Start des ersten fachhistorischen Open Peer Review Projektes „Arbeit im Nationalsozialismus“

Start des ersten fachhistorischen Open Peer Review Projektes „Arbeit im Nationalsozialismus“

Projektträger
Humboldt-Universität zu Berlin / Oldenbourg Verlag
Ort des Projektträgers
Berlin
Land
Deutschland
Vom - Bis
24.06.2013 -
Von
Michael Wildt / Marc Buggeln

1) Einführung
Arbeit war ein zentraler Begriff des Nationalsozialismus. Innerhalb der herzustellenden „Volksgemeinschaft“ diente „Arbeit“ als zentrales Praxisfeld von Inklusion der „Volksgenossinnen und Volksgenossen“. In den Konzentrationslagern der Vorkriegszeit bildete Arbeit das entscheidende Mittel der „Erziehung“, um Häftlinge in „Volksgenossen“ zu verwandeln. Im Krieg wurde Zwangsarbeit zur entscheidenden Ressource für die Fortführung der Rüstungsproduktion. Und schließlich entschied „Arbeitsfähigkeit“ über Leben und Tod von Juden, Roma und Sinti, sowjetischen Kriegsgefangenen, KZ-Häftlinge, Zwangsarbeiter.

Dieser Vielschichtigkeit von Arbeit als sozialer, politischer, kultureller Praxis im Nationalsozialismus nähern sich die Beiträge des Bandes aus unterschiedlichen Perspektiven an, um Kontinuitäten und Differenzen von „Arbeit im Nationalsozialismus“ kenntlich zu machen.

Die Beiträger/innen des Bandes stellen sich vor der Buchpublikation einem öffentlichen Reviewprozess. Das Open Peer Review startete am 24. Juni 2013, wobei die Beiträge nach und nach online gestellt werden.

2) Was ist Open Peer Review?
Beim offenen Peer Review Verfahren werden im Gegensatz zu traditionellen Peer Review Verfahren Bewertungen und Kommentare für alle einsehbar abgegeben. Auch die Autorinnen und Autornamen der Aufsätze sind bekannt. Voraussetzung für die Kommentierung der Beiträge ist eine Registrierung mit Klarnamen.

Nach dem Open Peer Review werden die Autorinnen und Autoren ihre Beiträge überarbeiten. Die Ergebnisse erscheinen im Frühjahr 2014 als hybride Publikation - gedruckt und digital - im Oldenbourg Wissenschaftsverlag.

3) Inhaltsübersicht

Zurzeit sind noch nicht alle Beiträge online. Bereits verfügbare Beiträge sind mit * markiert.

Marc Buggeln und Michael Wildt
Einleitung

Alf Lüdtke:
Deutsche Qualitätsarbeit

Jürgen Kocka
Kritik der Erwerbsarbeit

Inge Marßolek
Vom Proletarier zum ‚Soldaten der Arbeit‘. Zur Inszenierung der Arbeit am 1. Mai 1933

Michael Wildt
Hitlers Konzept der Arbeit

Katharina Schembs
Der Arbeiter als Zukunftsträger der Nation. Bildpropaganda im peronistischen Argentinien*

Ulrich Prehn
Von roter Glut zu brauner Asche? Fotografien der Arbeit in Deutschland von den 1920er-Jahren bis in den Zweiten Weltkrieg – eine Bestandsaufnahme in Graustufen

Martin Becker
Die Betriebs- und die Volksgemeinschaft als Grundlage des „neuen" NS-Arbeitsrechtsideologie im NS-Rechtssystem*

Nicole Kramer
Die ‚stille Reserve‘ der Volksgemeinschaft. Frauenarbeit im Dritten Reich

Detlev Humann
Die ‚Arbeitsschlacht‘ als Krisenüberwindung*

Rüdiger Hachtmann
Arbeit und Arbeitsfront – Ideologie und Praxis

Karsten Linne
Von der Arbeitsvermittlung zum ‚Arbeitseinsatz‘: Die deutsche Arbeitsverwaltung 1933-1945*

Irene Raehlmann
Die Forschungen des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Arbeitsphysiologie im Nationalsozialismus

Marc Buggeln
Unfreie Arbeit im Nationalsozialismus. Dimensionen und Vergleichsaspekte

Sabine Rutar
Arbeit und Überleben in Jugoslawien. Regionale Bergbaugesellschaften unter NS-Besetzung (1941-1944/45)

Christoph Thonfeld
NS-Zwangsarbeit in biographischer Perspektive und als Zuschreibungsressource*

Julia Hörath
„Arbeitsscheue“ und „Volksgenossen“. Leistungsbereitschaft als Kriterium für In- bzw. Exklusion*

Harriet Scharnberg:
„Juden lernen arbeiten!“ Ein antisemitisches Motiv in der deutschen Bildpresse 1939-1941

Andrea Löw
Arbeit in den Ghettos. Rettung oder temporärer Vernichtungsaufschub?*

Jens-Christian Wagner
Arbeit und Vernichtung in Dora-Mittelbau*

Stefan Hördler
„Arbeitsunfähigkeit“ und „Arbeitsfähigkeit“ als Selektionskriterien

Redaktion
Veröffentlicht am
03.07.2013
Beiträger
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