7. Forum Zukunft der Erinnerung: Praktiken der Aufarbeitung von familiengeschichtlichen Verfolgungserfahrungen und nationalsozialistischen Täterschaften in den Folgegenerationen

Praktiken der Aufarbeitung von familiengeschichtlichen Verfolgungserfahrungen und nationalsozialistischen Täterschaften in den Folgegenerationen

Veranstalter
KZ-Gedenkstätte Neuengamme
Veranstaltungsort
KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Studienzentrum, Jean-Dolidier-Weg 75
PLZ
21039
Ort
Hamburg
Land
Deutschland
Vom - Bis
10.11.2021 - 12.11.2021
Deadline
05.11.2021
Von
Juliane Podlaha, Wissenschaftliche Volontärin, KZ-Gedenkstätte Neuengamme

7. Forum Zukunft der Erinnerung: Praktiken der Aufarbeitung von familiengeschichtlichen Verfolgungserfahrungen und nationalsozialistischen Täterschaften in den Folgegenerationen

Praktiken der Aufarbeitung von familiengeschichtlichen Verfolgungserfahrungen und nationalsozialistischen Täterschaften in den Folgegenerationen.

7th Future of Remembrance Forum: Practices among subsequent generations for reappraising family histories of persecution and Nazi perpetratorship

Practices among subsequent generations for reappraising family histories of
persecution and Nazi perpetratorship.

Praktiken der Aufarbeitung von familiengeschichtlichen Verfolgungserfahrungen und nationalsozialistischen Täterschaften in den Folgegenerationen

Das Forum „Zukunft der Erinnerung“ bietet alljährlich Angehörigen ehemaliger KZ-Häftlinge und NS-Verfolgter, Mitarbeiter:innen von Gedenkstätten und Interessierten die Möglichkeit zum gegenseitigen Kennenlernen und Austausch. Im Zentrum des 7. Forums, das vom 10. bis 12. November 2021 in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme stattfindet, stehen gegenwärtige Praktiken familiengeschichtlicher und erinnerungspolitischer Aufarbeitung von Verfolgungserfahrungen und nationalsozialistischen Täterschaften in den Folgegenerationen. Am ersten Tag erhalten Angehörige von Verfolgten des Nationalsozialismus vor Beginn des öffentlichen Forums die Gelegenheit, sich miteinander auszutauschen. Nachkomm:innen erhalten von Expert:innen Tipps und Hilfestellungen, ihre Familiengeschichten öffentlich zu präsentieren.

Der öffentliche Teil des Forums startet am 10. November mittags mit den Perspektiven von Enkel:innen von NS-Tätern, die sich in Graphic Novels, in literarischer Form, in öffentlichen Filmdokumentationen, im Geschichtsunterricht sowie mittels Fotografie mit ihrer belasteten Familiengeschichte auseinandersetzen. Die Verbrechen des Nationalsozialismus werden hier zum Gegenstand der Reflexion über das gegenwärtige gesellschaftliche und künstlerische Handeln von Menschen, deren Vorfahren an Verbrechen beteiligt waren. Mit der Eröffnung der Fotoausstellung „Luise. Archäologie eines Unrechts“ wird ein Teil dieser Auseinandersetzung bis zum 13. März 2022 in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme öffentlich zugänglich sein.

Der Donnerstag startet mit einem Dialog zwischen zwei Gästen aus Frankreich, deren Väter Häftlinge des KZ Neuengamme waren, und zwei Hamburger:innen, die Kinder von NS-Tätern sind. „Mémoire à quatre voix“ (Erinnerung in vier Stimmen) fragt nach den Möglichkeiten, mit Verfolgungserfahrungen und NS-Täterschaften zu leben und über die Grenzen biografischer Unterschiede hinweg in einen Dialog zu treten. Dieser Dialog dient auch dazu, gemeinsam in der Gegenwart Zeichen zu setzen für ein gesellschaftliches Miteinander, das einen verantwortlichen Umgang mit den Verbrechen der NS-Zeit einschließt.

Am späteren Vormittag berichten Vertreter:innen der Verbände ehemaliger Häftlinge und ihrer Angehörigen aus verschiedenen europäischen Ländern an mehreren Stationen über ihre Aktivitäten. Die Teilnehmer:innen haben die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. In einem Austausch mit Menschen, deren Verwandte aus unterschiedlichen Gründen Opfer nationalsozialistischer Gewalt wurden, wird über Praktiken der familiengeschichtlichen Aufarbeitung von Verfolgungserfahrungen in der Generation der Enkel- und Urenkel:innen informiert.

Der zweite Tag des Forums endet mit einem Input und Austausch über die Erinnerungspolitik in Spanien. Dort wurde vor dem Hintergrund der Franco-Diktatur und deren Folgen jahrzehntelang das Thema von familiengeschichtlich verankerter nationalsozialistischer Verfolgungserfahrung aus dem öffentlichen Diskurs ausgeklammert.

