Zentrum für Umweltgeschichte Wien (Hrsg.): Wasser Stadt Wien

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Titel
Wasser Stadt Wien. Eine Umweltgeschichte


Herausgeber
ZUG – Zentrum für Umweltgeschichte; Universität für Bodenkultur Wien
Erschienen
Wien 2019: Selbstverlag
Anzahl Seiten
496 S.
Preis
€ 39,00
Rezensiert für H-Soz-Kult von
Dieter Schott, Institut für Geschichte, Technische Universität Darmstadt

Wien ist eine der europäischen Metropolen mit der dichtesten umwelthistorischen Forschung und der zu besprechende Band trägt wesentlich zu dieser Dichte und Vielschichtigkeit bei.[1] Der Leser mag zunächst über den Titel „Wasser Stadt Wien“ stolpern; denkt man an Wien, werden einem kaum wassergeprägte Stadtbilder aus Wien vor dem geistigen Auge erscheinen, wie dies für Brügge oder Venedig, für Paris oder London der Fall wäre. Wien liegt zwar an der Donau, aber nur der relativ bescheidene Donaukanal führt näher an das Stadtzentrum und im Stadtinneren ist Wasser kaum auf den ersten Blick präsent. Aber den acht Autor:innen, zu denen sich nochmals zehn sogenannte „externe Beiträge“ gesellen, führen in diesem eindrucksvollen, hervorragend ausgestatteten Band überzeugend den Nachweis, dass (auch) Wien eine Wasser-Stadt war und ist.

Eine besondere Stärke des Bandes ist die interdisziplinäre Zusammensetzung des Autor:innenteams: Neben Umwelthistorikern sind auch Stadtmorphologen, Gewässermorphologen und Architekten vertreten, institutionell sind einmal das Institut für Soziale Ökologie, aus dem das Zentrum für Umweltgeschichte hervorging, zum andern das Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement, beide an der Universität für Bodenkultur Wien führend. „Spiritus Rectora“ ist sicherlich, auch wenn sie nur für einen kleineren Teil der Beiträge verantwortlich zeichnet, die Umwelthistorikerin Verena Winiwarter.[2] Der Band baut auf den Forschungsergebnissen einer Reihe interdisziplinärer umweltgeschichtlicher Forschungsprojekte auf, die vom österreichischen Wissenschaftsfond FWF gefördert wurden: ENVIEDAN, eine Umweltgeschichte der Donau, URBWATER, ein Projekt zur Wiener städtischen Gewässerlandschaft und DYNAFISH, ein Projekt zum Wandel der Fischpopulationen und Fischerei in und um Wien. Finanziert wurde der Band durch einschlägige Fachabteilungen der Stadt Wien sowie das österreichische Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus.

