U. Schaper u.a. (Hrsg.): Stadtpläne von Berlin

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Titel
Stadtpläne von Berlin. Geschichte vermessen. Bearb. v. A. Matschenz


Hrsg. v.
Schaper, Uwe; Stiftung Preußische Seehandlung
Erschienen
Berlin 2006: Gebr. Mann Verlag
Umfang
280 S.
Preis
€ 49,00
Rezensiert für H-Soz-Kult von
Alexander Sachse und Beate Schreiber, Facts & Files, Berlin

Stadtpläne dienen dem Touristen oder Bewohnern von Metropolen gemeinhin zur Orientierung. Historische Karten und Pläne dokumentieren einerseits die Entwicklung der Städte und bilden andererseits Planungen und Ideen ab. Oft profitiert die Stadtgeschichtsschreibung von dem Engagement der sogenannten Laien. Persönlichkeiten, die angespornt von Entdeckerfreude und der Bereitschaft, Zeit und Geld in ihre Forschungen zu investieren, alle möglichen Archive, Bibliotheken und Sammlungen besuchen, um zu recherchieren. Günther Schulz, geborener Berliner und ausgebildeter Chemiker, war eine solche Persönlichkeit. Er vollbrachte, wofür die wissenschaftliche Forschung keine Zeit aufbringen konnte oder wollte: Schulz hatte sich die Aufgabe gestellt, alle Pläne Berlins ausfindig zu machen und zu katalogisieren. Zu seinem 80. Geburtstag gab das Landesarchiv Berlin den Sammelband „Stadtpläne von Berlin – Geschichte vermessen“ heraus; wenige Monate nach dessen Erscheinen verstarb Günther Schulz.

Die Stadtplanung ist in den letzten Jahren häufig von Historikern und anderen erforscht worden. Insbesondere der Abriss von alten, bzw. die Rekonstruktion bereits zerstörter historischer Gebäude rufen häufig öffentliche Diskussionen hervor. Hier rücken dann die Quellen und Zeugnisse der Stadtplanung und der Bebauung plötzlich in den Blickpunkt, weil sie als Quelle für Argumentationen und Überlegungen dienen können.

Um nun überhaupt als Quelle benutzbar zu sein, müssen Stadtpläne gesammelt und aufbewahrt werden. Günther Schulz war hinsichtlich der Sammlung Berliner Stadtpläne ein Pionier; seine große Leistung bestand vor allem darin, dass er alle bekannten Pläne inventarisierte.

Der Band „Stadtpläne von Berlin – Geschichte vermessen“ macht deutlich, wie vielfältig Stadtpläne als Quelle zu historischen Fragestellungen genutzt werden können. Im Anhang enthält der Band die Ergänzung des von Schulz erstellten Planverzeichnisses der Berliner Stadtpläne 1652-1920, ebenfalls erschienen in der Schriftenreihe des Landesarchivs Berlin.[1] Die Autoren der 19 Beiträge repräsentieren einige der wichtigsten Sammlungen, Archive und Bibliotheken, in denen sich historische Berliner Stadtpläne befinden, da diese leider nicht, wie weiter unten noch ausgeführt wird, zentral an einem Ort aufbewahrt werden.

Der Auftaktbeitrag des Leiters der Kartenabteilung des Landesarchivs Berlin, Andreas Matschenz, der sich der Biographie Günther Schulz’ widmet, beschreibt Schulz Arbeit als Mäzenatentum eines Archivbenutzers, eines Menschen, der mit Begeisterung recherchiert und dann die Ergebnisse auch veröffentlicht, um damit andere an den Forschungen teilhaben zu lassen. Dass diese Arbeit von Günther Schulz, einem stark beschäftigten Manager, „nebenbei“ in der Freizeit und verbunden mit einigen finanziellen Aufwendungen geleistet wurde, ist beeindruckend.

