B. Wehry: Zwischen Orient und Okzident

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Titel
Zwischen Orient und Okzident. Das Arsakidenzeitliche Gräberfeld von Tall Šēḫ Ḥamad/Magdala. Bd. 1: Analyse und Auswertung; Bd. 2: Katalog und Beiträge


Autor(en)
Wehry, Benjamin
Reihe
Berichte der Ausgrabung Tall Šēḫ Ḥamad/Dūr-Katlimmu (BATSH) 13, 2
Erschienen
Wiesbaden 2013: Harrassowitz Verlag
Anzahl Seiten
Bd. 1: LXXVI, 303 S.; Bd. 2: S. 305–657
Preis
€ 158,00
Rezensiert für H-Soz-Kult von
Monika Schuol, Friedrich-Meinecke-Institut, Freie Universität Berlin

Tall Šēḫ Ḥamad, im heutigen Nordostsyrien am unteren Ḫābūr gelegen, zählt mit bislang 32 Grabungskampagnen (bis 2010) zu den großen deutschen Ausgrabungen im Vorderen Orient. Archäologisch nachgewiesen ist eine nahezu lückenlose Besiedlungsabfolge von der mittelassyrischen Zeit bis in die Mitte des 3. nachchristlichen Jahrhunderts.[1] Die Untersuchung der jüngsten Besiedlungsschicht mit den arsakidenzeitlichen und römischen Bauzuständen und dem gleichzeitigen Gräberfeld bezeugt die Relevanz der Ausgrabungsergebnisse des Ortes im parthisch-römischen Grenzgebiet auch für die Alte Geschichte. Insbesondere als Garnisonsort römischer Auxiliartruppen rückt Magdala in den Fokus der Alten Geschichte: Spätestens unter Severus Alexander wurde die Siedlung auf Grund ihrer militärisch-strategisch günstigen Lage an einer Furt über den Ḫābūr Teil der massiven Grenzsicherung an Euphrat und Ḫābūr.[2] Die althistorische Perspektive und nicht der archäologische Blick auf die Thematik liegt auch dieser Rezension zu Grunde.

Der vorliegende Band umfasst die für die Publikation überarbeiteten Fassungen der Dissertation von Benjamin Wehry (S. XLI–577) und der Masterarbeit von Kathrin Schmitt (S. 579–624) sowie zwei kürzere Beiträge von Heide Hornig (S. 625–630) und Jennifer Luedtke Kennedy (S. 631–634), einen arabischen Teil (Inhaltsverzeichnis und Zusammenfassungen, S. 635–655) und 10 Beilagen. Der Band bildet den Abschluss in der Erforschung und Veröffentlichung der hellenistischen, arsakidenzeitlichen und römischen Besiedlungsphasen. Er basiert teilweise auf den älteren Publikationen sowohl zu den Grabanlagen als auch zur zeitgleichen Siedlung Magdala (so der latinisierte, auf das aramäische Toponym Magdalu zurückgehende Name).[3] Bearbeitet und einer Gesamtanalyse unterzogen wurden insgesamt 732 arsakidenzeitliche Grabkomplexe im Ruinengelände der Unterstadt II (Grabungsabschnitt „Mittlere Unterstadt II“) und weitere 50 in der „Nordost-Ecke der Unterstadt II“. Mit dieser großen Zahl von Bestattungen konnte in Tall Šēḫ Ḥamad das bisher umfangreichste, systematisch ausgegrabene arsakidenzeitliche Gräberfeld im nordmesopotamischen Raum nachgewiesen werden. Das Ziel der Beiträge ist „zunächst die kulturmorphologisch-chronologische und kulturgeografische Einordnung der Grab- und Fundtypen […] sowie die chronologische Gliederung des Gesamtbefundes und die Datierung der Grabkomplexe beider Gräberfeldabschnitte“ (S. LXVII) und des Weiteren „die Erfassung eines regelhaften Totenrituals sowie eine kulturgeschichtliche Einordnung der Befunde und Funde in fundortübergreifende Bestattungstraditionen bzw. als Fremdformen und Importe“ (S. LXVII).[4]

