Petition: Für den Erhalt der Mainzer Steinhalle als museale Präsentationsfläche des LM Mainz

Von
Michael Matheus

In der nachstehenden Petition geht es um die Zukunft der Steinhalle im Mainzer Landesmuseum und eine der dort viele Jahre präsentierten wichtigsten Sammlungen lateinischer Denkmäler und Inschriften aus der Antike in ganz Europa. Sie dokumentieren auch in besonderer Weise die über Jahrhunderte währenden besonderen Beziehungen zwischen Italien und Deutschland. Die Denkmäler verweisen auf heute noch aktuelle Themen wie Migration, Reisefreiheit, Sprachenvielfalt und religiöse Toleranz. In den letzten fünf Jahren war die Steinhalle weitgehend leergeräumt, um während der Sanierung des Deutschhauses dem Landesparlament von Rheinland-Pfalz eine zeitlich befristete Tagungsmöglichkeit zu bieten. Seinerzeit wurde zugesagt, dass es sich um ein Provisorium handle, und die Steinhalle dem ohnehin über viel zu knappe räumliche Möglichkeiten verfügenden Mainzer Landesmuseum ungeschmälert rückerstattet werde. Jetzt soll – wie dank einer erst seit Mitte April 2021 in Gang gekommenen öffentliche Debatte allgemein deutlich wird - das ausgelagerte Gestühl des Plenarrunds in der Steinhalle dauerhaft verbleiben. Eine angemessene Präsentation der weltbekannten Sammlung (sie umfasst nicht nur herausragende antike sondern auch bedeutende frühchristliche und nicht zuletzt jüdische Zeugnisse) wird nach einer Realisierung der jetzigen Pläne nicht mehr möglich sein.
Die Planungen werden damit begründet, in der Steinhalle einen Ort der demokratischen Bildungsarbeit bzw. ein „Demokratielabor“ zu etablieren. Dieses Anliegen wird von einer großen Mehrheit grundsätzlich begrüßt und geteilt. Die Steinhalle ist nach Ansicht der meisten allerdings für eine solches Vorhaben – wie unterdessen auch von führenden Experten demokratischer Bildungsarbeit betont wird - ungeeignet. Zudem existiert wenige Meter von der Steinhalle entfernt mit dem „Haus des Erinnerns – für Demokratie und Akzeptanz“ bereits ein wichtiger Ort demokratischer Bilddungs- und Erinnerungsarbeit, der gestärkt werden könnte und sollte. Es kommt darauf an, beide wichtigen Ziele, die Präsentation der Sammlung in dem singulären Ambiente einer kurfürstlichen barocken Reithalle und demokratische Erinnerungs- und Bildungsarbeit nicht gegeneinander auszuspielen.
Am 29. April wurde eine online-Petition gestartet, die sich gegen die aktuellen Pläne wendet. Sie wird nach wenigen Tagen von über 3500 Personen aus Mainz, Rheinland-Pfalz sowie dem In- und Ausland unterstützt. Auch wichtige nationale Fachverbände, zuletzt der Historikerverband, der Verband der Geschichtslehrer Deutschlands sowie der Gesamtverein der Deutschen Geschichts- und Altertumsvereine e.V. haben deutlich gegen die bestehenden Pläne Stellung bezogen.
Sie können sich über die aktuelle Debatte auf den Seiten der Petition informieren, dieser entweder zustimmen oder eine gegenteilige Position formulieren. Dabei können Sie Ihre Unterschrift namentlich oder ohne Nennung des Namens, mit oder ohne Kommentar öffentlich machen. Wir möchten Sie ermuntern, diese Möglichkeit eines realen „Demokratielabors“ zu nutzten.

https://www.openpetition.de/steinhalle

Redaktion
Veröffentlicht am
18.05.2021
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