J. Schlude: Roma, Parthia and the Politics of Peace

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Titel
Rome, Parthia, and the Politics of Peace.


Autor(en)
Schlude, Jason M.
Erschienen
London 2020: Routledge
Anzahl Seiten
238 S.
Preis
£ 120.00
Rezensiert für H-Soz-Kult von
Fuad Alidoust, Frankfurt am Main

Forschende, die sich mit den römisch-arsakidischen Beziehungen befassen, werden eines fragwürdigen Umstandes gewahr: Zwar ist des Öfteren von verschiedenartigen diplomatischen – mit wechselseitigen Respektbekundungen verbundenen – Begegnungen auf diversen Ebenen der Hierarchien die Rede, dennoch zeichnen die griechisch-römischen Autoren ein vornehmlich einander herabsetzendes, feindseliges und Kriege androhendes Bild.[1] So entsteht der Eindruck, das nahezu formalisierte, auf ein friedliches Miteinander hinwirkende diplomatische Geschehen werde in der Bewertung unzureichend beachtet. Das hervorstechende Narrativ ist jenes von bitterer Feindschaft und von inkompatiblen Herrschaftsgebilden. Daher fragt der Autor des zu rezensierenden Buches, Jason M. Schlude, ob es angemessen sei, diese Beziehungen als dauerhaft feindselig und notwendigerweise konflikthaft zu beschreiben. Schlude möchte sich dieser Deutung nicht anschließen, stattdessen offeriert er eine alternative Interpretation, welche den diplomatischen Bemühungen um einen Frieden sichernden modus vivendi deutlich mehr Bedeutung zukommen lässt.

In der Einleitung stellt Schlude die dominierende historiographische Sichtweise der wechselseitig feindseligen Beziehungen dar, um zur Schlussfolgerung zu gelangen, in dieser Lesart sei der permanente Krieg unvermeidlich (S. 4). Dass diese Auffassung derart wirkmächtig ist, erklärt Schlude mit Verweis auf Edward Said auch mit der Ost-West-Antithese. Auf solche Weise beeinflusste Althistoriker:innen hätten möglicherweise zu viel Feindschaft in den römisch-arsakidischen Beziehungen herausgelesen. Neben der komplexen, nahezu einseitigen griechisch-römischen Quellenlage komme als weiterer Faktor das moderne Verständnis hinzu, dass Rom geradezu ein pathologisch imperialistisches Reich gewesen sei (S. 10). Diese Gesichtspunkte böten jedoch Anlass zur Vermutung, konstruktive römisch-parthische Interaktionen seien nicht zur Kenntnis genommen worden.[2] Schlude beabsichtigt also, beiden Narrativen zu ihrem Recht zu verhelfen: „Cooperation and conflict defined the relations of Rome and Parthia […] We can identify a distinct pattern, if we try a pattern involving a dynamic relationship between ‘image’ and ‘reality’” (S. 13). Zielte das tatsächliche Handeln (reality) nicht selten auf ein pragmatisches Interesse am Frieden, so verlangten die – Selbst- und Fremdbilder und die machtpolitische Notwendigkeit der Darstellung einschließenden – Vorstellungen (image) nicht weniger selten ein aggressives Getue. Im geopolitischen Ränkespiel siegreich zu sein, galt nämlich auf beiden Seiten als eine die Reputation erhöhende Tugend der Herrschenden. Was Wunder, wenn das diplomatische Agieren sich realiter von den scheinbaren Aggressionen unterschied. Allerdings war dieses Zusammenspiel nicht unproblematisch, denn das image konnte aggressives Handeln sukzessive heraufbeschwören.

