Arbeitskreis Historische Belgienforschung

Arbeitskreis Historische Belgienforschung

Projektträger
Arbeitskreis Historische Belgienforschung
Ort des Projektträgers
Berlin
Land
Deutschland
Vom - Bis
23.06.2012 -
Von
Thiel, Jens

„How Can One Not Be Interested in Belgian History?” So fragte im Jahr 2006 ein Aufsatzband, der unter anderem von dem britischen Historiker Tony Judt herausgegeben wurde. Die rhetorische Frage der Autoren verhallte offenbar ohne nennenswertes Echo; auch sechs Jahre später nimmt sich das Thema Belgien in der (geistes-)wissenschaftlichen Forschung exotisch aus. So gilt der „belgische Fall“ Adrian Favell und Marco Martinello zufolge in der internationalen Politikwissenschaft als “chronically overlooked and understudied”, während der belgische Literaturwissenschaftler Hugo Dyserinck sein Lang als ein “einmaliges Forschungsfeld” für die komparatistische Imagologie bezeichnete. Und auch für die Geschichtswissenschaft ist die Einschätzung von John S. Conway, Belgien sei “remarkably neglected”, auch heute noch gültig. Dieser unbefriedigende Befund gilt sogar für die Forschungen zum Ersten Weltkrieg. Erst kürzlich musste Sophie De Schaepdrijver in diesem Zusammenhang nüchtern konstatieren: “Belgium remains ’missing in action‘ even from recent reference works”.

Um diese offenkundigen Defizite zu beheben, hat sich am 23. Juni 2012 in Berlin der Arbeitskreis Historische Belgienforschung gegründet. Er hat sich die Aufgabe gestellt, eine interdisziplinäre Vernetzung aller historisch zum Thema Belgien arbeitenden Forscherinnen und Forscher zu ermöglichen, eine Bestandsaufnahme des bisher Geleisteten vorzunehmen und neue Forschungen auf diesem Gebiet anzuregen. Der Arbeitskreis Historische Belgienforschung ist offen für alle Forscherinnen und Forscher, die sich im deutschsprachigen Raum oder in einem damit eng verbundenen Forschungszusammenhang historisch mit Belgien beschäftigen. Den zeitlichen Rahmen sollen einerseits die Zeit des Aufstandes in den südlichen Niederlanden 1792, andererseits die unmittelbare Gegenwart setzen. Der Arbeitskreis ist interdisziplinär ausgerichtet und lädt ausdrücklich nicht nur Historikerinnen und Historiker, sondern auch Vertreterinnen und Vertreter anderer (geistes- und sozial-)wissenschaftlicher Disziplinen, insbesondere aus der Germanistik, der Kunst- und Kulturwissenschaft, der Theologie oder der Politik- und Sozialwissenschaften zur Mitarbeit ein. Ebenso erwünscht ist die Einbeziehung solcher Forscherinnen und Forscher, die sich mit Themen aus der Zeit vor 1792 beschäftigen und einen direkten Bezug zum Staatsgebiet des heutigen Belgien aufweisen. Angestrebt ist ferner eine enge Kooperation mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Forschungseinrichtungen und anderen interessierten Institutionen in Belgien und im übrigen Ausland.

Anfragen zur Mitgliedschaft im Arbeitskreis Historische Belgienforschung können – ggfs. zusammen mit einer kurzen Projektskizze – gerichtet werden an:

Jens Thiel, Humboldt-Universität zu Berlin (jens.thiel@geschichte.hu-berlin.de)
oder
Sebastian Bischoff, Freie Universität Berlin (sebastian.bischoff@fu-berlin.de)

Als erstes Projekt des Arbeitskreises ist ein Workshoptag geplant, der am 22. und 23. März 2013 in Düsseldorf stattfinden soll. Thema wird die historische Belgienforschung in der ganzen Breite des vom Arbeitskreis umrissenen Themenfeldes sein. Ein Call for Papers wird in Kürze erfolgen.

Um sich einen Überblick über gegenwärtig im deutschsprachigen Raum betriebenen Forschungen zum Thema Belgien zu verschaffen, bitten wir zugleich um die Zusendung des angehängten Fragebogens.

Für den Arbeitskreis Historische Belgienforschung
Sebastian Bischoff, Christoph Jahr, Jens Thiel

Fragebogen zu laufenden Forschungsarbeiten aus dem Bereich der historischen Belgienforschung*

Name, Vorname:

Fachgebiet:

Bearbeitete(s) Thema (-en) /

Art der Arbeit (Magisterarbeit, Dissertation, Drittmittelprojekt etc.):

Betreuer/ -in (incl. Fach, Institution):

Zeitpunkt der angestrebten Fertigstellung:

Art der Förderung:

Arbeitsschwerpunkte im Bereich der historischen Belgienforschung:

Veröffentlichungen zur historischen Belgienforschung

Kontakte zu belgischen Institutionen:

Kontaktadresse(n):

E-Mail:

Interesse an einem Arbeitskreis?

Interesse an einem Workshop?

Bemerkungen und Anregungen:

Bitte zutreffende Rubriken ausfüllen und möglichst bis 15.12.2012 schicken an: sebastian.bischoff@fu-berlin.de.
Um Weiterleitung an Kolleginnen und Kollegen wird gebeten.

*(Der Fragebogen wurde analog zu dem 2004 über hsozkult verbreiteten Fragebogen zur historischen Spanienforschung von Martin Baumeister, Walther L. Bernecker und Christian Windler erstellt.)

Redaktion
Veröffentlicht am
22.10.2012
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