Provincializing the Social Sciences. International Workshop

Ort
Berlin
Veranstalter
Schirin Amir-Moazami / Ruth Streicher, Islamwissenschaft, Freie Universität Berlin; Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies; Center for Area Studies, Freie Universität Berlin
Datum
04.06.2015 - 06.06.2015
Von
Nils Riecken, Zentrum Moderner Orient Berlin

Es scheint auf den ersten Blick paradox: Während das Buch Provincializing Europe des postkolonialen Historikers Dipesh Chakrabarty, das mittlerweile auch in deutscher Übersetzung vorliegt, beinahe den Status eines postkolonialen Klassikers erlangt hat[1], wird von verschiedenen Seiten das kritische Potential von postkolonialen Ansätzen vermehrt hinterfragt. Zugleich lässt sich aber eine wieder verstärkte Aufmerksamkeit für Themen der Dekolonisierung von Wissen und Geschichte beobachten.[2] In diesem Problemfeld war der Workshop Provincializing the Social Sciences angesiedelt, den SCHIRIN AMIR-MOAZAMI (Berlin) und RUTH STREICHER (Berlin / Berkeley) an der Freien Universität Berlin vom 4. bis zum 6. Juni 2015 mit Unterstützung des Center for Area Studies(CAS) der Freien Universität und der Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies organisierten. Das Ziel des explorativen Workshops war im Anschluss an das Plädoyer des Politikwissenschaftlers Timothy Mitchell auszuleuchten[3], inwiefern das Wissen der modernen Sozialwissenschaften durch ein erneuertes, nämlich im weitesten Sinne postkoloniales Verständnis von area studies produktiv hinterfragt und „provinzialisiert“ werden kann. Im Hinblick auf das Wissen der so genannten „kleinen Fächer“ sollte neu überdacht werden, was am Wissen der modernen Sozialwissenschaften als universell und was als partikular anzusehen ist.

In ihrer Einführung erläuterte Ruth Streicher das Ziel des Workshops, die ebenso geläufige wie problematische Gegenüberstellung von Sozialwissenschaften als Ort der Theoriebildung und nicht-westlichen areas als Ort zur Gewinnung empirischer Daten mittels einer verstärkten Aufmerksamkeit für methodische und epistemologische Fragen zu hinterfragen. Schirin Amir-Moazami betonte in ihrer thematischen Einführung die politische Dimension dieser im Workshop angestrebten Historisierung disziplinärer Wissensproduktion. In Zeiten, da sich Universitäten geradezu in Maschinen der Wissensproduktion verwandelten, die konsumierbares Wissen erzeugen, bestehe dringender Bedarf an kritischen Interventionen gegenüber diesen Entwicklungen. GREGOR WALTER-DROP (Berlin), wissenschaftlicher Koordinator des Center for Area Studies an der Freien Universität, verortete den Workshop in den gegenwärtigen Überlegungen des Zentrums zur Neubestimmung des Verhältnisses von areas in der Gegenwart, area studies und Sozialwissenschaften in einer „post-westlichen Welt“, also nach dem Ende „westlicher Dominanz“ bzw. dem Ende des „westlichen Skripts“.

Die Vorträge des von Sultan Doughan (Berkeley / Berlin) geleiteten ersten Panels beschäftigten sich damit, wie die Sozialwissenschaften von areas aus anders gedacht werden können. Allen Vorträgen war gemeinsam, dass sie nicht-westliche areas nicht als das Andere „Europas“ in Stellung brachten, sondern deren vielfältige historische Verflechtungen in den Blick nahmen. ALEXANDRE CAEIRO (Doha) analysierte Debatten unter muslimischen Autoren über den noch relativ neuen Begriff fiqh al waqi‘, der ein adäquates islamisches Rechtsverständnis bzw. Verständnis von Realität meint, was dazu dienen soll, in Bereichen von Lebenspraxis, Ethik und gesellschaftlicher Reform Handlungsanleitungen zu gewinnen. Er zeigte dabei, dass diese epistemologische Frage nach der angemessenen Beschreibung von Realität ein geteiltes Anliegen jener islamrechtlichen Debatten und der modernen Sozialwissenschaften ist, auch wenn beide mit unterschiedlichen Terminologien arbeiten. In der Diskussion hob er hervor, dass die islamische Jurisprudenz und der fiqh al waqi‘ Begriffe der modernen Sozialwissenschaften aufgenommen haben. Dadurch würden jene die Terminologie einer Wissenstradition teilen, die den modernen Nationalstaat stütze. Diese Terminologie gelte es kritisch zu hinterfragen und so zu provinzialisieren.

