Der öffentliche Gesundheitsdienst in der Zeit des Nationalsozialismus

Der öffentliche Gesundheitsdienst in der Zeit des Nationalsozialismus

Projektträger
Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V. (BVÖGD)
Ort des Projektträgers
Hamburg
Land
Deutschland
Vom - Bis
01.06.2014 - 31.05.2016
Von
Dr. Johannes Donhauser

Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V. (BVÖGD) projektiert eine medizinhistorische Erkundung zu den Aktivitäten des öffentlichen Gesundheitsdienstes im Nationalsozialismus in den Ländern Thüringen und Württemberg der damaligen Zeit. Im Focus dieser Erkundung soll die konkrete Arbeit der Gesundheitsämter im Vollzug der nationalsozialistischen „Erb- und Rassenpflege“ stehen.

Förderung:
Gefördert werden Personal- und Sachkosten in Höhe von 120.000 €. Die Förderung wird an eine Einrichtung und/oder Personen vergeben, die eine historische Studie zum o. g. Themenkomplex unter Berücksichtigung der u. g. Punkte durchführt/durchführen.

Termin:
Die Interessenbekundung zum Wettbewerb hat bis zum 31.01.2014 in gedruckter und unterschriebener, sowie in elektronischer Form beim Empfänger vorzuliegen.

Expertise:
Universitätsinstitut für Geschichte, bzw. Geschichte der Medizin, alternativ Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, oder eine ähnlich spezialisierte Einrichtung.

Anforderungsprofil:
Einschlägiger Forschungs- oder Arbeitsschwerpunkt. Dazu ist ein geeigneter Nachweis zu führen über vorhandene profunde Kenntnisse zur Geschichte des öffentlichen Gesundheitsdienstes im 20. Jahrhundert und zur Medizin im Nationalsozialismus.

Auswahlverfahren:
Aus den bis 31.01.2014 eingegangenen Interessenbekundungen werden mehrere durch den dazu beauftragten wissenschaftlichen Beirat des BVÖGD ausgewählt. Diese Bewerber legen dann eine ausführliche Projektskizze bis 30.04.2014 vor.
Die Endauswahl des Projektnehmers trifft der Bundesvorstand des BVÖGD.

Auftrag (Mindestanforderungen):

A. Leitende Forschungsfragen:
Inhalt der Forschungsarbeit hat zu sein:
Aktive Archiv- und Literaturrecherche sowie kritische Bewertung der erhobenen

Befunde mit entsprechender Diskussion unter Berücksichtigung folgender Gesichtspunkte:
1. Umsetzung der vom Reichsministerium des Innern vorgegebenen „Erb- und Rassenpflege“ in den Gesundheitsämtern der ehemaligen Länder Thüringen und Württemberg unter Berücksichtigung der sonstigen Dienstaufgaben.
2. Einwirken der obersten Landesgesundheitsinstanz bzw. in der Mittelebene des jeweiligen Landes auf den Vollzug der Gesundheitsämter.
3. Ermessenspielräume der Amtsärzte: Unterschiede zwischen Stadt und Land, kommunalen und staatlichen Gesundheitsämtern.
4. Regionale Unterschiede in den beiden Ländern, insbesondere auch mit Blick auf lokale Besonderheiten (z.B. Einflussnahme des örtlichen NS-Parteiapparates auf die Arbeit der Gesundheitsämter).
5. Kriegszeiten: Auswirkung der Ideologie vom „minderwertigen/ lebensunwerten Leben“ auf den Vollzug der Seuchenhygiene und des Katastrophen- bzw. /Krisenmanagements der einzelnen Gesundheitsämter.
6. Aspekte inhaltlicher und/oder personeller Kontinuität/Diskontinuität im Öffentlichen Gesundheitsdienst des jeweiligen Landes/Bundeslandes nach 1945.

B. Veröffentlichung:
1. Abfassung eines aussagekräftigen Berichtes über die Forschungsergebnisse
2. und Präsentation in üblicher allgemein anerkannter wissenschaftlicher Form unter Vorlage einer druckreifen Textfassung bis 30.06.2016.
3. Zwischenbericht in schriftlicher und mündlicher Form auf dem 65. wissenschaftlichen Kongress des BVÖGD Mitte Mai 2015 in Rostock.
4. Fachliche Unterstützung eines Symposiums mit der Präsentation der Forschungsergebnisse auf dem 66. wissenschaftlichen Kongress des BVÖGD vom 28.-30.04.2016 in Reutlingen.

C. Hinweis:
Sofern in der Interessensbekundung eine Einrichtung einen Sondervorschlag mit einem ergänzenden räumlichen Untersuchungsgebiet (anderes ehemaliges Land als unter A.1. genannt) einreicht, ist dieser entsprechend (Nachweis einer erforschungswürdigen Quellenlage) auszuführen und zu begründen. Die unter A. und B. spezifizierten Mindestanforderungen müssen erfüllt sein.

Redaktion
Veröffentlicht am
13.12.2013
Klassifikation
Epoche(n)
Region(en)
Weitere Informationen

Land Veranstaltung
Sprache Veranstaltung