Essaypreis von Werkstatt_Geschichte_ an Pablo Dominguez Andersen

Von
Schörle, Eckart

„Wie viel Selbstdarstellung braucht Geschichte?“, so lautete die Frage des dritten Essaywettbewerbs von Werkstatt_Geschichte_. Der mit einem Preisgeld von € 500,00 dotierte Essaypreis geht in diesem Jahr Pablo Dominguez Andersen. In seinem Beitrag „Mischen wir uns ein!“ ermutigt er zum selbstbewussten Eingreifen in öffentliche Debatten.
Die zahlreichen Essays, die der Jury anonymisiert zur Beurteilung vorlagen, näherten sich der Preisfrage aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln. Pablo Dominguez Andersen überzeugte mit seinem Plädoyer für die aktivere Beteiligung von Historikerinnen und Historikern an gesellschaftlichen Debatten. Er sieht in der Selbstdarstellung keine Gefahr, sondern eine Chance zur Sichtbarmachung kritischer Forschung. „In seinem geistreich formulierten Essay erinnert Pablo Dominguez Andersen daran, was die historische Perspektive in aktuellen Auseinandersetzungen zu bieten hat, und zeigt, dass der Spagat zwischen kritischer Forschung und öffentlichkeitswirksamer Darstellung gelingen kann“, so die Jury zur Begründung der Wahl.

Preisträger Pablo Dominguez Andersen promovierte an der Humboldt Universität Berlin zu Filmstars der 1920er- und 1930er-Jahre und arbeitete anschließend als Redakteur und Berater in einer Agentur für digitale Medien. Heute ist er Online Marketing Manager beim De Gruyter Verlag in Berlin. Er forscht und schreibt über Popkultur, Geschlecht, Rassismus und Migration.

Der Jury gehörten neben Doris Bulach, Siegfried Heimann, Karsten Holste, Katharina Kreuder-Sonnen, Karina Müller-Wienbergen und Eckart Schörle auch der Publizist Nils Minkmar sowie die Preisträgerin des letzten Essaywettbewerbs Aleksandra Pawliczek an. Inge Marszolek konnte den Auswahlprozess der Jury nicht mehr begleiten. Die Mitbegründerin und langjährige Mitherausgeberin von Werkstatt_Geschichte_ war nach kurzer, schwerer Krankheit wenige Wochen zuvor verstorben.

Die Zeitschrift Werkstatt_Geschichte_, herausgegeben vom Verein für kritische Geschichtsschreibung e.V., will mit dem alle zwei Jahre ausgeschriebenen Essaywettbewerb ein Forum bieten, um die eigene Arbeit und den geschichtswissenschaftlichen Betrieb innerhalb und außerhalb der Universität kritisch zu reflektieren. Zugleich werden Autorinnen und Autoren eingeladen, konventionelle Perspektiven zu durchbrechen und neue Formen der Darstellung zu erproben.

Die Preisverleihung findet im Rahmen des 51. Deutschen Historikertags am 21. September 2016 um 18 Uhr am Ausstellungsstand des Klartext Verlags statt (Universität Hamburg, Hauptgebäude Westflügel, HWF 7). Die Laudatio hält Eckart Schörle, Mitherausgeber der Zeitschrift Werkstatt_Geschichte_.

Den preisgekrönten Beitrag finden Sie auf: <http://www.werkstattgeschichte.de und http://www.klartext-verlag.de/essaypreis.aspx>

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