Szenische Orte in Berlin und Paris: Deutsch-französische Perspektiven - Programm zur Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern (CIERA)

Szenische Orte in Berlin und Paris: Deutsch-französische Perspektiven - Programm zur Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern (CIERA)

Projektträger
Centre Marc Bloch
Ort des Projektträgers
Berlin
Land
Deutschland
Vom - Bis
20.11.2011 - 25.11.2011
Von
Lucie Kuhls

An diesem Programm zur Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern sind von französischer Seite die EHESS und die Ecole Normale Supérieure d’Architecture Paris-Malaquais beteiligt, von deutscher Seite das Centre Marc Bloch und die Humboldt-Universität zu Berlin (Institut für Europäische Ethnologie) in Zusammenarbeit mit dem Bureau Export de la musique française Berlin und der Berliner Universität der Künste („Musikalische Architektur“)

Dieses Programm will Querschnittsfragestellungen zur Figuration von Räumen und szenischen Orten in den Mittelpunkt stellen. Die Beschäftigung mit szenischen Orten ist untrennbar mit einem Nachdenken über die sozialen und kulturellen Praktiken (nicht nur) der Musik verbunden. Dies um so mehr, da zur Zeit eine starke Tendenz hin zum Bau oder zur Wiederbelebung von Konzertsälen, Sendesälen usw. zu beobachten ist – in einer Zeit, in der ansonsten die Entwicklung und Verbreitung der technischen Möglichkeiten zur Klangwidergabe den herkömmlichen räumlichen und zeitlichen Rahmen der Rezeption von Musik gesprengt, die Hörgewohnheiten verändert und die mit Musik verbundenen sozialen Beziehungen umgestaltet haben. Der Bau von Orten, die vor allem (aber nicht nur) dem Musikgenuß gewidmet sind, ist Teil des kulturellen Wettstreits, den sich gestern wie heute die großen Metropolen innerhalb und außerhalb Europas liefern, und er ist für die Städte zugleich Teil der eigenen Identitätsstiftung. In dieser Hinsicht sind Paris und Berlin besonders interessante Forschungs- und Beobachtungsfelder.

Neben zwei einmal monatlich in Paris (EHESS) und in Berlin (Centre Marc Bloch/Humboldt-Universität) stattfindenden Seminaren soll das vorgeschlagene Programm aus einem »Internationalen Werkstattgespräch für Nachwuchswissenschaftler« in zwei jeweils eine Woche dauernden Zusammenkünften bestehen. An jedem Werkstattgespräch können höchstens 30 Studierende teilnehmen. Die erste Zusammenkunft soll vom 20.-25. November 2011 in Berlin stattfinden, die zweite im November 2012 in Paris.

Das Werkstattgespräch in Berlin (20.-25. November 2011) wird das Programm eröffnen: Am Beispiel Berlins behandelt es die Fragen von Stadtpolitik und Stadtumbau, städtischer und musikalischer Geographie und fragt auch nach den architektonischen Streitpunkten, die sich aus dem Neubau und/oder der Renovierung von Konzert- und Theatersälen ergeben. Es wird besonderes Augenmerk auf die kulturelle Wiederaneignung von Industriebrachen und auf die alternativen Orte im allgemeinen legen, die insbesondere seit der »Wende« eine Besonderheit der Kultur- und Musikszene darstellen. Im Verlauf des Werkstattgesprächs werden die verschiedenen Orte, aber auch die verschiedenen Projekte aus der Kultur- und Musikszene durch ihre Betreiber vorgestellt.

Das Werkstattgespräch in Paris (November 2012) wird sich dem Bau von Philharmonien widmen, jenen ehrgeizigen und kostspieligen Projekten, die im paradoxen Zusammenhang mit der Abwendung des Publikums von den am stärksten institutionalisierten Formen sogenannter gelehrter Musik stehen. In Paris sollen 2013-2014 zwei philharmonische Säle eingeweiht werden: die Pariser Philharmonie im Stadtteil La Villette und der Sendesaal von Radio France, also zwei Säle für sinfonische Musik, die sich am nordöstlichen bzw. südwestlichen Ende der Hauptstadt befinden.

Redaktion
Veröffentlicht am
09.11.2011
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