Der erste Teilband gliedert sich in acht Kapitel: Den Beiträgen vorgeschaltet sind das Vorwort des Herausgebers und des Autors, die jeder Publikation aus der Reihe beigefügte „Zentrale Bibliographie“ mit der Auflistung aller bislang aus dem Grabungsprojekt hervorgegangenen Veröffentlichungen sowie das Literaturverzeichnis zum vorliegenden Band, ein Abkürzungs- und ein Abbildungsverzeichnis sowie eine „Zusammenfassung der Ergebnisse“. Kapitel I ist der Geographie und Topographie des Fundortes gewidmet, bietet einen Abriss der Forschungsgeschichte, beschreibt die Ziele und Methoden in der Bearbeitung des zweiten Gräberfeldabschnittes und setzt sich kritisch mit der archäologischen Aussagekraft von Grabbefunden und -funden auseinander („Quellenkritik“). Kapitel II umfasst die befundtypologische Klassifizierung der Grabbefunde (Grabtypen und Bestattungsformen), wobei vorhellenistische, mesopotamische Grabtraditionen als dominierend eingestuft und die lediglich fünf nachgewiesenen Leichenbrandniederlegungen hellenistisch-römischem Einfluss zugeschrieben werden; möglicherweise eine Neuerung mit Vorbildern in Kleinasien, der Levante und im nordwestlichen Iran seien die arsakidenzeitlichen Gräber mit (Pseudo-)Giebelkonstruktionen.

Kapitel III ist der typologischen Zuordnung der Grabfunde auf dem zweiten Gräberfeldabschnitt gewidmet; Vergleiche mit Parallelfunden zeigen nach Wehry überwiegend die Fortführung älterer, originär mesopotamischer Formtraditionen, verweisen aber mit Importstücken (so einer Bronzekanne oberitalischer Herkunft, einem römischen Toilettbesteck und Terra-sigillata-Fragmenten aus dem östlichen Mittelmeerraum) auch auf Interaktionen und Akkulturation im Schnittpunkt parthischer und römischer Expansionspolitik. Die chronologische Einordnung der Grabkomplexe erfolgt in Kapitel IV: Nur wenige Grabkomplexe sind münzdatiert, für die Mehrzahl hingegen kann Wehry mittels externer Vergleiche mit Parallelfunden (etwa in Babylon, Uruk, Aššur, Mari und Seleukeia am Tigris) lediglich eine relativchronologische Abfolge mit einer Aufteilung in vier Gruppen („Zeitstufen“) erstellen. In Kapitel V wird das Totenritual von der Aufbahrung des Leichnams bis zur Schließung des Grabes und den rituellen Handlungen im nachsepulkralen Totenkult rekonstruiert, wobei Wehry Entsprechungen der Bestattungs- und Beigabensitten insbesondere zu nordmesopotamischen Parallelfundorten feststellt und für die arsakidische Zeit (mit Ausnahme der wenigen Brandbestattungen) die Fortsetzung originärer (mittel- und neuassyrischer) Traditionen für wahrscheinlich hält. Aus althistorischer Sicht bemerkenswert ist die Münzbeigabe (S. 240f.), die hellenistisch-griechischen Kultureinfluss und die bewusste Verbindung dieser Beigabensitte mit eigenen Jenseitsvorstellungen dokumentiert.[5] Kapitel VI bündelt die Ergebnisse: Hervorgehoben werden die Entsprechungen der arsakidenzeitlichen Bestattungssitten zu anderen nordmesopotamischen Fundplätzen, die Weiterführung lokaler Traditionen bei gleichzeitig nur vereinzelt nachgewiesenen Importen und Fremdformen, geschlechterspezifische Beigabenausstattung und ein mehrstufiges Totenritual. Abgeschlossen wird der erste Teilband durch die Kapitel VII und VIII: Gesamtgräberlisten bieten zwei nach Grabnummern und Grabtypen geordnete Konkordanzlisten, ein Fundortindex listet Parallelfundorte mit einschlägiger Literatur auf.