Anschließend daran skizziert Jürgen Wetzel, bis 2003 Direktor des Berliner Landesarchivs, die Geschichte der Kartenabteilung des Landesarchivs. Die Sammlung von Plänen und Karten begann recht spät und wurde durch die geringe Begeisterung des Berliner Magistrats für sein Archiv auch nicht besonders gefördert. Jürgen Wetzel schildert, dass das Engagement von Archivaren zu einigen Qualitätssprüngen in Bestand und Inventar geführt hat, sich jedoch durch die historischen Zäsuren der letzten 70 Jahre keine starke Kartensammlungstradition ausprägen konnte. Die Zusammenführung der Bestände des Stadtarchivs und des Landesarchivs nach der Wiedervereinigung 1993 wurde deswegen zu einer einmaligen Chance, die zerrissenen Plansammlungen zusammenzuführen und für die Archivbenutzer zur Verfügung zu stellen. Die Zugänglichkeit für die Benutzer ist damit wesentlich verbessert worden. Die Kartenabteilung des Landesarchivs Berlin umfasst heute über 250.000 Karten und Pläne aus der Zeit von 1650 bis in die Gegenwart.

Pläne und Karten finden sich nicht nur separat bewahrt in speziellen Sammlungen oder Abteilungen, sondern sie sind ebenso essenzieller Bestandteil von Akten. Jedermann, der Grundakten auswertet, schätzt die Katasterpläne der Grundstücke, die helfen, sich in dem Chaos der Flurstücke zurechtzufinden. Udo Gentzen stellt in seinem Beitrag Karten und Pläne vor, die in den Akten der Kurmärkischen Bauregistratur zu finden sind. Diese Akten liegen im Brandenburgischen Landeshauptarchiv, einer Nachkriegsgründung, dessen Magazin zahlreiche Bestände mit Berliner Pertinenz und auch Provenienz beherbergt. Die Oberbaudeputation, die seit 1770 unter dem Direktorat von David Gilly stand, legte fest, dass Bauanträge Zeichnungen der geplanten Bauwerke enthalten sollten. In dem Bestand der Bauregistratur fanden sich 70 Karten und Pläne – überwiegend aus den Jahren 1722 bis 1804 –, die der Zeit entsprechend handgezeichnet waren. Da Berlin in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts sehr stark umgebaut wurde, sind diese 70 Zeichnungen wichtige Dokumente, die den Zustand vor den großen Industrie- und Verkehrsbauten zeigen.

Wie diese Zeichnungen so sind auch die Fotografien des „Hof-Photographen“ Friedrich Albert Schwartz (1836-1906) Nachweise des Verschwundenen.[2] Sabine Harik stellt in ihrem Beitrag dar, wie im 19. Jahrhundert um Berliner Neubaupläne öffentlich diskutiert wurde und Schwartz mit seinen Fotografien bewusst eine Dokumentarpflicht denjenigen Bauten gegenüber erfüllen wollte, die durch Abriss bedroht waren. Schwartz verewigte nicht nur die dem Untergang geweihten Berliner Bauwerke, sondern fotografierte auch den Bau der Berliner Hochbahn, die Baustellen der Bahnhöfe und auch die abzureißenden Mietshäuser in der Innenstadt. Seine Fotografien waren meist so geplant, dass die Häuser einzeln auch in der Straßen- und Hofansicht abgebildet wurden. Dies macht seine Bilder zu wichtigen Zeugnissen der Berliner Architektur.

Gerd Heinemann illustriert an einem Beispiel, wie man sich heute mit den Photographien des „Stadthistorikers mit der Kamera“ beschäftigt, um den Bildinhalt zu beschreiben. Dazu ist es nötig, die unterschiedlichsten Quellen heranzuziehen und die Fotos mit Plänen und Karten, dem Adressbuch, den Bauakten und den Grundbüchern in Beziehung zu setzen. Die Beschreibungen der Photographien von Schwartz in der Staatsbibliothek Berlin sind seit einem Jahr online recherchierbar.[3]

Mit der individuellen Arbeit eines mecklenburgischen Architekten zu Berlin, dem Schloss und dessen berühmten Münzturm beschäftigt sich der Text von Guido Hinterkeuser. Der Architekt, Christian Friedrich Gottlieb von dem Knesebeck, hat für Mecklenburg-Schwerin die Bautätigkeit in Berlin genauestens dokumentiert. Seine „Ausflüge“ nach Berlin hat Knesebeck in einem Manuskript beschrieben, das im Kunsthandel aufgetaucht ist und Guido Hinterkäuser zugänglich gemacht wurde. 1706 hatte Knesebeck einen Plan der Berliner Befestigungsanlage gezeichnet, der jedoch nur zum Teil den realen Anlagen entsprach. Als Architekt interessierten ihn auch die verwendeten Materialien, die er ebenso dokumentierte. Die Manuskripteinträge über die Reisen Knesebecks nach Berlin sind im Anschluss an den Beitrag von Guido Hinterkeuser abgedruckt. Der Vergleich von Quellen untereinander und die Entscheidung, welche Quelle nun eher die Realität widerspiegelt, ist bei Plänen besonders schwierig. Leicht wird unterstellt, dass historische Pläne nie fiktiv sind.