KAI KRESSE (New York) diskutierte in seinem Vortrag Modelle afrikanischer Autoren seit den 1970er-Jahren, Gesellschaft und die Welt anders als nach dem Modell „Europas“ zu denken, und ging daran anknüpfend der Frage nach, was hierbei eine Provinzialisierung der Sozialwissenschaften bedeuten könne. Eine Antwort liege zum einen darin, den historisch-sozialen Ort eurozentrischer Ansätze herauszuarbeiten, zum anderen müsse man regional verortete Traditionen der Konzeptualisierung von Gesellschaft herausarbeiten. Die grundlegende Herausforderung bestehe im Anschluss an Chakrabarty darin, die Sozialwissenschaften nicht zu verabschieden, sondern sie von woanders, von den Rändern her und für diese zu erneuern. Dazu lohne sich der Blick auf intellektuelle Praktiken, da sich auf diese Art der prozesshafte, verortete und doch mobile Charakter von Wissen erfassen ließe.

GOH BENG LAN (Singapur) argumentierte dafür, dass die Überzeichnung von Differenz als radikale Alterität oftmals Teil einer Politik der Differenz sei, die letztere als unüberbrückbar darstelle, was wiederum konservative Formen von Politik unterstütze. Bei der Reflexion von Begriffen wie Humanismus und Politik in einem globalen Rahmen plädierte sie dafür, darüber nachzudenken, wie man Differenz stark machen und dabei zugleich übersetzbar halten kann. Dazu bedürfe es auch einer Neuformulierung dessen, was als Universalität gelte. Sonst sei jedes Gespräch über Grenzen hinweg von vornherein blockiert.

Im vierten Vortrag des ersten Panels stellte RUTH STREICHER (Berlin / Berkeley) ihr neues Projekt zu Religion und Säkularismus in Thailand vor. Das Ziel des Projekts besteht darin, Thailands Gesellschaft nicht (wie mehrheitlich in der Forschung) als allein buddhistisch zu fassen, sondern als moderne, säkulare Formation, in der religiöse Differenz vom Staat reguliert wird. In einem zweiten Schritt geht es darum, den Begriff des Säkularismus anhand dieses Beispiels zu provinzialisieren. Als Beispiel diskutierte sie das 1867 in Siam (heute Thailand) von Chaophraya Thipakorawong veröffentlichte Buch Kitchanukit („Ein Buch, das verschiedene Dinge erklärt“). Anhand dieser Schrift zeichnete sie nach, wie der Buddhismus historisch als rationale und wahre Religion – auch als Antwort auf orientalisierende Diskussionen über das Christentum und Weltreligionen – reformuliert wurde.

Im zweiten Panel der Tagung, geleitet von Mohammed Bamyeh (Berlin / Pittsburgh), ging es um die Historisierung von Epistemologien der Sozialwissenschaften. Beide Vorträge zeigten, wie ertragreich es sein kann, einen Schritt von der konkreten Forschungspraxis zurückzutreten, um die epistemologischen Hintergrundannahmen sozialwissenschaftlicher Forschungen zu analysieren. Ausgehend von ihrem Verständnis von Provinzialisierung als aktiver Reflexion des eigenen Standortes analysierte CILJA HARDERS (Berlin) als Politikwissenschaftlerin historische und politische Dimensionen gegenwärtiger politikwissenschaftlicher Forschung zum Mittleren Osten. Zunächst verdeutlichte sie die historische Nähe der Forschung zu „Islam“, Mittlerem Osten und imperialer Politik in Deutschland, wie sie am Beispiel des Begründers einer sozialwissenschaftlich ausgerichteten Islamwissenschaft Carl Heinrich Becker zeigte. Für die Gegenwart diagnostizierte sie am Beispiel der Forschung zum Arabischen Frühling eine Hegemonie US amerikanisch geprägter Forschung, die, orientalistische Traditionen fortsetzend, außeramerikanische Forschung zum Thema kaum wahrnimmt. BOIKE REHBEIN (Berlin) präsentierte seinen Ansatz einer kritischen Theorie, die die Opposition von Universalismus und Relativismus überwinden soll. Ausgehend von seiner Kritik eines mathematischen Wahrheits- und Wissenschaftsbegriffs sprach er sich für eine analytische Positionierung aus, die nicht von Descartes‘ „wahrer Aussage“ ausgeht, sondern ihre eigene epistemologische Verflechtung – ihre Abhängigkeit von epistemologischen Prämissen, ihre Standortbindung und ihren disziplinären Ort – von Beginn an reflektiert und das Problem multipler Geschichten und Wissenschaftsgeschichten in den Blick nimmt.