Der zweite Teilband enthält in Kapitel IX den Katalog mit Beschreibungen aller zum zweiten Gräberfeldabschnitt gehörigen Grabkomplexe und einen tabellarischen Fundkatalog mit den Beifunden der jeweiligen Grabzusammenhänge. Daran schließt sich die Bearbeitung der Gräber in der „Nordost-Ecke der Unterstadt II“, wohl die jüngsten Gräber des Gräberfeldes, von Katrin Schmitt an: Für die Variationsbreite der Grabtypen und der Beigabenausstattung macht sie individuelle Vorlieben verantwortlich, da soziale, ethnische oder religiöse Gründe nicht deutlich genug erkennbar seien. Es folgen „Anthropologische Beobachtungen zu den Bestatteten der Nordost-Ecke der Unterstadt II“ von Heide Hornig, wobei Sterbealter, Geschlecht, Körperhöhe sowie pathologische und anatomische Veränderungen am Skelett diagnostiziert wurden: Festgestellt werden konnte eine für antike Verhältnisse ungewöhnliche ausgeglichene Geschlechtsverteilung. Die Sterbeverteilung entspricht nach Hornig „einem anthropologisch nahezu zu erwartenden Verlauf“ (S. 625); zu erkennen seien statusunabhängige gute Lebensbedingungen der Menschen in Magdala und eine „äußerst stabile Population über einen Zeitraum von ca. vierhundert Jahren“ (S. 629).[6] Durch die „preliminary genetic analysis“ kann Jennifer Luedtke Kennedy eine große Homogenität der Bevölkerung mit nur wenigen Zuwanderern nachweisen[7], ohne dass verwandtschaftliche Beziehungen der bestatteten Personen untereinander ersichtlich sind.

Die kritischen Anmerkungen beschränken sich auf wenige Punkte (ausgespart bleiben die Methodik der Ausgrabung und die Auswertung der Grabungsergebnisse, deren Beurteilung außerhalb meiner Kompetenzen liegt): Die von Wehry unter der Rubrik „Hellenistische Münzen (MüA)“ auf S. 111 aufgeführte Bronzemünze 92/58-1 (Abb. 175), das älteste in Tall Šēḫ Ḥamad belegte numismatische Zeugnis, ist nicht König Achaios aus Sardis zuzuweisen[8], sondern Arsames II. von Sophene. Die Münze wurde ca. 230 v.Chr. geprägt: Im Avers zeigt sie einen nach links gewendeten Kopf mit abgeflachter Tiara und Diadem (im Perlkranz?), im Revers einen auf einem Blitzbündel stehenden Adler nach rechts mit der Legende [BASIL]EOS / [Α]RSAM[OY].[9] Die ebenfalls auf S. 111 (Abb. 176) aufgelistete Bronzeprägung 97/33-6 mit Šamaš/Helios-Kopf nach rechts im Avers und Dromedar mit Reiter nach rechts im Revers und die beiden anderen Prägungen aus der gleichen oder einer ähnlichen Serie, zugeordnet einer „unbekannten östlichen Prägestätte“[10], sind der Prägestätte Natounia (Natounisarokerta) in der Adiabene zuzuweisen und wahrscheinlich in das Jahr 65 v.Chr. zu datieren; ob sie, wie bei anderen Exemplaren aus Natounia nachweisbar, Münzen Antiochos’ VIII. als Untergepräge haben, wäre noch zu überprüfen.[11] Diese vier Exemplare fügen sich somit gut ein in die kulturhistorische Zugehörigkeit der Siedlung und des Gräberfeldes insbesondere zum nordmesopotamischen Raum. Im Beitrag von Heide Hornig sollte die Sterberate der Kinder in Magdala (25,7 Prozent) zeitgleichen Vergleichswerten aus der Antike und nicht aus dem byzantinischen Ephesus des 13. und 14. Jahrhunderts gegenüber gestellt werden (S. 626): Die Kindersterblichkeit liegt in der frühen Kaiserzeit bei mindestens 30 Prozent bereits im ersten Lebensjahr, das zehnte Lebensjahr vollendeten nur etwa 50 Prozent der Kinder; und „völlig hypothetisch, da wir weder Geburts- noch Sterberegister besitzen“[12], muss die Bezifferung des Anteils der „Alten“ von durchschnittlich 5 Prozent an der Gesamtgesellschaft (S. 626) bleiben. Anzumerken sind ferner die fehlerhafte Fußnotenzählung zum Katalog der Funde aus Grab 88/13 (S. 613) und gelegentliche, ganz offensichtlich Konvertierungsproblemen geschuldete Fehler im Zeilenumbruch (zum Beispiel S. 3 u. 265–283). Die vorgetragene Kritik mindert nicht den guten Gesamteindruck.