Am Freitag haben Angehörige ehemals Verfolgter und Interessierte die Möglichkeit, ihre individuell gestalteten Plakate zur Erinnerung an ehemalige Häftlinge des KZ Neuengamme am „Ort der Verbundenheit“ gemeinsam zu drucken. Bereits gedruckte Plakate werden gemeinsam plakatiert. Der Ort der Verbundenheit wurde während des Forums 2020 auf dem Gelände der Gedenkstätte eingeweiht.

Zum Abschluss wird eine Führung angeboten, in der Interessierte das Gelände und die Ausstellungen der KZ-Gedenkstätte Neuengamme mit dem Schwerpunkt auf familiengeschichtliche Perspektiven kennenlernen können.

Konzept: Dr. Alexandre Froidevaux und Dr. Oliver von Wrochem

Ort: KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Studienzentrum, Jean-Dolidier-Weg 75, 21039 Hamburg

Es findet eine Simultanübersetzung in folgende Sprachen statt: Deutsch, Englisch; bei Bedarf auch weitere Sprachen.

Wichtig: An der Veranstaltung darf nur teilnehmen, wer geimpft oder genesen ist (2G). Bitte bringen Sie unbedingt entsprechende Nachweise mit!

Anmeldung:

Eine verbindliche Anmeldung ist bis zum 5. November 2021 erforderlich. Für die Verpflegung wird ein Teilnahmebeitrag in Höhe von 60,00 Euro / 30,00 Euro ermäßigt erhoben.

Anmeldung bei:
Juliane Podlaha
KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Studienzentrum
Jean-Dolidier-Weg 75
21039 Hamburg
E-Mail: juliane.podlaha@gedenkstaetten.hamburg.de
Tel: 040-428131-568

Practices among subsequent generations for reappraising family histories of persecution and Nazi perpetratorship

Each year, the Future of Remembrance Forum offers relatives of former concentration camp prisoners and victims of Nazi persecution, memorial staff and other interested participants the opportunity to get to know one another and share their views. The 7th Forum, which takes place from 10–12 November 2021 at the Neuengamme Concentration Camp Memorial, will focus on current practices among subsequent generations for critically reappraising experiences of persecution and Nazi perpetratorship in the context of family history and the politics of memory. On the first day, relatives of people persecuted by the Nazis will have the opportunity to talk with one other prior to the start of the public events. Experts will share tips and assistance for helping the descendants of persecutees to publicly present their family histories.

The public part of the Forum begins at noon on 10 November. The first discussion will explore the perspectives of grandchildren of Nazi perpetrators who are grappling with the burden of their family history in graphic novels, written literature, documentary films, history classes and photography. In this context, the crimes of the National Socialists become a focal point for reflecting on the current social and artistic activities of people whose forebears were involved in the crimes. The photo exhibition entitled ‘Luise: Archaeology of an Injustice’ is one example of such activity. This exhibition will open during the Forum and be on public display at the Neuengamme Concentration Camp Memorial until 13 March 2022.

On Thursday, the Forum will start with a dialogue between two guests from France whose fathers were imprisoned in the Neuengamme concentration camp, as well as two Hamburg residents who are the children of Nazi perpetrators. ‘Mémoire à quatre voix’ (Memory in Four Voices) investigates possibilities for living with experiences of persecution and Nazi perpetratorship and for engaging in a dialogue that crosses the boundaries of biographical differences. This dialogue also serves as an example of cooperatively promoting a form of social interaction in the present day which includes a responsible approach to dealing with the crimes of the Nazi period.

Later in the afternoon, representatives of associations of former prisoners and their relatives from different European countries will report on their activities at various stations. The participants will also have an opportunity to talk with one another. A panel discussion with people whose relatives were subjected to Nazi violence for various reasons will look at practices employed by the grandchildren and great-grandchildren of the victims for grappling with their family history of persecution.

The second day of the Forum will end with a report and discussion about the politics of memory in Spain. Under Franco and in the wake of his dictatorship, the subject of family experiences of Nazi persecution was excluded from public discourse for decades there. On Friday, relatives of former persecutees and other interested individuals will have an opportunity to print posters they have designed in memory of former prisoners of Neuengamme in the Space to Remember, Connect and Support. Previously printed posters will be put up together by the participants. The Space to Remember, Connect and Support was dedicated in the grounds of the Memorial during the Forum in 2020. To close the Forum, a tour will be offered through the grounds and exhibitions of the Neuengamme Concentration Camp Memorial which will focus on the perspective of family history.

Concept: Dr Alexandre Froidevaux and Dr Oliver von Wrochem

Venue: Neuengamme Concentration Camp Memorial, Centre for Historical Studies, Jean-Dolidier-Weg 75, 21039 Hamburg

Simultaneous interpretation will be available in German and English; other languages can be provided if necessary.