Das erste Kapitel untersucht die erstmalige römisch-arsakidische Begegnung, als der propraetor Sulla mit dem Gesandten Orobazos zusammentraf, der vom Arsakidenkönig Mithridates II. beauftragt worden war, symmachia kai philia mit den Römern zu schließen. Anhand Plutarchs Bericht (Plut. Sulla 5.4–5), welcher die bei den öffentlichen Verhandlungen von Sulla arrangierte und die ihn flankierenden kappadokischen und arsakidischen Vertreter gleichsetzende Sitzordnung thematisiert, exemplifiziert Schlude sein Erklärungsmuster. Sowohl die Aktionen des Römers als auch des Mithridates II., der – laut Bericht – im Nachgang Orobazos ob dieser zugelassenen Gleichstellung ermorden ließ, müssten mit Blick auf image und reality beurteilt werden. Vordergründig hätten sie Stärke und Durchsetzungsfähigkeit demonstriert. Hinsichtlich des Ergebnisses weist er darauf hin, dass der Bericht keine Angabe zur Annahme oder Verweigerung des Ansinnens macht. Mit Bezugnahmen auf Florus und Orosius spricht er sich für ein wechselseitiges Defensivbündnis mit Erweiterungsmöglichkeiten, aber ohne territoriale Bestimmungen aus (S. 26). Auch in der darauffolgenden Zeit hätten sowohl die Römer als auch die Arsakidenkönige ein veritables Interesse am Frieden gehabt (S. 35). Was die Ermordung Orobazos anbelangt, so verfolgt Schlude freilich keine alternative Deutung. Sollte man jedoch – nicht zuletzt eingedenk der Gefahren des Orientalismus – nicht gerade dann skeptisch sein, wenn der Gesandte den Auftrag ausgefüllt hat? Hatte der Arsakidenkönig keine andere Möglichkeit, diese Übereinkunft intern als Erfolg zu präsentieren? Inwiefern musste eine arsakidische Öffentlichkeit zufriedengestellt werden?

Das römisch-arsakidische Verhältnis unter Pompeius Magnus und Phraates III. wird im zweiten Kapitel zunächst im Sinne der communis opinio dargelegt, welche die Entscheidungen und Provokationen des Römers zwecks Zurückdrängung der arsakidischen Ambitionen betont. Endpunkt dieser Politik sei es gewesen, Cilicia und Syria als Provinzen zu annektieren, um Legionen in unmittelbarer Nähe zum Arsakidenreich in Stellung zu bringen. Infolge einer abweichenden Übersetzung von Cass. Dio 36.51.1, wodurch er von der Forschung benannte Inkonsistenzen zu tilgen glaubt, plädiert Schlude für eine weitaus weniger feindselige Kommunikation, deren Mehrdeutigkeiten auf die jeweils zu berücksichtigenden Befindlichkeiten zurückzuführen seien. Vielmehr sei ein Fortschritt in der Diplomatie zu verzeichnen: Man habe sich auf den Euphrat als Demarkation geeinigt (S. 50). Diese Abmachungen habe Pompeius der römischen – auf Triumphe anstatt auf Diplomatie konditionierten – Öffentlichkeit jedoch anders präsentiert, nämlich nicht die vertragliche Einigung unterstreichend, sondern Eroberungen (Mesopotamia) suggerierend.

Die Kapitel drei und vier behandeln Crassus' fatales Ende bei der Schlacht von Carrhae und die unmittelbaren Folgen. Zuerst verweist Schlude darauf, dass Pompeius den Plan des Prokonsuls von Syrien, Aulus Gabinius, den Arsakiden Mithridates III. gegen König Orodes II. zu unterstützen, durch die Priorisierung des Auftrages, Ptolemaios XI. Auletes auf den ägyptischen Thron zu hieven, aufgehoben habe. Man könne auch nicht sagen, Gabinius habe die römisch-arsakidische Übereinkunft signifikant verletzen wollen, denn immerhin habe er die Interessen eines Arsakiden unterstützt (S. 61). Zu Recht unterstreicht Schlude, dass wir die römische Gesellschaft auch in Bezug auf außenpolitische Fragen nicht monolithisch deuten dürfen (S. 64). Die zeitgenössischen Quellen geben nur vereinzelte Versuche an, Crassus' Kampagne gegen Bündnispartner zu verhindern. Die späteren Quellen sind in dieser Hinsicht möglicherweise anachronistisch. Jedenfalls haben die von persönlichen Fehleinschätzungen getragenen Ambitionen Crassus' die aggressive Rhetorik des image auf folgenschwere Weise in Aktion umgesetzt und einen Wendepunkt in der römisch-arsakidischen Geschichte markiert. Der Bürgerkrieg habe die römische Politik derart beschäftigt, dass die anvisierte Bekämpfung der Arsakiden nicht unmittelbar realisiert werden konnte. Fragen wirft aber auch die arsakidische Haltung auf. Die kurzlebigen Razzien der 50er-Jahre genügen mit Sicherheit nicht, um die These der Reklamierung des achaimenidischen Erbes zu postulieren. Schlude zufolge genügten den Arsakiden zunächst eine Demonstration ihrer Fähigkeiten; angestrebt war weiterhin ein stabiler modus vivendi mit den Römern. Erst im Laufe der schicksalshaften römischen Geschichte und dem Wegbrechen potenzieller Bündnispartner (v.a. Cassius und Brutus) habe Orodes II. die Gelegenheit der Anwesenheit des Quintus Labienus genutzt, um diesen gemeinsam mit Pakoros zu Angriffen auf römische Territorien auszusenden (S. 84).[3] Gleichwohl wurden diese durch Ventidius Bassus rasch wieder zunichtegemacht. Antonius selbst kam bei seinem Partherfeldzug hingegen nicht zum gewünschten Erfolg.

