K.-P. Johne u.a. (Hrsg.): Deleto paene imperio Romano

Cover
Titel
Deleto paene imperio Romano. Transformationsprozesse des Römischen Reiches im 3. Jahrhundert und ihre Rezeption in der Neuzeit


Hrsg. v.
Johne, Klaus-Peter; Gerhardt, Thomas; Hartmann, Udo
Erschienen
Stuttgart 2006: Franz Steiner Verlag
Umfang
446 S., 16 Tafeln
Preis
€ 74,00
Rezensiert für H-Soz-Kult von
Erich Kettenhofen, Fachbereich III - Geschichte, Universität Trier

Vor einigen Jahren hat Klaus-Peter Johne (HU Berlin) Forscher zur Mitarbeit an einem ‚Handbuch zur Geschichte der Reichskrise im 3. Jahrhundert n. Chr. (235-284 n. Chr.)‘ gewonnen.[1] War als Thema für die im Jahr 2005 geplante Tagung ‚Krise und Transformation des Römischen Reiches im 3. Jahrhundert‘ vorgesehen, so trug das Programmheft im Juli 2005 den Titel ‚Transformationsprozesse des Römischen Reiches im 3. Jahrhundert und ihre Rezeption in der Neuzeit‘.[2] Die Vorträge, die auf der Tagung vom 8. bis 10. Juli 2005 am Institut für Geschichtswissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin gehalten wurden, liegen in dem hier vorzustellenden Band vor.[3] Hinzugekommen sind der Beitrag von Thorsten Fleck, der damals ausfallen musste [4], sowie derjenige von Udo Hartmann.[5] Das Wort ‚Krise‘ taucht zwar nicht mehr im Titel auf; mit dem Obertitel ‚Deleto paene imperio Romano‘, wird jedoch eine Formulierung aus dem Breviarium (9,9,1) des Eutrop übernommen [6], in der dieser spätantike Autor durchaus eindrucksvoll die Situation des Römischen Reiches im Sommer des Jahres 260 beschreibt, eine Gefährdungslage, die das Römische Reich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht erlebt hatte.[7]

Andreas Alföldi, der große ungarische Althistoriker, hatte 1967 die Sammlung seiner wissenschaftlichen Beiträge zum 3. Jahrhundert n.Chr. unter dem Titel ‚Studien zur Geschichte der Weltkrise des 3. Jahrhunderts nach Christus‘ herausgegeben.[8] Thomas Gerhardt hat in seinem sehr informativen Beitrag im vorliegenden Werk [9] die zeitgeschichtlichen Implikationen des von Alföldi gewählten Terminus ‚Weltkrise‘ aufgezeigt, den heute, soweit ich sehe, kein namhafter Forscher mehr vertritt. Aber auch der Begriff ‚Krise‘ wird heute von zahlreichen Forschern als nicht mehr taugliches Modell zur Charakterisierung des 3. Jahrhunderts n.Chr. abgelehnt. Die Diskussion der Arbeitsgruppe der Mitarbeiter am Handbuch am 9. Oktober 2004 führte dann auch zu dem Ergebnis, für die anvisierte Tagung Christian Witschel einzuladen, der neben Karl Strobel zu den namhaftesten Kritikern des lange Zeit gültigen Modells zählt. Der oben aufgezeigte ‚Transformationsprozess‘ in der Titelsuche (sit venia verbo!), zeigt deutlich das Gewicht, das dieser Interpretation heute zukommt. Es ist nun zweifellos aufschlussreich zu beobachten, welche Position die Autoren der einzelnen Beiträge innerhalb dieses wissenschaftlichen Disputs einnehmen (wie es schon die anregende Diskussion auf der Tagung sichtbar machte).

