Digitalisierung und Erschließung von Porträtbeständen in Archiven der Leibniz-Gemeinschaft ("DigiPortA")

Digitalisierung und Erschließung von Porträtbeständen in Archiven der Leibniz-Gemeinschaft ("DigiPortA")

Projektträger
Archiv des Deutschen Museums
Ort des Projektträgers
München
Land
Deutschland
Vom - Bis
01.05.2012 - 30.04.2015
Von
Fabienne Huguenin

Das auf drei Jahre angelegte Drittmittelprojekt „DigiPortA“ wurde vom Senatsausschuss Wettbewerb (SAW) der Leibniz-Gemeinschaft im Rahmen des Pakts für Forschung und Innovation bewilligt. Ziel ist die Digitalisierung und wissenschaftliche Erschließung von Porträtbeständen aus neun Archiven der Leibniz-Gemeinschaft mit einem Gesamtvolumen von über 33.000 Druckgrafiken, Zeichnungen, Fotografien und Gemälden, die in einer gemeinsamen Datenbank recherchierbar online gestellt werden.

Unter der Federführung des Archivs des Deutschen Museums in München beteiligen sich folgende Projektpartner: Archiv des Deutschen Schiffahrtsmuseums, Bremerhaven (DSM), Montanhistorisches Dokumentationszentrum beim Deutschen Bergbau-Museum, Bochum (DBM), Wissenschaftliche Sammlungen des Leibniz-Instituts für Regionalentwicklung und Strukturplanung, Erkner (IRS), Bildarchiv und Dokumentesammlung des Herder-Instituts für Historische Ostmitteleuropaforschung, Marburg (HI), Archiv für Geographie des Leibniz-Instituts für Länderkunde, Leipzig (IfL), Deutsches Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg (GNM), Archiv des Senckenberg Deutschen Entomologischen Instituts, Müncheberg (SDEI), Archiv der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung (BBF) des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung, Berlin.

Das Projekt „DigiPortA“ stellt der Porträtforschung eine Fülle an Quellenmaterial zur Verfügung und ergänzt die bestehenden nationalen Porträtportale durch seine Konzentration auf Personendarstellungen aus Wissenschaft und Technik insbesondere des 19. und 20. Jahrhunderts. Durch den Nachweis sowohl von Gemälden und Fotografien als auch von drucktechnischen Verfahren werden Entwicklungen in der Repräsentationstechnik und der Personendarstellung nachvollziehbar. Neben elitenspezifische Darstellungen treten Porträts aus dem Bürgertum sowie städtischer und ländlicher Unterschichten, wodurch das Projekt dem Wandel der Gesellschaft seit dem 19. Jahrhundert Rechnung trägt. Gerade die Integration von Repräsentanten verschiedener Berufsfelder ermöglicht neue Ansätze zu prosopografischen und sozialhistorischen Forschungen, die sich entlang einer longue durée hinweg verfolgen lassen. Ferner trägt „DigiPortA“ dem gesteigerten Interesse an Biografien Rechnung, das noch immer einer diffusen und für den Forscher schwer zu überschauenden Quellenlage gegenübersteht. Erst seit den 1990er Jahren ermöglicht die elektronische Biografik an unterschiedlichen Stellen den Zugang zu Nachlässen und Handschriften von Persönlichkeiten, die bislang lediglich in verstreuten und teilweise veralteten Printpublikationen nachgewiesen waren. Einen besonderen Schwerpunkt legt das Projekt „DigiPortA“ darauf, die Porträts nicht als Einzelblätter zu behandeln und zu interpretieren, sondern ihre originäre Zugehörigkeit zu Archivbeständen festzuhalten. Denn in der Regel stammen die Porträts aus größeren Zusammenhängen, beispielsweise Alben, Nachlässe oder Museumsbestände, die durch den Provenienznachweis und die Beschreibung der übergeordneten Sammlung als reichhaltige Quellenbestände neu erschlossen und der biografiehistorischen Forschung zur Verfügung gestellt werden können. Damit wird eine aktuelle Forderung der Bildwissenschaft sowie der Fotografiegeschichte nach Kontextualisierung und Einbettung von Bildforschung in gesellschaftsgeschichtliche Zusammenhänge aufgegriffen. Schließlich ermöglicht das Projekt „DigiPortA“ Rückschlüsse auf die Funktionen technikhistorischer Porträts und demonstriert, insbesondere durch die Verknüpfung mit vielseitig kombinierbaren Daten, die Potenziale der Quellengattung Porträt.

Geplant ist, das Portal mit anderen Porträtportalen und biografischen Ressourcen zu vernetzen.