Im fünften Kapitel behandelt Schlude die augusteische Partherpolitik. Durch die Aufnahme des Thronprätendenten Tiridates, welcher den Sohn des Phraates IV. als Geisel mit sich führte, habe er ein Druckmittel gegen den Arsakidenkönig in der Hand gehabt, wodurch er ihm seine Vorstellungen aufzwingen konnte. Dies habe zur Rückgabe der Standarten geführt. Doch gab es um 31/30 v. Chr. eine realistische Aussicht auf Rückkehr zur Kooperation, zumal die Dichter deutlich vernehmbar Rache für Crassus forderten? Schlude weist daraufhin, dass manche Quelle den Sieg des Ventidius bereits als ausreichende Vergeltung interpretiere (Tac. Germ. 37.4). Insofern war sicherlich ein beträchtlicher Teil der Römer der Ansicht, Augustus müsse nicht zwingend Krieg führen (S. 95). Zu diesem Zeitpunkt sei Augustus an einer Milderung der Spannungen interessiert gewesen (S. 96). Dies zeige sich an seinem Verhalten in Bezug auf die Auseinandersetzung zwischen Tiridates und Phraates IV., deren konstruktive Lösung Phraates' Vertrauen in Augustus gestärkt habe. Dies erkläre auch, warum der Arsakide vier Söhne und andere Angehörige nach Rom geschickt habe – wissend, dass Augustus sie nicht gegen ihn einsetzen werde (S. 100). Diese Bezeugung eines freundschaftlichen Verhältnisses und das arsakidische Interesse an deren Fortbestand hätten wenige Jahre später auch zur Rückgabe der Standarten und gefangenen Römer geführt (S. 101). Die veränderte Situation unter Phraatakes vermag Schlude ebenso wenig als ausschließlich auf militärische Aggressionen hinauslaufende Beziehung zu interpretieren. Vielmehr seien die territorialen Ansprüche und Provokationen in der Ansprache als „part of an aggressive negotiation strategy“ (S. 103) zu sehen. Das Ergebnis dieser Diplomatie sei die von Velleius beeindruckend zur Schau gestellte Begegnung zwischen C. Caesar und Phraatakes 2. n. Chr.

Die römisch-arsakidischen Beziehungen unter der iulisch-claudischen bzw. flavischen Dynastie sind Gegenstand des sechsten und siebten Kapitels. Diese hätten sich trotz ausgebrochener kriegerischer Scharmützel und Konflikte nicht bedeutend verändert. Insbesondere die Regierungszeit des Tiberius könne daher grosso modo mit den Konsultationen unter Germanicus (18 n. Chr.) und Vitellius (Zeitpunkt unsicher) im Sinne der augusteischen Partherpolitik gedeutet werden: Priorität habe weiterhin ein durch Diplomatie aufrecht erhaltener Status quo besessen. An diesem Vorrang habe sich auch unter Nero nichts geändert, auch wenn Römer und Parther erstmalig nach Antonius' Feldzug 36 v. Chr. wieder in bedeutender Anzahl aufeinander trafen. „Diplomacy was the primary and preferred method of exchange and resolution throughout this period” (S. 129). Die Vielzahl der diplomatischen Treffen zeuge vom Geiste, diplomatische Lösungen zu finden. Das unter Nero und Vologaeses I. entwickelte „novel arrangement“ in Armenien habe sich bis 113 n. Chr. als dauerhafte Regelung erwiesen (S. 140). Auch die flavische Dynastie habe trotz der Neuorganisation im Nahen Osten die römische Haltung gegenüber dem Arsakidenreich keineswegs signifikant aggressiver ausgerichtet. Schlude gibt zu bedenken, dass die Flavier durch ihren Triumph über die Juden ihr martialisch-siegreiches Bild bereits gezeichnet hatten: sie waren aus herrschaftslegitimierenden Gründen nicht auf einen Sieg über die Arsakiden angewiesen (S. 143). Ausschlaggebend für seine Ansicht ist das Hilfsgesuch des Vologaeses, als die Alanen in den 70er-Jahren arsakidische Territorien verheerten. Vespasian lehnte eine Einmischung ab – Schlude folgert daraus, dass er auch diese naheliegende Möglichkeit, das Arsakidenreich im Moment ärgster Bedrohung anzugreifen, ausschlug (S. 148). Es mag Spannungen gegeben haben, aber „when it came to the middle and lower Euphrates, Roman exchanges with the Parthians were peaceful and economic in the Flavian period” (S. 151).