Einige für die althistorische Forschung relevante Fragen kann Wehry auf der Grundlage der Ausgrabungsergebnisse nicht beantworten: Nicht geklärt ist etwa, welche Entwicklungen seit Beginn des 2. Jahrhunderts n.Chr. (Zeitstufe IIb) die Erschließung neuer Areale für die Anlage von Gräbern erforderten, zu einer stetigen Verdichtung zwischen den Gräbergruppen führten und das 2. Jahrhundert n.Chr. (Zeitstufe III) zur intensivsten Belegungsphase machten (S. 206f.): Inwiefern sind die parthisch-römischen Kriege und der erste Syrien-Feldzug von Šābuhr I. (253–256 n.Chr.), die Verlagerung von Handelswegen mit der abnehmenden wirtschaftlichen Potenz der Siedlung, die Ausbreitung der Pest Mitte des 2. Jahrhunderts n.Chr.[13] sowie naturräumliche Veränderungen durch längere Trockenphasen und anthropogene Eingriffe (Kanalbau, Siedlungsverdichtung, Überweidung, Abholzung in größerem Maßstab zur Gewinnung von Baumaterial)[14] verantwortlich für diesen Befund auf dem arsakidenzeitlichen Gräberfeld und für den Niedergang von Magdala? Welche Bedeutung kommt dem Ort in der Spätantike zu?[15] Stehen die Brandschüttungsgräber aus der spätparthischen Zeit (S. 50) im Zusammenhang mit Roms forciertem Ausbau der limites am mittleren Euphrat und am Ḫābūr und den dort stationierten Soldaten bzw. Veteranen, handelt es sich gar um Bestattungen von Militärangehörigen (und ihrer Familienmitglieder)?[16] Unter Heranziehung von P. Dura 100–101 (von 219 und 222 n.Chr.) mit der Auflistung von Soldaten der cohors XX Palmyrenorum und ihren Garnisonsorten (11 sind in Magdala stationiert)[17] und P. Euphr. 5 (vom 27. Mai 243 n.Chr.)[18], der einen Soldaten der legio XVI Flavia Firma und einen Veteranen als Zeugen in einem Eigentumsprozess nennt, wären die Stellung der römischen (aktiven und ehemaligen) Militärangehörigen und den in der Region verbliebenen Veteranen in der lokalen Gesellschaft und – mit Blick auf die Praxis römischer Provinzialadministration und Romanisierungsprozesse im Imperium Romanum – ihre Funktionen (jurisdiktionell und polizeilich) vor Ort zu diskutieren.[19]

Der archäologische Befund in Verbindung mit den griechischen und lateinischen Textzeugnissen gibt den Blick frei auf die regionalen Auswirkungen der parthischen Expansion nach Westen und der Ausdehnung der römischen Interessensphäre in Nordwestmesopotamien seit der zweiten Hälfte des 2. nachchristlichen Jahrhunderts. Die althistorische Forschung ist konfrontiert mit der Frage nach der Reichweite und Intensität kultureller Interaktions- und (partieller) Akkulturationsprozesse zwischen dem seleukidisch-römischen Mittelmeerraum und Vorderasien abseits der großen politischen Zentren und unterhalb der lokalen, hellenisierten Eliten. Ins Bewusstsein rückt die große, regional geprägte Variationsbreite kultureller Austauschbeziehungen: Tall Šēḫ Ḥamad/Magdala in seiner jüngsten Besiedlungsphase bietet mannigfache Zeugnisse für einen „ostsyrisch-mesopotamischen Kulturkreis“[20], der sich im römisch-parthischen Grenzgebiet entwickelt hat und in seinem Erscheinungsbild recht uneinheitlich daherkommt, der mit Fremdformen, Importen und Imitationen seine Anbindung an den östlichen Mittelmeerraum, Iran, Südmesopotamien und die Golfregion dokumentiert, aber in seinen Bestattungs- und Beigabensitten weitgehend altorientalischer Tradition verpflichtet bleibt.

