Mittelalterliche und frühneuzeitliche Handschriftenfragmente: Neue Datenbank der ULB Düsseldorf

Mittelalterliche und frühneuzeitliche Handschriftenfragmente: Neue Datenbank der ULB Düsseldorf

Veranstalter
Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
Ort
Düsseldorf
Land
Deutschland
Vom - Bis
01.01.2004 - 31.03.2006
Von
Wirtz, Carolin

Die Datenbank entstand als Ergebnis eines DFG-Projektes, das sich mit der Erstellung eines Inventars für bislang 680 Handschriftenfragmente aus dem Bestand der ULB Düsseldorf befasste. Sie wurde eigens entwickelt, und es befinden sich in ihr die digitalisierten Abbildungen der einzelnen Fragmente mit den jeweiligen Beschreibungen.
Erstmalig wurde hier ein Projekt durchgeführt, in dem ein Bestand an Handschriftenfragmenten in diesem Umfang bearbeitet und ins Netz gestellt wurde. Die Datenbank soll sukzessive erweitert werden.

Die Handschriftenfragmente der ULB Düsseldorf stammen aus einem Zeitraum zwischen dem 8. und dem 16. Jahrhundert und beinhalten eine große Bandbreite an Texten aus den unterschiedlichsten Disziplinen. Dazu zählen Theologie, Liturgie, Philosophie, antike Klassiker, Medizin, beide Rechte, Sprach- und Naturwissenschaften. Auch mehrere Reste von Urkunden und Briefen gehören zum Bestand.
Sie stammen zum größten Teil aus den Einbänden der Handschriften und Alten Drucke im Altbestand der Sondersammlungen, wo sie bei Restaurierungsmaßnahmen nach und nach zu Tage treten. Ein Teil der Fragmente wurde bereits im frühen 20. Jahrhundert aus ihrem Zusammenhang gelöst. Dadurch erklären sich die starken Unterschiede in Größe und Erhaltungszustand der einzelnen Exemplare. Der Umfang der Fragmente reicht von kleinsten Resten mit nur wenigen Wörtern bis hin zu mehreren großformatigen Blättern.

Von Beginn an wurde entschieden, die einzelnen Fragmente in Form eines Inventars zu beschreiben. Bewusst wurde auf eine Handschriftenkatalogisierung im klassischen Sinne verzichtet, da der Aufwand hierfür bei der Menge der zu bearbeitenden Fragmente den zeitlichen Rahmen des Projektes gesprengt hätte. Auch wurde im Verlauf der Arbeiten die Notwendigkeit deutlich, einige Beschreibungskriterien anders zu werten, als es in der traditionellen Katalogisierung kompletter Handschriften bislang üblich ist. Die teilweise sehr komplexen, und nicht eindeutig lösbaren Probleme, beispielsweise bei der Zuordnung der Herkunft einzelner Stücke, werden in einem Vorwort zur Datenbank erläutert. Diese deutliche Abgrenzung erwies sich als unabdingbar, um der Heterogenität der einzelnen Blätter und Texte gerecht werden zu können.

Unter den Texten, insbesondere denjenigen aus dem Frühen Mittelalter, befinden sich einige, die nur in sehr geringer Anzahl überliefert sind, was sie für die wissenschaftliche Auswertung, beispielsweise für die Erstellung von Editionen, besonders interessant macht.

Unter http://www.ub.uni-duesseldorf.de/home/ueber_uns/projekte/fragmente kann die Datenbank mit den digitalisierten Handschriftenfragmenten und ihren Beschreibungen betrachtet werden.

Redaktion
Veröffentlicht am
22.06.2006
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