Verena Winiwarter führt in Kapitel 1 „Wasserstadt Wien? Eine Umweltgeschichte“ in Grundzüge der Wiener Stadtgeschichte ein und zeigt dann die große, sich zugleich historisch wandelnde Bedeutung von Wasser und Gewässer in und für Wien. Das geht einher mit allgemeinen Problematisierungen zum Verhältnis von Wasserkreislauf und Stadt im Zeichen von Klimawandel; Winiwarter argumentiert „dass Städte [...] messbare und bedeutsame Wirkungen auf den Wasserkreislauf haben“(S. 22). Sie bringt dem Leser das Programm der Umweltgeschichte nahe, die aufzeigen will, „dass die Natur mitspielt“ (S. 23). „Stadt“ wird von Winiwarter als sozioökologische „Nische“ vorgestellt, mit der die Menschen in die Evolution eingreifen. Ko-Evolution von Natur und menschlicher Gesellschaft ist ein Begriff, mit dem im Band immer wieder die Wirkung etwa von flussmorphologischen Veränderungen, zum Beispiel durch Hochwasser, und die gesellschaftliche Reaktion durch Bau von Hochwasser-Schutzanlagen, Dämmen etc. zusammengefasst wird. Zentralbegriffe der von Winiwarter vertretenen Umweltgeschichte sind „Arrangements“, das heißt materielle Verkörperungen der von Menschen bewirkten Naturveränderungen, etwa die Anlage von Mühlbächen, der Bau von Wehren, Dämmen etc. Menschliche Praktiken, etwa der Betrieb einer Mühle oder der Transport auf einem Fluss, bedienen sich solcher Arrangements, um Wasser zu bestimmten Zwecken zu nutzen. Der Umstand, dass menschliche Eingriffe, das Schaffen von Arrangements, um bestimmte Probleme oder Missstände zu beseitigen, zwangsläufig wieder andere Effekte, neue Risiken generieren, wird von Winiwarter als „Risikospirale“ gefasst. Es gibt in den Mensch-Natur-Beziehungen keinen Zustand, der längerfristig stabil bleibt; Eingriffe ziehen zwangsläufig immer die Notwendigkeit anderer Eingriffe an anderer Stelle nach sich. Zeitlich gliedert Winiwarter die Wiener Gewässergeschichte in fünf abgrenzbare Perioden: die bedrohte, imperiale Wasserstadt bis 1683 (1), die „amphibische“ Wasserstadt der Frühmoderne, 1683–1830 (2), die Gründerzeit auch am Wasser, 1830–1918 (3), die „große Hauptstadt eines kleinen Landes, 1918–1970“ (4) und für die Zeit ab 1970 die Periode der Globalisierung, die Stadt wie Wasser erfasst (5). Auch wenn der Schwerpunkt des Bandes auf der Wasser-Geschichte Wiens liegt, reflektiert Winiwarter auch die Zukunft der Wasserstadt Wien, die entscheidend davon abhänge, „wie mit diesem infrastrukturellen Erbe unter sich wandelnden ökologischen und gesellschaftlichen Bedingungen vorsorgend umgegangen wird“ (S. 29).

Das umfangreiche Kapitel 2 „Gewässerlandschaft in Raum und Zeit“ situiert Wien zunächst in den „Schnittpunkt dreier Großlandschaften“ und zeigt – in die „deep history“ zurückgehend – die geologische und hydrologische Entstehung des Wiener Raums. Dann wird jeweils in Teilkapiteln, den von Winiwarter abgegrenzten Perioden folgend, die Geschichte der Veränderung der Wiener Gewässer, sowohl aufgrund der natürlichen Dynamik als auch aufgrund der menschlichen Eingriffe und Nutzungen nachgezeichnet. Für die Donau als wichtigstes Gewässer zeigt sich das Bild einer hochgradig instabilen Auenlandschaft, wo der Fluss in mehreren Betten verlief und sich die Lage des Hauptstroms im Zuge von häufig verheerenden Hochwassern auch ständig veränderte. Ein Grundproblem für die Stadt Wien war, dass der stadtnächste „Wiener Arm“ zunehmend weniger Wasserführung erhielt und zu verlanden drohte, was Stadt und Hof zu wiederholten energischen wasserbaulichen Maßnahmen bewog. Letztlich gelang es aber nur partiell, eine ausreichende und stabile Wasserführung im Wiener Arm sicherzustellen.