Das achte Kapitel legt dar, wie der von Augustus wiederhergestellte und in der Folgezeit bestehende Frieden vom optimus princeps Trajan dramatisch aufgelöst wurde. Trajan habe mehrere nicht kodifizierte Regeln im römisch-arsakidischen Verhältnis gebrochen. Insbesondere seine Ablehnung, den arsakidischen Kandidaten für den armenischen Thron anzuerkennen, steche hervor. Hinsichtlich Trajans Motiven hält Schlude den Ansatz, er sei von Ruhmsucht und der aemulatio Alexandri getrieben, für am wahrscheinlichsten (S. 163). Doch er verweist vor allem auf den römischen Kontext und das trajanische Verlangen, die vorherigen Römer diesbezüglich zu übertreffen, indem er etwas vollbringt, was den anderen nicht gelungen war (S. 164). Hernach bespricht er das römische Agieren in den ausbrechenden Kriegen unter L. Verus (163–166 n. Chr.) und Septimius Severus (193–198 n. Chr.): Sie seien der trajanischen Blaupause gefolgt, wenn sie die westlichen Territorien des Arsakidenreiches stürmten und plünderten, jedoch keine dauerhafte Kontrolle bewerkstelligten.[4] Schlude zufolge seien die Kampagnen ins Arsakidenreich weniger durch ökonomische Profite oder Defensivaspekte bedingt gewesen, sondern zeugen von einem „desire for imperialist self-display“ (S. 171). Dies zeige sich eindrücklich in den numismatischen Befunden, welche auf Parthia als Objekt von Eroberungen verweisen. Dabei war „actual conquest […] not necessary to perpetuate the idea of military victory over Parthia” (S. 174).

Im Schlussteil bilanziert Schlude, dass man den Untergang des Arsakidenreiches nicht allein mit den Bürgerkriegen oder mit der energischen Wucht der Sāsāniden erklären könne. Ein maßgeblicher Faktor sei die aggressivere Haltung Roms, die mit Trajan begann und zuletzt von Septimius Severus exekutiert wurde. Jedoch nur die Kriege zu betonen, greife zu kurz. Schlussendlich sei die römisch-arsakidische Geschichte alles andere als ein langwährender Krieg gewesen, denn in der wechselvollen Geschichte habe der Frieden überwogen (S. 196). Dadurch, dass auch im diplomatischen Betrieb wiederkehrend ein martialischer Ton angeschlagen wurde, konditionierten die Herrscher und Anführer jedoch ihre Öffentlichkeit darauf, tatsächlich Konflikte zu erwarten. Damit endet das Buch allerdings nicht. Schlude möchte noch einige vergleichende Bemerkungen zwischen dem römisch-arsakidischen und dem US-amerikanisch-iranischen Verhältnis platzieren. Hervorzuheben sei unter anderem die nun seit Jahrzehnten zu konstatierende Tendenz, in einem schroffen Ton einander zu begegnen und den anderen in feindseligen Parametern zu zeichnen (S. 197).