Für die intensivere althistorische Forschung über die Ḫābūr-Region in der Zeitspanne zwischen etwa 300 v.Chr. und 300 n.Chr. unverzichtbar ist die ergänzende Heranziehung der drei vorhergehenden Bände[21] zur Ausgrabung von Tall Šēḫ Ḥamad in diesem Zeitraum, auch wenn der vorliegende Band zweifellos die Erwartung erfüllt, „alle Indikatoren der Besiedlung und der Bestattungen in einer Synthese zusammen(zu)führen und zu einem abschließenden Urteil über das Leben und Sterben in Magdala zwischen 250 v.Chr. und 300 n.Chr. zu gelangen“ (S. XI). Wehry, Schmitt, Hornig und Kennedy haben eine üppig ausgestattete Dokumentation vorgelegt: Die zahlreichen, dem sorgfältig erstellten Text beigegebenen Zeichnungen und Fotos von durchgängig hoher Qualität, anschauliche Tabellen und Graphiken erleichtern das Verständnis der Ausführungen; besonders hervorzuheben sind die sehr instruktiven Beilagen mit der Kartierung der chronologischen Gliederung der Grabkomplexe (Belegungsphasen und -schwerpunkte) des arsakidenzeitlichen Gräberfeldes.

Für die archäologische und die althistorische Forschung gleichermaßen zentrale Fragestellungen werden aufgegriffen. Auf der Basis des archäologischen Befundes werden neue Perspektiven insbesondere für die althistorische, auf die östlichen Grenzregionen des Römischen Reiches fokussierende Forschung und zukünftige fächerübergreifende Kooperationen aufgezeigt. Daher ist dem Band eine breite Rezeption auch außerhalb der archäologischen Fachkreise zu wünschen, um das Potenzial der „interdisziplinären Ergiebigkeit“ (S. XIII) der Ausgrabung von Tall Šēḫ Ḥamad tatsächlich auszuschöpfen.

