Kolloquium in Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte München–Berlin

Kolloquium in Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte München–Berlin

Veranstalter
Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung in Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte München–Berlin
PLZ
10117
Ort
Berlin
Land
Deutschland
Vom - Bis
27.10.2020 - 22.06.2021
Von
Isabel Adler, wissenschaftliche Hilfskraft, Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung

Das Institut für Zeitgeschichte München–Berlin und die Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung veranstalten seit mehreren Jahren im Forum Willy Brandt Berlin eine gemeinsame Vortragsreihe. Diese gibt Nachwuchswissenschaftler/innen die Gelegenheit, ihre laufenden Forschungsprojekte vorzustellen und zu diskutieren.

Kolloquium in Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte München–Berlin

Die Vorträge werden per Livestream auf dem YouTube-Kanal der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung (https://www.youtube.com/c/BundeskanzlerWillyBrandtStiftung). übertragen. Fragen können über die Chatfunktion des Livestreams in die Diskussion eingebracht werden.

Programm

Dienstag, den 27. Oktober 2020 (18 Uhr)
Von der Gemeinschaft zur Union. Debatten zur Zukunft Europas 1984–1992
Victor Jaeschke, Universität Potsdam
Der Vortrag behandelt europapolitische Zukunftsvorstellungen, die in der Debatte um die Gründung einer Europäischen Union in den Jahren vor dem Vertrag von Maastricht artikuliert und zwischen Frankreich, Großbritannien, der Bundesrepublik und den europäischen Institutionen diskutiert wurden. In diesem Wettbewerb der Visionen ging es nicht nur um Interessen, sondern auch um Grundsatzfragen der Europapolitik: Sollte die Union die Nationalstaaten transzendieren oder nur besser aufeinander abstimmen? Bedeutete Union mehr Solidarität oder mehr Verantwortung?

Dienstag, den 17. November 2020 (18 Uhr)
Die globale soziale Frage. „Nord-Süd-Politik“ in der Bundesrepublik, Schweden und den Niederlanden
Christopher Seiberlich, Universität Tübingen
Ende der 1960er-Jahre begann eine Reihe sozialdemokratischer Regierungen, die Außenpolitik der eigenen Staaten zu erneuern. Aufgrund der Wahrnehmung weltweiter „Interdependenz“ und eines drastischen „Nord-Süd-Gefälles“ sowie angesichts selbstbewusst auftretender postkolonialer Staaten nahm die Politik gegenüber dem globalen Süden hierbei eine wichtige Rolle ein. Anhand der bundesdeutschen, niederländischen und schwedischen Positionen im Ringen um eine „Neue Weltwirtschaftsordnung“ sowie der Politik gegenüber dem portugiesischen Kolonialreich und der Apartheid analysiert Christopher Seiberlich in seinem Vortrag die sozialdemokratische „Nord-Süd-Politik“, Fragen globaler Ungleichheit und die Transformation der internationalen Ordnung in den 1970er Jahren.

Dienstag, den 23. Februar 2021 (18 Uhr)
„Deutschland den Deutschen“. Die „Republikaner“ als Katalysator der bundesdeutschen Ausländer- und Asyldebatte 1983-1994
Moritz Fischer, Institut für Zeitgeschichte München
Bei ihrer Gründung 1983 machte die Partei „Die Republikaner“ nur wenig Furore. Das änderte sich in den folgenden Jahren, als die Diskussion um Ausländer und Asylbewerber an Intensität und Emotionalität gewann. Die „Republikaner“ traten nun als Advokat all derjenigen auf, die durch die Zuwanderung ihre nationale Identität in Gefahr sahen und spitzten die Debatten bewusst zu. Der Vortrag geht den Ursprüngen und Traditionen rassistischen Denkens der Partei nach, nimmt deren Strategien sowie Gegenstrategien von Gesellschaft, Politik und Staat in den Blick und zeigt die Konsequenzen der Auseinandersetzungen auf.

Dienstag, den 30. März 2021 (18 Uhr)
Bündnis 90 und die Grünen (1980-1993).Wie ostdeutsche Bürgerbewegung und die Grünen (nicht) zusammenpassten
Florian Schikowski, Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam
Nach der friedlichen Revolution in der DDR kooperierten die Organisationen der ostdeutschen Bürgerbewegung schnell mit der „westdeutschesten“ aller Parteien – den Grünen. Beide Seiten empfanden eine selbstverständliche Nähe zueinander, doch der Fusionsprozess zur gemeinsamen Partei Bündnis 90/Die Grünen offenbarte große Unterschiede, verlief spannungsreich und veränderte beide Seiten nachhaltig. Der Vortrag wirft Schlaglichter auf das manchmal paradox erscheinende Verhältnis von politischen, kulturellen und organisatorischen Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen den Grünen und der DDR-Bürgerbewegung.

Dienstag, den 27. April 2021 (18 Uhr)
Umweltschutz ist keine Einbahnstraße. Deutsch-deutsche Umweltverhandlungen 1970-1990
Sophie Lange, Humboldt-Universität zu Berlin
„Belastungen der Umwelt wie schwefelsaure Rauchgase machen nicht vor Mauern, Stacheldraht und Grenzsperren halt“ – so Bundeskanzler Helmut Kohl 1984 vor dem Deutschen Bundestag. Umweltprobleme sind grenzenlos. Das war den Regierungen beider deutscher Staaten bekannt. Deshalb stand das Thema bereits im Grundlagenvertrag von 1972. Zu einer Vereinbarung kam es jedoch erst 1987. Abbruch, Wiederannäherung und kleine Schritte kennzeichneten den Weg dahin. Der Vortrag beleuchtet die deutsch-deutschen Umweltverhandlungen und fragt, wie diese geführt wurden und welche Ergebnisse sie hervorriefen.

Dienstag, den 22. Juni 2021 (18 Uhr)
Die West-Berliner SPD im Visier des Ministeriums für Staatssicherheit. Anwerbung, Strategien und Ziele 1950 – 1972
Aylin Katharina Herker, Freie Universität Berlin
Die SPD, seit ihrer Wiedergründung 1945 über Jahrzehnte an der Spitze des West-Berliner Senats, wurde von der SED-Führung als ideologische Konkurrenz und Gegnerin betrachtet. Mit der Bildung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) verschärften sich die geheimdienstlichen Maßnahmen gegen die SPD, insbesondere gegen die Sozialdemokraten in West-Berlin. Der Vortrag behandelt, wie und mit welchen Absichten das MfS von seiner Gründung 1950 bis zum Inkrafttreten des Vier-Mächte-Abkommens über Berlin 1972 im Umkreis der West-Berliner Sozialdemokraten geheimdienstlich aktiv war.

Kontakt

Kristina Meyer
wissenschaftliche Mitarbeiterin der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung
k.meyer@willy-brandt.de

https://willy-brandt.de/aktuelles/veranstaltungen/