Wozu Geschichte? Studierende der Universität Bern produzieren Lernvideos

Wozu Geschichte? Studierende der Universität Bern produzieren Lernvideos

Veranstalter
Historisches Insitut, Universität Bern
PLZ
3012
Ort
Bern
Land
Switzerland
Von
Christof Dejung, Historisches Institut, Universität Bern

Studierende des Historischen Instituts der Universität Bern haben Lernvideos produziert, die auf dem institutseigenen YouTube-Kanal zu sehen sind. Damit sollen Personen ausserhalb der Universität angesprochen werden, die sich für Geschichte interessieren und wissen möchten, welchen Zweck historische Forschung hat und wie Geschichtsforschende arbeiten.

Gibt es eine historische Wahrheit? Kann man aus der Geschichte lernen? Und was hat es eigentlich mit der Geschlechtergeschichte auf sich? Zu diesen und ähnlichen Fragen haben Geschichtsstudierende der Universität Bern Lernvideos produziert, die sich an ein allgemeines Publikum richten und auf YouTube zu sehen sind.

Die Videos wurden im Herbst 2020 in einer Lehrveranstaltung produziert, die durch Prof. Dr Christof Dejung geleitet wurde. Sie sollen einem ausseruniversitären Publikum nahebringen, wie die Geschichtsforschung arbeitet, welche Fragen sie beantworten kann – und welche nicht – und mit welchen Methoden sie dabei vorgeht. Ausserdem eigenen sich die Videos auch für den Schulunterricht, da sie die Grundlagen und die Grenzen historischer Erkenntnis thematisieren.

Mit diesem Projekt beschreitet das Historische Institut der Universität Bern neue Wege. Es soll versucht werden in einer Zeit, in der wissenschaftliche Fakten immer wieder grundsätzlich in Frage gestellt werden, die historische Forschung einer breiteren Öffentlichkeit näher zu bringen. Zu diesem Zweck hat das Institut einen eigenen YouTube-Kanaleingerichtet [1] und ist bereits seit längerem auf Twitter präsent [2]. Für die Studierenden bot die Arbeit an den Videos die Möglichkeit, neue Erfahrungen zu sammeln und sich Fertigkeiten anzueignen, die für ihre weitere berufliche Laufbahn von Nutzen sein können.

Thematisch befassen sich die Lernvideos mit unterschiedlichen Aspekten. Zwei Lernvideos beschäftigen sich mit den grundsätzlichen Fragen, ob man aus der Geschichte lernen kann und ob es eine historische Wahrheit gebe. Eine weitere Gruppe befasste sich mit der Frage, was eine Nation sei. Mit Hilfe von Playmobil-Figuren wurde der Teilbereich der Geschlechtergeschichte vorgestellt. Um die Arbeit mit historischen Quellen geht es in einem fünften Lernvideo.

Das Projekt der Lernvideos wurde ermöglicht durch eine landesweite Initiative zur Förderung von Digital Skills in der universitären Lehre. Im Februar 2020 wurde an der Universität Bern das von swissuniversities angeregte das eCoach-Projekt zur Stärkung der digitalen Kompetenzen im Bildungsbereich gestartet [3]. Dabei unterstützen speziell ausgebildete Studierende Dozierende bei der optimalen Verwendung digitaler Lehrmöglichkeiten.

[1]https://www.youtube.com/channel/UCnVa6asyjeQLDCo8MONlvyA
[2]https://twitter.com/histunibern
[3]https://www.gutelehre.unibe.ch/projekte___foerdermassnahmen/ecoaches/; https://www.swissuniversities.ch/

Redaktion
Veröffentlicht am
22.01.2021