A. Hofeneder: Die Religion der Kelten II

Cover
Titel
Die Religion der Kelten in den antiken literarischen Zeugnissen. Band 2: Von Cicero bis Florus


Autor(en)
Hofeneder, Andreas
Umfang
675 S.
Preis
€ 79,60
Rezensiert für H-Soz-Kult von
Holger Müller, DFG-Projekt "Antike Kriegskosten", Universität Erfurt

Drei Jahre sind seit der Veröffentlichung von Andreas Hofeneders „Die Religion der Kelten in den antiken literarischen Zeugnissen, Band 1“ [1] vergangen. Schon der erste Blick auf den nun vorliegenden zweiten Band zeigt, dass der Wiener Althistoriker diese Zeit zu nutzen gewusst hat. So hat er im zweiten Band 254 Quellenstellen aus 41 Autoren zum Thema der keltischen Religion gesammelt, übersetzt und kommentiert. Dabei folgt er strikt seinem bereits im ersten Band überzeugenden Konzept. So sind auch jetzt die Autoren chronologisch sortiert, und Hofeneder beginnt jeden Abschnitt mit einer kurzen, aber für ein besseres Verständnis ausreichenden Skizze der aktuellen Forschungsproblematik zum jeweiligen antiken Autor. Die ausführlichen Literatur- und Querverweise ermöglichen ein gewinnbringendes Arbeiten. Den Zitaten ist ein Verweis auf andere Literatur, die sich ebenfalls mit der jeweiligen Quellenpassage beschäftigt, vorangestellt. Im Anschluss an Text und Übersetzung folgt erneut ein kenntnisreicher Kommentar, wobei auch der Kontext, in welchem das Zitat zu finden ist, besprochen wird. Den Zusammenhang zum ersten Band stellt der Autor her, indem er im zweiten das Nummerierungssystem fortsetzt. Zeitlich wird mit den Quellen ein Rahmen von etwa 70 v.Chr. bis 140 n.Chr. abgedeckt, wobei der Beginn der Einteilung dem ersten Band geschuldet und der Schlusspunkt willkürlich gewählt ist bzw. dem angestrebten Umfang des Bandes angepasst wurde.

Bei einigen der ausgewählten Zitate ist der enge Zusammenhang zur keltischen Religion nicht klar zu erkennen, wobei sich der Autor dieses Problems bewusst ist und die jeweiligen Stellen kennzeichnet. Die zu einigen Autoren erhaltenen Scholien oder antiken Kommentare wurden bei den Zitaten des jeweiligen Verfassers eingeordnet.[2] Auch wenn diese zeitlich nicht in den Rahmen des Buches passen, ist diese direkte Zuordnung natürlich aufgrund des engen Zusammenhanges sinnvoll.

Dem Textteil folgen zuerst die Corrigenda zum ersten Band (S. 609), ein Abkürzungsverzeichnis (S. 611–613) sowie Hofeneders bibliographische Ergänzungen (S. 615–620). Letzteres bildet den einzigen Kritikpunkt des Bandes: Wie bereits in Teil 1 angekündigt [3] findet sich hier keine komplette Literaturliste, sondern es wurden nur Werke und Rezensionen aufgenommen, die in den Literaturangaben des ersten Bandes nicht zu finden waren. Somit ist es für ein effektives Arbeiten mit dem zweiten Band nötig auch den ersten zur Hand zu haben. Da Hofeneder als Begründung die Druckkosten nennt (S. 14) muss die Schuld wohl eher bei der Kalkulation des Verlages gesucht werden. Ansonsten ist diese Literatur aber eine hervorragende Ergänzung zur Liste des ersten Bandes und von großer Aktualität, enthält sie doch relevante Veröffentlichungen bis ins Jahr 2007. Den Abschluss des Buches bilden ein Stellenindex (S. 621–643), eine Konkordanz zwischen dieser Sammlung und dem als Grundlage dienenden Werk von Johannes Zwicker [4] (S. 645–656) sowie ein erfreulich umfangreicher Namens- und Sachindex (S. 657–675).

Dieser zweite Band steht in Qualität und wissenschaftlichem Wert dem Vorgängerband in nichts nach, und man kann somit mit Vorfreude den dritten Band erwarten.

Anmerkungen:
[1] Hofeneder, Andreas, Die Religion der Kelten in den antiken literarischen Zeugnissen, Bd. 1, Wien 2005. Vgl. dazu meine Rezension in: H-Soz-u-Kult, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2006-1-132> (27.02.2006).
[2] So zum Beispiel die Scholien zu Iuvenal (S. 571–577).
[3] Siehe Hofeneder 2005, S. 240.
[4] Zwicker, Johannes, Fontes Historiae Religionis Celticae, Bonn u.a. 1934–1936.

Zitation
Holger Müller: Rezension zu: : Die Religion der Kelten in den antiken literarischen Zeugnissen. Band 2: Von Cicero bis Florus. Wien  2008 , in: H-Soz-Kult, 08.09.2008, <www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-11476>.
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Veröffentlicht am
08.09.2008
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