Studiolo Communis. Sammlung, Erschließung, Erforschung und Archivierung von materiellem und immateriellem Kulturerbe

Studiolo Communis. Sammlung, Erschließung, Erforschung und Archivierung von materiellem und immateriellem Kulturerbe

Projektträger
Universität
Ort des Projektträgers
Paderborn
Land
Deutschland
Vom - Bis
09.07.2010 - 09.07.2012
Von
Doris Hartmann

Innovatives Kooperationsprojekt „studiolo communis“ nimmt Arbeit auf

Juli 2010: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat einem Antrag von Prof. Dr. Eva-Maria Seng, in Kooperation mit Dr. Gudrun Oevel, Leiterin des Zentrums für Informations- und Medientechnologie, sowie Prof. Dr. Reinhard Keil, Professur „Informatik und Gesellschaft“ im Heinz Nixdorf Institut, im Rahmen der Ausschreibung „Virtuelle Forschungsumgebungen. Infrastruktur und Demonstrationsprojekte“ in Höhe von 378.000 Euro stattgegeben. Über einen Zeitraum von zwei Jahren kann somit die virtuelle und ko-aktive Arbeitsumgebung „studiolo communis“ entwickelt und aufgebaut werden, welche die Sammlung, Erschließung, Erforschung und Archivierung von materiellem und immateriellem Kulturerbe unterstützen soll. Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung am Freitag, den 09.07.2010 um 11.00 Uhr im Senatssitzungssaal der Universität Paderborn (B 3.231) nimmt das interdisziplinäre Kooperationsprojekt „studiolo communis“ seine Arbeit auf.

Trotz der stetigen Weiterentwicklung der Informations- und Medientechnologien, die bereits heute den Forschungsalltag maßgeblich erleichtert haben, gibt es insbesondere im Bereich der Erforschung des materiellen und immateriellen Kulturerbes, der Kunst- und Architekturgeschichte sowie der vergleichenden Ethnologie noch starke Brüche im Arbeitsprozess, die auf die Verwendung verschiedenster Medienformate zurückzuführen sind.
Ziel des Kooperationsprojektes „studiolo communis“ ist die Entwicklung eines virtuellen Wissensraumes, der eine simultane vergleichende Bearbeitung unterschiedlicher Materialien ermöglicht. Auf einer virtuellen Plattform soll die Anordnung verschiedener Medienobjekte wie Text, Bild, Ton- und Filmaufnahmen, ihre Verknüpfung, ihr Vergleich sowie ihre Bewertung und Kommentierung ermöglicht werden. Damit folgt das Projekt nicht zuletzt dem Grundprinzip der vergleichenden Kunstbetrachtung, welche bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch den Kunsthistoriker und Kulturwissenschaftler Aby Warburg begründet wurde, und überträgt dieses in die neuen Medientechnologien.

Durch die Entwicklung der virtuellen Arbeitsumgebung wird der wissenschaftliche Austausch nicht mehr an die geografische Nähe der Forschenden oder den Transfer großer Datenmengen mit Hilfe mobiler Speichermedien gebunden sein. Somit eröffnet das Projekt neue Perspektiven für die enge Kooperation von Wissenschaftlern untereinander, der Einbeziehung einschlägiger Fachverbände und regionaler Organisationen bei der Sammlung und Erforschung sowie der Präsentation von Ergebnissen für eine breite Öffentlichkeit. Für die Forschungsaktivitäten des UNESCO Kompetenzzentrums und den am Lehrstuhl für Materielles und Immaterielles Kulturerbe UNESCO angesiedelten Masterstudiengang Kulturerbe wird das Projekt weiter Profil bildend sein.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, an der Auftaktveranstaltung teilzunehmen.