Am einprägsamsten hat auf der Tagung Kai Ruffing [10] Position bezogen, die sich schon im Titel seines Beitrags verrät: ‚Wirtschaftliche Prosperität im 3. Jahrhundert: Die Städte Ägyptens als Paradigma? ‘.[11] Ebenso entschieden urteilt Witschel.[12] Nimmt er zu Beginn noch Position gegen „Globalmodelle“ (wie das der Weltkrise des 3. Jahrhunderts), hält er am Ende auch den „Globalbegriff der ‚Krise‘“ nicht für geeignet, den Zustand des Römischen Reiches während des 3. Jahrhunderts adäquat zu erfassen.[13] Sowohl Ruffing wie auch Witschel werfen am Ende ihrer Beiträge einen Blick auf Nachbarprovinzen, der erste auf Kleinasien, der zweite auf Spanien. Nach Witschel bietet Spanien ebenfalls „das Bild einer im 3. Jahrhundert weitgehend ruhigen und von den politisch-militärischen Wirren der Zeit kaum berührten Provinz, die in Teilen sogar prosperierte“.[14] Und in Kleinasien war nach Ruffing auf städtischer Ebene „wirtschaftliche Prosperität möglich, wenn man von direkten militärischen Einwirkungen verschont blieb“;[15] eine methodisch notwendige Klausel, denn in den Städten, die etwa auf dem Raubzug der ‚Skythen‘ im nördlichen Kleinasien lagen (Zos. 1,35,2), dürfte in der zweiten Hälfte der 50er-Jahre des 3. Jahrhunderts die wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig geschädigt worden sein.

Die traditionelle Sicht hat auf der Tagung am entschiedensten Johannes Nollé mit seinem Beitrag ‚Bronzene Reflexe einer Krise‘ verteidigt [16], in dem er auf der Basis der numismatischen, also der zeitgenössischen Überlieferung Indizien für die Krise des Reiches wie auch für ein Krisenbewusstsein zusammentragen kann.[17] Auch im Titel des Beitrags von Lukas de Blois findet sich der Terminus ‚Crisis‘.[18] Der Verfasser räumt eine ernste Krise in der Periode von 249 bis 284 ein, mit einem Höhepunkt um das Jahr 260, was vor allem für in vom Krieg heimgesuchten Zonen und deren Hinterland zutreffe.[19] Er arbeitet übersichtlich vier Aspekte des Beginns der Krise heraus.[20] Udo Hartmann bemängelt in seinem Beitrag, der – wie gewohnt – durch enzyklopädische Gelehrsamkeit besticht, dass das Jahr 268 als Epochenjahr („gewisser Wendepunkt in der Reichskrise des 3. Jahrhunderts“ [21]) bisher relativ wenig Beachtung in der Forschung gefunden habe. Hartmann zeigt überzeugend auf, dass zu den Verschwörern gegen Kaiser Gallienus zwei spätere Kaiser gehörten, Claudius und Aurelianus. Auch die Frage nach den Hintergründen [22] wird vom Verfasser mit Erlaub klar und überzeugend beantwortet. Hartmann spricht ebenfalls vom „Höhepunkt der krisenhaften Entwicklung um das Jahr 260“;[23] und berücksichtigt man die abschließenden Darlegungen Th. Gerhardts [24], so kommt die ‚traditionelle‘ Sicht auch bei den Herausgebern des Bandes durchaus zum Tragen. Gerhardt hat mit voller Berechtigung darauf verwiesen, dass ‚Krise‘, der, um mit Reinhart Koselleck zu sprechen, eine offene Entscheidungssituation innewohnt [25], nicht mit ‚Verfall‘ zu identifizieren ist;[26] denn auch wenn der Herausgeber K.-P. Johne in seinem Beitrag [27] vom „Transformationsprozeß in der Führungsschicht des 3. Jahrhunderts“ spricht [28], was hier durchaus angebracht ist, so scheut er sich nicht, von der „Überwindung der Krise unter Gallienus und dem Beginn einer Erholung des Reiches“ zu sprechen.[29] Andererseits zeigt Matthäus Heil in dem abschließenden Beitrag des Bandes [30], dass der Terminus ‚Soldatenkaiser‘ Wichtiges sieht („die Konstitution des politischen Systems“ [31]), dass er aber doch eher als Ersatz verwendet wird für den in Misskredit geratenen ‚Krisenbegriff‘. Der gedankenreiche Beitrag ist – wie der vorausgehende von Thomas Gerhardt – nicht ohne Bedacht an das Ende der Tagung (wie auch des Bandes) platziert worden.