Ziel der Vorträge im dritten Panel war es, am Beispiel der Begriffe Gender und Religion die Dezentrierung von Begriffen zu durchdenken In dem von Bettina Dennerlein (Zürich) geleiteten ersten Teil des Panels thematisierte ALLAINE CERWONKA (London) die Herausforderung, Gender-Vorstellungen in Bezug auf Frauen aus Osteuropa und die Weißseinsforschung zu provinzialisieren. Sie kritisierte die bestehende feministische Forschung, die Weißsein als Privileg verstehe und damit häufig eine bestimmte Art zugrundelege, wie Differenz zu betrachten ist, anstatt die eigenen Voraussetzungen zu historisieren. Zudem plädierte sie dafür, „westlichen“ Feminismus nicht als Exportprodukt „Europas“ zu sehen, das an anderen Orten lediglich passiv rezipiert würde, sondern vielmehr als Produkt globaler Interaktionen. OMAR KASMANI (Berlin) erläuterte sein Verständnis der Provinzialisierung der Sozialwissenschaften am Beispiel eines weiblichen Fakirs, deren Subjektform aber gerade weder mit der etablierten Unterscheidung von weiblich und männlich noch durch die Annahme eines stabilen Raums zwischen diesen Kategorien adäquat zu fassen sei. Bei der von ihm analysierten Form von Gender-Praxis gehe es gerade nicht um ein Mehr oder Weniger von Männlichkeit und Weiblichkeit. Vielmehr stehen durch Irritationen diese Kategorien selbst auf dem Spiel. Im Sinne Chakrabartys solle es indes nicht darum gehen, Kategorien der westlichen Sozialwissenschaften einfach abzuschaffen oder ihnen lokale Formen gegenüberzustellen, sondern den Körper, seine Praktiken und die Kategorien von Raum, Praxis und Körperlichkeit auf Neue zu verorten.

Im zweiten Teil dieses Panels, das von Riem Spielhaus (Berlin / Erlangen) geleitet wurde, ging es um Begriffe von Religion und das Säkulare. RUTH MAS (Boulder) erläuterte ihr Verständnis von Kritik als einer säkularen Praxis, wobei sie hervorhob, dass diese erstens von einem bestimmten Raum- und Zeitverständnis geformt und damit zweitens immer von Machtrelationen durchdrungen sei und diese reproduziere. In dieser Weise unterschied sie Kritik als säkulare Praxis als etwas, das es einerseits bereits vor der Moderne gab, von dem, was sie andererseits als den säkularisierenden, modernen Impetus von Kritik bezeichnete. Damit meinte sie eine Form von Kritik, die Teil eines modernen Projekts des Regierens sei und „Tradition“ einfach hinter sich lassen wolle und für „überholt“ erkläre. Dagegen plädierte sie dafür, auch in der Vormoderne mögliche Archive für aktuelle Kritik zu sehen. Diesen gedanklichen Schritt würden weder Walter Mignolos Ansatz der Dekolonialität noch Chakrabartys Begriff der Provinzialisierung Europas leisten. ARMANDO SALVATORE (Montréal) betonte die Notwendigkeit, Übersetzungsprozesse nicht nur entlang der Achse Westen/Nicht-Westen zu untersuchen, sondern auch etwa innerhalb von Texten, um so ihre ganze Komplexität zu erfassen. Dies führte ihn zu einer Kritik am Begriff der Kultur und der Transkulturalität, weil es letztlich jene Übersetzungsprozesse in einem bestimmten Kontext – etwa einem Text – unterschätze.