Gleichfalls einen Pionierbeitrag zu den vernachlässigten Editionen der preußischen und damit auch der Berliner Geschichte liefert Laurenz Demps, der auf 19 Dokumente aufmerksam macht und diese zugleich veröffentlicht. Sie legen die Vorstellungen des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. zur Gestaltung der Prachtstraße Unter den Linden dar. Die Geschichte dieser Straße belegt einen offenbar alten Streit zwischen Berlin und dem preußischen Staat um die Finanzierung von Verkehrswegen und anderen Bestandteilen der Infrastruktur. Auch die Berliner Oper spielte unter Friedrich Wilhelm III. schon eine Rolle, allerdings nur in ihrer Namensgebung für die Opernbrücke. Übrigens übernahm der preußische König damals laut den von Demps publizierten Dokumenten alle Kosten für die Umbauten dieser Brücke.

Wohl kaum jemand käme auf die Idee, dass es in Berlin einmal Labyrinthe gegeben hätte, die für Turnübungen geschaffen wurden. Insofern beleben die populären Labyrinthe in Maisfeldern des Berliner Umlandes wahrscheinlich unbewusst eine Tradition. Dieser Tradition ist der Beitrag von Klaus Kürvers und Michael Niedermeier gewidmet. Der berühmte Turnplatz des Turnvaters Jahn in der Berliner Hasenheide wurde durch ein Labyrinth ergänzt, das auf verschiedenen Planzeichnungen zu Beginn des 19. Jahrhunderts abgebildet ist. Aus heutiger Sicht auf den ersten Blick eher eine Art Spielplatz, stellten Labyrinthe jedoch in der aufkommenden deutschen Turnbewegung einen Schauplatz für Wettläufe dar, die durch die krummen Wege besonders die Muskulatur der Sportler anregen sollten. Die Autoren des Beitrags vermuten, dass die Turner den „Wunderkreis“ als Anlehnung an die griechischen Vorbilder konzipierten und damit an das Trojaspiel erinnern wollten, das in Vergils Aeneis beschrieben wird. Neben der Hasenheide kam in der Brandenburger Region ausgerechnet Eberswalde in den Genuss eines Labyrinths, das bereits 1609 aus unbekanntem Grund errichtet worden war. Offenbar hatte Jahn von der Existenz Kenntnis und ließ sich von der Eberswalder Anlage inspirieren, 1818 das Labyrinth in der Hasenheide bauen zu lassen. Preußen hatte das öffentliche Turnen ab 1820 verboten und die Renaissance der Labyrinthe begann nach dem Regierungsantritt Friedrich Wilhelms IV. So errichtete man auf dem Turnplatz in der Hasenheide 1844 einen neuen „Wunderkreis“. Bemerkenswerter Weise wurde dann das Berliner „Modell“ wieder nach Eberswalde „exportiert“, als sich 1848 der Eberswalder Magistrat zu der Anlage eines Turnplatzes entschloss. Labyrinthe gehörten zu einer Art Grundausstattung des deutschen Turnplatzes im 19. Jahrhundert.