Die bisher nicht erwähnten Beiträge seien hier nur kurz vorgestellt: Ullrich Huttner, der im Handbuch den Zeitraum von 235 bis 253 übernommen hat, glaubt das Handeln des Decius unter dem Begriff des Totalitarismus adäquat beschreiben zu können; diesen wiederum deutet er als eines der Krisensymptome des 3. Jahrhunderts n.Chr.[32] Meines Erachtens tragen die von Huttner angeführten Zeugnisse nicht die Beweislast, die der Verfasser ihnen zuweist; die These wurde auf der Tagung kontrovers diskutiert. Bruno Bleckmann (eingeladen als Gast auf der Tagung) will hingegen das Opferedikt des Decius als Versuch des Kaisers werten, seine durch Usurpation und Bürgerkrieg schwache Legitimationsgrundlage abzusichern.[33] Keine ungeteilte Zustimmung auf der Tagung fand auch Michael P. Speidel, der seinen Beitrag nun in englischer Sprache publiziert hat.[34] Er möchte in dem von Gallienus mit den Markomannen abgeschlossenen Vertrag einen Vorläufer der im 4. Jahrhundert abgeschlossenen so genannten Föderatenverträge sehen. Die Liebe des Kaisers zu Pipa/Pipara, die bei Speidel eine beachtliche Rolle spielt [35], ist nach Hartmann, dessen Beitrag dem Speidels folgt, „sicher erfunden“.[36] Olivier Hekster will die Transformationsprozesse der Bilder auf den Münzen der meist kurzlebigen Kaiser des 3. Jahrhunderts über die Rückseitenlegenden mit den Bildern der Aequitas, der Pietas und Virtus herausarbeiten.[37] Werner Oenbrink zeigt die Entwicklung der Stadt Shahba/Philippopolis auf, eine Stadt, aus der (oder aus deren Nähe) der Kaiser Philippus stammte, eines der Exempla für ‚Wandel und Kontinuität in den Regionen des Römischen Reiches‘, wie es im Tagesprogramm zu lesen war.[38] Der Religionsgeschichte des 3. Jahrhunderts ist der Beitrag von Thorsten Fleck gewidmet;[39] auf diesem knappen Raum kann nicht mehr als ein Überblick geboten werden.[40] Nur in losem Zusammenhang mit der Thematik des Tagungsbandes steht die Beschreibung der manichäischen Mission in Palmyra durch Desmond Durkin-Meisterernst [41], der im Handbuch dieses Thema ebenfalls behandelt. Die philologische Interpretation der Quellentexte ist vorzüglich und besticht zudem durch die Sprachkenntnisse des Verfassers.

Der Rezeption der Zeit des 3. Jahrhunderts sind die Beiträge von Andreas Goltz und Kathrin Schade gewidmet. Goltz, der mehrere Beiträge zum Handbuch beisteuert, zeichnet kenntnisreich das ‚Schicksal‘ Valerians von der Spätantike bis in die heutige Zeit nach [42], K. Schade widmet sich mit ‚Palladio und die Soldatenkaiser‘ [43] den Renaissancezeichnungen von Andrea Palladio (1580 gestorben), die erlauben, heute nicht mehr vorhandene Bauten des 3. Jahrhunderts zu rekonstruieren, da leicht der Eindruck entsteht, neben der aurelianischen Mauer habe die Bautätigkeit in Rom stagniert (worin wiederum gerne ein „Symptom von Krise und kulturellem Verfall“ gesehen wird). Monika Schuol, die ebenfalls am Handbuch beteiligt ist, würdigt die ‚Soldatenkaiserzeit‘ in der rechtsgeschichtlichen Forschung.[44] Sie bietet einen nützlichen Überblick, der zudem dadurch verdienstvoll ist, da die nachlassende Zahl an Rechtstexten aus der Mitte des 3. Jahrhunderts gerne als Krisenphänomen gedeutet wird. Eröffnet wurde die Tagung am 8. Juli mit dem Einführungsvortrag von Hartwin Brandt, der durch seinen Kommentar zur Vita Maximi et Balbini im Corpus der Scriptores Historiae Augustae (1996) bestens ausgewiesen ist.[45] Jeder, der sich mit einer Thematik des 3. Jahrhunderts n.Chr. befasst hat, weiß um die dornenvollen Probleme, die mit dieser Biographiensammlung verbunden sind.

Der Tagungsband, den eine Graphik der aurelianischen Stadtmauer von Giuseppe Vasi (1782 gestorben) auf dem Umschlag schmückt, ist sehr sauber geschrieben, in den Bibliographien, die sich den Beiträgen jeweils separat anschließen, sind Reihenangaben fast durchwegs weggelassen. Fehler sind selten.[46] Den Band beschließt ein Verzeichnis der Soldatenkaiser (S. 429f.), Verzeichnisse zu den Abkürzungen (S. 431-433), Abbildungen (S. 435-437) und Autoren (S. 439) sowie ein Namenregister (S. 441-446), erstellt von Toni Beling und Jana Mätzschker, das – soweit ich Stichproben machte – sorgfältig verfasst ist.[47] Gleichwohl wünschte sich mancher Leser wohl ein Stellenregister. 16 Tafeln mit 32 Abbildungen sind dankenswerterweise beigegeben.

