg 2016.
[164] Siehe die Beiträge von David Charles zu Aristoteles (S. 291–307) Tad Brennan zur Stoa (S. 389–407) oder Jonathan Barnes zu Tertullian (S. 447–464).
[165] Jan N. Bremmer, The Rise of the Unitary Soul and lts Opposition to the Body. From Homer to Socrates, in: Ludger Jansen, Christoph Jedan (Hrsg.), Philosophische Anthropologie in der Antike, Berlin 2010, S. 11–29.
[166] Mit einem Überblick über entsprechende Deutungen – v.a. in Ausgaben und Übersetzungen des Phaidon – siehe Johannes Hübner, Körperfeindlichkeit in Platons Phaidon? In: Buchheim / Meißner / Wachsmann (Hrsg.), ΣΩΜΑ, S. 101–120, hier: S. 101, Anm. 2.
[167] Plat. Phaid. 64e.
[168] Zur Gesundheit als (wenn auch geringes) Gut bei Platon siehe Jan Szaif, Die aretê des Leibes. Die Stellung der Gesundheit in Platons Güterlehre, in: Dorothea Frede / Burkhard Reis (Hrsg.), Body and Soul in Ancient Philosophy, Berlin 2009, S. 205–246; zum Phaidon Hübner, Körperfeindlichkeit.
[169] Coleen Zoller, Plato and the Body. Reconsidering Socratic Asceticism, Albany, NY 2018.
[170] Zoller, Plato and the Body, S. 10f. mit einigen recht kühn anmutenden kontrafaktischen Spekulationen.
[171] Siehe die Sektion zu Aristoteles im bereits zitierten Band von Buchheim / Meißner / Wachsmann, ΣΩΜΑ.
[172] Anna Marmodoro / Sophie Cartwright (Hrsg.), A History of Mind and Body in Late Antiquity, Cambridge 2018; siehe etwa die Beiträge von Sara Ahbel-Rappe zu Damaskios, von Kevin Corrigan zur christlichen Askese oder von Claudio Moreschini zu Basilius von Caesarea. Der Themenkomplex des Körper-Seele-Verhältnisses bei Neoplatonikern und frühen Christen (u.a. Prophyrius und Augustinus) wird auch in vielen Beiträgen einer Sammlung von Schriften der Spätantike-Expertin Gillian Clark aufgeworfen (Body and Gender, Soul and Reason in Late Antiquity, Aldershot 2011).
[173] Caroline Walker Bynum, The Resurrection of the Body in Western Christianity, 200–1336, New York 1995.
[174] Ebd., S. 21–114.
[175] Bynum, Warum das ganze Theater mit dem Körper?; vgl. dazu die Replik von Philipp Sarasin, Mapping the body. Körpergeschichte zwischen Konstruktivismus, Politik und „Erfahrung“, in: Historische Anthropologie 7 (1999), S. 437–451.
[176] Clare K. Rothschild / Trevor W. Thompson (Hrsg.), Christian Body, Christian Self. Concepts of Early Christian Personhood, Tübingen 2011.
[177] Brown, Die Keuschheit der Engel, bes. S. 39–46.
[178] Ebd., S. 236f.; generell zum Asketizismus im Ostreich: Ebd., S. 227–346.
[179] Barbara Feichtinger / Helmut Seng (Hrsg.), Die Christen und der Körper. Aspekte der Körperlichkeit in der christlichen Literatur der Spätantike, Leipzig 2004.
[180] Almut-Barbara Renger / Alexandra Stellmacher, Der Asketen- als Wissenskörper. Zum verkörperlichten Wissen des Simeon Stylites in ausgewählten Texten der Spätantike, in: Zeitschrift für Religions- und Geistesgeschichte 62 (2010), S. 314–338; hier: S. 337.
[181] Hannah Hunt, Clothed in the Body. Ascetism, the Body and the Spiritual in the Late Antique Era, Farnham und Burlington 2012.
[182] Ebd., S. 203.
[183] Alciati Roberto (Hrsg.), Norm and Exercise. Christian Asceticism Between Late Antiquity and Early Middle Ages, Stuttgart 2018; darin: Veit Rosenberger, Divine Diets. Food and Drink of Early Monks, in: Ebd., S. 127–138.
[184] Daniel Albrecht / Katharina Waldner (Hrsg.), „Zu Tisch bei den Heiligen…“. Askese, Nahrung und Individualisierung im spätantiken Mönchtum, Stuttgart 2019.
[185] Peter Brown, The Cult of the Saints. Its Rise and Function in Latin Christianity, Chicago 1981.
[186] Bynum, Resurrection of the Body, S. 104–108.
[187] Patricia Cox Miller, The Corporeal Imagination. Signifying the Holy in Late Ancient Christianity, Philadelphia 2009; prägnant zum „material turn“: ebd., S. 3–7.
[188] Martina Hartl, Leichen, Asche und Gebeine. Der frühchristliche Umgang mit dem toten Körper und die Anfänge des Reliquienkults, Regensburg 2018.
[189] Christoph Markschies, Gottes Körper. Jüdische, christliche und pagane Göttervorstellungen in der Antike, München 2016.
[190] Foucault, Die Geständnisse des Fleisches [Les aveux et la chair, Paris 2018].
[191] Michel Foucault, Confessions of the Flesh. The History of Sexuality Volume 4, New York 2021. Erste Reaktionen finden sich etwa bei Niki Kasumi Clements, Foucault’s Christianities, in: Journal of the American Academy of Religion 89 (2021), S. 1–40, die ausgehend vom neuen Manuskript das Oeuvre des späten Foucault einer Neubetrachtung unterzieht, der langen Rezension von Karsten Schubert (The Christian Roots of Critique. How Foucault’s Confessions of the Flesh Sheds New Light on the Concept of Freedom and the Genealogy of the Modern Critical Attitude, in: Le foucaldien 7 (2021), S. 1–11) sowie in der ebenfalls von Niki Clements mitorganisierten Tagung „Foucault’s Confessions“ vom Mai 2021, die mit teils hochkarätigen Referierenden online einsehbar ist: https://foucaultsconfessions.org (22.12.2021).

Bibliografie

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Zitation
Jan Meister / Jonas Borsch: Idealisiert, sexualisiert, materialisiert, politisiert: Antike Körper und ihre Geschichte(n), in: H-Soz-Kult, 08.02.2022, <www.hsozkult.de/literaturereview/id/forschungsberichte-5091>.