Das Bauen für „Privilegierte“ in der DDR thematisiert der Artikel von Ralph Hoppe. Er stellt die Bebauungspläne für das Intelligenzviertel in der Nähe der Schönholzer Heide im Berliner Stadtbezirk Pankow aus den 1950er-Jahren vor. Nach der Gründung der DDR 1949 hatte die Sowjetische Militäradministration das Schloss Niederschönhausen der Regierung der DDR als Sitz übergeben. Daher wohnten viele Mitglieder der Regierung, wie Grotewohl, Pieck und später Ulbricht, im Pankower Ortsteil Niederschönhausen. Viele Medien bezeichneten die DDR-Führungsriege als „Pankower Regierung“. Die Planung von Einfamilienhäusern für Schriftsteller, Architekten und anderen Angehörigen der „Intelligenz“ – so der gängige DDR-Begriff für Wissenschaftler, Schriftsteller und Künstler – wurde 1950 durch eine Verordnung auf legalistische Beine gestellt. Die Regierung legte fest, dass für die „Intelligenz“ gesondert Häuser und Wohnungen zu errichten seien. In Berlin sollten 100 Eigenheime gebaut werden, die über Kredite finanziert wurden. Sowohl im südlichen Grünau als auch in Pankow waren „Intelligenzsiedlungen“ geplant. Ende 1951 waren dann die meisten Häuser im heutigen Pankower Fritz-Erpenbeck-Ring gebaut.

Die Kunst- und Kulturhistorikerin Christina Schumacher, sie hat auch eine Ausstellung zum Thema im Mitte Museum kuratiert[4], reflektiert in ihrem Beitrag die Perspektive des Plans von oben auf die Stadt. Sie referiert die Entwicklung des Stadtplans als Orientierungsmedium für Reisende, die im 19. Jahrhundert begann und auch die Verkehrsmittel einbezog. Damit entstand ein neues Massenmedium, das von Verlagen verbreitet auch zu einer Repräsentation der Stadt wurde.

Ein nur randständig mit den Berliner Stadtplänen in Verbindung zu bringendes Thema greift Franz Reitinger in seinem Aufsatz über drei Berliner Bildverlage auf. Die Liberalisierung der Zensurbestimmungen im Vorfeld der 1848er-Revolution hatte innerhalb von wenigen Jahren in der preußischen Hauptstadt zu einer Vervielfachung der Zahl der Steindruckereien bzw. Lithographie-Anstalten geführt. Reitinger umreißt vor allem den Aufstieg des aus Italien stammenden Unternehmers Sala, der die Berliner über mehr als 30 Jahre vor allem mit satirischen Grußkarten und Karikaturen – und diversen Stadtansichten versorgte.

Felix Escher, bis 2006 Erster Vorsitzender der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg und damit ein ausgewiesener Kenner der Berlin-Brandenburger Landesgeschichte, weist in seinem Artikel auf ein wichtiges Desiderat der Berliner Stadtgeschichte hin: das Fehlen eines historischen Atlas, bzw. eines auch nur vergleichbaren Kartenwerkes. In seinem Aufsatz stellt er zahlreiche Projekte vor, die sich die Erstellung eines breiter angelegten, historisch orientierten Kartenwerks von Berlin auf die Fahnen geschrieben hatten – um dann detailliert das Scheitern dieser Vorhaben zu beschreiben.

Dass Stadtpläne durchaus politische Botschaften enthalten können, macht Gerald Noack in seinen Anmerkungen zum Stadtplan der DDR-Hauptstadt deutlich. Ab 1965 gab das DDR-Innenministerium die Direktive heraus, Pläne zukünftig mit „gleitendem Maßstab“ zu entwerfen, was nicht nur für politisch sensible Bereiche zu einer weitgehenden Verfälschung der Pläne führte. Die DDR-Machthaber ließen sich die Fälschung einiges kosten: Der neue Berlin-Stadtplan mit dem Maßstab „ca. 1: 25.000“ war in der Entwicklung etwa acht Mal so teuer wie ein „klassischer“ Berliner Stadtplan.

Auf ein jüngeres Politikum der Stadtplanung kommt Harald Bodenschatz zu sprechen: das städtebauliche Leitbild der „kritischen Rekonstruktion“, mit dem sich Berlin vor allem seit der Wiedervereinigung auseinanderzusetzen hatte. Bodenschatz, selbst an der Entwicklung von Wiederaufbauprojekten der 1990er-Jahre beteiligt, macht die Probleme deutlich, vor denen Architekten und Planer bei der Entwicklung des Planwerks „Innenstadt Berlin“ standen: Was sollte Basis der kritischen Rekonstruktion sein – Berlin vor 1945, vor 1914 oder gar vor 1871? Das Planwerk steht, doch die Grundsatzdiskussionen sind bei Weitem noch nicht abgeschlossen.