Man kann die Herausgeber nur beglückwünschen zu diesem gewichtigen Band, der gehaltvolle Beiträge enthält von einer Tagung in angenehmer Atmosphäre an der Humboldt-Universität zu Berlin, an die sich sicher nicht nur der Rezensent gerne erinnert. Sie werden sicherlich Platz finden in der nicht abgeschlossenen Diskussion um die ‚Reichskrise‘ des 3. Jahrhunderts.

Anmerkungen:
[1] Der Rezensent ist Mitarbeiter am Handbuch zur Geschichte der Reichskrise im 3. Jahrhundert n. Chr. (235-284 n.Chr.) und hat auch an der Tagung vom 8.-10. 7. 2005 teilgenommen.
[2] Das Wort ‚Krise‘ taucht im Programmheft als Überschrift nicht mehr auf. Die Zeit von 235 bis 284 n.Chr. wird als ‚Soldatenkaiserzeit‘ (II) beschrieben; ansonsten werden einige Vorträge unter ‚politischer Transformation‘ eingeordnet. Parallel dazu finden sich ‚Beispiele für Wandel und Kontinuität in den Regionen des Römischen Reiches‘.
[3] Vgl. dazu auch den Tagungsbericht von Thomas Gerhardt, in: H-Soz-Kult, 03.08.2005 <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=841>.
[4] Isis, Sarapis, Mithras und die Ausbreitung des Christentums im 3. Jahrhundert (S. 289-314).
[5] Der Mord an Kaiser Gallienus (S. 81-124).
[6] Vorausgeht iam desperatis rebus. Zuvor hatte Eutrop (9,8,2) das Eindringen der Alamannen nach Italien nach der Verwüstung Galliens erwähnt, den Verlust Dakiens, die Zerstörung Griechenlands, Makedoniens, des Pontus und (der Provinz) Asien, die Zerstörung Pannoniens durch Sarmaten und Quaden, das Vordringen der Germanen bis nach Spanien und die Eroberung Tarragonas, die Besetzung Mesopotamiens durch die Parther (sic!) und die beginnende Okkupation Syriens.
[7] So mit Recht in der Einleitung der Herausgeber (S. 7).
[8] Darmstadt 1967.
[9] Zur Geschichte des Krisenbegriffs (S. 381-410). Vgl. zu Alföldi, S. 399-400; vgl. auch Matthäus Heil, S. 415-416.
[10] Kai Ruffing ist mit einem Beitrag ‚Die Wirtschaft‘ auch am Handbuch beteiligt.
[11] S. 223-241. Vgl. etwa S. 233: „In den Städten des römischen Ägypten sind keine Zeichen einer Wirtschaftskrise oder einer allgemeinen Krise der städtischen Gemeinschaft erkennbar“.
[12] Zur Situation im römischen Africa während des 3. Jahrhunderts (S. 145-221), der umfangreichste Beitrag des Bandes mit einer beeindruckenden epigraphischen Dokumentation, die wohl auf der Basis der Heidelberger epigraphischen Datenbank erstellt ist. Ausgenommen aus der Untersuchung ist lediglich die Mauretania Tingitana.
[13] Vgl. Christian Witschel, S. 145 sowie S. 163.
[14] Christian Witschel, S. 162. Zitat geringfügig dem Kontext angepasst.
[15] Kai Ruffing, S. 237.
[16] S. 271-287. Der Untertitel lautet: Das städtische Münzwesen Kleinasiens als Indikator von Phänomenen der Reichskrise des 3. Jahrhunderts und von zeitgenössischem Krisenempfinden.
[17] Vgl. auch die dezidierte Stellungnahme auf S. 272, Anm. 5. Die Darlegungen zur Münzprägung der Stadt Side auf der Tagung (vgl. S. 275f.) sind von Kai Ruffing (S. 237-238) nicht aufgegriffen und diskutiert worden; zur Frage Johannes Nollés (S. 274, Anm. 10) zu dem in P. Oxy. 1411 angesprochenen Vorgang hat Kai Ruffing nicht Stellung genommen; doch vgl. dazu bereits Karl Strobel in seiner Habilitationsschrift (Stuttgart 1993, S. 270, Anm. 548).
[18] The Onset of Crisis in the First Half of the Third Century A. D. (S. 25-36). Vgl. besonders die Aspekte einer Krise, die Lukas de Blois – in der Folge Alföldys – S. 25, Anm. 2 zusammenstellt.