Anmerkungen:
[1] Die abschließenden Berichte über die Ausgrabungsergebnisse wurden in der Reihe „Berichte der Ausgrabung Tall Šēḫ Ḥamad/Dūr-Katlimmu“ publiziert, Vorberichte finden sich seit 1974 in der Zeitschrift „Archiv für Orientforschung“; für einen Überblick über den Fundort vgl. Karen Radner, Art. „Šaiḫ Ḥamad, Tall. A. Philologisch“, in: Michael P. Streck (Hrsg.), Reallexikon der Assyriologie und Vorderasiatischen Archäologie 11 (2006–2008), S. 542f.; Hartmut Kühne, Art. „Šaiḫ Ḥamad, Tall. B. Archäologisch“, ebd., S. 543–551; vgl. auch <http://www.schechhamad.de/> (25.09.2014).
[2] Andreas Luther, Die Einnahme von Birtha Asporaku durch Sapor I., in: Göttinger Forum für Altertumswissenschaft 2 (1999), S. 77–84; ders., Römische Militärposten der Severerzeit am Unteren Ḫābūr, in: Göttinger Forum für Altertumswissenschaft 5 (2002), S. 1–9; ders., Tall Šēḫ Ḥamad in parthisch-römischer Zeit: Die althistorische Perspektive, in: Hartmut Kühne (Hrsg.), Magdalu/Magdala – Tall Šēḫ Ḥamad von der postassyrischen bis zur römischen Kaiserzeit, Wiesbaden 2005, S. 343–354; Peter M. Edwell, Between Rome and Persia, New York 2008, S. 64–87; vgl. auch Michael Sommer, Roms orientalische Steppengrenze, Stuttgart 2005, S. 308 u. 310.
[3] Mirko Novák / Andreas Oettel / Carsten Witzel, Der Parthisch-Römische Friedhof von Tall Šēḫ Ḥamad/Magdala, Teil I, Berlin 2000; Kühne, Magdalu/Magdala; Heide Hornig, Der Parthisch-Römische Friedhof von Tall Šēḫ Ḥamad/Magdala, Teil II: Die anthropologische Evidenz, Wiesbaden 2010.
[4] Zur Rekonstruktion eines Totenrituals auf der Basis der Befunde auf dem arsakidenzeitlichen Gräberfeld vgl. bereits Mirko Novák / Andreas Oettel, Die kultursoziologische Interpretation, in: Novák / Oettel / Witzel, Friedhof, S. 215–237, hier S. 215–217 u. 225–228.
[5] Vgl. auch Andreas Oettel, Charonspfennig und Totenglöckchen. Zur Symbolik von Münzen und Glöckchen, in: Altorientalische Forschungen 27 (2000), S. 106–120.
[6] Zur Altersverteilung, Kindersterblichkeit und Ernährungssituation in Magdala vgl. ausführlicher Hornig, Friedhof, S. 29f. u. 56–97.
[7] Vgl. auch Hornig, Friedhof, S. 83f.
[8] Vgl. auch Andreas Oettel, Die antiken Münzen aus Tall Šēḫ Ḥamad. Die Funde der Grabungskampagnen 1978 bis 2000, in: Kühne, Magdalu/Magdala, S. 161–186, hier S. 170 mit Abb. 398.
[9] Paul Z. Bedoukian, Coinage of Cilician Armenia, 2. Aufl., Danbury 1979 (1. Aufl. 1962), S. 7 var.; Yeghia T. Nercessian, Armenian Coins and their Values, Los Angeles 1995, S. 8; ders., Coinage of the Armenian Kingdom of Sophene (ca. 260–70 B.C.), in: American Numismatic Journal 37/3 (2011), S. 47–65, hier S. 55 mit Abb. 15; vgl. auch Margherita Facella, Basileus Arsames. Sulla storia dinastica di Commagene, in: Studi Ellenistici 12 (1999), S. 127–158; dies., La dinastia degli Orontidi nella Commagene ellenistica-romana, Pisa 2006, S. 179–183 u. Fig. 46, 3.
[10] Vgl. auch Andreas Oettel, Die Typologie der Befunde, in: Novák / Oettel / Witzel, Friedhof, S. 39–87, hier S. 73 mit Abb. 376 und 377; ders., Die antiken Münzen, S. 170f. mit Abb. 400–402.
[11] Oliver D. Hoover, The Camels of Natounia, in: Schweizerische Numismatische Rundschau 88 (2009), S. 161–168 mit Pl. 12; vgl. auch Joseph T. Milik, A propos d’un atelier monétaire d’Adiabène: Natounia, in: Revue Numismatique 4 (1962), S. 51–58.
[12] Ernst Baltrusch, Alt sein in einer demokratischen Gesellschaft: Das klassische Athen, in: Rainer Kampling / Anja Middelbeck-Varwick (Hrsg.), Alter – Blicke auf das Bevorstehende, Frankfurt am Main 2009, S. 45–64, hier S. 49; vgl. auch Hartwin Brandt, Wird auch silbern mein Haar, München 2002, S. 159 (vorsichtige Schätzung des Anteils der über 60-Jährigen auf ca. 4,5 bis 4,6 Prozent der Gesamtbevölkerung).
