0,65 Wiss. Mitarb. „Medien der Assistenz“
 (Univ. Lüneburg)

Von
Prof. Dr. Jan Müggenburg

An der Leuphana Universität Lüneburg – Stiftung des öffentlichen Rechts – sind zum 01.10.2018 am Institut für Kultur und Ästhetik Digitaler Medien der Fakultät Kulturwissenschaften zwei Stellen als

Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in
im Projekt „Medien der Assistenz“
 (EG 13 TV-L, 65%)

befristet für die Dauer von drei Jahren zu besetzen.

Der Touchscreen, ursprünglich entwickelt für Menschen, die Schwierigkeiten bei der Bedienung herkömmlicher Tastaturen haben, ist mittlerweile eine der am weitesten verbreiteten Computerschnittstellen und sorgt nun seinerseits für neue Schwierigkeiten bei der Bedienung von Computern wie den berühmten ›Handydaumen‹. Spracherkennung und -synthese begegnen uns sowohl im Bereich der ›Assistive Technology‹ für ›Menschen mit Behinderung‹ als auch in Assistenzsystemen für den Massenmarkt wie Apples Siri oder Amazons Alexa. Wo verläuft die Grenze zwischen assistiven Medien für ›Menschen mit Behinderung‹ und solchen für den ›normalen‹ User? Was sind ›Barrieren‹ in digitalen Kulturen, wo kommen sie her und was sind gegenwärtige Strategien zu ihrer Überwindung?

Das mit Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierte Projekt »Medien der Assistenz« untersucht die Geschichte und Gegenwart medientechnisch bedingter Barrieren innerhalb digitaler Kulturen und ihrer Überwindung durch Soft- und Hardwareassistenten. Allgemeine Assistenzsysteme (von einfachen Hilfsprogrammen bis zu komplexen Sprachassistenten wie Apples Siri) werden dabei ebenso in den Blick genommen wie spezielle Unterstützungstechnologien für Menschen mit sensorischer, kognitiver oder motorischer Einschränkung (von Bildschirmlupen und Screenreadern bis zu alternativen Interface-Technologien). Die Ausgangsthese des Projektes lautet, dass die Geschichte solcher ›Medien der Assistenz‹ von einer nicht-anthropozentrischen Perspektive geprägt ist, die bis heute spezifische Formen digitaler ›Zugänglichkeit‹ hervorbringt. Entsprechend zielt die Fragestellung des Projektes nicht auf die Problematisierung der Teilhabe von Menschen mit und ohne ›Behinderung‹ an digitalen Umwelten, sondern auf die Geschichte und Epistemologie einer genau umgekehrten Denkfigur, die den Menschen als Umwelt der Maschine begreift.

In einem dreijährigen Forschungsprozess soll eine übergreifende Mediengeschichte digitaler Soft- und Hardwareassistenten für den ›normalen User‹ sowie für Menschen mit sensorischer, kognitiver oder motorischer Einschränkung erarbeitet werden. Einzelanalysen erfassen außerdem die Handlungspotenziale und -grenzen dieser ›Medien der Assistenz‹. Das Projekt zielt insgesamt auf die Beantwortung der Frage, inwiefern die Entwickler/innen und Ingenieur/innen von ›Medien der Assistenz‹ Menschen als Umwelt von Maschinen gedacht haben und inwiefern diese historisch gewachsene Perspektive gegenwärtige Formen digitaler Zugänglichkeit prägt.

Ihre Aufgaben:
Die Aufgaben umfassen die wissenschaftliche Bearbeitung des Projektthemas und die Kooperation mit den Projektpartnern/innen sowie das Projektmanagement. Dazu gehören im Einzelnen:

- Wissenschaftliche Weiterqualifikation mit dem Ziel der Promotion mit einem an der Leuphana Universität Lüneburg angesiedelten Dissertationsvorhaben zum Projektthema.
- Allgemeine wissenschaftliche Mitarbeit im Rahmen des Projektes (Literaturrecherche, Theoriearbeit, Quellen- und Archivarbeit).
- Vorbereitung und Durchführung von Forschungs- und Archivreisen.
- Organisation der Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern/innen des Projektes.
- Organisation- und Durchführung wissenschaftlicher Workshops, Tagungen und Transferveranstaltungen im Rahmen des Projekts.
- Wissenschaftliche Publikationen und Vorträge auf Konferenzen.
- Unterstützung bei der Dissemination der Projektergebnisse in die Gesellschaft.

Ihr Profil:
- Erfolgreich abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium mit Schwerpunkten in den Bereichen Medienwissenschaft, Kulturwissenschaften, Disability Studies oder Wissenschafts-bzw. Technikgeschichte.
- Bereitschaft zur Promotion an der Leuphana Universität Lüneburg.
- Kompetenzen in den Methoden Medienarchäologie, Akteur-Netzwerk-Theorie und/oder Historische Epistemologie.
- Erfahrungen in der Planung und Durchführung wissenschaftlicher Veranstaltungen.
- Sehr gute Kommunikation in Deutsch und Englisch.

Inhaltliche Rückfragen richten Sie bitte an die Leiter des Projektes Prof. Dr. Jan Müggenburg (jan.mueggenburg@leuphana.de) oder Prof. Dr. Wolfgang Hagen (wolfgang.hagen@leuphana.de).

Die Leuphana Universität Lüneburg fördert die berufliche Gleichstellung von Frauen und Männern und die Heterogenität unter ihren Mitgliedern. Bewerbungen von Menschen mit Schwerbehinderung werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt berücksichtigt. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung.

Bitte fügen Sie Ihren Bewerbungsunterlagen neben den üblichen Dokumenten ein aussagekräftiges Exposé ihres Dissertationsvorhabens (3-5 Seiten) im oben beschriebenen Themenfeld des Projektes bei. Ihre Bewerbung (ohne Bewerbungsfoto) richten Sie bitte bis zum 11.07.2018 vorzugsweise elektronisch (in einer PDF-Datei) oder postalisch an:

Leuphana Universität Lüneburg
Personalservice; Corinna Schmidt
Kennwort: Medien der Assistenz
Universitätsallee 1
21335 Lüneburg
bewerbung@leuphana.de

Kontakt

Jan Müggenburg

Institut für Kultur und Ästhetik Digitaler Medien

jan.mueggenburg@leuphana.de

Zitation
0,65 Wiss. Mitarb. „Medien der Assistenz“
 (Univ. Lüneburg), 01.10.2018 – 30.09.2021 Lüneburg, in: H-Soz-Kult, 13.06.2018, <www.hsozkult.de/job/id/stellen-16670>.
Redaktion
Veröffentlicht am
13.06.2018
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