Insgesamt hat Schlude eine gut lesbare Untersuchung vorgelegt, die auf zweifache Art und Weise Interessierten dienlich sein kann: Zum einen wird ein zusammenhängender Abriss der politisch-militärischen Beziehungen zwischen Rom und dem Arsakidenreich offeriert und zum anderen bringt das Werk mittels des gewählten Erklärungsmusters tatsächlich eine alternative Deutung des generellen Charakters der wechselseitigen Politik hervor. Dadurch wird die zu einseitige Auffassung, das römisch-arsakidische Verhältnis sei nahezu ausschließlich und fortwährend durch ideologisch-kulturelle Inkompatibilität, höchste Feindseligkeit und nicht endenden Kriegen zu beschreiben, aufgeweicht.[5] Die Hauptthese, das Erklärungsmuster und das methodische Vorgehen betreffend sind weitere Differenzierungen angezeigt, denn image und reality erscheinen mitunter zu unterkomplex, um das Handeln unterschiedlicher Akteure in den römisch-arsakidischen Beziehungen angemessen zu beleuchten. Insbesondere auf Seiten der Arsakiden verlangen die Spezifika der Herrschaftslegitimation und -organisation stärkere Beachtung. Das Schweigen der Quellen legt Schlude für seine These aus. Das ist nachvollziehbar, methodisch aber nicht unproblematisch, zumal wir in nahezu jedem Zeitraum mit dem Ausfall von Quellen zu rechnen haben. Nachvollziehbar ist hingegen das Hinterfragen von kurzen, uneindeutigen Meldungen, welche voreilig im Kontext des imperialistischen Antagonismus zuungunsten kooperativer Diplomatie gelesen wurden.

Anmerkungen:
[1] Zu den römischen Arsakiden-/Partherbildern siehe zuletzt Fuad Alidoust, Natio molestissima. Römerzeitliche Perserbilder von Cicero bis Ammianus Marcellinus, Gutenberg 2020 sowie Charlotte Lerouge, L’image des Parthes dans le monde gréco-romain, Stuttgart 2007.
[2] In vorherigen Untersuchungen hat sich Schlude verstärkt mit Kollaborationen und Kooperationen befasst: Siehe die diversen Aufsätze in Jason M. Schlude / Benjamin B. Rubin (Hrsg.), Arsacids, Romans, and Local Elites. Cross-Cultural Interactions of the Parthian Empire, Oxford 2017. In der rezensierten Monographie hat Schlude diese vier bereits veröffentlichten Aufsätze respektive Artikel verarbeitet: Jason M. Schlude, Pompey and the Parthians, Athenaeum 101.1 (2013), S. 163–181; The Parthian Response to the Campaign of Crassus, Latomus 71 (2012), S. 11–23, The Early Parthian Policy of Augustus, Anabasis 6 (2015), S. 139–156, Parthian-Roman Wars, in: The Oxford Classical Dictionary, Oxford 2019, URL: <https://oxfordre.com/classics/view/10.1093/acrefore/9780199381135.001.0001/acrefore-9780199381135-e-8047#acrefore-9780199381135-e-8047-bibItem-0021> (05.05.2021).
[3] Labienus bleibt eine spannende Figur, deren Motivation die Forschung beschäftigt. Schlude offeriert mit der arsakidischen Strategie eine Teilerklärung für dessen Aktionen, verwertet jedoch nicht die Überlegungen von John Curran, The Ambitions of Quintus Labienus ‘Parthicus’, Antichthon 41 (2007) S. 33–53, (Labienus' Intention war, die Herrschaft eines charismatischen römischen Imperators zu installieren, der bereit war, die Freundschaft mit dem Arsakidenreich anzuerkennen) und Charlotte Lerouge-Cohen, Entre légende monétaire et noire. De nouveau sur Q. Labienus Parthicus Imp (erator), Historia 59,2 (2010), S. 176–188, (die Annahme, Labienus habe im Interesse der Arsakiden in Syrien und Kleinasien gekämpft, lasse sich nicht bestätigen).
[4] Zur Bedeutung der severischen Kriege für den sukzessiven Untergang des Arsakidenreiches mit einer abweichenden Interpretation siehe Mark K. Gradoni, The Parthian Campaigns of Septimius Severus: Causes, and Roles in Dynamic Legitimation, AJAH 6-8, (2007–2009 [2013]), S. 19–40.
[5] Gänzlich neu ist diese Sichtweise allerdings nicht. Siehe zum Beispiel jüngst Nikolaus Leo Overtoom, The rivalry of Rome and Parthia in the sources from the Augustan Age to Late Antiquity, Anabasis 7 (2016), S. 137–174, der verdeutlicht, dass durchaus nicht militärisch ausgetragene Konflikte die Normalität der römisch-arsakidischen Beziehungen darstellten: “The cold war scenario of the post Augustan rivalry between Rome and Parthia, despite periods of intense open conflict in the late 50s early 60s, late 110s, middle 160s, late 190s, and late 210s CE, was the norm” (S. 174).

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Veröffentlicht am
17.05.2021
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