Die Autor:innen stellen sämtliche Wiener Gewässer, neben der Donau vor allem den Wienfluss, aber auch zahlreiche vom Wienerwald stammende kleinere Bäche, mit ihren Eigenschaften und wichtigsten Nutzungen vor. Für die meisten Gewässer sind schon sehr früh menschliche Eingriffe festzustellen, auch wenn häufig konkrete archivalische Belege dafür fehlen. Mit der zweiten Türkenbelagerung 1683 sehen die Autoren des Kapitels, Severin Hohensinner und Friedrich Hauer, einen Schub neuen wasserbautechnischen Know-hows, das eine neue Systematik und Langfristigkeit wasserbaulicher Eingriffe brachte. Die Darstellung, die im Prinzip sehr ortsbezogen argumentiert, ist aufgrund der hervorragenden Karten und des sehr gut ausgewählten Bildmaterials gut nachzuvollziehen. Ein Kernstück der eingangs erwähnten Forschungsprojekte war die Herstellung einer GIS-basierten Datenbank mit lagegenauen Karten der Donaulandschaften zu 14 ausgewählten Zeitpunkten zwischen dem 16. und dem frühen 21. Jahrhundert. Diese Karten wurden mittels einer regressiv-iterativen Rekonstruktionsmethode erstellt; jeweils ausgehend von genauen aktuellen Karten wurden aufgrund einer Vielzahl von historischen Karten und anderen Quellen historische Zustände rekonstruiert.[3] Diese Karten bilden, jeweils mit themenspezifischer Beschriftung und Erläuterung, das Herzstück der Darstellung und erlauben auch dem nicht ortskundigen Leser, den hydrologischen Wandel und die zunehmend umfangreicheren menschlichen wasserbaulichen Eingriffen über die Jahrhunderte zu verfolgen. Eine neue Qualität, Hohensinner und Hauer sprechen von „Neuen Maßstäben“, wurde dann im Zeitalter der Industrialisierung erreicht, weil die Verfügbarkeit von fossiler Energie – 1837 wurde Wien mit der Nordbahn an die böhmischen Kohlevorkommen angeschlossen – es nunmehr erlaubte, lokale Wasserfunktionen wie etwa den Antrieb von Mühlen durch Dampfmaschinen zu substituieren, andererseits die Dampfmaschine wasserbauliche Eingriffe von sehr viel umfassenderem Charakter ermöglichte. Und die schwimmende Dampfmaschine brauchte einen anderen Fluss: anstelle flacher Ufer, auf die die Holzschiffe bis dahin zum Ausladen hochgezogen wurden, waren nun Kais gefragt, zudem mussten die Schifffahrtswege tiefer und breiter ausgebaggert werden. Der weitreichendste Eingriff im 19. Jahrhundert war die große Donauregulierung von 1870–75, die anstelle der vielfachen Flussmäander nun einen geraden, schifffahrtstauglichen Kanal schuf, an dessen Ufer umfangreiche Hafenanlagen entstehen sollten. Diese Maßnahme reduzierte die Hochwassergefahr erheblich und schuf zugleich die Voraussetzungen dafür, dass Wien im 20. Jahrhundert hauptsächlich links des Donaukanals und vor allem links der neuen Donau expandieren konnte, im ehemaligen Auengebiet, das nun für dauerhafte Besiedlung gewonnen wurde. Für die kleineren Gewässer wird ebenfalls im 19. Jahrhundert eine Intensivierung der gesellschaftlichen Eingriffe nachgezeichnet; die meisten Wienerwaldbäche wurden schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Stadtgebiet überwölbt und verschwanden in Kanälen, die den Grundstock der späteren Schwemmkanalisation bildeten; dadurch verschwanden sie „innerhalb weniger Jahrzehnte aus dem Bewusstsein der Wienerinnen und Wiener“(S. 119). Der Wienfluss wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts vollständig reguliert und sein Bett zugleich für die neu erbaute Stadtbahn genutzt. Im 20. Jahrhundert wurde dann der Flussumbau der 1870er-Jahre durch die „Zweite Wiener Donauregulierung“ von 1972–1988 nochmals überarbeitet. Im Zeichen veränderter gesellschaftlicher Anforderungen wie dem Streben nach großtechnischer Nutzung der Wasserkraft, aber auch dem vermehrten Bedarf an Erholungsflächen, entstanden die Donauinsel als Freizeitlandschaft sowie der Wasserlauf der „Neuen Donau“ als Puffer für extreme Hochwasser. In die Bauzeit der zweiten Donauregulierung fiel auch ein umweltgeschichtliches Schlüsselereignis für Österreich, die Platzbesetzung beim donauabwärts geplanten Kraftwerk Hainburg. Der letztlich erfolgreiche Protest gegen das Abholzen der Auenwälder markiert den Durchbruch zu einer stärkeren Berücksichtigung ökologischer Belange im österreichischen Wasserbau.