[19] Vgl. S. 26 wie auch die Zusammenfassung S. 33.
[20] Lukas de Blois nennt die (oben erwähnte) Krise in Kriegszonen (S. 27-30), diejenige in Besteuerung und Liturgien (S. 30-32), die finanzielle (S. 32-33) sowie die sichtbare Krise in der Praxis der Ämterbesetzung (S. 33).
[21] Vgl. hier Anm. 5. Zitat S. 81.
[22] S. 107-118.
[23] S. 81. Nach S. 82 will Hartmann den Mord an Gallienus „im Kontext der Krise des 3. Jahrhunderts“ behandeln.
[24] Vgl. hier Anm. 9, dort besonders S. 406-407.
[25] Kritik und Krise, Frankfurt am Main 1989.
[26] Vgl. S. 406. Vielleicht hat – so meine Ansicht – dieser dem Begriff oft inhärierende Bedeutungsinhalt auch zu seiner schwindenden Akzeptanz beigetragen. Vgl. etwa Reinhard Selinger, The Mid-Third Century Persecutions of Decius and Valerian, 2. Aufl., Frankfurt am Main 2004, S. 12: „The ancient world experienced a vital crisis which almost resulted in the collapse of the Empire“.
[27] Die illyrischen Kaiser als Herrscher neuen Typs (S. 125-134).
[28] S. 133.
[29] S. 132.
[30] „Soldatenkaiser“ als Epochenbegriff (S. 411-428).
[31] S. 425.
[32] Zwischen Traditionalismus und Totalitarismus. Zur Ideologie und Praxis der Regierung des Kaisers Decius (S. 37-56). Vgl. hier S. 51.
[33] Zu den Motiven der Christenverfolgung des Decius (S. 57-71). In ZRG 114, 1997, 495 hatte der Verfasser noch die Alternative (politische Herausforderung bzw. Wunsch nach einer religiösen Restauration) offen gelassen. Der katastrophal endende Verlauf des Perserkriegs Gordians III. mit seinen Konsequenzen kann dann – im Gedankengang des Verfassers – nicht als einschneidendes Ereignis gewertet werten (vgl. etwa S. 57, Anm. 2). Die Datierung Bleckmanns (S. 60) der ersten Einnahme Antiocheias im Jahre 252 steht nicht in Einklang mit der ‚Zeittafel der Soldatenkaiserzeit‘ des Handbuchs. Ob das späte Datum der Libelli aus Ägypten (12.6.-14.7.250) angesichts des im Herbst 249 erlassenen Opferedikts (so S. 60) mit der „Langsamkeit des Dienstwegs zwischen Alexandria und der ägyptischen Provinz“ (S. 68) ausreichend begründet wird, möchte ich bezweifeln.
[34] Gallienus and the Marcomanni (S. 73-80).
[35] Vgl. S. 77: „There is further ground to assume a formal marriage“.
[36] Vgl. hier Anm. 5; Zitat: S. 117, Anm. 85.
[37] Kaiser gegen Kaiser: Bilder der Macht im 3. Jahrhunderts (sic; auf allen Titelleisten) (S. 135-144). In der gedruckten Fassung wird auch die Doktorandin Erika Manders neben Olivier Hekster als Autorin genannt.
[38] Shahba/Philippopolis – Die Transformation einer safaitisch-arabischen Siedlung in eine römische Colonia (S. 243-270). Die Gefahr, dass ‚Transformation‘ zu einem Modewort wird, sei hier angemahnt. Nicht erklärt wird der Terminus ‚safaitisch‘ im Titel; das eingangs des Beitrags getroffene Urteil des Verfasser ist m.E. nicht haltbar. Henry I. MacAdam, auf den verwiesen wird, meinte doch wohl mit dem ‚accident of history‘, dass die Siedlung am Rande des Imperium Romanum eben der Herkunft des Kaisers ihre Förderung und ihren Status als Colonia verdankte; die „traditionelle Geschichtsauffassung der Soldatenkaiserzeit als einer von Niedergang und Verfall gekennzeichneten umfassenden Reichskrise“ spielt hier m.E. keine Rolle. Das Philippeion mag als Bestattungsort für den Kaiser und seine Familie geplant gewesen sein; dass Decius die sterblichen Überreste dorthin überführen ließ, ist, wie Verfasser zu Recht schreibt (S. 258 mit Anm. 78-79) „äußerst unwahrscheinlich“. Der Beitrag ist sehr anschaulich dokumentiert, auch wenn Taf. 2 aufgrund der Verkleinerung nur schwer lesbar ist und Abb. 8 ohne Erläuterungen bleibt. Parallelen zu sonstigen Geburtsorten von Kaisern (wie Italica oder Gamzigrad/Serbien) sollten mitbedacht werden.
