Mittelstädtische Urbanitäten - Ethnografische Feldforschung in Wels und Hildesheim

Mittelstädtische Urbanitäten - Ethnografische Feldforschung in Wels und Hildesheim

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Institut für Europäische Ethnologie, Universität Wien
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Wien
Land
Austria
Vom - Bis
01.10.2011 - 30.09.2014
Von
Katrin Ecker

Am Institut für Europäische Ethnologie läuft bis Herbst 2014 das Forschungsprojekt „Mittelstädtische Urbanitäten. Ethnographische Stadtforschung in Wels und Hildesheim“, das vom österreichischen Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) gefördert wird. Ziel des von Brigitta Schmidt-Lauber geleiteten Projektes ist es, das Verständnis des Städtischen aus alltagskulturwissenschaftlicher Perspektive auf das Leben in mittelgroßen Städten zu erweitern und die Aufmerksamkeit damit auf weithin ausgeblendete Dimensionen urbanen Lebens zu richten. Bislang konzentrierte sich die Stadtforschung vorwiegend auf Großstädte und Metropolen, in denen das „Städtische“ in besonderer Weise verortet wird, oder auf urbane Transformationsprozesse einzelner Städte oder Regionen. Aus dem Blick geriet dadurch weitgehend die Lebensrealität einer Vielzahl von Menschen: So lebt in Europa ein großer Teil der Bevölkerung in Städten mit einer Einwohnerzahl zwischen 20.000 und 250.000 und gerade nicht in Großstädten und Metropolen.

Mittelstädte werden in diesem Projekt aus der lebensweltlich-ethnographischen Perspektive der Europäischen Ethnologie untersucht und als Orte spezifischer Formen von Stadtleben erforscht. Ziel ist es, „mittelstädtische Urbanitäten“ anhand intensiver Feldforschungen vor Ort zu spezifizieren. Dadurch soll auch der weitgehend normativ ausgelegte und allein auf große Städte ausgerichtete Begriff von „Urbanität“ einer kritischen Reflexion unterzogen und pluralisiert werden. Auch die Kategorie „Mittelstadt“ selbst wird kritisch befragt, allein schon weil die numerische Bestimmung ohne sozial-räumlichen Bezug fragwürdig ist. Insofern begreift das Forschungsvorhaben die (Mittel)Stadt im Rahmen des Projektes aus praxeologischer Perspektive als prozessuales Gebilde.
Konkrete Fallbeispiele bilden zwei Städte: die Bildungs- und Kulturstadt Hildesheim im norddeutschen Bundesland Niedersachsen und die ehemalige Industriestadt Wels in Oberösterreich. Die Städte werden nach gleichem Forschungsdesign untersucht und aus vergleichender Sicht auf ihre Alltage, Repräsentationen und Spezifika hin befragt.

Um Stadt(forschungs)-Interessierten unterschiedlicher Fachrichtungen den Stand der Forschung und die geplanten Aktivitäten, Publikationen und Ergebnisse zugänglich zu machen, haben wir eine Homepage unter http://www.middletownurbanities.com eingerichtet und laden Sie hiermit herzlich ein, diese zu besuchen.

Außerdem steht eine Mailinglist zur Verfügung, über die der Fortgang des Projekts sowie damit zusammenhängende Termine kommuniziert, aber auch der fachliche Austausch und die Vernetzung befördert werden sollen. Wenn Sie Interesse an einer Aufnahme Ihrer Mailadresse in die Mailinglist haben, melden Sie sich bitte an unter:
https://lists.univie.ac.at/mailman/listinfo/middletownurbanities.

Sie können unter middletownurbanities.euroethnologie@univie.ac.at auch direkt Kontakt mit uns aufnehmen.

Kontakt

Brigitta Schmidt-Lauber

Hanuschgasse 3, A-1010 Wien

+43 1 4277 41801

middletownurbanities.euroethnologie@univie.ac.at

Redaktion
Veröffentlicht am
20.08.2012
Beiträger