Kapitel 4 blickt auf „Gewässer als Ressource“ und zeigt in vielen vor allem von Gertrud Waidvogl verfassten Kapiteln die vielfältige, zugleich historisch wandelbare und häufig konfliktträchtige Nutzung der Wiener Gewässer. So wird die Entwicklung von zahlreichen Hausbrunnen und gefassten Quellen über Wasserleitungen, die vor allem von Adligen oder Institutionen gebaut und betrieben wurden bis hin zum überregionalen Trinkwassernetz, das mit der I. Wiener Hochquellenleitung 1873 etabliert wurde, nachgezeichnet. Mit der Hochquellenleitung übersprang Wien das lokale und nahräumliche Wasser-Hinterland und machte Wasservorkommen in den Alpen in über 100km Entfernung zum funktionalen Bestandteil der Wasser-Stadt Wien. Die Verfügbarkeit von ausreichend gutem und sauberem Wasser ermöglichte dann auch die konsequente Einführung der Schwemmkanalisation, die den stetigen Übelstand, dass Exkremente in Gewässern oder Kanälen lagen und nicht fortgeschwemmt wurden, beseitigte. Auch die Nutzung von Wasser für Wasserkraft, die Herrichtung und Pflege von Wasserstraßen als Transportsysteme für die Versorgung Wiens, die Bedeutung von Fischen und Fischfang aus den Wiener Gewässern wie schließlich auch wasserbezogene Erholung, nicht zuletzt auch auf dem Eis, werden ortsbezogen und mit aussagekräftigen Illustrationen und Karten rekonstruiert.

Kapitel 5 fragt danach, wie die „Formen der Stadt“ mit und durch Wasser gestaltet wurden. Hier wird auf kleinräumigem Maßstab aus stadtmorphologischer Perspektive untersucht, wie „Wasser als Stadtplaner“ im Hinblick auf Siedlungsstandorte und Siedlungsformen handlungswirksam wurde, und gezeigt, dass Standorte mit unzureichendem Grundwasservorkommen erst mit der Verfügbarkeit von Leitungswasser besiedelt wurden. Besonders spannend wirkt die vorgeführte Methode der „Stadtlektüre“, mit der – ausgehend von Auffälligkeiten im städtischen Gefüge - nach deren Ursachen in der Wassergeschichte Wiens gesucht und diese häufig auch gefunden wird, wie Hauer an unregelmäßigen Gelände- und Gebäudegrenzen, verursacht vom längst kanalisierten Währinger Bach in Kapitel 5.6. demonstriert. Auch die Umgestaltung des Wien-Flusses offenbart das gesamtstädtische Veränderungspotential dieser Maßnahmen; nicht nur, dass das Wiental als lineare Struktur die ebenfalls lineare neue Stadtbahn aufnahm, es änderte sich auch radikal die Ausrichtung der flussnahen Baublöcke, die zuvor meist vom stinkenden und unansehnlichen Fluss abgewendet waren, jetzt aber in Form eines an das Paris Haussmanns erinnernden Boulevards ihre Schaufassade zum Wienfluss hin präsentierten.

Kapitel 6 „Visionen“ belegt, dass die tatsächlich realisierten und in den vorausgegangenen Kapiteln dargestellten wasserbaulichen Maßnahmen nur eine kleine Auswahl aus einem reichlichen Corpus ungebauter Wasserstadt-Geschichte darstellten, die – wären sie denn ausgewählt worden – die Wasserstadt Wien in eine andere Richtung entwickelt hätten. Auch die Wasser-Geschichte Wiens war letztlich nicht determiniert; welche Lösung jeweils umgesetzt wurde, hing von einem rekonstruierbaren Geflecht an Ursachen ab, entsprang aber keinesfalls immer einem „sachlogischen Optimum“.

Mit Kapitel 7 „Methoden“ lassen die Autor:innen den Leser in den Maschinenraum der interdisziplinären Umweltgeschichte schauen; hier werden insbesondere das GIS und die zentrale Methode der regressiv-iterativen Rekonstruktion (siehe oben) anschaulich erklärt; zudem wird – insbesondere für Fachhistoriker:innen interessant – die sich verändernde Quellenlage reflektiert, etwa der Umstand, dass meist erst im 19. Jahrhundert serielle Daten verfügbar werden, also eine statistische Auswertung für die früheren Jahrhunderte häufig an der Quellenlage scheitern muss. Zudem wird der Mehrwert der interdisziplinären Arbeitsweise an guten Beispielen wie dem Zusammenhang zwischen der historischen Länge von Brücken und der Abflussmenge der Donau erläutert.