MANUELA BOATCA (Berlin) betonte die strukturelle Ausblendung der Dynamiken des Kolonialismus und des Imperialen in der Sozialtheorie. Sie sprach sich für ein kritisches Durcharbeiten soziologischer Klassiker – wie etwa Max Weber und Karl Marx – im Sinne einer Provinzialisierung aus. Auf diese Weise sollten jene Autoren und ihre Texte nicht einfach aufgrund ideologischer Verstrickungen – wie etwa die Dimension des Rassismus in Webers Texten – für unbrauchbar erklärt, sondern ihr bleibendes analytisches Potential herausgearbeitet werden. SCHIRIN AMIR-MOAZAMI (Berlin) beleuchtete am Beispiel der deutschen Islamkonferenz und der sozialwissenschaftlichen Forschung über Muslime, wie diese in Deutschland „gouvernementalisiert“ und „verwissenschaftlicht“, also zu Objekten eines säkularen staatlichen „Managements“ und säkularer sozialwissenschaftlicher Forschung geworden sind. Dabei wies sie insbesondere auf, wie rassistische Deutungsmuster vorgeblich neutralen quantitativen sozialwissenschaftlichen Studien zu Muslimen, Christen und Gewalt zugrunde liegen. Eine Provinzialisierung der Sozialwissenschaft bedeute, diese Gegenwart sozialwissenschaftlicher Produktion und die Art, wie diese selbst Gegenwart produziere, genauer zu untersuchen.

Die beiden Vorträge des vierten von Nils Riecken (Berlin) geleiteten Panels untersuchten Genealogien von area studies im deutschen Sprachraum. Beide Vorträge machten noch einmal deutlich, wie wichtig eine historische Perspektive für die Provinzialisierung der Sozialwissenschaften ist. CHRISTOF DEJUNG (Cambridge) lenkte den Blick darauf, wie die Volkskunde als nationales und historisches Unterfangen aus einem Moment der Krise der Weltsicht des liberalen Bürgertums in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts hervorging. Dazu sei es allerdings nötig gewesen, zunächst die Volkskunde aus ihren faktischen globalen und kolonialen Verflechtungen herauszulösen, um sie dann für das Projekt nationaler Legitimation einsetzen und in die Zeitlichkeit der Nation einfügen zu können. ULRIKE SCHAPER (Berlin) zeigte die koloniale, rassistische und eurozentrische Dimension rechtsethnologischer Forschung in deutschen Kolonien um 1900 auf. Die Forscher stellten dabei das „primitive“ Recht der kolonisierten Völker, das sie als ein Fenster in die Vergangenheit begriffen, dem „modernen“, „zivilisierten“ Recht gegenüber und verbanden zugleich beide in einer evolutionären Sicht vermeintlich universeller Prinzipien der Rechtsentwicklung. Es sei wichtig zu sehen, dass diese Sichtweisen auf Recht und Rechtsentwicklung nachhaltige Wirkung auf andere Disziplinen im Bereich von Begriffen, Methoden, Untersuchungsrahmen und Perspektiven entfaltet haben.

Obwohl die Themen der Vorträge thematisch eine große Bandbreite aufwiesen, arbeiteten sich alle Vorträge auf unterschiedliche Weise an der Frage ab, was Provinzialisierung methodisch und epistemologisch heißen kann und welche politischen Implikationen dies hatte oder hat. In der Abschlussdiskussion wurden noch einmal die verschiedenen vorgestellten möglichen Ansatzpunkte für eine Provinzialisierung des Wissens der Sozialwissenschaften überblicksartig zusammengefasst: durch das Neudenken von Sozialwissenschaften von den areas aus, eine kritische Genealogie der Gegenwart, das Nachdenken über die oftmals implizit bleibenden Epistemologien der Sozialwissenschaften, eine Erweiterung der Archive für mögliche Kritik, kritische Genealogien von disziplinären Wissen wie etwa Recht und Volkskunde, die Historisierung von Differenzbegriffen oder dem kritischen Durcharbeiten von Begriffen und „Klassikern“. Alle Beiträge vereinte indes, Provinzialisierung als etwas zu verstehen, dass die Spannung zwischen dem Partikularen und dem Generalisierbaren auslotet, anstatt diese Spannung einfach in die Richtung eines unreflektierten Universalismus oder Relativismus aufzulösen. Dementsprechend wurde immer wieder deutlich, dass areas nicht aus sich heraus, sondern in ihrer spannungs- und machtgeladenen sowie häufig asymmetrischen Verflechtung mit „Europa“ zu analysieren sind. Zum anderen wurde – insbesondere in den einzelnen Diskussionen – die Wichtigkeit hervorgehoben, die eigene Verstricktheit in Machtrelationen und Wissensproduktion zu reflektieren.