Important note: All participants and attendees are required to show proof of COVID-19 vaccination or recovery. Please be sure to bring the corresponding documents with you!

Registration:

You must register by 5 November 2021 to attend the Forum. A non-refundable registration fee of 60,00 EUR (30,00 EUR reduced rate) will be charged to cover the cost of catering.

Please register by contacting Juliane Podlaha:
Juliane Podlaha
Neuengamme Concentration Camp Memorial
Centre for Historical Studies
Tel.: +49 (0)40 428 131 568
email: juliane.podlaha@gedenkstaetten.hamburg.de

Programm

Mittwoch, 10. November 2021

09:30–17:30 Uhr

09:30–12:00 Uhr Austauschrunde für Angehörige ehemaliger KZ-Häftlinge

Moderation: Thorsten Fehlberg, Swenja Granzow-Rauwald, Natascha Höhn (KZ-Gedenkstätte Neuengamme)

12:00–13:30 Uhr Mittagessen

13:30–14:00 Uhr Dr. Oliver von Wrochem und Dr. Alexandre Froidevaux (KZ-Gedenkstätte Neuengamme): Begrüßung und einführende Gedanken zum Forum „Zukunft der Erinnerung“

14:00–15:30 Uhr Stefanie Taschinski, Hamburg (Kinderbuchautorin), Maria Holzgrewe, Bad Segeberg (Lehrerin), Paula Mittrowann, Hamburg (Zeichnerin): Gespräch: Nachkomm:innen von NS-Tätern aus der dritten Generation

Moderation: Dr. Oliver von Wrochem (KZ-Gedenkstätte Neuengamme)

15:30–16:30 Uhr Pause & Kennenlernen

16:30–18:00 Uhr Stefan Weger, Berlin (Fotograf): Vorstellung und Eröffnung der Fotoausstellung „Luise. Archäologie eines Unrechts“

Moderation: Alexandra Köhring (Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte)

Donnerstag, 11. November 2021

09:30–09:45 Uhr Begrüßung zweiter Tag

09:45–11:45 Uhr Yvonne Cossu-Alba, Grasse, und Jean-Michel Gaussot, Paris (Kinder von Häftlingen des KZ Neuengamme), Barbara Brix und Ulrich Gantz, Hamburg (Kinder von NS-Tätern): „Mémoire à quatre voix“

Moderation: Christine Eckel (Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte)

11:45–12:00 Uhr Pause

12:00–13:00 Uhr Mark Van den Driessche, Oudenaarde/Belgien (Amicale Belge de Neuengamme), Swenja Granzow-Rauwald, Hamburg und Franciska Henning, Hamburg (Young Committee der Amicale International KZ Neuengamme), Jan van den Hoorn, Putten/Niederlande (Stichting Oktober 44), Kristof Van Mierop, Dudzele/Belgien (Amicale Belge de Neuengamme), Balbina Rebollar, Gijón/Spanien (Amical de Neuengamme), Yvonne Cossu-Alba, Grasse, und Jean-Michel Gaussot, Paris (Amicale française de Neuengamme); Martine Letterie (Amicale International KZ Neuengamme), Tom Devos (NCPGR Meensel-Kiezegem 44): Präsentationen: Verbände und Initiativen von Nachkomm:innen ehemaliger KZ-Häftlinge

13:00–14:00 Uhr Mittagessen

14:00–15:30 Uhr Julia Gilfert, Tübingen und Kitzingen (Enkelin eines Ermordeten der NS-„Euthanasie“), Victoria Evers, Paderborn (Enkelin eines polnischen Häftlings des KZ Neuengamme), Tom Schröder, Hamburg (Urenkel deportierter jüdischer Hamburger:innen): Gespräch: Nachkomm:innen von NS-Verfolgten der dritten und vierten Generation

Moderation: Christiane Heß (Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte)

15:30–16:00 Uhr Pause und Zeit für informellen Austausch

16:00–17:00 Uhr Balbina Rebollar, Gijón/Spanien (Tochter eines Neuengamme-Häftlings, Amical de Neuengamme) und Heike M. Martínez, Barcelona (Amical de Neuengamme): Input und Gespräch: Erinnerungspolitik in Spanien

Moderation: Dr. Alexandre Froidevaux (KZ-Gedenkstätte Neuengamme)

17:00–17:15 Uhr Abschluss

Freitag, 12. November 2021

10:00–12:30 Uhr Druckworkshop „Ort der Verbundenheit“ Betreuung: Sandra Wachtel und Justin Warland (KZ-Gedenkstätte Neuengamme)

10:00–13:00 Uhr Für Interessierte: Rundgang durch die KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Kontakt

KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Studienzentrum
Jean-Dolidier-Weg 75
21039 Hamburg
E-Mail: juliane.podlaha@gedenkstaetten.hamburg.de
Tel.: 040-428131-568

https://www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de/