Gesellschaft für Globalgeschichte

Von
Andreas Flurschütz da Cruz, Lehrstuhl Neuere Geschichte unter Einbeziehung der Landesgeschichte, Universität Bamberg

Die Gesellschaft für Globalgeschichte e.V. (vormals Gesellschaft für Überseegeschichte) stellt sich vor

Unter Schlagworten wie „Globalgeschichte“ und „Geschichte der Globalisierung“ wird seit Jahren intensiv über die historische Genese weltweiter Verflechtungen und Austauschprozesse diskutiert. Die Forschungen und Debatten zu diesem Themenkomplex knüpfen an etablierte wissenschaftliche Traditionen der außereuropäischen Geschichte, der Geschichte der europäischen Expansion sowie der Geschichte einzelner Weltregionen (Nord- und Lateinamerika, Naher Osten, Afrika, Asien, Australien und Ozeanien) an, führen jedoch konzeptionell und methodisch über diese hinaus.
Um dem Wandel des wissenschaftlichen Diskurses Rechnung zu tragen, hat sich die 1989 gegründete Gesellschaft für Überseegeschichte (GÜSG) nach einem längeren internen Diskussionsprozess und einem Mitgliedervotum umbenannt. [1] Sie trägt seit Frühjahr 2022 den Namen Gesellschaft für Globalgeschichte e.V. (GfGG).
Die Gesellschaft versteht sich als Forum zur Erforschung und Diskussion der Geschichte außereuropäischer Weltregionen sowie der Genese transkontinentaler und globaler Beziehungen und Verflechtungen. Außerdem bietet sie Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlicher Forschungsrichtungen und Disziplinen – neben der Geschichtswissenschaft beispielsweise der Kunstgeschichte, Ethnologie, Politikwissenschaft, Kulturgeographie, Orientalistik und Soziologie – Gelegenheit, miteinander in Dialog treten und gemeinsam neue Forschungsperspektiven zu entwickeln.
Zu diesem Zweck koordiniert die Gesellschaft für Globalgeschichte Forschungs- und Publikationsaktivitäten in den genannten Bereichen. Sie möchte ein Forum bilden, um die Globalgeschichte im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus im öffentlichen Bewusstsein zu verankern, neu entdeckte und wenig bekannte Quellen zu erschließen sowie Kontakte und einschlägige Expertise zu vermitteln. Die GfGG steht Interessierten aus dem In- und Ausland, Vertrterinnen und Vertretern verschiedener Disziplinen, Fachwissenschaftlern und interessierten Laien, Individuen und Institutionen sowie Menschen in unterschiedlichen Lebens- und Karrierephasen gleichermaßen offen.

Konkret bietet die GfGG ihren Mitgliedern folgende Leistungen:

- Sie veranstaltet Jahrestagungen, die jeweils im Sommer stattfinden und sich zentralen Themen der Globalgeschichte widmen.

- Sie publiziert das Periodikum Globalgeschichte / Global History, das in der Nachfolge des Jahrbuchs für Europäische Überseegeschichte (2001–2022) ab 2023 im Harrassowitz Verlag (Wiesbaden) erscheinen wird und in dem wissenschaftliche Aufsätze, Debattenbeiträge sowie Literaturberichte zum Druck kommen.

- Sie koordiniert und fördert weitere Publikationen, derzeit das von Mark Häberlein und Markus A. Denzel herausgegebene „Handbuch globale Handelsräume und Handelsrouten“, das 2023 im Verlag De Gruyter erscheinen wird.

- Sie fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs mittels der jährlichen Ausschreibung eines Dissertationspreises sowie der Möglichkeit für jüngere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, ihre laufenden Forschungsprojekte zu präsentieren.

Vorstand und Beirat:

Die Gesellschaft für Globalgeschichte wird in der Wahlperiode 2022–2026 von Mark Häberlein (Universität Bamberg, 1. Vorsitzender), Hermann Mückler (Universität Wien, 2. Vorsitzender), Margrit Schulte Beerbühl (Universität Düsseldorf, Schriftführerin) und Oliver Krause (Leibniz-Institut für Länderkunde Leipzig, Schatzmeister) geleitet. Dem Vorstand steht ein Beirat beratend zur Seite, dem Helwig Schmidt-Glintzer (Tübingen), Claudia Schnurmann (Hamburg), Rebekka von Mallinckrodt (Bremen), Martin Krieger (Kiel), Jürgen G. Nagel (Hagen), Christine Hatzky (Hannover) und Tim Neu (Wien) angehören.

Mitgliedsbeiträge:

Auf ihrer Mitgliederversammlung in Leipzig hat die GfGG am 17. Juni 2022 folgende Beitragsstruktur beschlossen, die zum 1. Januar 2023 in Kraft tritt:

󠄂40 €/Jahr für ordentliche Mitglieder, welche die elektronische Ausgabe des Periodikums Globalgeschichte / Global History beziehen möchten;
󠄂80 €/Jahr für ordentliche Mitglieder, welche die elektronische Ausgabe und die Printausgabe des Periodikums Globalgeschichte / Global History beziehen möchten;
󠄂120 €/Jahr für Fördermitglieder, die die Aktivitäten der Gesellschaft besonders unterstützen möchten;
󠄂120 €/Jahr für Ehepaare bzw. Lebenspartnerschaften, die eine Familienmitgliedschaft erwerben möchten.

Website:

Die Gesellschaft informiert auf der Website www.gesfgg.org über ihre Aktivitäten.

Information/Kontakt:

Anträge auf Mitgliedschaft werden jederzeit entgegengenommen. Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an den 1. Vorsitzenden (Mark.Haeberlein@uni-bamberg.de).

Anmerkungen

[1] Zur Diskussion vgl. Mark Häberlein: Von der Überseegeschichte zur Globalgeschichte. Eine Positionsbestimmung, in: Jahrbuch für europäische Überseegeschichte 19 (2019), S. 7–33.

Redaktion
Veröffentlicht am
04.07.2022
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