0,5-0,75 Doktorand:innen-Stelle "Hydrological Impact of Historical Land Use and Climate" (Univ. Innsbruck)

0,5-0,75 Doktorand:innen-Stelle

Arbeitgeber
Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie)
Arbeitstelle
Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie
PLZ
6020
Ort
Innsbruck
Land
Austria
Vom - Bis
03.11.2022 - 02.11.2025
Bewerbungsschluss
26.09.2022
Von
Judith Walder, Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie, Leopold-Franzens-Universität Innsbruck

An der Universität Innsbruck (Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie, Kernfach Österreichische Geschichte, Univ.-Prof. Mag. Dr. Kurt Scharr) gelangt eine Doktorand:innen-Stelle) zur Ausschreibung. Sie ist im Rahmen eines Forschungsprojektes (Hydrological Impact of Historical Land Use and Climate - Interdisciplinary research on flood formation in small Alpine catchments from around 1850 to present by focussing on specific land use practices) auf max. 3 Jahre zu besetzen.

0,5-0,75 Doktorand:innen-Stelle

Projektabstract:

Gebirgsräume zeichnen sich durch kleinräumig-komplexe, dynamische, sozio-ökologische Bedingungen aus. Sie bieten wichtige Lebensräume und beeinflussen die umliegenden Vorländer stark. Die Erhaltung und Stärkung ihrer Resilienz ist daher von großer Bedeutung, in besonderem Maße für den lokalen und regionalen Wasserhaushalt. Durch Starkniederschläge und entsprechende Abflüsse aus steilen, höhenbedingt stark differenzierten Einzugsgebieten kommt es an den zugehörigen Schwemmkegeln und in den benachbarten Tallagen immer wieder zu verheerenden Überflutungen. Umso wichtiger ist ein hydrologisch optimiertes Landnutzungsmanagement. Im Projekt wird daher der Einfluss von historischen und aktuellen Nutzungspraktiken, besonders unter Wald, auf die Abflussentstehung untersucht, um sie besser von den Auswirkungen des Klimawandels für die Zeiträume um 1850, 1960 und 2020 zu unterscheiden. Ausgehend von den Ergebnissen eines Vorprojekts (https://doi.org/10.33993/TR.2021.1.03) wird ein interdisziplinäres Forschungsteam aus Geschichte, Landnutzungsforschung und Hydrologie zusammenarbeiten, um die folgenden Ziele zu erreichen:

(i) Auswahl von vier Einzugsgebieten (<10 km2) in Tirol unter Berücksichtigung der naturräumlichen Ausstattung, der Verfügbarkeit historischer Daten zur Landnutzung und Informationen über extreme Abflussereignisse
(ii) Kartierung der aktuellen, hydrologisch relevanten Eigenschaften in den vier Einzugsgebieten
(iii) Recherche zu historischen Karten zur Landnutzung mit entsprechenden Erläuterungen (um 1850) mit Fokus auf Waldnutzungspraktiken sowie Rekonstruktion der Waldsituation um 1960 anhand von Inventurdaten und Luftbildern
(iv) Quantifizierung des Einflusses der historischen Praktiken auf Boden, Vegetation und Abflussentstehung durch Feldexperimente in Verbindung mit Laboranalysen
(v) Modellierung von Niederschlags-Abflussereignissen für die untersuchten Perioden (um 1850, 1960 und 2020) auf Basis eines entwickelten Expertensystems zur Ableitung von Abflussdispositionsklassen aus Informationen zur historischen Landnutzung
(vi) Aufbereitung der Modellierungsergebnisse und des gewonnenen Prozessverständnisses sowie daraus ableitbarer Maßnahmen für Bildungskonzepte, Lehrmaterialien und Publikationen. Um extreme Niederschlagsereignisse der Vergangenheit differenzierter berücksichtigen zu können, kommt ein neu erstellter Datensatz des dynamischen Downscalings globaler Reanalysedaten zur Anwendung. Durch Kombination natur- und geisteswissenschaftlicher Konzepte sowie Methoden werden erstmals Abflussdispositionskarten und nachfolgende Niederschlags-Abfluss-Modellierungen für die Vergangenheit erstellt. Diese Ergebnisse werden mit historischen Ereignissen überprüft und mit aktuellen verglichen. Damit können für mehrere kleine Testgebiete und unterschiedliche Zeitabschnitte extreme Abflussereignisse der letzten ca. 170 Jahre in Bezug auf den Einfluss von Landnutzung und Klima auf die Abflussbildung besser differenziert werden. Der interdisziplinäre Forschungsansatz integriert Stakeholder aus den Bereichen Waldwirtschaft, Naturgefahren, Ortschronistik, Ausbildung und Öffentlichkeit

20 Stunden pro Woche ab 03. November 2022 auf längstens drei Jahre. Option der Aufstockung auf 30 Stunden pro Woche bei Bedarf möglich.

Entlohnung:

Für diese Position ist ein kollektivvertragliches Mindestentgelt von ca. brutto 1.529,00 EUR / Monat (14 mal) bei einem Beschäftigungsausmaß von 20 Stunden pro Woche vorgesehen.

Hauptaufgaben:

- eigenständige Forschung mit Bezug zum gegenständlichen Projekt mit dem Ziel einer Dissertation
- administrative Aufgaben, mit Option auf Lehre bei Bedarf
- erforderliche Qualifikation: ein mit überdurchschnittlichen Leistungen abgeschlossenes Master-, Magister- oder Diplomstudium aus den Geschichtswissenschaften
- Erfahrung in Archivarbeit bzw. im Umgang mit Quellen aus dem 19. Jahrhundert
- Kenntnisse der Geschichte Tirols sind von Vorteil

Die Stelle wird in das Doktoratskolleg Austrian Studies (https://www.uibk.ac.at/dk-austrianstudies/) einfließen.

Bewerbungsunterlagen (Motivationsschreiben, Zeugnisse, Lebenslauf) sind bis spätestens 26. September 2022 als ein pdf mit Ihrem Familiennamen (HILAK_BewerberIn.pdf) per E-Mail an das Sekretariat für Österreichische Geschichte (petra.buttinger@uibk.ac.at) zu richten. Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an Kurt.Scharr@uibk.ac.at.

Kontakt

Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie
Universität Innsbruck
Innrain 52d (Geiwi-Turm, 6. und 7. Stock)
A-6020 Innsbruck

Tel.: +43 512 507-43201
E-Mail: geschichtswissenschaften@uibk.ac.at
E-Mail: europ-ethnologie@uibk.ac.at

https://www.uibk.ac.at/geschichte-ethnologie/
Redaktion
Veröffentlicht am
04.08.2022
Beiträger
Klassifikation
Weitere Informationen
Land Veranstaltung
Arbeitssprache(n)
Englisch, Deutsch
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