Rudolph Zacharias Becker und das intellektuelle Gotha um 1800

Rudolph Zacharias Becker und das intellektuelle Gotha um 1800

Veranstalter
Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt
Veranstaltungsort
Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt, Schloßberg 2, Vortragssaal
Gefördert durch
Theodor Springmann Stiftung (Heidelberg)
PLZ
99867
Ort
Gotha
Land
Deutschland
Vom - Bis
09.06.2022 - 11.06.2022
Von
Kristina Petri, Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt

Internationale Konferenz am Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt vom 9. bis 11. Juni 2022.

Rudolph Zacharias Becker und das intellektuelle Gotha um 1800

Das einzige weltliche Werk, das in der „Goethezeit“ in einigen hunderttausend Exemplaren aufgelegt und von mehr als einer Million Menschen in Deutschland gelesen wurde, war ein in Gotha geschriebenes, gedrucktes und verlegtes Buch, nämlich das „Noth- und Hülfs-Büchlein“ von Rudolph Zacharias Becker (1752–1822), der als Volksaufklärer, Publizist und Verleger einer der reichsweit wirkungsmächtigsten Schriftsteller im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert gewesen ist.

Den 200. Todestag Beckers in diesem Jahr nimmt das Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt zum Anlass, eine dreitägige internationale Konferenz auszurichten, bei der nicht nur die Werke dieses staunenswert vielseitigen Mannes, sondern das ganze Gefüge von Literaten und Gelehrten in der Residenz des Fürstentums in Blick genommen werden soll.

Während in Weimar und Jena Klassik und Romantik prosperierten, gediehen im benachbarten Gotha vor allem Theater, Volksaufklärung, Presse, Geheimbünde und Astronomie. Der fortschrittliche Herzog Ernst II. war führendes Mitglied des Illuminatenordens, beschützte dessen Gründer Adam Weishaupt und hütete die bis heute legendäre „Schwedenkiste“, die seit einigen Jahren in Gotha schrittweise erschlossen und systematisch ausgewertet wird. In öffentlichen Gesellschaften wie auch in (semi-) arkanen Zirkeln spielten neben Becker der Schriftsteller Friedrich Wilhelm Gotter, der Publizist Schack Hermann Ewald, der Theaterchronist Heinrich August Ottokar Reichard, der Philologe Friedrich Jacobs, der Komponist Georg Benda sowie Verleger wie Carl Wilhelm Ettinger und Justus Perthes führende Rollen.

Gestaltet wird die Konferenz von Prof. Dr. Martin Mulsow und Dr. Dirk Sangmeister, koordiniert wird sie von Kristina Petri (forschungszentrum.gotha@uni-erfurt.de).

Programm

Donnerstag, 09. Juni 2022

13.00–14.00 Uhr Eröffnung Martin Mulsow (Gotha/Erfurt): Intellektuelle Konstellationen in Gotha 1780–1800

14.00–15.30 Uhr R. Z. Becker (I)

Holger Böning (Bremen): Gotha als Gründungsort einer gemeinnützig-aufklärerischen Publizistik

Sebastian Schmideler (Leipzig): Beckers „Deutsche Zeitung für die Jugend“ und sein Mitarbeiter André

15.30–16.00 Uhr Kaffeepause

16.00–18.00 Uhr R. Z. Becker (II)

Reinhart Siegert (Freiburg): Der Anteil von Philanthropinismus und Illuminatenorden an R. Z. Beckers Laufbahn

Olaf Simons (Gotha): Publizist im Geheimorden – Beckers Tagebuch seiner Illuminatenmitgliedschaft

Marian Hefter (Gotha): Kleidungsreform bei Becker und in den Thüringischen Staaten

19.30 Uhr Gemeinsames Abendessen der Referent:innen & Organisator:innen

Freitag, 10. Juni 2022

09.00–10.30 Uhr Gesellige und semi-arkane Kreise

Erik Liebscher (Gotha): Das kulturelle Leben des Hofadels und seine Bedeutung für das intellektuelle Gotha

Markus Meumann (Gotha): Die Gothaer Freimaurerloge als „Black Box“ des geselligen Lebens der 1780er-Jahre

Ralph Häfner (Freiburg): Schack Hermann Ewald und die Mysterien von Eleusis

10.30–11.00 Uhr Kaffeepause

11.30–12.30 Uhr Besichtigung des Ekhof-Theaters auf Schloß Friedenstein

12.30–14.00 Uhr Gemeinsames Mittagessen der Referent:innen & Organisator:innen

14.00–15.30 Uhr Korrespondenzen

Frieder Sondermann (Sendai): Aus dem Briefwechsel dreier Altphilologen: Böttiger – Döring – Jacobs

Claudia Taszus (Jena): Zwei Polygraphen im Dialog: Der Briefwechsel zwischen Reichard und Böttiger

15.30–16.00 Uhr Kaffeepause

16.00–17.30 Uhr H. A. O. Reichards Journale

Peter Heßelmann (Münster): Reichards Gothaer Theaterperiodika

Katrin Löffler (Leipzig): Reichards „Olla Potrida“

Samstag, 11. Juni 2022

09.00–10.30 Uhr Vergessene Akteure im literarischen Feld

Helga Meise (Reims): Die früh gestorbene Schriftstellerin Amalie Froriep (1752–1784)

Michael Ludscheidt (Erfurt): Christian Jakob Wagenseils Intermezzo in Gotha (1778/79)

10.30–11.00 Uhr Kaffeepause

11.00–12.30 Uhr Anregende Vorlagen und fremde Blicke

Anett Lütteken (Zürich/Bern): „Nach Gozzi“ – Gotters Beitrag zur Lustspielrezeption auf deutschsprachigen Bühnen

Dirk Sangmeister (Gotha): Das Bild Gothas in der Reiseliteratur um 1800

12.30–13.00 Uhr Abschlussdiskussion

Kontakt

Kristina Petri, M.A.
Wissenschaftliche Koordinatorin
Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt
Schloßberg 2
D-99867 Gotha
Tel.: +49(0)361/737-1712
E-Mail: forschungszentrum.gotha@uni-erfurt.de

https://www.uni-erfurt.de/forschungszentrum-gotha/veranstaltungen/programm/veranstaltungskalender/eventdetail/rudolph-zacharias-becker-und-das-intellektuelle-gotha-um-1800
Redaktion
Veröffentlicht am
18.05.2022
Beiträger