Kapitel 8 „Synthese“ liefert, vom ganzen Autor:innen-Team verfasst, einen hochverdichteten Blick auf die Wassergeschichte Wiens, der nochmals zentrale Ereignisse wie Hochwasser in Langfristperspektive schematisch komprimiert oder den Wandel der Nutzungen der verschiedenen Gewässer über die fünf thematisierten Jahrhunderte darstellt. Sehr deutlich wird die Radikalität der Eingriffe im 19. Jahrhundert, aber auch der gewaltige finanzielle wie energetische Aufwand, der getrieben werden musste. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entfielen knapp die Hälfte der außerordentlichen (das heißt investiven) Ausgaben der Stadt Wien auf wasserbauliche Projekte (S. 447). Die Autor:innen zeigen letztlich sehr überzeugend, „wie produktiv der Blick auf Wien als Wasserstadt für das Verständnis seiner Geschichte ist“ (S. 447).

In „Wasser Stadt Wien“ gelingt es den Autor:innen in bemerkenswerter Weise, die überragende und umfassende Bedeutung von Wasser und Gewässern für die Umweltgeschichte Wiens zu veranschaulichen. Dabei bringt es die Vorgehensweise und der Perspektivwechsel in den Kapiteln mit sich, dass wichtige Ereignisse und Prozesse mehrmals angesprochen werden, auf zahlreiche Abbildungen wird von verschiedenen Kapiteln aus Bezug genommen; die Verflechtung der verschiedenen Beiträge erreicht eine Dichte und Konsistenz, die man selten bei Bänden von einem Autor:innenteam findet. Die Sprache ist durchweg klar, präzise, Fachtermini werden in einem Glossar erklärt. Die eher sparsame wörtliche Zitierung von schriftlichen Quellen vermag den Wahrnehmungs- und Zielhorizont der zeitgenössischen Akteure schlagend deutlich zu machen. Besonders erfolgreich und anschaulich ist die Kombination von historischen Plänen, den GIS-Rekonstruktionen und historischem Bildmaterial. Wie Risiken sich als „Treiber des Wandels“ auswirkten, ob zu wenig oder zu viel Wasser das Problem war, oder auch der Verschmutzungsgrad, wird in Kapitel 3 schlüssig dargelegt. Und Zukunftsperspektiven für eine „Wasserstadt im Wandel“ entwirft der den Band abschließende Ausblick des Architekten Erich Raith. Gelegentlich hätte man vielleicht noch etwas mehr wasserbezogene Sozialgeschichte mit einbauen können; so erhalten die Wiener Wasserträger, im Gegensatz zu anderen „Wassertypen“, keine besondere Behandlung und auch die Installateure, ein Gewerbe, das erst durch das Zusammenwirken von Gas und Leitungswasser sowie der Schnittstelle WC zur Blüte kam, werden nicht näher beachtet. Aber das sind letztlich Marginalien im Kontext einer rundum überzeugenden Wassergeschichte Wiens, die zugleich fast eine Gesamt-Umweltgeschichte dieser Stadt darstellt.

Anmerkungen:
[1] Vgl. bereits Karl Brunner / Petra Schneider (Hrsg.), Umwelt Stadt. Geschichte des Natur- und Lebensraumes Wien, Wien 2005.
[2] Verena Winiwarter / Martin Knoll, Umweltgeschichte, Wien 2007; Verena Winiwarter / Hans-Rudolf Bork, Geschichte unserer Umwelt. Sechzig Reisen durch die Zeit, Darmstadt 2014.
[3] Vgl. Severin Hohensinner / Bernhard Lager u.a., Changes in water and land: the reconstructed Viennese riverscape from 1500 to the present, in: Water History 5 (2013), S. 145–172.

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18.05.2021
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