Konferenzübersicht:

Ruth Streicher (Berlin), Begrüßung / Einführung

Gregor Walter-Drop (Berlin), Begrüßung

Schirin Amir-Moazami (Berlin), Begrüßung / Einführung

Panel 1: Rethinking the Social Sciences From the Areas
Chair: Sultan Doughan (Berkeley / Berlin)

Alexandre Caeiro (Doha), Fiqh al-Waqi‘ and Its Discontents: Contemporary Islamic Legal Debates on the Status of the Social Sciences

Kai Kresse (New York), Rethinking Society from Elsewhere: Studying Thought and Intellectual Practice on the Swahili Coast

Goh Beng Lan (Singapur), Rethinking Humanism and Politics in a Global Age: A View from Southeast Asia

Ruth Streicher (Berlin / Berkeley), Provincializing Secularism? Buddhism, Statehood and the Management of the ‘Muslim Minority’ in Thailand

Panel 2: Contesting Social Science Epistemologies
Chair: Mohammed Bamyeh (Pittsburgh / Berlin)

Cilja Harders (Berlin), Provincializing Social Sciences

Boike Rehbein (Berlin), Critical Theory after the Rise of the Global South

Panel 3: Decentering Theoretical Categories of Gender and Religion
Part I: Categories of Gender
Chair: Bettina Dennerlein (Zürich)

Allaine Cerwonka (London), Gender Studies and Its Travels – Discipline and Disciplining

Omar Kasmani (Berlin), Women unlike Women: Limits of the Masculine in the Case of Female Fakirs

Cont. Panel 3, Part II: Categories of Religion
Chair: Riem Spielhaus (Berlin / Erlangen)

Ruth Mas (Boulder), The Movement of Critique

Armando Salvatore (Montréal), A Transcultural Perspective on the Sociology of Religion. A Radically Untheoretical (Surely Honest) Report of a True Story

Manuela Boatca (Berlin), Uniqueness of the West as Research Agenda. A Post-Colonial Critique of Weber’s Theory of Race, Religion and Ethnicity

Schirin Amir-Moazami (Berlin), Knowledge Production as a Secular Practice: The Social Scientific Measurement of Muslims in Europe

Panel 4: Genealogies of (German) Area Studies
Chair: Nils Riecken (Berlin)

Christof Dejung (Cambridge), History, Primitive Peoples and the Abyss of Race. Territorial and Temporal Orders in German Anthropology and Folklore Studies, 1850s-1930s

Ulrike Schaper (Berlin), Universalizing the Province: Projections, Stereotypes and Premises in Research on African Law in the German Colonies

Anmerkungen:
[1] Dipesh Chakrabarty, Europa als Provinz. Perspektiven postkolonialer Geschichtsschreibung. Aus dem Englischen von Robin Cackett, Frankfurt am Main 2010; Ders., Provincializing Europe. Postcolonial Thought and Historical Difference (Reissue, with a new preface by the author), Princeton-Oxford 2008; Chakrabarty selbst rückt inzwischen stärker Fragen nach der menschlichen Spezies und ihrem Überleben in den Mittelpunkt: Ders., The Climate of History: Four Theses, in: Critical Inquiry 35 (2009), S. 197-222.
[2] Siehe etwa die Konferenzen zum Thema Dekolonisierung: Tagungsbericht: Decolonizing Knowledge: Figures, Narratives, and Practices, 16.02.2015 – 17.02.2015 Berlin, in: H-Soz-Kult, 20.03.2015, <http://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5885>. Tagungsbericht: (Anti-)Kolonialismus auf der Leinwand. Dekolonisierung und Film in den 1960er-Jahren, 05.12.2013 – 06.12.2013 Gießen, in: H-Soz-Kult, 20.03.2014, <http://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5271>.
[3] Timothy Mitchell, The Middle East in the Past and Future of Social Science, in: David L. Szanton, The Politics of Knowledge: Area Studies and the Disciplines, Berkeley 2004, S. 71-119.

Zitation
Tagungsbericht: Provincializing the Social Sciences. International Workshop, 04.06.2015 – 06.06.2015 Berlin, in: H-Soz-Kult, 02.09.2015, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-6138>.