[13] Zu diesen (möglichen) Faktoren für den Niedergang von Magdala vgl. z.B. Mirko Novák, Architektur und Stratigraphie der seleukidisch und parthisch-römischen Siedlung auf der Zitadelle nach den Grabungen von 1987–1988, in: Kühne, Magdalu/Magdala, S. 59–90, hier S. 77–79; Andreas Oettel, Die Siedlungsgeschichte von Tall Šēḫ Ḥamad in seleukidischer, parthischer und römischer Zeit, in: ebd., S. 321–335, hier S. 329f.; Hornig, Friedhof, S. 95–97.
[14] Zu den bereits im 7. Jahrhundert v.Chr. sichtbaren naturräumlichen Veränderungen vgl. Hartmut Kühne, Umwelt und Subsistenz der assyrischen Stadt Dūr Katlimmu am Unteren Ḫābūr – was wissen wir wirklich?, in: Hartmut Kühne (Hrsg.), Umwelt und Subsistenz der assyrischen Stadt Dūr Katlimmu am Unteren Ḫābūr, Wiesbaden 2008, S. 215–220; Hornig, Friedhof, S. 97.
[15] Eine vollkommene Aufgabe von Tall Šēḫ Ḥamad/Magdala ist, wie Wehry bereits andeutet (S. 3 u. 282f.), angesichts der zahlreichen bewaffneten Konflikte zwischen Rom und den Sāsāniden seit etwa 250 n.Chr. schwerlich vorstellbar. Wahrscheinlicher wäre eine zumindest temporäre Einbeziehung in die spätantiken Befestigungssysteme in Grenznähe von römischer Seite unter Nutzung bereits bestehender, gegebenenfalls restaurierter Militärarchitektur; vgl. z.B. Ariel S. Lewin, The New Frontiers of Late Antiquity in the Near East. From Diocletian to Justinian, in: Olivier Hekster / Ted Kaizer (Hrsg.), Frontiers in the Roman World, Leiden 2011, S. 233–263, hier S. 250–253; Alexander Sarantis, Fortifications in the East: A Bibliographic Essay, in: Alexander Sarantis / Neil Christie (Hrsg.), War and Warfare in Late Antiquity, Leiden 2013, S. 317–370 (mit Verweisen auf ältere Literatur), hier S. 343–345; James Howard-Johnston, Military Infrastructure in the Roman Provinces North and South of the Armenian Taurus in Late Antiquity, in: ebd., S. 853–891, hier S. 878–886.
[16] So Hornig, Friedhof, S. 4. Zu dem Zusammenhang der Brandbestattungen und der Stationierung römischer Soldaten in Tall Šēḫ Ḥamad vgl. auch Mirko Novák, Die Typologie der Gräber, in: Novák / Oettel / Witzel, Friedhof, S. 13–38, hier S. 28f.; Carsten Witzel / Holger Schutkowski / Birgit Ehlken, Die anthropologische Untersuchung der Bestatteten, in: ebd., S. 173–214, hier S. 174 mit Abb. 616, 617 u. 622; Mirko Novák / Andreas Oettel, Die Grabbefunde, in: ebd., S. 241–648, hier S. 267f. u. 283f.
[17] Zu P. Dura 100 und 101 vgl. Udo Hartmann, Das palmyrenische Teilreich, Stuttgart 2001, S. 269, Anm. 69; Luther, Militärposten, S. 2f.; Andreas Luther / Hartmut Kühne, Zur Identifizierung des antiken Namens von Tall Šēḫ Ḥamad, in: Kühne, Magdalu/Magdala, S. 337–342, hier S. 337f.; Luther, Tall Šēḫ Ḥamad, S. 345; Edwell, Rome, S. 69f., 77–79 u. 85.
[18] Zu P. Euphr. 5 vgl. Novák, Typologie, S. 29; Novák / Oettel, Die kultursoziologische Interpretation, S. 237; Sommer, Steppengrenze, S. 327f.; Luther / Kühne, Identifizierung, S. 337f.; Giovanna D. Merola, Per la storia del processo provinciale romano. I papiri del medio Eufrate, Napoli 2012, S. 24–26 u. 83–85.
[19] Zu den Funktionen der in den römischen Provinzen stationierten Soldaten vor Ort vgl. Nigel Pollard, The Roman Army as „total institution“ in the Near East? Dura-Europos as a Case Study, in: David L. Kennedy (Hrsg.), The Roman Army in the East, Ann Arbor 1996, S. 211–227, hier S. 226; Soldiers, Cities, and Civilians in Roman Syria, Ann Arbor 2000; Ian Haynes, Blood of the Provinces, Oxford 2013.
[20] Oettel, Siedlungsgeschichte, S. 330; vgl. auch Andreas Oettel, Rom am Ḫābūr: Betrachtung zum Prozess der Romanisierung in Ost-Syrien, in: Dominik Bonatz (Hrsg.), Fundstellen. Gesammelte Schriften zur Archäologie und Geschichte Altvorderasiens. Ad honorem Hartmut Kühne, Wiesbaden 2008, S. 225–232, hier S. 229.
[21] Siehe Anm. 3.

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27.10.2014
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