[39] Vgl. hier Anm. 4.
[40] Aufschlussreich ist der Aufweis der Folgen der Kurzlebigkeit der Kaiser und der militärischen Niederlagen für den Verlust des loyalitätsstiftenden Charakters der Mysterien (vgl. S. 299). Die Erfolge des Christentums im 3. Jahrhundert sieht der Verfasser in seiner Organisationsstruktur, dem Sozialisierungspotential wie in der karitativen Tätigkeit.
[41] Untertitel: Die Quellen und ihre Auswertung (S. 315-327).
[42] Zerrbilder eines Herrschers und Christenverfolgers. Zur Rezeption Kaiser Valerians in Spätantike, Mittelalter und Neuzeit (S. 329 -356).
[43] Untertitel: Renaissancezeichnungen verlorener Monumentalbauten des 3. Jahrhunderts in Rom (S. 357-366). Zitat: S. 357.
[44] Die Würdigung der Soldatenkaiserzeit in der rechtsgeschichtlichen Forschung (S. 367-379).
[45] Facts and Fictions – Die Historia Augusta und das 3. Jahrhundert (S. 11-23). Lediglich die Polemik gegen Johannes Nollé (S. 19 mit Anm. 42) befremdet.
[46] S. 65, Anm. 40 muss es natürlich 249 heißen (Datum der Erhebung des Decius). Der S. 67, Anm. 52 genannte Titel von W. H. C. Frend fehlt im Literaturverzeichnis. S. 70: 345-390 (statt 245-390, im Titel von John Knipfing). S. 74, Anm. 3 muss es atrociores heißen (statt atrociore). S. 75, Anm. 15: 268 als Jahr der Ermordung des Gallienus (statt 269). S. 77, Anm. 34: Tac. Germ. 14,2 ist korrekt, ebenso stipendio (nicht stipendia). S. 95, Anm. 37: appellatur (statt appellatar). S. 126 immissique (statt immisique). S. 143: Virtus Faleri (richtig hingegen S. 142: Virtus Valeri). S. 144: JRS 76 (nicht 67). S. 251, Anm. 42: CIL III 14149/5 (richtig in Anm. 115, nicht 114). S. 252: Labánou (Genitiv!) ist Patronymikon des Ailanos (nicht: Ailanos Labanos). S. 254, Anm. 60: Sextus, nicht Sextius. S. 260, Anm. 91: die Inschrift ist nicht ganz korrekt wiedergegeben (h&#275; kol&#333;nía). S. 266: Alfred von Domaszewski (nicht Alexander). S. 293, Anm. 22: Bergman (nicht Bergmann). S. 331: Die Abfassung des Werkes des Eutrop ist präziser als „nach 364“ zu fassen. S. 354: Adolf Lippold (nicht Alfred). S. 361: hier spricht Kathrin Schade vom Bad, das Decius dedizierte. Bei Aurelius Victor (Caes. 29,1) heißt es allerdings: moenium gratia, quae instituit, dedicandorum. S. 374: Die Collatio legum Mosaicarum et Romanarum (nicht: Romanorum) ist m.E. viel zu früh datiert (vgl. LACL, 1. Aufl., 135f.). S. 384: Kann man vom Erlöschen der theodosianischen Dynastie erst im Jahr 518 sprechen? S. 431: Calderini (statt Calderoni).
[47] Das thrakische Philippopolis (S. 84, Anm. 10) ist allerdings unter dem arabischen geführt; ich vermisse die Einträge zu Eutropius (vgl. S. 7 u. 331) und zu Hieronymus (S. 337 u. 339).

Zitation
Erich Kettenhofen: Rezension zu: Johne, Klaus-Peter; Gerhardt, Thomas; Hartmann, Udo (Hrsg.): Deleto paene imperio Romano. Transformationsprozesse des Römischen Reiches im 3. Jahrhundert und ihre Rezeption in der Neuzeit. Stuttgart  2006 , in: H-Soz-Kult, 30.04.2007, <www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-8689>.
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Veröffentlicht am
30.04.2007
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