Dass Berlin, oft genug für den eher gnadenlosen Umgang mit seiner historischen Bausubstanz geschmäht, gelegentlich durchaus einen liebevollen Aufwand mit einzelnen Bauwerken, ja Bauteilen betrieb, zeigen die Artikel vom Lutz Mauersberger und Elke Blauert. Mauersberger beschreibt die Translocierung von Berliner Bauwerken, angefangen von der berühmten Gerichtslaube bis hin zum Ephraim-Palais. Blauert widmet sich in einer kurzen Abhandlung der „Wanderschaft“ einer einzelnen Spolie, eine Decke des Weydingerhauses, eines ehemaligen Kaufmannshauses der Zeit um 1700, das 1934 im Zuge des Neubaus der Reichsbank auf dem Friedrichswerder abgerissen worden war.

Die letzten drei Artikel des Sammelbandes haben schließlich das Medium „Plan“ an sich zum Thema. Der Architekt York Stuhlemmer erklärt technisch sehr detailreich die Bedeutung der Stückvermessungshandrisse des ausgehenden 19. Jahrhunderts für die Rekonstruktion von nach 1945 vollkommen verloren gegangener Architektur – hier am Beispiel des kompletten Neubaus der Kommandantur Unter den Linden.

Falk Wöhlmann stellt ein langjähriges Projekt zur Inventarisierung historischer Berliner Freiflächenpläne vor, das nach immerhin 14 Jahren Laufzeit aus finanziellen Gründen unvollendet abgeschlossen werden musste (es fehlen die Berliner Verwaltungsbezirke Spandau und Weißensee). Ein Überblick über die historischen Gartenanlagen wurde bereits publiziert, nur ist er leider vergriffen.[5] Es wäre sehr sinnvoll, die in dem Projekt entstandenen Archivalienhandbücher wenigstens online zur Verfügung zu stellen.

Den letzten inhaltlichen Artikel liefert schließlich die Restauratorin Carola Gerlach mit einer akribischen Beschreibung ihrer Restaurierungsarbeiten an einem Berliner Bebauungsplan aus den 1950er-Jahren. Ein Personenregister und ein Topographisches Register stehen am Ende des Bandes.

Der Sammelband zeigt damit viele Facetten der Arbeit mit Karten und Plänen auf und bietet eine aufschlussreiche Lektüre. Gerade Nicht-Karthographen werden diesen Band schätzen lernen, weil er anschaulich illustriert, wie der Plan oder die Karte als historische Quelle oder unter ganz praktischen Maßstäben benutzt werden kann. Da historische Stadtpläne und Karten häufig die Aufmerksamkeit eines breiten Publikums wecken, ist diesem Medium zu wünschen, dass es in Berlin weiterhin beachtet und geschätzt wird. Günther Schulz hat mit seinem „Hobby“ dafür die Basis gelegt.

Anmerkungen:
[1] Schulz, Günther, Stadtpläne von Berlin 1652 bis 1920. Textband (Schriften des Landesarchivs Berlin Bd. 3), Berlin 1998; ders., Stadtpläne von Berlin 1652 bis 1920. Tafelband (Schriftenreihe des Landesarchivs Berlin, Bd. 4), Berlin 2002.
[2] Berlin 1856 - 1896. Photographien von F. Albert Schwartz. Mit Bilderläuterungen von Hans-Werner Klünner und einer Einführung von Laurenz Demps, Berlin 1991.
[3] <http://berlinansichten.staatsbibliothek-berlin.de/> (19.10.2007).
[4] Das Mitte Museum im gleichnamigen Berliner Stadtbezirk präsentierte bis vor kurzem in der Ausstellung „Stadt auf Papier. Die Entstehung des modernen Stadtplans“ die Entwicklungsgeschichte des modernen Stadtplans am Beispiel Berlins. <http://www.mittemuseum.de/> (19.10.2007).
[5] Kuhbier, Anke, Berlin Grün. Die historischen Gärten und Parks der Stadt, Hamburg 2000 (vergriffen).

Zitation
Beate Schreiber: Rezension zu: Schaper, Uwe; Stiftung Preußische Seehandlung (Hrsg.): Stadtpläne von Berlin. Geschichte vermessen. Bearb. v. A. Matschenz. Berlin  2006 , in: H-Soz-Kult, 11.12.2007, <www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-9367>.
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11.12.2007
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